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Wenn Luther heute reisen würde - Von Zell/Romrod nach Renzendorf 15 km entlang der Vogelsbergbahn zurückgelegt

Die Pilger am Alsfelder Bahnhof
Die Pilger am Alsfelder Bahnhof
Grünberg | 29 Pilger starteten am Bahnhof in Zell/Romrod, um die fünfte Etappe auf der Strecke der Vogelsbergbahn von Gießen nach Fulda mit Dekan Norbert Heide zu erkunden.

Bei herrlichem Frühlingswetter konnten sich die Pilger an Mohnblumen und Heckenrosen am Wegrand erfreuen. Vorbei an einem großen Windpark und am Vereinsheim der Brieftauben Reisevereinigung Alsfeld war nach ca. 7 km auch schon fast die Hälfte der Etappe geschafft und der Bahnhof von Alsfeld erreicht. Der Bahnhof Alsfeld ist ein Durchgangsbahnhof an der Vogelsbergbahn mit drei Gleisen. 1914/15 wurde das alte Empfangsgebäude abgerissen und durch den heutigen neoklassizistischen Bau ersetzt. Weiter führte der Weg zum Marktplatz mit seinen schönen Fachwerkhäusern.
Am ehemaligen Augustinerkloster in Alsfeld, das um 1250 errichtet wurde, hielt Dekan Norbert Heide eine Andacht über das Lied „Nun bitten wir den Heiligen Geist“. Die erste Strophe dieses Kirchenliedes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Martin Luther dichtete drei weitere Strophen, die 1524 erstmals erschienen. Die Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdiensts wurde von Luther 1526 herausgegeben. In der Heiligen Messe entdeckte Luther den wahren Schatz der Kirche – nämlich, dass der Glaube wichtiger ist als alles andere. Er entdeckte das Herzstück der Bibel und das Wesen Gottes.
Am ehemaligen Augustinerkloster verließ Martin Luther im April 1521 Alsfeld, um über Romrod zum Reichstag nach Worms zu reisen.
Weiter führte der Weg über eine Holzbrücke mit dem Lutherweg-Zeichen und weiter auf den Schwalm Radweg, der von der Quelle bei Feldatal-Köddingen im Vogelsbergkreis bis zur Mündung in die Eder kurz vor den Toren der 3-Burgen-Stadt Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis führt.
Auf dem Altenburger Weg, vorbei an der alten Fuhrschen Säcke-Fabrik bis kurz vor Hopfgarten las Dekan Heide eine Geschichte aus dem Leben Martin Luthers:
Martin hatte sich gegen seine Eltern durchgesetzt und wurde Mönch. Das Leben im Augustiner Kloster war streng und arm. Einfache Zimmer von 6 qm, die nicht geheizt waren. Heute ist eine Gefängniszelle komfortabel dagegen. Martin wurde Novize: für die vorgeschriebene Probezeit war ein schmaler Haarkranz Zeichen der Weltentsagung und mit der Kutte mit Kapuze begann das Noviziat-Jahr der Selbstprüfung. Er wurde zum Betteln geschickt und legte schließlich im September 1506 sein Mönchsgelübde ab.
Auf idyllischen Wegen über eine Brücke aus massiven Steinplatten erreichte man schließlich das Ziel der Etappe Renzendorf.
Die sechste Etappe von Bahnhof zu Bahnhof entlang der Vogelsbergbahn führt am Samstag, 26. August von Renzendorf nach Lauterbach (ca. 15 km). Treffpunkt ist um 8.00 Uhr am Bahnhof in Grünberg. Nähere Informationen im Ev. Dekanat Grünberg, Tel. 06401-227315.

Die Pilger am Alsfelder Bahnhof
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vor dem Alsfelder Bahnhof
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Marktplatz in Alsfeld
Marktplatz in Alsfeld 
Die Vogelsbergbahn
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