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Pilgern und Pilchern in Südengland

London Eye
London Eye
Grünberg | Zu einer Studienreise nach Südengland starteten 42 Teilnehmer am Frankfurter Flughafen. Dekan Norbert Heide (Ev. Dekanat Grünberg) hatte das Programm mit Biblische Reisen zusammengestellt und konnte damit Interessierte aus verschiedenen Dekanaten gewinnen.
Nach der Landung in London und Begrüßung durch Reiseleiterin Sabine Drost folgte eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der St.-Paul’s Kathedrale, die zu den größten der Welt gehört - neben der Westminster Abbey gilt sie außerdem als die bekannteste Kirche der britischen Hauptstadt. Die Tower-Bridge, der Buckingham-Palast, die Royal Albert Hall, der Hyde Park, Big Ben und Europas größtes Riesenrad, das London Eye, das 135 Meter über der Themse schwebt, waren zu bewundern.

2. Tag: Im Mittelpunkt der malerischen Altstadt von Canterbury steht die prächtige Kathedrale als geistiges Zentrum der anglikanischen Kirche und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kathedrale spiegelt vier Jahrhunderte Kirchenbaugeschichte wider. Es folgte die Fahrt nach Brighton, dem größten und bekanntesten Seebad im Vereinigten Königreich - eine Stadt an der Küste des Ärmelkanals in der Grafschaft
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Südengland (1)Studienreise (9)Dekan Norbert Heide (164)
East Sussex. Hier konnten die Reisenden einen Spaziergang über den 600 m langen Brighton Pier und eine Außenbesichtigung des Royal Pavillon, der von dem Prince of Wales, dem späteren Georg IV., in den Jahren 1815 bis 1822 erbaut wurde, machen. Vorbilder waren die indischen Mogulpaläste, mit der Innenausstattung im chinesischen Stil ist der Pavillon der exotischste Palast in Europa.
In Chichester, einer von den Römern gegründeten Kleinstadt wurde die sehenswerte normannische Kathedrale besucht, in der ein Fenster von Marc Chagall zu sehen war.

3. Tag: In Winchester, einst Hauptstadt des Königreichs von Alfred dem Großen, zieht heute vor allem die Kathedrale aus dem 11. Jh. mit ihrem sehenswerten Fächergewölbe die Besucher an. Hier liegt die Grabstätte der Schriftstellerin und Pfarrerstochter Jane Austen, die durch Bücher wie „Stolz und Vorurteil" bekannt wurde. In der „Great Hall", dem letzten Überrest einer Burg aus dem 13. Jh. mit der Tafelrunde des sagenhaften König Artus. Eine Rosette, die die Tafelrunde von Artus darstellt, hängt an einer Wand des Rittersaals. Viele Geschichten ranken sich um Artus, jenen legendären König, der das Schwert Excalibur aus einem Stein ziehen musste, die schöne Guinevere zur Frau nahm und
Tafelrunde von Artus
Tafelrunde von Artus
die Ritter der Tafelrunde gründete. Um Land und Frau betrogen, zog er sich auf die Insel Avalon zurück, um auf eine Gelegenheit zur Rückkehr zu warten. Doch hat Artus, dessen Burg Camelot nicht minder märchenhaft erscheint, auch wirklich gelebt?
Die prächtige Kathedrale von Salisbury, gebaut im 13. Jahrhundert (Bauzeit 38 Jahre) verfügt über den größten Kathedralenkreuzgang Großbritanniens sowie die ältesten vollständig erhaltenen Chorgestühle. Sie ist ein Meisterwerk der englischen Gotik. Der 123 Meter hohe Turm ist der höchste Kirchturm Englands. Im Kapitalhaus ist die am besten erhaltene Magna Carta der der heute noch existierenden vier Originalschriften zu sehen. Die Magna Carta legte 1215 fest, dass jeder – selbst der König – andere Bürger gerecht behandeln muss und dass niemand über dem Gesetz steht. Sie diente als Inspiration für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinigten Nationen. Ein spannender Kontrast zur historischen Kulisse ist das moderne Taufbecken des Wasser-Designers William Pye mit stetig fließendem Wasser. Die spiegelglatte Oberfläche wirkt so plastisch, dass eine Frau dort einmal ihre Handtasche abgestellt hat.
Der Stourhead Garden gehört zu den schönsten Gärten Englands der klassischen Periode. Das Flüsschen Stour wurde zu einem künstlichen See aufgestaut. Ein Rundweg führt durch den Garten mit blühenden Rhododendronsträuchern und Büschen, kleinen Wäldchen, über steinerne Brücken und gepflegte Rasenflächen.
Stonehenge
Stonehenge
Dann wurde das bekannteste Megalith-Monument aus der Jungsteinzeit besucht. Der mystische Steinkreis von Stonehenge birgt viele Geheimnisse. Es ist eine heilige prähistorische Stätte, deren Anordnung sich nach dem Lauf der Sonne richtet. Die Steine wurden vor rund 4500 Jahren über Entfernungen transportiert, die für die damalige Zeit unvorstellbar groß waren. So kamen beispielsweise die Blausteine, eine Basaltart, aus Süd Wales, was eine Strecke von über 200 km ist. Die Sandsteinfindlinge wurden auf Schlitten fortbewegt, die mit 250 Mann, an Steigungen mit bis zu 1000 Mann, gezogen wurden. Die Steine wurden dann in Stonehenge bearbeitet, bis sie passten. Bis heute werfen die Entstehung und die Nutzung des Monuments noch Fragen auf. Vieles spricht für eine Opferstätte.

4. Tag: Ein besonderes Erlebnis war der Besuch der Swannery in Abbotsbury, ein Schwanenschutzgebiet. Hier befinden sich über 600 frei lebende Schwäne in der Kolonie und bis zu 150 Paare können auf einer Fläche von 1,8 Hektaren brüten. Es ist Teil eines Naturreservates, das als Feuchtgebiete internationale Bedeutung hat.
Die Reisegruppe vor der Kathedrale in Exeter
Die Reisegruppe vor der Kathedrale in Exeter
In dem schönen Küstenort Lyme Regis mit seinem einzigartigen Cobh, einem Kai, der in den Hafen hinausragt und dazu verlockt, darauf entlang zu schlendern wie einst Jane Austen und John Fowles. Das freundliche Städtchen verfügt über viele schöne Häuschen, die sich einen Hang hinaufziehen. Lyme Regis hat das Prädikat „typisch englisch“ verdient und ist ein Eldorado für Fossiliensammler.
Weiter führte die Fahrt nach Exeter mit ihrer einzigartigen doppeltürmigen Kathedrale. Sie besitzt das mit 105 Metern längste Rippengewölbe der Welt und die erste Turmuhr, die ein Schlosser 1284 konstruierte. Teile der römischen Stadtmauer und Häuserfassaden haben Exeter seinen geschichtlichen Charme erhalten.

Weite Moorflächen, klare Bäche, uralte Steinbrücken und kleine Dörfer wie aus dem Bilderbuch standen am fünften Tag auf dem Programm: Dartmoor, eine der unberührtesten Landschaften Europas und ein beliebtes Wandergebiet. Dartmoor-Ponys und Schafe sind an das Klima Südwestenglands angepasst. In Princetowm steht das Dartmoor Gefängnis, das 1809 von den Verurteilten selbst gebaut wurde und heute noch genutzt wird.
Schon 500 n. Christus wurde die normannische Pfarrkirche St. Materiana auf den Grundmauern eines alten keltischen Oratoriums erbaut. Baumeister waren wahrscheinlich die Mönche eines angrenzenden Klosters. Hier hielt Dekan Heide eine Andacht.
Swannery in Abbotsbury
Swannery in Abbotsbury
Im Camelot Castle gab es den typischen „Cornish Cream Tea" und „Scones“ (Gebäck, das zum Tee gereicht wird). Diese werden mit „Clotted Cream“ serviert, einer Art dreifach-Sahne mit dem Geschmack von irgendwo zwischen Butter und Crème fraîche und der Konsistenz von unbeschreiblich, sowie einem guten Klecks Erdbeermarmelade. Sehr lecker!
Danach wurden die Ruinen der legendären Burg von König Artus besucht. Der heldenhafte König soll hier das Licht der Welt erblickt haben. Wer den Felsvorsprung erklimmt, wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

Der 6. Tag begann mit einer Fahrt durch die wunderschöne Landschaft Cornwalls. Grüne Hügel, schroffe Felsküsten und malerische Küstenorte boten ein einzigartiges Erlebnis. Auf einer Insel vor Penzance liegt die Klostersiedlung St. Michael's Mount. Die Mönche, die dieses Kloster bauten, nahmen sich Mont St. Michel in Frankreich als Vorbild. Bei Ebbe kann man die Insel über einen Steinpfad erreichen, bei Flut bringen kleine Boote die Besucher auf die Insel. Weiter führte die Route nach Land's
alte Steinbrücke
alte Steinbrücke
End, dem westlichsten Punkt Englands. Ein Spaziergang zu den zerklüfteten Klippen bot ein herrliches Panorama. Die Lage und Schönheit des beschaulichen Fischerorts St. Ives inspiriert bis heute Künstler und Schriftsteller. Eine der bekanntesten Autoren ist Rosamunde Pilcher, die hier ihre Kindheit verbrachte und in ihren Romanen gerne die Schönheit Cornwalls als Kulisse nutzt. Auf der Fahrt zum Hotel konnten die Reisenden einen Pilcher-Film im Bus anschauen.

Das Glastonbury Abbey, die „berühmteste Ruine Englands", wo die Grabstätte von König Artus vermutet wird, war das Ziel des 7. Tages.
Die Kathedrale von Wells gilt als eine der schönsten in Europa. Sie beeindruckt mit der prachtvollen, mit Statuen geschmückten Westfassade und den charakteristischen Scherenbögen, die dem Vierungsturm Halt geben. Im nördlichen Querhaus befindet sich seit dem späten 14. Jahrhundert eine bedeutende astronomische Uhr. Das Zifferblatt zeigt 24 Stunden an, Minuten, Mondmonate und andere astronomische Daten und gehört zu den ältesten erhaltenen Kirchenuhren.
Die geschichtsträchtige Stadt Bath ist das nächste Ziel. Eine wunderschöne Abbey und die schmucken Häuser der Altstadt machen die als Weltkulturerbe geschützte Stadt zu einer der wohl schönsten Städte Englands. Die Römer gründeten hier vor 2000 Jahren das berühmte Kurbad. Die teils guterhaltenen Überreste der römischen Bäder geben interessante Einblicke in die Vergangenheit.

Andacht in der Kathedrale in Canterbury
Andacht in der Kathedrale in Canterbury
8. Tag: Fahrt nach Oxford, der ältesten Universitätsstadt Englands mit Besuch des Christ Church College, das eines von fast 40 Colleges in Oxford ist. Kardinal Thomas Wolsey nutzte im 16. Jh. seinen Einfluss als Lordkanzler, um die Erlaubnis für die Gründung eines neuen Colleges in Oxford zu erhalten, begonnen wurde mit dem Bau 1525. Die Duke Humphrey's Library ist der älteste Leseraum der Bodleian Library und allgemein bekannt geworden durch die Harry Potter-Verfilmungen. Anschließend erfolgten die Fahrt nach London und der Rückflug nach Frankfurt.

Die täglichen Andachten von Dekan Heide an den verschiedensten Orten, die zauberhaften Gärten, beeindruckenden Kathedralen, weiten Landschaften, Steinmauern auf den Wiesen, Schafe auf den Weiden, hinterlassen bleibende Eindrücke von unvergesslichen Tagen in Südengland.

London Eye
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Tafelrunde von Artus
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Stonehenge
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Die Reisegruppe vor der Kathedrale in Exeter
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Swannery in Abbotsbury
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alte Steinbrücke
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Andacht in der Kathedrale in Canterbury
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