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Pilgern auf dem Lutherweg 1521

Schloss  Herrnsheim
Schloss Herrnsheim
Grünberg | Von Worms nach Nauheim 55 k m zurückgelegt

Zur Pilgerfreizeit zum Thema „Die Teufel von Worms“ starteten 20 Große und Kleine mit Dekan Norbert Heide in Worms auf dem Lutherweg 1521 – dem Weg, den Martin Luther vor ca. 500 Jahren vom Reichstag in Worms zur Wartburg zurücklegte. Der Lutherweg erstreckt sich bis zur Wartburg über 400 km – davon führt er auf 320 km durch hessisches Gebiet.
Mit Bahn und Kleinbussen erfolgte die Anreise nach Worms. Dort war die Jugendherberge das Domizil während der Pilgertour. Ausgerüstet mit einem Pilgerausweis konnte man in bestimmten Kirchen, Pfarrämtern und Touristikbüros Pilgerstempel sammeln.

Bei strahlendem Sonnenschein führte der Weg - von Platanen und blühenden Bäumen gesäumt - zum Schloss Herrnsheim, das von einem großen Park mit Teichen umgeben ist. 1788-1793 wurde die ursprünglich barocke Anlage in einen englischen Landschaftspark umgestaltet. In Rheinhessen verläuft der Lutherweg überwiegend auf dem Rheinterrassenweg zwischen Worms und Oppenheim. Durch zahlreiche Wingerte erreichte man schließlich das erste Tagesziel Osthofen, eine der ältesten Weinbaugemeinden. Wahrzeichen der Stadt ist die bedeutende Bergkirche, die auf dem Goldberg thront und den Ort überragt.

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Die zweite Etappe führte an der Miniaturburg Leckzapfen vorbei, die auf einem Weinberg erbaut wurde. Ein langer Holztisch mit Bänken im Grünen lud die Pilger zu einer Rast ein. In Bechtheim führte der Weg durch die Martin-Luther-Straße, an alten Brunnen vorbei, einer davon war als Osterbrunnen geschmückt und schon von Weitem sah man am Rande des Rheinhessischen Rebenmeeres das "Kleinod des Wonnegau", die fast 1000 Jahre alte romanische Basilika St. Lambertus. Die Kirche ist im Verhältnis zu dem sie umgebenden Dorf außergewöhnlich groß. Dies deutet auf eine Wallfahrtsfunktion im Mittelalter hin. Durch Weinberge, an einer alten hydraulischen Kelter vorbei – gelangte man durch grandiose Hohlwege nach Mettenheim und weiter auf der „Wein-Aroma-Straße“ nach Guntersblum, dem Ziel des zweiten Tages. Am Abend wurde das Luther-Denkmal in Worms besucht, das zu Ehren des Reformators Martin Luther errichtet wurde. Hauptmotiv der Errichtung war neben dem Thesenanschlag 1517 Luthers Rolle auf dem Reichstag zu Worms von 1521, als er vor Kaiser Karl V. seine Thesen verteidigte. Außerdem wurden der Dom St. Peter und verschiedene Kirchen besucht.

Osterbrunnen in Bechtheim
Osterbrunnen in Bechtheim
Der dritte Tag begann mit dem Besuch der Evangelischen Kirche St. Viktor in Guntersblum, die im Jahre 1100 erbaut wurde. Die beiden romanischen Türme werden durch ein schönes Portal verbunden, das in eine kleine Eingangshalle führt. Dekan Norbert Heide las in allen Kirchen auf dem Weg Geschichten von Martin Luther und hielt kurze Andachten. Weiter führte der Weg am Guntersblumer Römerturm, der 1998 vom örtlichen Bauern- und Winzerverein als Aussichtsturm errichtet wurde, am Hochbehälter Ludwigshöhe und am Krötenbrunnen, einem alten Wassersystem, das Oppenheim mit Trinkwasser versorgte, vorbei. Die Wege durch unzählige Weinberge boten schon einen Blick auf die eindrucksvolle Katharinenkirche in Oppenheim. Kurz vor Oppenheim wurde die Pilgergruppe von dem ehemaligen Grünberger Bürgermeister Herzog empfangen, der einige Informationen zu Oppenheim und der Katharinenkirche gab. Die Katharinenkirche in Oppenheim gilt als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein zwischen Straßburg und Köln. Sie ist vor allem wegen ihrer Fenster berühmt. Die bedeutendsten sind die beiden in der Südfassade, das Lilienfenster, und die sogenannte Oppenheimer Rose, deren Glasscheiben aus dem 14. Jahrhundert (1332/1333) weitgehend original erhalten sind.
Alte Kelter am Weg
Alte Kelter am Weg
Die hinter der Katharinenkirche befindliche Kapelle ist dem Erzengel Michael geweiht, der als Schützer und Begleiter der verstorbenen Seelen ins Totenreich gilt. Das Beinhaus ist bis an die Gewölbedecke mit Skeletten vollgeschichtet. Es ist das größte seiner Art in Deutschland.

An der Fähranlegestelle war Gelegenheit den Rhein mit der Fähre zu überqueren. Die Anlegestelle Kornsand auf hessischer Seite war am nächsten Tag Start zur vierten Etappe. Auf einem Deichweg gelangten die Pilger durch das Naturschutzgebiet Ludwigsaue nach Trebur. Die Laurentiuskirche ist ein barocker Kirchenbau, der mit einem hölzernen Altar (um 1750), einer Kanzel mit dem Gemälde „Der gute Hirte“, einem Holzkruzifix und einer hölzernen Lutherstatue mit Schwan (um 1752) ausgestattet ist. In der Vorhalle steht ein Taufaltar aus Marmor. Der weitere Weg führte nach Nauheim, dem Ziel der Pilgerfreizeit.

Abends wurde in der Jugendherberge der Gottesdienst vorbereitet, der an Gründonnerstag in der Hospitalkirche in Grünberg von Dekan Norbert Heide und den TeilnehmerInnen der Pilgertour gestaltet wurde.

Fotos: Wolfgang Wellner
Text: Irmgard Dechert

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Kirche St. Viktor in Guntersblum
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