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Landtagsabgeordneter Ismail Tipi zu Gast in Grünberg

Der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi und der Stadverbandsvorsitzende Marcel Schlosser
Der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi und der Stadverbandsvorsitzende Marcel Schlosser
Grünberg | Themen: Türkei, Vollverschleierung, Salafismus und die innere Sicherheit

Letzten Donnerstag besuchte der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi aus Heusenstamm die CDU Grünberg in der Gaststätte Lippert’s beim monatlichen Stammtisch. Der Integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag Ismail Tipi weiß wovon er spricht. Eindrucksvoll schilderte er seinen Start als 1. Generation Gastarbeiterkind in Deutschland 1972. Damals war Ismail Tipi 13 Jahre alt und konnte kein Wort Deutsch. Heute fühlt sich Tipi längst nicht mehr als Migrant - er sei hier zu Hause, sagte er.

Tipi war selbst Journalist

Der Landtagsabgeordnete, der 30 Jahre lang als Journalist gearbeitet hat, betrachtet es als seine Bürgerpflicht, Menschen aufzurütteln und auf Gefahren und Bedrohungen hinzuweisen. So sorgt sich Ismail Tipi unter anderem um die innere Sicherheit durch nicht registrierte Migranten. Er betonte, er sei für die Willkommenskultur in Deutschland dankbar, aber gesellschaftliche und religiöse Werte müssten geschützt werden.

Volksabstimmung der Türkei über die Verfassungsänderung

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In der Verfassungsänderung werden viele Freiheiten der Türken beschnitten. Die Presse- und Meinungsfreiheit werden weiter abgewertet. Somit möchte der zwölfte türkische Präsident Recep Tayyip Erdoan eine stärkere Kontrolle der Presse und somit die Bürgerinnen und Bürger der Türkei mehr beeinflussen.

Auftritte von Ministern in Deutschland

Bislang hatte man die Auftritte von türkischen Ministern in Deutschland zugelassen. Diese Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland haben die türkischen Minister genutzt, um über die Verfassungsänderung in der Türkei zu werben. Was erst mal nicht abzuwerten ist. Viele in Deutschland finden aber, dass Erdogan und seine Minister nicht in Deutschland zur Verfassungsänderung werben sollen. „Das gehört nicht hier her. Innertürkische Konflikte haben in Deutschland keinen Platz“, so Tipi. In Deutschland gab es bislang viele unentschlossene Wählerinnen und Wähler, dies nutzte Erdogan und seine Minister dazu, die Wähler zu einem „evet“ (Ja) zu gewinnen.
Die kommende türkische Volksabstimmung wird am 16. April 2017 stattfinden, u.a. sind rund 1.3 Millionen lebende wahlberechtigte Türken in Deutschland dazu aufgerufen mit „evet“ (Ja) oder mit „hay1r“ (Nein) zu stimmen.

Kopftuch und Vollverschleierung

Weniger ein Thema oder gar kein Thema mehr in der deutschen Gesellschaft ist das Kopftuch. Viel mehr diskutiere man heute über ein Vollverschleierungsverbot. Tipi selbst steht für dieses ein. Er hatte bereits vor fünf Jahren darüber gewarnt und heute ist es mehr Thema denn je.

Innere Sicherheit – Salafismus

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Ismail Tipi ist die Bekämpfung des Salafismus. Von der ultrakonservativen Strömung innerhalb des Islams geht seiner Meinung nach eine große Gefahr aus: „Vier bis fünf Salafisten-Größen bringen es auf hunderttausende Likes bei Facebook. Mit Streicheleinheiten und Multi-Kulti-Romantik kommt man gegen Salafisten nicht an!“. Tipi forderte die Zuhörer auf, aktiv und mutig mitzuhelfen, dass Deutschland kein Mekka für Salafisten wird. Den Salafismus gibt es bereits seit den 80er Jahren in Deutschland. Unsere Religionsfreiheit hat dies sehr lange toleriert und man ignorierte die damalige Gefahr.

Jugendliche werden von Salafisten angesprochen

Derzeit sind rund 450 bekannte Jugendliche aus Deutschland nach Syrien geflohen um für den „IS“ zu kämpfen. Radikalisierte Salafisten sprechen gerade im Raum Offenbach und Hanau immer mehr Jugendliche vor Schulen an. Hier fordert Tipi mehr Präventionsarbeit, besonders von Schulen selbst. Natürlich verlagere man das Problem an einen anderen Ort, aber ein Anfang wäre getan. Man müsse die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema sensibilisieren. Erste Präventionsmaßnahmen haben gewirkt, nun müsse man auch die Eltern und die Öffentlichkeit ebenfalls weiter sensibilisieren.

„Werte schaffen Heimat“

Tipi versteht diese Ängste, auch er selbst sagt, dass er Angst vor einer Gesellschaft hat, die sich tolerant gegenüber den Intoleranten zeigt. Der Landtagsabgeordnete bedauert, dass unsere Gesellschaft jeden Tag mehr von gesellschaftlichen und religiösen Werten wegdrifte, was den radikalen Islam stärke: „Wohin geht eine Gesellschaft, die über Kreuze an der Wand gerichtlich verhandeln lässt und Kirchengebäude verkauft?” Zusammengefasst sagt Tipi, die salafistische Bewegung sei eine militärisch strukturierte Organisation, die den Rechtsstaat und die Demokratie zerstören will. „Wir müssen endlich wach werden, damit unsere Kinder nicht verführt werden. Wenn wir nicht handeln und die Gefahr ernst nehmen, werden wir behandelt. Das wird dann schmerzhaft.“ Er appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, sich für die Werte ihrer Gesellschaft einzusetzen. Werte schaffen Heimat, das sei eines der wichtigsten Mittel beim Kampf gegen den radikalen Islam.

Weitere Informationen im Internet

Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Teilnahme an politischen Diskussionen bietet die Grünberger CDU über ihre Internetseite an unter www.cdu-gruenberg.de.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.454
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.03.2017 um 18:16 Uhr
Danke für die Einstellung des Artikels. Wenn ich auch nicht die Meinung des Artikeleinstellers bzw. des Referenten teile erscheint er mir recht informativ.

(Vom politischen Gegner lernen heisst siegen lernen!)

Inhaltlich hätte ich nach den Ausführungen zum Abend erwartet, dass im Schlußsatz so etwas wie eine Aufforderung an unsere türkischestämmigen Landsleute mit zwei Pässen gekommen wäre: Stimmt mit NEIN. Eigentlich wäre das - zumindest nach dem Artikel - die logische Schlussfolgerung gewesen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Marcel Schlosser

von:  Marcel Schlosser

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