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Wenn Luther heute reisen würde - Von Reiskirchen nach Grünberg 10 km zurückgelegt

Die Pilgerinnen und Pilger vor dem Ev. Gemeindehaus in Saasen
Die Pilgerinnen und Pilger vor dem Ev. Gemeindehaus in Saasen
Grünberg | 40 Pilger starteten am Bahnhof in Reiskirchen, um die zweite Etappe auf der Strecke der Vogelsbergbahn von Gießen nach Fulda mit Dekan Norbert Heide zu erkunden.
Hier musste man zunächst vorsichtig auf glatten Wegen gehen. In Richtung Saasen gab es einen kleinen Abstecher zur Wieseckquelle, die am Nordrand von Saasen liegt.

Ein erster Halt war am Ev. Gemeindehaus Saasen, bei dem Dekan Heide eine Andacht zum Lied „Tragt in die Welt nun ein Licht“, dem Monatslied für Februar, hielt und die Pilger sangen gemeinsam alle Strophen dieses Liedes.

Zu Saasen gehören die Weiler Bollnbach und Veitsberg sowie der Wirberg. Die Evangelische Kirche auf dem Veitsberg wurde im 13. Jahrhundert als romanische Saalkirche erbaut. In Saasen existierte nur für etwa 100 Jahre eine Kapelle, die etwa 1525 errichtet und im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Die Veitsberger Mutterkirche erhielt 1751 einen neuen Ostteil und wurde 1965 durch einen südlichen Queranbau winkelförmig erweitert.

Nachdem der Bahnhof in Saasen passiert war, führte der Weg nach Göbelnrod. Unterwegs hatte man einen Blick auf den Wirberg mit der Kirche. Da der Weg an der Bahnlinie entlang führte, war auch die Vogelsbergbahn zu sehen.

Am Gemeindehaus in Göbelnrod las Dekan Norbert Heide eine Geschichte von Martin Luther „Huckepack zur Lateinschule“: Er hatte keine einfache Kindheit: Schläge, Prügel und Züchtigungen gehörten zu dem, was man heute kaum noch Erziehung nennen kann. Wegen einer gestohlenen Nuss sei er damals von seiner Mutter blutig geschlagen worden, auch der Vater züchtigte ihn, dass er ihn dafür hasste. Als Siebenjähriger (ca. 1490) musste er schon in die Lateinschule nach Mansfeld. Selbst bei Kälte wurde er anfangs huckepack dorthin transportiert, da seine Beine zu kurz waren, um den langen Weg zu bewältigen. Er nannte die Schule eine „Teufelsschule“, denn auch dort wurde er von dem Lehrer mit einem Rutenbündel gezüchtigt. Schüler wurden gezwungen andere zu überwachen und zu denunzieren, Schwächere wurden bloßgestellt und vorgeführt. Danach besuchte er die Lateinschulen in Magdeburg und Eisenach, wo ihn eine mildtätige Witwe in ihr Haus aufnahm.

Auf einem Stein vor dem Gemeindehaus Göbelnrod steht folgender Spruch von Martin Luther: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Der Haltepunkt Göbelnrod befindet sich an Streckenkilometer 20,3 der von Gießen nach Fulda führenden Vogelsbergbahn. Das Stationsgebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Die Wieseck in Saasen
Die Wieseck in Saasen
Erst 39 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Teilabschnitts der Vogelsbergbahn von Gießen nach Grünberg am 29. Dezember 1869 erhielt Göbelnrod einen Haltepunkt. Dieser wurde am 1. Juli 1908 eröffnet. Der erste Fahrplan sah fünf Personenzughalte in Richtung Fulda sowie vier in Richtung Gießen vor.
Der vorgesehene Abbruch des Stationsgebäudes konnte durch die Zusage der Stadt Grünberg, die Instandhaltung und Pflege der Anlage zu übernehmen, abgewendet werden. Im Herbst 2011 wurde der 140 m lange Bahnsteig durch einen gleich langen Neubau ersetzt.

Bei schönem Winterwetter und angenehmen Temperaturen erreichte man Grünberg. Hier wurden die Pilger im Gemeindesaal der Ev. Stadtkirche mit Kuchen und Kaffee versorgt.

Die dritte Etappe von Bahnhof zu Bahnhof entlang der Vogelsbergbahn führt am Samstag, 18. März von Grünberg nach Gemünden (ca. 17 km). Treffpunkt ist um 8.00 Uhr am Bahnhof in Grünberg. Nähere Informationen im Ev. Dekanat Grünberg, Tel. 06401-227315.

Die Pilgerinnen und Pilger vor dem Ev. Gemeindehaus in Saasen
Die Pilgerinnen und... 
Die Wieseck in Saasen
Die Wieseck in Saasen 
Die Vogelsbergbahn zwischen Saasen und Göbelnrod
Die Vogelsbergbahn... 
Bahnhof in Saasen
Bahnhof in Saasen 
Bahnhof in Reiskirchen
Bahnhof in Reiskirchen 
Bahnhof in Göbelnrod
Bahnhof in Göbelnrod 
vor dem Gemeindehaus Göbelnrod
vor dem Gemeindehaus... 
Blick auf den Wirberg
Blick auf den Wirberg 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.359
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.02.2017 um 08:35 Uhr
Ist sicher eine interessante Sache. So direkt mit dem damaligen Luther verbunden zu sein. Er ist uns ja im heutigen Leben auch immer gegenwärtig.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Irmgard Dechert

von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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