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Unterwegs auf dem Harzer Hexenstieg

Start der 1. Etappe in Osterode
Start der 1. Etappe in Osterode
Grünberg | Eine abwechslungsreiche Pilgerwanderung auf dem Harzer-Hexen-Stieg erlebten 14 Pilgerinnen und Pilger gemeinsam mit Dekan Norbert Heide. Mit Kleinbus und Bahn erfolgte die Anreise nach Osterode mit der St. Aegidien Markt Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
Auf ungefähr 125 Kilometern wurde der Harz von West nach Ost, vom niedersächsischen Osterode bis ins anhaltinische Thale durchquert. Der Harzer-Hexen-Stieg führt auf einem Höhenweg an dem reizvollen Ort Lerbach vorbei, der um 1530 durch den Bergbau entstand. Zeugnisse dieser Vergangenheit fand man entlang des Weges. Beim Marienblick eröffnet sich ein herrlicher Ausblick in das Tal. Durch Buchen- und Fichtenwälder ging es weiter nach Buntenbock. Wasser und Hexen waren auf dem gesamten Weg stetige Begleiter.

Der Bergbau hat im Harz eine 1000jährige Tradition. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert ist ein umfangreiches, ausgeklügeltes Wassergraben- und Teichsystem angelegt worden, um mit Wasserkraft vor allem die Gruben entwässern zu können. Dieses Wassersystem wird heute noch unterhalten.
Die Moore gehören zu den ursprünglichsten Naturlandschaften im
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Hexentanzplatz (1)Harzer Hexenstieg (1)Dekan Norbert Heide (170)Brocken (4)
Oberharz. Sie bilden den Lebensraum von vielen stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Im großen Torfhausmoor finden sich unter anderem die Zwergbirke und die Schlammsegge, die als Eiszeitrelikte gelten. Torfmoose bilden dichte Rasenteppiche, welche bei ausreichender Feuchtigkeit immer weiter in die Höhe wachsen, während die unteren Schichten absterben und Torfe bilden. Am Torfhaus erreichen diese Torflager eine seltene Stärke von 5 Metern.
Die Siedlung Torfhaus wurde bereits im Jahre 1713 gegründet, als man begann in den umliegenden Mooren Torf abzubauen. Von hier aus begann Johann Wolfgang von Goethe am 10. Dezember 1777 in Begleitung von Förster Degen seine erste Brockenbesteigung. Das unwegsame Gelände, die unberührte Natur und bizarre Formen am Wegesrand hinterließen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Sein Brockenerlebnis verarbeitete Goethe im "Faust".
Der Harzer-Hexen-Stieg folgt dem Goetheweg entlang des Abbegrabens, einem 1540 m langen Teilstück des Oberharzer Wasserregals, am Quitschenberg vorbei, bis zum Eckersprung. Hier verlief die ehemalige Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik Deutschland. Der Hexenstieg führt nun gemeinsam mit dem Harzer Grenzweg entlang der Brockenbahn, die den Wanderer ab und an schnaufend und stampfend überholt. Der Gipfel des Brockens ist bereits in Sicht. Die Brockenbahn existiert seit 1898. Heute ist sie ein Teil der Harzer Schmalspurbahnen.
Bärenbrucher Teich
Bärenbrucher Teich
Nach einem Besuch des Nationalparkhauses Drei Annen verlässt man den Nationalpark Harz. Der Weg führt am Steinbach entlang bergab bis zum Königshütter Wasserfall.

Der Harz ist durch zahlreiche Traditionen geprägt. Das Köhlerhandwerk zählte zu den wichtigsten Erwerbsquellen. Ohne die Holzkohle war es nicht möglich, die im Harz geförderten Erze zu verhütten. Zwischen Hasselfelde und Wendefurth befindet sich die Harzköhlerei Stemberghaus und im Köhlereimuseum wurde den Pilgern das schwere Leben der Köhler und ihrer Familien erlebbar gemacht. Dieses ist schon weithin mit Auge und Nase durch rauchende Meiler wahrnehmbar.

Die Granitfelsen des Bodetals zwischen Treseburg und Thale bilden das bedeutendste deutsche Felsental nördlich der Alpen. Diese Etappe ist ein imposanter Höhepunkt. In den harten Granit hat sich das Wasser der Bode gearbeitet und eine tiefe Kerbe hinterlassen.

Wandern entlang leise plätschernder Bäche und stiller Teiche, Wälder im Nationalpark Harz präsentieren sich mit schroffen Granitfelsen und Moorlandschaften. Ganz anders zeigt sich das Landschaftsbild
auf dem Brocken
auf dem Brocken
bei den vielen Oberharzer Teichen, kleinere und größere Stauteiche, die hauptsächlich um die Bergbaustadt Clausthal-Zellerfels platziert sind. Sie wurden durch Bergleute zwischen dem 16. und 18. Jh. künstlich angelegt. Der Bärenbrucher Teich ist einer der größten mit ca. 5,6 Hektar. Besondere Attraktionen sind die Tropfsteinhöhlen in Rübeland und das wildromantische Bodetal.

Das Symbol der kleinen Hexe auf ihrem Besen begleitete den durchgehend ausgeschilderten Wegeverlauf des Harzer-Hexen-Stiegs. Zu den Höhepunkten der Pilgertour gehörte die Besteigung der Brockenkuppe (1.141 m ü. NN).

Auf dem Felsenplateau des Hexentanzplatzes befinden sich, ein Tierpark mit überwiegend heimischen Tierarten, die Walpurgishalle sowie das Harzer Bergtheater.
Spuk auf dem Hexentanzplatz: Kreischende Hexen. Teufel mit leuchtenden Augen. Lichter, die den Berg hinaufkamen. Genug für die königlichen Wachen Karl des Großen, um die Flucht zu ergreifen. Dies war der sagenhafte Anfang der altsächsischen Kultstätte, die heute Hexentanzplatz heißt. Besucher der alljährlich am 30. April stattfindenden Walpurgisnacht können sich heute noch leicht vorstellen, wie es damals gewesen sein könnte, als es im Bodetaler Sagenharz gespukt hat.

Hier ging eine erlebnisreiche Pilgertour mit täglichen Etappen zwischen 14 und 22 km zu Ende: eine einmalige Landschaft – Natur pur; leckeres Essen, gute Unterkünfte; nette Gemeinschaft und interessante, immer passende Andachten an verschiedenen Orten von Dekan Norbert Heide. Die Geschichten der „kleinen Hexe“ von Otfried Preußler begleiteten die Pilger auf den Touren und brachten sie zum Schmunzeln.
Alle Teilnehmer haben die anspruchsvollen Touren gut gemeistert, Stempel an den verschiedenen Stempelstellen gesammelt und die Hexenstieg-Wandernadel erhalten.

Start der 1. Etappe in Osterode
Bärenbrucher Teich
auf dem Brocken
eine kleine Rast
Harzköhlerei
Das Ziel ist in Thale erreicht
Hexentanzplatz bei Thale
idyllische Wege
Harzer Schmalspurbahn
Hexen waren an verschiedenen Stellen am Wegrand zu sehen.

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