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Kämpfen für eine zweite Heimat

Entstehungsgeschichte Seniorenhaus Lumdatal
Entstehungsgeschichte Seniorenhaus Lumdatal
Grünberg | Am 20. August 2016 findet das Sommer- und 10-jährige Jubiläumsfest des Seniorenhauses Lumdatal, Rabenau-Londorf, statt (Mehr dazu erfahren Sie hier: hier klicken). Im Vorfeld möchten wir nochmals auf die lange Entstehungsgeschichte der gemeinnützigen Einrichtung hinweisen, die Albert Schäfer, Rabenauer Ehren-Ortsvorsteher, für unsere Hauszeitung MITEINANDER (Ausgabe 3/2015) nachgezeichnet hat: Die Entstehung des Seniorenhauses Lumdatal in Rabenau-Londorf von den ersten Plänen bis zum Bau und der Eröffnung verlief über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahrzehnten.

" Schweren Herzens haben wir Anfang der 1990-er Jahre zur Kenntnis nehmen müssen, dass das AWO-Heim in Rabenau-Londorf des AWO-Bezirksverbandes Hessen-Süd den Betrieb einstellte. Viele Menschen in Rabenau verloren dadurch ihren Arbeitsplatz und die hiesigen Gewerbetreibenden konnten von der Einrichtung keine Aufträge mehr erhalten. Die Immobilie
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wurde später an die Schottener Soziale Dienste gemeinnützige GmbH verkauft und es wurden dort Schwerstbehinderte betreut. Als Kommunalpolitiker und heimatverbundener Mensch war mir zu damaliger Zeit aber sehr daran gelegen, dass in Rabenau wieder ein Altenpflegeheim beheimatet ist.

Daher begannen sofort nach Schließung des AWO-Heims jahrelange Diskussionen im Kreistag des Landkreises Gießen und im dortigen Kreisausschuss, die Frage dabei war: Will man ein Altenpflegeheim, eine Seniorenresidenz oder etwas Ähnliches haben? Prioritätenlisten wurden erstellt und veröffentlicht: Ein Seniorenhaus Lumdatal stand auf dieser Liste mal an erster Stelle, ein anderes Mal lediglich an 19. Stelle. Ich erinnere mich ganz genau an diese Diskussionen, über deren Stand uns der Kreistagsabgeordnete und Hauptamtsleiter in der Gemeindeverwaltung Rabenau, Walter Haupt (Odenhausen/Lda.), auf dem Laufenden hielt. Er war es auch, der gemeinsam mit dem damaligen Landrat Willi Marx immer wieder den Standort Lumdatal favorisierte und offensiv vertrat. 

Standortfrage zog sich hin

Als man sich dann für das Lumdatal entschied, stellte sich die nächste Standortfrage: Soll das Seniorenhaus in Allendorf/Lda. oder Rabenau errichtet werden? Rabenaus Bürgermeister Wilfried Eckl kämpfe zusammen mit dem potentiellen Betreiber Aktives Leben im Alter e.V. und dessen Vorsitzendem Hans-Jürgen Moser für Rabenau. Mosers Erfahrung, die er durch den Betrieb des Grünberger Hauses der Senioren sammeln konnte, waren sicherlich nicht unvorteilhaft. Beide, Eckl und Moser, schmiedeten Strategien und Pläne, ersonnen Erbpachtverträge, Erschließungsvereinbarungen und Betreiberkonzepte und diskutierten diese mit der Rabenauer Gemeindevertretung. Wie beschwerlich der Weg auch schien: Letztlich führten all die jahrelangen Bemühungen 2005 bzw. 2006 zum Erfolg und das Seniorenhaus Lumdatal wurde in Rabenau-Londorf gebaut. 

Prachtbau mit vielfältigem Angebot

Was mir daran sehr gefallen hat: Ich konnte den Rohbau und die Entwicklung des Heims in all seinen Facetten neben Moser hautnah miterleben. Die Einweihungsfeierlichkeiten im Jahre 2006 waren für mich besonders beeindruckend: Allen Beteiligten und Gästen konnte ein Prachtbau vorgestellt werden mit einem großen Marktplatz im Zentrum des Gebäudes, den Wohnfluren (die Gemarkungsnamen Londorfs und Rabenaus tragen) mit den schön eingerichteten Zimmern; zahlreiche Sitzecken waren vorhanden, die Therapielogen, die funktionellen Büros, ein einladender Kaffeebereich, ansprechende Außenanlagen mit vielen Ruhebänken und eine ansprechende Bepflanzung sowie großzügige Parkmöglichkeiten.

Sehr erfreulich empfand ich schon zu damaliger Zeit die vielen Sommerfeste, Vortrags- und Infoveranstaltungen, die Ausdruck des gemeinschaftlichen Geistes des Seniorenhauses waren und die ich auch selbst besuchen und teilweise organisieren konnte. Alles ordnete sich einem wesentlichen Ziel unter: Zahlreichen Gästen einen schönen und zufriedenen Lebensabend zu ermöglichen. 

Was hat das Haus nun im Sinne einer Heimat erreicht? Jeder Mensch ist tief mit dem Ort verwurzelt, in dem er seine Kindheit und Jugendzeit verbracht hat. Man sagt dazu: „Das ist meine Heimat!“. Gerade das Elternhaus hat einen besonderen Stellenwert in der Lebensbiographie jedes einzelnen Menschen. Fast jeder hat den Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu verbleiben und möglichst „im eigenen Bett“ zu sterben. Und wer will schon auf liebgewonnene Lebensgewohnheiten verzichten? Umso wichtiger war und ist es, im gleichen Ort bzw. in der gleichen Gemeinde ein Altenpflegeheim zu haben, das sich mit der Heimat des Heimbewohners in besonderem Maße identifiziert. Unweit der eigenen Wohnung, des eigenen Elternhauses oder nah der Heimat die Pflege zu erfahren, die vorübergehend oder auf Dauer erforderlich ist – dies sind wichtige und wesentliche Aspekte einer solchen sozialen Einrichtung. Denn dann haben Angehörige, Verwandte und Bekannte nur wenige Schritte nötig für den nächsten Besuch. Der Heimbewohner erlebt in bester Fürsorge seine heimatlichen Gewohnheiten in punkto Familie, Hobbys, Vereine und dörfliches Gemeinschaftsleben.

Aus Kontaktbesuchen bei einsamen, kranken, behinderten und alten Menschen weiß ich, dass sich viele auf den Wochentag freuen, an dem sie im Seniorenhaus Lumdatal Angebote der Kurzzeit- oder Tagespflege in Anspruch nehmen. Dort erleben sie ihre Momente von Heimat."

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Das Seniorenhaus Lumdatal lädt alle Angehörigen, Freunde und Interessierte zu dem bunten Sommer- und 10-jährigen Jubiläumsfest am 20. August 2016, zwischen 11 und 15 Uhr.

Adresse. Seniorenhaus Lumdatal, an den Mühlen 2-4, 35466 Rabenau. 

Parkplätze sind reichlich vorhanden, ein Zelt wird aufgestellt.

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von:  Richard Hörner

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Richard Hörner
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