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Altenpflegekräfte gesucht - der Kampf um Pflegekräfte auf dem Land

Haus der Senioren, Grünberg
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Grünberg | Der hessische Pflegemonitor 2015 zeigt es deutlich: Das Angebot an Fachkräften reicht nicht aus, um den Bedarf in den Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder Sozialdiensten befriedigen zu können. Bemerkenswert: Insbesondere bei den Altenpflegerinnen und –pflegern sowie den Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gibt es einen deutlichen Engpass und es fehlten 2014 bei den Altenpfleger/innen bereits 15 Prozent und bei den Altenpflegehelfer/innen 18 Prozent. Nach Aussage der Pflegeexperten Stefane d’Unker-Lützow und Ralf Becker, beide Einrichtungsleiter des in Rabenau beheimateten gemeinnützigen Trägers „Aktives Leben im Alter“, habe sich der Trend auch 2016 verstärkt. Dies sei aber noch nicht alles: „Pflegestandorte in scheinbar unattraktiveren Landgegenden haben im Kampf um geeignete Bewerber einen zusätzlichen Standortnachteil“. Inwiefern?

Zwar beschreibe der Pflegemonitor Engpässe besonders für kreisfreie Städte wie Frankfurt/Main oder Wiesbaden. „Wir wissen aber aus eigener Erfahrung“, so der gelernte Altenpfleger Becker, „dass Träger von Pflegeeinrichtungen in großen Städten mit höheren Gehältern
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und der vermeintlich besseren Infrastruktur um Fachkräfte buhlen“. Gerade suche man an den Pflegestandorten in Londorf und Grünberg verstärkt Altenpflege-, Pflegedienstleitungs- und Wohnbereichsleitungskräfte und könne davon leidvoll ein Lied singen. Ist damit der Kampf um die besten Kräfte entschieden?

Nicht ganz, wie die gebürtige Marburgerin d’Unker-Lützow schmunzelnd anmerkt. Auch wenn man vielleicht nicht mit dem Theater- oder Opernangebot einer Großstadt mithalten könne, warte man doch mit anderen Vorzügen auf. „Wir punkten mit flachen Hierarchien, einem sicheren Arbeitsplatz und einer heimatlichen, herzlichen Verbundenheit zu unseren Bewohnern und deren Angehörigen“. Gerade in Pflegeheimen, deren Träger einen regionalen Bezug aufweisen und eben nicht nationale Konzerne seien, entwickle sich ein besonderer Geist innerhalb der Pflege. „Ein heimatverbundener, regionaler Arbeitgeber im Pflegebereich“, macht Becker klar, „sieht den Menschen und die individuelle Persönlichkeit auch hinter den einzelnen Funktionen. Der Mensch steht mehr im Mittelpunkt, die Wertschätzung der einzelnen Arbeitskraft ist groß“. Seine für das „Seniorenhaus Lumdatal“ (Rabenau-Londorf) zuständige Kollegin d’Unker-Lützow betont: „Die Geborgenheit der
Seniorenhaus Lumdatal
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Betreuten und Qualität der Pflege steht klar im Vordergrund jeglicher Tätigkeit, nicht der schnelle Profit zu Lasten der Mitarbeiter oder Bewohner“. Dies zeige sich beispielsweise in einer guten Betreuungsrelation von Gepflegten und Pflegenden. Die einzelne Pflegekraft könne all das Gelernte besser und intensiver in der täglichen Berufspraxis umsetzen, die Dankbarkeit der Bewohner und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steige. „Ein immenser Standortvorteil“, wie Becker zudem vermerkt. Der für das „Haus der Senioren“ (Grünberg) zuständige Becker sieht darüber hinaus weitere Gründe dafür, dass „ein zwischenmenschlicher Kontakt innerhalb des Pflegeteams in mit der Region verbundenen Häusern schneller“ zustande komme, denn: „In einer Großstadt verliert sich die Nähe zu anderen Menschen und die Isolation des Einzelnen ist oft vorprogrammiert“.

Auch auf andere Standortvorteile mache man die Bewerber aufmerksam, wie beide unisono verdeutlichen: Günstigere Mieten und Lebenshaltungskosten gehörten dazu, aber auch eine gesündere Umwelt. „Bessere Luft, eine auch für junge Paare und Familien ruhigere, schöne Umgebung und kein Kampf um Schul- oder Kitaplätze.“ Hinzu kämen weitere Attraktivitätsfaktoren wie gute Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, gezielte Pflegenetzwerke und klare Pläne zur Mitarbeiterentwicklung. Und wer genau hinschaue, so d’Unker-Lützow vielsagend, merke sehr schnell, dass ein angeblich höherer Verdienst eigentlich keiner sei. Und Becker: „Denn auch bei uns auf dem Land hat man die Bedeutung der Pflege erkannt und es wird mittlerweile überdurchschnittlich gut bezahlt.“ Daher könne man nur sagen: Bewerber Welcome!


Bewerber können sich gerne online unter http://www.miteinander-aktivesleben.de/#!jobs/fhtc4/all über freie Stellen des gemeinnützigen Trägers Aktives Leben im Alter gGmbH (Rabenau) informieren und sich auch gleich bewerben. Interessierte können sich bei Fragen selbstverständlich gerne unter der Tel. 06401-921-0 melden.

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