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Mittelalterliche Burgen, Schlösser und Ruinen im Kreis Gießen, Folge 12: Schloss Grünberg

Mönchsfigur mit dem Antoniterkreuz auf der Brust
Mönchsfigur mit dem Antoniterkreuz auf der Brust
Grünberg | Es ist die steil abfallende Grünberger Südostseite an der einst eine Burg lag. Doch erhalten sind bis heute nur eine Stützmauer, alle weiteren Mauern und besonders der frühere Halsgraben wurden vollständig eingeebnet und bebaut.
Grünberg, auf einem Bergkegel angelegt, zählt als einer der ältesten Städte Hessens. Landgraf Ludwig III. von Thüringen und Hessen ließ 1186 hier eine Burg errichten, als "Castrum Gruniberc" urkundlich erwähnt, zur Sicherheit vorbeiführender alter Straßen. 1195 soll sie in einer Fehde zwischen dem Erzbischof von Mainz und Landgraf Herrmann von Hessen zerstört, aber schon bald darauf wieder aufgebaut worden sein.
Die Siedlung, die neben der Burg entstand, wurde 1222 zwar bereits als Stadt bezeichnet, bekam jedoch etwa 1272 Stadtrechte. 1263, nach der Abtrennung Hessens von Thüringen, fiel Grünberg unter die Oberhoheit des Erzbischofs von Mainz. Herzogin Sophie von Brabant musste daraufhin den Besitz als Lehen vom Erzstift nehmen.
Daten und zeitliche Angaben zur Aufgabe, Verfall und Abtragung sind nicht bekannt. Bereits um 1600 enstand an dieser Stelle ein großes Wohnhaus. Dieses wurde vor einigen Jahren durch einen modernen Neubau ersetzt.

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1095, ein knappes Jahrhundert vor dem Bau der Grünberger Burg, gründete sich in Frankreich ein Hospitalorden, die Antoniter. In Grünberg erschienen die Antoniter erstmals in 1222. Auf der Webseite der Stadt Grünberg wird beschrieben, dass sie eine schwarze Kutte mit einem blauen T (griechisches Tau) trugen, das man noch heute im Siegel der Universität Gießen und im Wappen des Landkreises Gießen erkennen kann. Aus der nach-reformatischen Umbauzeit, als Landgraf Ludwig IV. das Schloss zum Wittum (bezeichnete im Mittelalter eine von Seiten des Mannes zu Gunsten des Unterhaltes seiner Ehefrau getroffene Fürsorge, die für den Fall, dass sie einmal Witwe werden sollte (wikipedia)) seiner Gemahlin Hedwig bestimmte, stammen die Fachwerkteile. Eingemauert an der Hofinnenseite findet man eine Mönchsfigur mit dem Antoniterkreuz auf der Brust. Auf der Stadtmauer im Nordwesten befindet sich der Mönchsbau. An der Schlosshofinnenseite ist ein Grabstein des Präzeptors Nikolaus von Lindenstruth aus 1350. Nach einem Umbau 1577 wurde das gegenüberliegende Gebäude "Schloss" genannt, dieses enthält viele bauliche Reste aus klösterlicher Zeit. Erkennbar an den Strebenpfeilern und dem gotischen Sakristeifenster war der Querbau im Südwesten die Kirche. Aus dem Jahr 1500 stammt der Marstall des Klosters, der auf der gegenüberliegenden Seite steht.
Ort und Adresse: Rosengasse 2-4, 35305 Grünberg

Mönchsfigur mit dem Antoniterkreuz auf der Brust
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Der Marstall.
Der Marstall. 
 
Grabstein des Präzeptors Nikolaus von Lindenstruth aus 1350.
Grabstein des Präzeptors... 

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