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Kinder-Äktschentage "Ostern verändert"

Die Pilger vor dem Fuldaer Dom
Die Pilger vor dem Fuldaer Dom
Grünberg | 24 kleine und große Pilger legten 32 km auf dem Bonifatiusweg zurück

24 Kinder und Erwachsene setzten in diesem Jahr das Pilgern auf dem Bonifatiusweg - auf den Spuren des Leichenzuges, mit dem der tote Missionar nach Fulda getragen wurde – fort. Bereits 2012 hatte Dekan Norbert Heide dazu eingeladen, in Mainz begonnen und bis Kriftel gepilgert, 2013 von Kriftel nach Dortelweil, 2014 von Dortelweil nach Düdelsheim und 2015 von Düdelsheim nach Hochwaldhausen. Am Mittwoch nach Ostern starteten die Pilger in Hochwaldhausen, um das letzte Stück auf dem Bonifatiusweg zu erkunden.

Von hier aus und durch den angrenzenden Ortsteil Ilbeshausen führte der Weg durch Felder in ein kleines Waldstück hinein. Durch Nösberts-Weidmoos und Steinfurt gelangten die Pilger zur Mündung der Schwarza in die Lüder und folgten dem Verlauf der Lüder bis nach Blankenau, wo sich ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster befindet. Dieses bestand ab Mitte des 13. Jahrhunderts für gut 300 Jahre, wurde dann aber aufgrund fehlenden Nachwuchses aus den weitgehend evangelischen Adelsgeschlechtern der Region aufgegeben. Die neobarocke Kirche von Hainzell und die Kirche von Kleinheiligkreuz sind weitere schöne Sakralbauten in den zwei folgenden Ortschaften, zu denen Sie der Pilgerweg vornehmlich durch Wald und angereichert durch eine wiederum nicht geringe Anzahl von Bächen führt. Ein schöner Waldpfad, dessen letztes Stück mit 14 Kreuzwegstationen versehen ist, die von vielen Gläubigen besucht werden, führt zur Schnepfenkapelle. Von der Höhe reicht der Blick an dieser Stelle bis in die Rhön.

Kurz hinter der Schnepfenkapelle wechselt der Weg zum Ziel in Fulda auf die Antsanvia, einen uralten, wohl schon in der Vorzeit genutzten Weg. Malkes und Rodges sind die letzten Ortschaften, die vor dem Ziel passiert werden. In Malkes gibt es außer der trutzigen Jakobuskapelle von 1578 drei Bildstöcke zu sehen – einer zeigt den heiligen Bonifatius. Der unter den Kastanienbäumen am Antsanviaweg aufgestellte Bildstock stellt den Heiligen mit seinen Attributen, dem Bischofsstab und einer vom Dolch durchstoßenen Bibel vor der Brust, dar. Östlich von Malkes wurde das Industriegebiet Fulda West passiert, hinter Rodges den linker Hand gelegenen Schulzenberg mit Kapelle und dann nach Haimbach, wo die St. Markus-Kirche besichtigt wurde. Dem Haimbach folgend, wurde die St. Andreas-Kirche
Kirche in Hainzell
Kirche in Hainzell
passiert, die Fulda überquert und schon war die imposante Fassade des Fuldaer St. Bonifatius-Doms – das Ziel des Pilgerwegs - erreicht. In der bedeutendsten Barockkirche Hessens, die Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, hat der Heilige seine letzte Ruhestätte gefunden. An dieser Stelle befand sich einst die im Jahr 751 durch Bonifatius geweihte Klosterkirche und später ihr Nachfolgerbau, die Ratgarbasilika, die im 11. Jahrhundert den größten Kirchenbau nördlich der Alpen darstellte. Um den Dom finden sich noch zahlreiche historische Gebäude, die zum Abschluss eine Besichtigung lohnen, so die Michaelskirche, die in den Jahren 819 bis 822 als Kapelle des ehemaligen sich an dieser Stelle befindlichen Mönchsfriedhofs des Benediktinerklosters Fulda entstand. Die Michaelskirche zählt mit ihrer noch aus karolingischer Zeit stammender Krypta zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten Deutschlands.

Zum Abschluss der Pilgertour stellte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser die Orgel im Fuldaer Dom vor. Das heute vorhandene Orgelgehäuse geht auf die Erbauungszeit des Domes in seiner barocken Form zurück. In den Jahren 1708 bis 1713 erbaute Adam Öhninger eine Orgel für den Fuldaer Dom mit 41 Registern auf drei Manualen
und Pedal. Die Schnitzereien wurden von Andreas Balthasar Weber und dem Kunstschreiner Georg Blank gefertigt. Dieses Gehäuse wurde im Zuge der Gesamtrestaurierung des Fuldaer Domes in den Jahren 1992 - 1996 restauriert, die alte Farbfassung freigelegt und möglichst originalgetreu wieder hergestellt.

Zum Übernachten waren die Teilnehmer in der Jugendherberge Fulda einquartiert. Im Tagungsraum erzählte Dekan Norbert Heide vom verloren Schaf, vom verlorenen Silberling und vom verlorenen Sohn. Die Teilnehmer legten sich ein Heft an mit den Erlebnissen der Äktschentage, Stempel der einzelnen Wegstationen, Lieder, die während der Freizeit unter Anleitung von Dekanatskirchenmusikerin gesungen wurden. Außerdem wurde der Gottesdienst mit Taufe der kleinen Rosa vorbereitet, der in Grünberg von Dekan Heide und den Pilgern gestaltet wurde.

Die Pilger vor dem Fuldaer Dom
Die Pilger vor dem... 
Kirche in Hainzell
Kirche in Hainzell 
 
Bonifatiusgrab im Fuldaer Dom
Bonifatiusgrab im... 
 
Michaelskirche in Fulda
Michaelskirche in Fulda 
Dom in Fulda
Dom in Fulda 
Abschluss-Gottesdienst am 03.04.2016 in Grünberg
Abschluss-Gottesdienst... 

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Irmgard Dechert
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