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Vernunftkraft Hessen kritisiert das „Faktenpapier Windenergie und Infraschall“ des Hessischen Wirtschaftsministeriums

Grünberg | Am 30.10. fand in Wiesbaden ein Gütetermin mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums und der HessenAgentur statt, bei dem Vernunftkraft Hessen und Vertreter der Ärzteschaft (Dr. Tom Stiller/AEFIS, Dr. Eckhard Kuck/Ärzteforum Emissionsschutz und Dipl. Ing. Bernd Töpperwien) massive Kritik an den Inhalten des Faktenpapiers Windenergie und Infraschall übten. Über die Details des Gespräches wurde Vertraulichkeit vereinbart.
Historie: Im Dezember 2014 hatte die HessenAgentur im Auftrag des Wirtschaftsministeriums zu einem 6-stündigen Expertenmeeting geladen, bei dem auch Vertreter von Vernunftkraft und der Ärzte (s.o.) auf dem Panel saßen. Bereits in dieser Veranstaltung und danach in ausführlichen wissenschaftlich begründeten Kommentaren wurde massive Kritik an den einseitigen Aussagen der Experten geäußert, welche sich im veröffentlichten Faktenpapier nicht wiederfindet. Kernpunkt der Kritik ist die grob fahrlässige Aussage, Zitat aus der Zusammenfassung: „Da die festgestellten Infraschalldruckpegel bereits bei niedriger Entfernung unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen liegen, haben sie keine negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.“
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Hierzu erläutert die Sprecherin von Vernunftkraft Hessen, Andrea Groh: „die veralteten Normen und Regelwerke (TA-Lärm und DIN 45680) berücksichtigen den von Windkraftanlagen erzeugten, gesundheitsrelevanten Infraschall überhaupt nicht. Folglich ist eine Bewertung der davon ausgehenden Gesundheitsgefahr gar nicht möglich. Die gemäß den veralteten Normen zu messenden Schallemissionen liegen, so Groh, weit oberhalb der kritischen Infraschall-Frequenzen, welche von Windkraftanlagen erzeugt werden - die Experten bewegen sich somit im Bereich der Spekulation.“
Technische Erläuterung: die zur Erfassung der Infraschall-Emissionen erforderlichen hochauflösenden Messverfahren und entsprechende, geeignete Messgeräte sind in den Regelwerken aus den 90er Jahren noch nicht vorgesehen. Die Anpassung der Regelwerke an die realen akustischen Verhältnisse von heutigen, großen Windkraftanlagen ist seit langem überfällig, und spätestens seit der Veröffentlichung der Infraschall-Studie des Umweltbundesamtes aus dem Mai 2014 eine zwingende Notwendigkeit. Allerdings ist diese Anpassung an die Realitäten nicht im Sinne der Windkraftlobby und wird gezielt torpediert. Auch aus medizinischer Sicht ist die Aussage des "Faktenpapiers" nicht haltbar, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass selbst in 5 km Entfernung noch Infraschallpegel oberhalb der Ansprechschwelle der Haarzellen im menschlichen Ohr messbar sind, die der Mensch zwar nicht als Höreindruck wahrnimmt, welche jedoch als elektrische Störimpulse an das Gehirn geleitet werden.
Bernhard Klug, Vorsitzender von Vernunftkraft Hessen kommentiert die Situation wie folgt: „Für mich kommt die obige Aussage der Diskussion über des Kaisers neue Kleider gleich, oder auch dem Versuch, die Außentemperatur im Winter mit einem Quecksilber-Fieberthermometer bestimmen zu wollen. Eine Korrektur des Faktenpapiers ist also zwingend notwendig. Wir hoffen auf die konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von Wirtschaftsministerium und HessenAgentur bei der Korrektur des Faktenpapiers.“
Eine Zusammenfassung der Videoaufzeichnung zur Veranstaltung in Wiesbaden vom Dezember 2014 steht unter
http://youtu.be/1eCC2L-CvVk
zur Verfügung.

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Kommentare zum Beitrag

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Heiko Schmidt aus Grünberg schrieb am 11.11.2015 um 10:41 Uhr
Hier ein Link zu dem umstrittenen "Faktenpapier":
http://www.energieland.hessen.de/pdf/Faktenpapier_Windenergie_und_Infraschall_2015.pdf

Hier ein Link zu einem Entwurf des Faktenpapiers mit Kommentaren der "Ärzte für Immissionsschutz" ( http://aefis.de ) und dem "Ärzteforum Bad Orb" ( http://www.gegenwind-bad-orb.de/windkraft-fakten/gesundheitsgefahren/%C3%A4rzteforum ):
http://www.aefis.de/images/Hessenagentur-Faktenpapier-Entwurf-kommentiert.pdf
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