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Neues Demenzcafé in Rabenau

Betreuer des Demenzcafés
Betreuer des Demenzcafés
Grünberg | „Miteinander – Zeit für Erinnerungen“. Dies ist das Leitmotiv des neu gegründeten Londorfer Cafés für an Demenz erkrankte Menschen. Wie Hans-Jürgen Moser, Geschäftsführender Gesellschafter der gemeinnützigen Trägerorganisation „Aktives Leben im Alter“ im Rahmen einer ersten Vorstellung mitteilte, werde das für Teilnehmer kostenfreie Betreuungsangebot in enger Partnerschaft mit dem bereits bestehenden Café im Seniorenhaus Lumdatal (Gemeinde Rabenau) betrieben und ab dem 17. November 2015 seine Tore regelmäßig öffnen. Betroffene und Angehörige dementiell erkrankter Menschen aus dem Landkreis Gießen und dem Vogelsbergkreis hätten jeweils einmal wöchentlich die Möglichkeit, sich für drei Stunden in die Obhut von sieben geschulten Fachkräften zu begeben und dadurch „ein paar Stunden der Entspannung vom Pflegealltag“ zu erhalten.

Wie die Leiterin des Seniorenhauses Stefanie d’Unker-Lützow bei der Veranstaltung ebenfalls ausführte, trage das Angebot dazu bei, „dass das Selbstwertgefühl und die Würde betroffener Menschen wiederhergestellt“ werde. d’Unker-Lützow: „Das Ich-Gefühl der Erkrankten wird gestärkt.“ Zudem versuche man gemeinsam, einen Rückzug in ein „bloßes Dahinvegetieren zu verhindern, Stress zu reduzieren, die Angehörigen zu entlasten und sogar die Reduktion von Psychopharmaka bei den Demenzkranken zu erreichen“.

Das Betreuungsangebot des Cafés ist dabei vielfältig und umfasst nach d’Unker-Lützow den Austausch von Lebenserinnerungen, Bewegung und Gymnastik, Basteln und Werken sowie Gespräche mit Angehörigen. Moser, der sich gemeinsam mit dem Betreuerteam energisch für die behördliche Anerkennung des Demenzcafés einsetzte, sieht ein wesentliches Ziel bei allen Bemühungen darin, „den Teilnehmern bei Kaffee und Kuchen sowie gemütlichem Zusammensein die Sicherheit, Geborgenheit, Orientierung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft mit Freude zu ermöglichen und Angehörige zu entlasten“.

Sorgen darüber, dass die teils ehrenamtlichen Mitarbeiter zu großen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, hat er dabei nicht: Die fachlich geschulten Mitarbeiter würden, so Moser, in einem vorgegebenen Zyklus in einer Art Supervision sowohl fall- als auch konfliktbezogen die eigene Arbeit analysieren und hinterfragen. „Auch die Ehrenamtler“, wie er erklärt.

Anmelden können sich nach d’Unker-Lützow Interessierte direkt beim Seniorenhaus Lumdatal. „Reinschnuppern kann zudem jeder“, betont die gelernte Krankenschwester, „eine Teilnahme ist aber später verbindlich, damit wir und auch die Teilnehmer selbst planen können“. Erfahrungen mit dem Grünberger „Café in der Au“, einer Schwestereinrichtung, hätten gezeigt, dass gerade Angehörige es sehr schätzen würden, „für wenige Stunden Freiraum zu haben und zu sehen, dass ihre Lieben andere soziale Kontakte aufbauen“ könnten. Als pflegender Angehöriger „einfach mal für ein paar Stunden die eigene Freizeit zu gestalten, sei es auch nur für einen Friseurtermin“ – für die seit Jahrzehnten im Pflegebereich tätigen d’Unker-Lützow und Moser ein nicht unerheblicher Aspekt des Demenzcafés. Für beide ist klar: Kraft schöpfen für den Pflegealltag – „falls wir dies für die Demenzkranken als auch für die Angehörigen erreichen, dann ist bereits viel gewonnen“.

Eine weitere öffentliche Vorstellung des Demenzcafés mit Präsentation der zugrunde liegenden Konzeption sowie einer Fragestunde findet am 03.11.2015 um 16 Uhr im Seniorenhaus Lumdatal (Rabenau) statt.

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