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Auf den Spuren von Jan Hus

Konstanzer Hafen mit Blick auf die Imperia
Konstanzer Hafen mit Blick auf die Imperia
Grünberg | Radpilger-Tour rund um den Bodensee

Die diesjährige Radpilger-Tour stand unter dem Motto „Auf den Spuren von Jan Hus“, der am 6. Juli 1415 vor dem Konstanzer Konzil verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Dekan Norbert Heide hatte dieses Thema aufgrund der 600 Jahr-Feier des Konstanzer Konzils gewählt. Der tschechische Kirchenreformer hielt die Kirche schon 100 Jahre vor Luther für erneuerungsbedürftig - so ging es im späten Mittelalter vielen Christen. Sie versuchten die Missstände anzugehen: Man hoffte auf das Konstanzer Konzil (1414 – 1418) – einzige ökumenische Kirchenversammlung auf deutschem Boden. Auch Jan Hus war eingeladen worden. Aber obwohl ihm freies Geleit zugesichert worden war, verurteilte man ihn in Konstanz als Ketzer. Unbeirrt und ohne etwas von seinen Ansichten zurückzunehmen verbrannte er bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen.

Nach einer kurzen Ansprache von Dekan Heide am Grünberger Bahnhof fuhren die Radler mit dem Zug nach Konstanz. Bei einem Stadtrundgang konnte man sich schon über die Stadt informieren und vor allem den Blick auf das „Schwäbische Meer“, wie der Bodensee auch genannt wird, genießen, der mit seinen 570 qkm der drittgrößte See Mitteleuropas ist.
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Jan Hus (2)Dekan Norbert Heide (164)Bodensee-Radtour (1)
Am zweiten Tag startete man mit den georderten Leihfahrrädern zunächst eben auf ufernahen Wegen, bis sich die Erhebungen des Bodanrück in den Weg schieben – ein anstrengender Weg über den fast 700 m hohen Bergrücken nach Bodmann-Ludwigshafen. Dann führte der Weg wieder am See entlang durch Sipplingen nach Überlingen, das neben seiner vom Münster überragten mauerumschlossenen Altstadt auch die längste Uferpromenade am See zu bieten hat. Unteruhldingen mit seinen Pfahlbauten wurde passiert und schließlich Meersburg, das Ziel des Tages, auf der Uferstraße erreicht und somit 60 km um den Überlinger See zurückgelegt. Meersburg ist als ehemalige Residenzstadt eine der schönsten und meistbesuchten Städte am Bodensee. Unvergleichlich ist die leuchtend rote und gelbe Fassadenfront der bischöflichen Paläste hoch über dem See, flankiert vom mächtigen Bergfried der Alten Burg.

Durch die Unterstadt führt der Bodensee-Radweg in Richtung Hagnau und Immenstaad in die Zeppelinstadt Friedrichshafen. Das Zeppelin-Museeum lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein – zurück in die Zeit der riesigen „Silberzigarren“. Die Schlosskirche mit den
beiden 55 m hohen Türmen ist das Wahrzeichen der Stadt. Gleich nach Friedrichshafen gelangt man durch das größte und bedeutendste Naturschutzgebiet des Nordufers, das Eriskircher Ried – bekannt durch die Irisblüte. Durch naturbelassene Uferlandschaften auf der Argenstraße erreicht man Langenargen mit dem Schloss Montfort auf der Spitze der Halbinsel. Die Argen-Hängebrücke, von 1896-98 erbaut, ist die unter Denkmalschutz stehende, älteste Kabelhängebrücke Deutschlands und soll später als Vorbild für die Golden Gate Bridge in San Francisco gedient haben. Nach Kressbronn, Nonnenhorn und Wasserburg wurde schließlich die Insel Lindau erreicht. Das Alte Rathaus mit seinem schönen Treppengiebel und Wandmalereien ist eines der schönsten Deutschlands. Der Hafen mit dem Alten und Neuen Leuchtturm und der Löwenmole, dem Lindauer Wahrzeichen, ist einen Besuch wert. Kaum hat man Lindau verlassen, ist bereits Österreich in Sicht und die Festspielstadt Bregenz nach 53 km erreicht.

Nach dem Frühstück am vierten Tag wurde die Seebühne besucht. Hier war bereits die Kulisse für „Turandot“ für die bekannten Bregenzer Festspiele aufgebaut.
Der österreichische Teil des Bodenseeufers wird vor allem durch das breite Rheintal und die weite
Langenargen mit Schloss Montfort
Langenargen mit Schloss Montfort
Mündungslandschaft des Rheins geprägt. Die gepflegten Ortschaften am Schweizer Ufer glänzen vor allem mit ihren schmucken Fachwerkhäusern. In ständiger Nähe zum Bodensee führt der Radweg durch das bereits in römischer Zeit entstandene Arbon über Romanshorn – bis schließlich die Tagesetappe von 67 km bewältigt ist und die Zimmer in Konstanz bezogen werden.

Am heißesten Tag der Woche stand noch die Umrundung des Untersees auf dem Programm. Auf dem Weg von Konstanz nach Stein am Rhein brachten einige Anstiege die Radler zum Schnaufen. Aber die Anstrengung lohnte sich - mit seinen freskengeschmückten steilgiebligen Häusern und den intakten Stadttoren gehört Stein am Rhein zu den schönsten und besterhaltenen mittelalterlichen Kleinstädten in der Schweiz. Die Höri ist die malerische Landzunge und ein besonderes Landschaftsparadies zwischen Stein am Rhein und Radolfzell, die mit ihrer Spitze weit in den Untersee ragt. »Jetzt höri auf«, soll Gott gesagt haben, als er bei der Schöpfung dieses perfekte Fleckchen Erde geschaffen hatte. Die Bodenseerunde hat auf der Höri ihren anspruchsvollsten Abschnitt. Das Auf und Ab hat erst an der Kirche von Gaienhofen-Horn ein Ende. Danach geht es flach am Untersee entlang bis Radolfzell, die größte Stadt am Untersee erreicht ist. Der staatlich anerkannte Erholungsort Allensbach hat durch den Sitz des Instituts für Demoskopie internationale Bekanntheit erlangt. Nach 75 km war der Ausgangsort Konstanz erreicht.

im Lindauer Hafen
im Lindauer Hafen
In der Lutherkirche Konstanz wurde am Sonntagmorgen ein Gottesdienst zum Gedenken an Jan Hus besucht sowie eine Messe im Münster „Unserer lieben Frau“, das über die Dächer der Stadt ragt. Ein besonderes Erlebnis war die Bootsrundfahrt in der Konstanzer Bucht mit herrlichem Blick nach Meersburg und in den Überlinger See. Auf den Spuren von Jan Hus konnte man im Konstanzer Hus-Haus die Dauerausstellung besuchen. Ein Zeitstrahl führt die Besucher auf zwei Stockwerken des Fachwerkhauses durch die Lebensgeschichte von Jan Hus, seine Lehren und Reformansätze sowie seine Bedeutung für die tschechische und europäische Geschichte bis zur Gegenwart. Abschluss des Tages war der Besuch der Jan-Hus-Gedächtnismesse mit Lesungen aus Briefen von Jan Hus am Vorabend seines 600. Todestages.

Alle Teilnehmer waren begeistert von der von Dekan Norbert Heide wieder gut geplanten Radtour rund um den Bodensee. Tägliche Andachten, Sonne pur, leckeres Essen und herrliche Ausblicke auf den See rundeten das Programm ab.

Konstanzer Hafen mit Blick auf die Imperia
Konstanzer Hafen mit... 
 
Langenargen mit Schloss Montfort
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im Lindauer Hafen
im Lindauer Hafen 
Konzilgebäude in Konstanz
Konzilgebäude in Konstanz 
eine Gruppe der Radler
eine Gruppe der Radler 
 

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