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Volk auf dem Weg. Die Deutschen aus Russland

Landkreis Gießen
Vorträge & Seminare

14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
von 22.06 bis 22.06.2012

Kreisverwaltung Gießen, Konferenzraum 1 (2. Stock), Haus F
Riversplatz 1-9
Gießen

Die Wanderausstellung will die Öffentlichkeit über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland aufklären und dabei helfen, bestehende Vorurteile gegen diese Volksgruppe im Besonderen und Zuwanderer im Allgemeinen abzubauen.

Weitere Informationen:
„Wurzeln schlagen und die Gesellschaft stärken“, das ist der Leitgedanke der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“. Sie ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes und macht am Freitag, 22. Juni, in der Kreisverwaltung Gießen am Riversplatz Station. Mit Vorträgen, Schaubildern, Filmen und Tafeln zeigt die Ausstellung das wechselvolle Schicksal der Russlanddeutschen: Beispielweise, wie deutsche Fachleute in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von der Zarin Katharina der Großen und deren Nachfolgern zur Besiedlung und Kultivierung nach Russland gerufen wurden – an die Wolga, in die Ukraine, in den Kaukasus, nach Wolhynien und Bessarabien, in den Raum Moskau und St. Petersburg. Die dort heimisch Gewordenen und seit fast 200 Jahren hoch geachteten zwei Millionen Russlanddeutschen mussten jedoch nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 einen unbeschreiblichen Leidensweg antreten. Zigtausende Russlanddeutsche verloren ihr Leben durch Deportation, Verschleppung, Zwangsarbeit und Ermordung, weil der sowjetische Diktator Stalin sie der Kollaboration mit Hitler-Deutschland verdächtigte. Seit 1950 konnten rund 2,8 Millionen deutsche Aussiedler aus den 15 Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR, mehrheitlich aus Kasachstan und Russland, nach Deutschland zurückkehren, dank geduldiger Diplomatie und erfolgreicher Entspannungspolitik besonders nach 1990. Die Ausstellung, die vom Bundesministerium des Innern und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, dokumentiert unter anderem, wie die Rückkehrer unter oftmals schwierigen Bedingungen in Deutschland wieder Fuß fassten, ihre Integration in die Nachkriegsgesellschaft geschafft haben und wie die Deutschen aus Russland das Land in vielfacher Weise mitgestalten. Der Vortrag von Projektleiter Josef Schleicher samt Diskussion findet am Freitag, 22. Juni um 14 Uhr in der Kreisverwaltung, Gebäude F, 2. Stock, Riversplatz 1 - 9, 35394 Gießen statt. Der Eintritt ist frei. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

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