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Kundgebung auf dem Berliner Platz - Rede der Oberbürgermeisterin mit Schwerpunkt städtischer Integrationsarbeit

Die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz betonte die erfolgreiche Integrationsarbeit der Universitätsstadt Gießen
Die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz betonte die erfolgreiche Integrationsarbeit der Universitätsstadt Gießen
Gießen | Von den zahlreichen bemerkenswerten Ansprachen soll hier die der Oberbürgermeisterin wegen ihrer Bezüge zu Gießen wiedergegeben werden.

Sehr geehrte VertreterInnen der Religionsgemeinschaften, der Kirchen, aus Politik und Gesellschaft. Liebe Teilnehmer und Unterstützer der Kundgebung.
Lassen Sie mich zunächst ein herzliches Dankeschön an die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung und die Türkisch-islamische Gemeinde dafür sagen, dass sie die Initiative für diese Kundgebung ergriffen haben. Dies ist ein beeindruckendes Zeichen, dass unsere islamischen Freundinnen und Freunde uns dazu bewegen, zusammen aufzustehen und unsere Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Mit dieser Kundgebung verurteilen wir die niederträchtigen Terroranschläge von Paris.
Diese Terroranschläge sind nicht nur ein Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo", nicht nur ein Angriff auf einen jüdischen Supermarkt. Nein, sie sind ein Angriff auf Presse- und Meinungsfreiheit, auf die Grundwerte unserer Demokratie, und sie sind ein Angriff auf uns alle. Mit dieser Kundgebung setzen wir ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben der Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Kultur und verschiedener Religionen in Europa, in Deutschland und auch hier bei uns in Gießen.

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Rede der Oberbürgermeisterin (1)Kundgebung auf dem Berliner Platz (2)
Wir Gießenerinnen und Gießener standen schon immer zusammen, wenn es einen Angriff auf unser tolerantes und weltoffenes Zusammenleben gab: Ich erinnere an das großartige Symbol, was von unserer Stadt mit "Gießen bleibt bunt" ausging, als Ewiggestrige mit ihren Parolen Intoleranz und Rassismus säen wollten. Unsere ganze Stadt stand und stand entschlossen und selbstbewusst auf - quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen, politischen Farben, Religionen und Kulturen.

"Wir sind Gießen. Gießen ist bunt. Gießen bleibt bunt. Gießen steht für ein gemeinsames Leben und Vielfalt.
Gießen steht für Respekt vor jedem Menschen - gleich welcher Religion, Herkunft und Kultur. Gießen steht für Freiheit und eine offene Gesellschaft." So hieß es bei "Gießen bleibt bunt".
Und dies zeigen wir auch heute wieder durch die beeindruckende Unterstützer-Liste dieser Kundgebung - muslimische, jüdische Religionsgemeinschaften, die christlichen Kirchen und unterschiedliche politischen Parteien - und das zeigen Sie, liebe TeilnehmerInnen der heutigen Kundgebung.
Ich danke Ihnen allen dafür.

Ich bin stolz darauf, Oberbürgermeisterin dieser Stadt zu sein. Einer Stadt mit einer großartigen Tradition. Seit jeher nehmen wir Menschen auf, die Zuflucht suchen. Seit jeher geben wir GießenerInnen Menschen, die geflohen sind vor Menschenrechtsverletzungen, Gewalt, Krieg, Hunger und Not eine erste sichere Heimat in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung. Dazu nehmen wir minderjährige unbegleitete Flüchtlinge auf, junge Menschen mit meistens erschütternden Schicksalen, die bei uns ankommen.
Es ist beeindruckend, welch großartiges Engagement und welch großartige Hilfsbereitschaft es von unserer Gießener Bevölkerung gibt, sich für die Flüchtlinge ehrenamtlich zu engagieren; täglich bekommen wir neue Anfragen.
Internationalität und Weltoffenheit ist in unserer Stadt allein schon durch unsere Hochschulen gegeben. Viele der inzwischen rund 35.000 Studierenden kommen aus allen Erdteilen zu uns und bereichern uns; ebenso viele WissenschaftlerInnen, die an unseren Hochschulen arbeiten und forschen und wichtige Beiträge für unsere Zukunft leisten.
Integration und friedliches Zusammenleben sind für uns in Gießen selbstverständlich und gleichzeitig unser dauerhafter Auftrag, auch und gerade da, wo sie noch nicht so gut funktioniert, wo Distanzen bestehen, die wir überwinden müssen.
Beispiele für gelungene Integrationsarbeit zeigen sich in der langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den MSO, mit dem Ausländerbeirat, den verschiedenen Religionsgemeinschaften; ebenso an dem interkulturellen Stadtrundgang, dem interreligiösen Dialog oder dem Tag der Kulturen.
Seit Jahren lernen wir uns dort gegenseitig besser kennen und schätzen und schaffen Vertrauen.
Dies wollen und werden wir auch weiter tun.
Denn wir leben hier zusammen in der Stadt, wir arbeiten hier, unsere Kinder gehen gemeinsam in die Schule, wir haben Freunde und wir engagieren uns für unser Gemeinwohl und werden hier gemeinsam alt.

"Wir schenken Euch nicht unsere Angst. Euer Hass ist unser Ansporn" hat Bundespräsident Rau zu den niederträchtigen Anschlägen gesagt.

Für Gießen sage ich: Lassen Sie es unseren Ansporn sein, unseren Weg der Toleranz, Weltoffenheit, Liberalität, Humanität und des friedlichen Miteinanders weiterzugehen.
Herzlichen Dank!

Kommentare zum Beitrag

Regina Appel
4.738
Regina Appel aus Gießen schrieb am 18.01.2015 um 12:14 Uhr
Gerne wäre ich hingegangen, um meine Solidarität zu zeigen. War leider verhindert.
Marcus Link
456
Marcus Link aus Gießen schrieb am 18.01.2015 um 15:34 Uhr
Servus

Ich fand es schade dass diese Aktion nicht besser angekündigt wurde, war es doch eine wichtige Aktion. Es war einfach zu wenig!

Ebenfalls fand ich es etwas anstrengend dass zu viele Redner zu viel gesagt haben. Ich hatte so ein Bisschen den Eindruck dass keine Partei bei den Rednern unberücksichtigt bleiben wollte. Zu viel ist zu viel...

Schön fand ich die bunte Mischung der Teilnehmer und die gute Stimmung.

Gießen braucht mehr davon.
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von:  Werner Döring

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Werner Döring
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