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Bürgerbeteiligung – das große Sandkastenspiel

Gießen | Seit Jahren angekündigt – jetzt liegt er vor: der Entwurf für die „Bürgerbeteiligung“.

Mit einem „Bürgerantrag“ können die Bürger künftig selbst Anträge ans Stadtparlament stellen, wenn sie von 1Prozent der Wahlberechtigten – das sind ca. 550 - unterstützt werden.
Sie können auch eine „Bürgerversammlung“ einberufen, wenn dies von 1Prozent - das sind ca. 800 - der gesamten Bevölkerung gewünscht wird.
Außerdem soll die „Bürgerfragestunde“ ausgeweitet werden. Und damit das alles richtig läuft wird ein „Bürgerbeteiligungsbüro“ eingerichtet mit Herrn Bassemir als Chef, der bisher das Büro der LaGa leitete.

Die Wünsche und Sorgen der Menschen in Gießen – wie bezahlbare Wohnungen und Hartz IV - spielen bei diesem Konstrukt die geringste Rolle.
Das können sie angesichts Schuldenbremse und Rettungsschirm auch gar nicht. Die „Bürger“ sollen lediglich entscheiden dürfen, wo gespart wird und sich „einbringen“.
Egal, was in diesem Bürokratismus versucht und angestellt wird: letztlich entschieden wird im Stadtparlament. Basta. Das wurde ehrlicherweise auch mitgeteilt.

Allerdings gibt es in der Hessischen
Mehr über...
Gemeindeordnung die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens und eines Bürgerentscheids, bei dem der Wille der Menschen für den Magistrat bindend ist. Wie damit in Gießen umgegangen wird, hat die BI gegen die LaGa erfahren müssen (s. S. 3). Wenn es OB und Magistrat ernst wäre mit Bürgerbeteiligung, dann hätten sie es hier beweisen können. Die BI hat z.B. nicht nur 550 Unterschriften gesammelt, sondern 5500, ohne dass das die Stadt irgendwie berührt hätte.

Es ist ja auch Sinn und Zweck des Parlamentarismus: den Menschen Sand in die Augen zu streuen und den Anschein von Demokratie (= Volksherrschaft) zu erwecken, aber zu tun, was im Interesse des herrschenden Kapitals liegt. Der Wille der Menschen spielt auf kommunaler Ebene (LaGa, Stuttgart 21…) genauso wenig eine Rolle wie auf Bundesebene, wo sich die große Mehrheit folgenlos gegen die stetige Umverteilung von unten nach oben ausspricht sowie gegen Kriege – und Kriegshetze. (aus: Gießener Echo, Januar 2015)
Erika Beltz

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Seibt
63
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 08.01.2015 um 12:23 Uhr
Die Bürger können sich bei der Frage beteiligen wo gespart werden soll?
Ein Vorschlag, bei solch unsinnigen Blendwerk wie einer angeblichen Bürgerbeteiligung.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.01.2015 um 13:51 Uhr
Ich hab es nicht so mit dem Sand, besonders nicht in die Augen.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.01.2015 um 12:21 Uhr
Dem Artikel kann ich weitestgehend inhaltlich zustimmen. Widerspruch meinerseits kommt zu einem Satz.

Michael B. schrieb:
(...) Es ist ja auch Sinn und Zweck des Parlamentarismus: den Menschen Sand in die Augen zu streuen und den Anschein von Demokratie (= Volksherrschaft) zu erwecken, aber zu tun, was im Interesse des herrschenden Kapitals liegt. (...)

Sicher ist der Satz nicht falsch, aber er stimmt in seiner politschen Ausrichtung nicht. Natürlich wollen uns die Herrschenden verars......., aber das Instrument "Parlamentarismus" ist auch gegen den Block zu verwenden. Ob das klappt ist natürlich eine Machtfrage. Solange die Linke in der BRD (mit all ihren sehr vielfältigen Facetten) eben in den Parlamenten nicht "50 Prozent und eine Stimme haben" ist die Machtfrage nicht zu stellen. Vor allen Dingen nicht, wenn (wie manche Fraktionen der Linken das glauben) Bündnisse mit den Bürgerlichen eingegangen werden können.

Bevor jemand rummeckert: Ich habe Nichts gegen fortschrittliche Bürgerliche in unseren Reihen. Aber wir Arbeiter (bevor jetzt Stefan sich meldet ... von mir aus auch die Lohnabhängigen) bestimmen, wo es lang geht. Und sage keiner so etwas wäre undemokratisch. Wenn all diejenigen Berufsgruppen, welche in den letzten fünf Jahrzehnten offiziell den Arbeiterstatus verloren haben wieder zu den Arbeitern zählen, dann ist die Arbeiterschicht (oder -klasse) (immer noch) die Mehrheit in der BRD.

Leider wird zu schnell vergessen! Früher hiess es immer:

Millionen sind stärker als Millionäre!
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.01.2015 um 15:22 Uhr
Ei Martin, lange nichts gelesen und schon muss ich widersprechen. Vergiss den Begriff Arbeiter(ich war auch mal einer) und rede einfach von abhängig Beschäftigten. Wenn es gelänge die politisch zu motivieren, dann hätten sie die Macht in Händen etwas zu bewegen. Nur nicht über die, wie sagst Du immer bürgerlichen Parteien. Da gebe ich Dir recht. Nur hat leider die linke nicht den Ruf, der sie für viele wählbar macht. Da muss sich noch einiges ändern.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.01.2015 um 08:40 Uhr
..... Peter ich war für ein paar Tage im Urlaub .....
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.01.2015 um 10:39 Uhr
Der Begriff Arbeiter sollte nicht vergessen werden. Gelegentlich passt sicher auch Lohnabhängiger.
Hallo Martin, die Frage der Macht ist auch mit 50,1 Prozent nicht über das parlamentarische System zu stellen. Da können wir noch ein püaar Jahre streiten. Das rentiert sich, weil wir in vielen Dingen übereinstimmmen.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.01.2015 um 11:42 Uhr
Michael B. - ich finde du machst es dir zu einfach.

Du willst politisch, das deine Partei die Macht in der BRD (und vielleicht auch in Europa bzw. der Welt) übernimmt. Das will ich hier garnicht weiter kommentieren.

Aber du - und nicht ich - sitzt seit Jahren im GIESSENER Stadtparlament. Was willst du dort eigentlich, wenn es nicht darum geht, dass irgendwann deine Partei dort die "50 Prozent und die eine Stimme hat" und den "Laden übernimmt"?

In deinem Alter ist es doch unwahrscheinlich, dass du in deiner Partei dich auf lokaler Ebene bewähren willst um weiter oben Karriere zu machen.

Du als ehemaliger Beamter dürftest doch auch genug Rente bekommen (heisst das bei dem Berufsstand nicht Pension), dass du auf die Aufwandsentschädigung nicht angewiesen bist.

Bei der Anzahl deiner Kindern, Enkelkinder und Urenkelkindern dürftest du auch unter Langeweile nicht leiden.

Und du brauchst das Mandat bestimmt nicht für dein Ego, wenn ich überlege, wen du Alles so kennst, wenn du deinen täglichen Selterswegspaziergang machst (und mit "Gott und die Welt" redest)?

(Mag etwas hart klingen, aber ich hoffe du nimmst das jetzt nicht persönlich.) Und - nicht zu letzt - du hast auch keine Chance, dass ein Platz oder eine Strasse nach deinem Tod nach dir benannt wird. Sorry, aber da dürfte dein Bruder bessere Chancen haben.

Also, ich wiederhole meine Frage:

Was willst du dort eigentlich, wenn es nicht darum geht, dass irgendwann deine Partei dort die "50 Prozent und die eine Stimme hat"?

Und bitte Michael B. komme mir bitte nicht damit, dass das Parlament die Bühne von fortschrittlichen Kräften ist. Mag theoretisch stimmen, aber die paar Erwähnungen in den bürgerlichen Zeitungen können niemals den (Riesen)aufwand eines Stadtverordnetenmandats auch nur ansatzweise lohnen.

Also ich bleibe dabei: Sinn macht das Ganze nur, wenn klar ist: Überall - auch in den Parlamenten - geht es darum die Machtfrage zustellen. Alles andere ist Zeitverschwendung.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.01.2015 um 15:02 Uhr
Hallo Martin, ich käme mir ziemlich albern vor, wenn ich jetzt für meine Partei die Machtfrage stellen würde - vor allem im Parlament. Keine linke Kraft, auch die DKP nicht, ist derzeit auch nur ansatzweise in der Lage, die Machtfrage zu stellen.
Wir stellen entsprechend dem KOMMUNISTISCHEN MANIFEST die Eigentumsfrage (dort, wo wir sichtbar sind).

Zwei Bemerkungen: Ich rede nicht mit Gott.
Und zweitens: Dass nach mir kein Platz und keine Straße benannt wird, stimmt mich tief traurig. Das muss ich therapiemäßig aufarbeiten oder verdauen.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.01.2015 um 20:56 Uhr
Also meine Herren. Werden denn die Arbeiter nicht immer weniger und dadurch bedeutungslos? Abhängig Beschäftige trifft heute sicher besser zu.
Stefan Walther
4.851
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.01.2015 um 21:13 Uhr
Auch wenn ihr mich jetzt als etwas überheblich bezeichnet = es macht einfach keinen Spass wenn immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden, die man schon zig-fach(!) beantwortet hat...
Martin, du scheinst die Antworten generell / oft einfach zu ignorieren, warum sonst die Wiederholungen oder auch die Unterstellungen?
Natürlich geht es um die Macht der Arbeiterklasse ( ich habe nie etwas anderes behauptet, die Sache mit der Bündnisfrage scheinst du nicht zu verstehen? ) Auch die Frage warum sitzen Kommunisten in bürgerlichen Parlamenten wurde bereits mehrfach beantwortet, auch hier trotzdem immer wieder die gleiche Sache mit der "Machtübernahme im Parlament".
Auch dass es falsch ist zu behaupten "die Arbeiter werden immer weniger", auch dies wurde bereits einige Male aufgezeigt...
Leute, seid mir nicht böse, aber wenn ihr Fragen stellt, dann lest euch auch die Antworten durch, unabhängig davon ob sie euch gefallen oder nicht...
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 12.01.2015 um 09:36 Uhr
Was ist daran falsch? Gibt es eine Bundesweite Statistik die über die Zusammensetzung der Abhängig in Arbeit Beschäftigten gibt?
Ich meine auch, da wird unnötig Klassenkampf erzeugt. Arbeiter gegen Angestellte.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 12.01.2015 um 10:22 Uhr
Stefan an deiner Argumentation ist etwas dran. Aber in meinem Kommentar am 11.01.2015 um 11:42 Uhr habe ich explizit Michael B. angesprochen bzw. auf seine Ausführungen reagiert.

Ignorieren tue ich auch überhaupt nichts. Ich habe mich schon mehrmals dafür entschuldigt, dass ich einen Kommentar (auf den ich reagieren sollte) übersehen habe.

Das mit der "Bündnisfrage", da beschleicht mich auch langsam der Verdacht, dass ich da irgendeine Argumentation nicht in ihrer Logik (ich bin der deutschen Sprache schon mächtig) verstehe. Naja, vielleicht "fällt" bei mir da noch irgendwann "der Groschen".

Also Wiederholungen in Maßen sind schon okay (es gibt ja ab und an neue Mitleser), aber was zu viel ist, das nervt schon. Das sehe ich so wie Stefan.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 12.01.2015 um 12:39 Uhr
Wer der Arbeiterklasse zuzurechnen ist, darüber gibt es viele Untersuchungen. Es gibt nicht DEN Arbeiter, den man am Blaumann erkennt. Darüber haben wir hier oft genug geschrieben.
Eine Umgestaltung der Gesellschaft, ein echter Bruch mit den Eigentumsverhältnissen, kann nur durch die Arbeiterklasse stattfinden und nicht über das Parlament. Das mag eine Illussion mancher sozialdemokratisch ausgerichteter Menschen zu sein.
Die Geschichte hat uns gelehrt, dass die Arbeiterklasse Bündnisse eingeht. Aber all das ist bei Lenin nachzulesen. Auch über die Rolle von Parlamenten und den Parlamentarimus ist dort einiges zu erfahren.
Das bringt uns hier nicht weiter. Für diejenigen, die das interessiert, werden Schulungen angeboten (nicht nur von der DKP). Unser nächstes Schulungsthema heißt übrigens die "Krise".
Stefan Walther
4.851
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.01.2015 um 18:31 Uhr
Ich gehe nicht soweit, dass ich von jedem Arbeiter verlangen würde Lenin zu lesen - du könntest aber schon mal reinschauen Martin :-)) ( ja, ja, auch das ist die "X-te Wiederholung", ich weiss )
Scherz beiseite, zur Bündnisfrage, richtig, da geht es nicht darum ob du der deutschen Sprache mächtig bist Martin ( das würde ich niemals wagen zu bezweifeln ), hier geht es um die Notwendigkeit Bündnispartner - aus den kleinbürgerlichen Zwischenschichten - zu gewinnen. Das ist auch kein Betrug an den Kleinbürgern, es liegt in deren Interesse sich auf die Seite der Arbeiterschaft zu schlagen, denn sie haben im Kapitalismus keine Zukunft, sie sind aber - auch aufgrund der großen Masse und ihres Einflusses - von entscheidender Bedeutung... auch muss die Arbeiterschaft ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nutzen können... wie Michael schon feststellt, dies kann man hier nicht in ein paar Zeilen darstellen, dies würde auch weit über das hinausgehen was in einer GZ diskutiert werden kann...

Ja, vielleicht habe ich jetzt auch den Falschen getroffen, mich nerven nur hier in der letzten Zeit die ständigen Wiederholungen ( in Beiträgen zum selben Thema statt die Diskussion weiter zu führen wird einfach ein neuer Beitrag eingestellt, aber auch bei einigen Kommentaren... )
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 13.01.2015 um 09:21 Uhr
Erfreulicherweise bleibt das Thema "Sandkastenspiele im Giessener Stadtparlament" weiter in der öffntlichen Diskussion.

Aktuell ist in einer Lokalzeitung eine Reaktion der antragseinstellende Fraktion zu Kritik an dem Antrag nachzulesen.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/buergerbeteiligung-ist-nicht-buergerentscheidung_14921817.htm

Inhaltlich wurde dabei noch einmal betont, dass die HGO jeder Initiative in diesem Bereich ganz enge Grenzen setzt. Sprich: der Gesetzgeber in Wiesbaden sei eigentlich am Zug.

Unabhängig davon, dass das wieder einmal nach dem Spielchen "wir wollen ja schon, aber leider, leider können wir wegen übergeordneten Kompetenzen nicht so wie wir wollen" (ha, ha ..... wie lange war denn diese Fraktion in Wiesbaden an der Macht? ....) geht, bestätigt mich darin: Heisse Luft im Wahlkampf für die Direktwahl in diesem Jahr.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 14.01.2015 um 06:19 Uhr
Die von der Stadtregierung am 9.Dez. begleitend zur Satzungsentwurf freigeschaltete (bis Ende Januar laufende) Plattform "www.giessen-direkt.de" wird nicht besonders stark in der Bevölkerung angenommen.

Dazu gibt es einen Artikel in der Lokalzeitung.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/buergerbeteiligung-was-giessener-auf-plattform-der-stadt-zum-ausdruck-bringen_14924723.htm

"(...) Das Stimmungsbild unter den 43 Teilnehmern auf giessen-direkt.de, die bislang 34 Kommentare beisteuerten, fällt gemischt aus. (....)"

((es folgen drei Beispiele von Einsendungen))

Schwer einzuschätzen, ob wirklich Desinteresse da ist oder ob bei potentiellen Plattform-Schreibern der Gedanke vorherrschte "... die machen ja doch was sie wollen ... das hat die Vergangenheit doch gezeigt ... warum sich dann die Mühe machen und in die Tastatur "reinhauen" ...".
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.01.2015 um 09:44 Uhr
Sollte ich z.B. bei der nächsten Landtags-oder Bundestagswahl eine linke Partei wählen, dann gerade deshalb, weil ich nicht erwarte, dass sie an die Macht kommen. Eine starke linke
Opposition halte ich für nützlich und wünschenswert, Linke in der
Regierung aber nicht, weil es in den wirklich linken Parteien (zu denen die SPD ja nicht dazugehört!) noch immer zu viele Protagonisten gibt , die noch nicht einmal in der Realität des
ausgehenden 20. Jahrhunderts,(vom 21. ganz zu schweigen!) angelangt sind. Was man auch in diesem Forum immer wieder beobachten kann.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.01.2015 um 09:50 Uhr
Ja die Linke stark, aber nicht regierungsfähig machen. Aber, schauen wir mal das Experiment Thüringen an und warten ab.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.01.2015 um 13:08 Uhr
Frau Barthel, das sehe ich anders. Die Realität des 21. Jahrhundert ist der "Klassenkampf von oben" dem leider kein "Klassenkampf von unten" entgegen steht.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.01.2015 um 21:00 Uhr
Ja lieber Martin, die Arbeiter hören halt nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Internationale
Stefan Walther
4.851
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.01.2015 um 22:48 Uhr
Immer die gleichen Behauptungen von Frau Barthel - ohne irgendwelche Beweise oder gar eingehen auf Argumente... - es ist völlig sinnlos Martin darauf einzugehen / zu antworten... es ist aber nicht untypisch ( weder für das 20. noch das 21. Jahrhundert ), dass die Träumereien vom "dritten Weg" gerade im Kleinbürgertum weit verbreitet sind, genauso wie das Abstreiten des alltäglichen Klassenkampfs. Wer nun dann wirklich "in der Realität" lebt und wer nicht, darüber könnte man trefflich streiten, aber solche Streitgespräche führt Frau Barthel ja nicht, sie diffamiert lieber....
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.01.2015 um 23:03 Uhr
Ich hoffe mein Kommentar mit dem Link hat Dich Stefan nicht gestört. Er ist entstanden aus der Erinnerung an meine aktive Zeit als Arbeiter und Angestellter(116 Organisierte bei über 2.000 Angestellten)
Da meinte jeder, ich mache es mit dem Chef direkt aus, ich brauche keine Gewerkschaft. Aber immer dann wenn eine Kündigung anstand oder sonst Ärger am Arbeitsplatz, dann ja.
Das mit dem gemeinsam stark, da wird wohl ein Traum bleiben.
Stefan Walther
4.851
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.01.2015 um 23:15 Uhr
Der Link hat mich sicher nicht gestört Peter, höchstens die Verallgemeinerung "die Arbeiter hören halt nicht"...

Auch wenn die Internationale als die "Hymne" der Arbeiterbewegung angesehen wird, so ist das revolutionärere Lied dieses =

http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder,_zur_Sonne,_zur_Freiheit
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.01.2015 um 09:43 Uhr
Danke, es stört mich nur, dass es im 1.000-jährigen Reich auch mit 4. Strophe, habe es gerade gelesen, verwendet wurde.

Das mit dem hören war sehr allgemein ausgedrückt und galt sowohl den Arbeitern als auch den Angestellten. Du weißt ja, ich mache da nicht so den großen Unterschied. Beide werden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet und dies teilweise unter Mitwirkung des Gesetzgebers.
Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.01.2015 um 09:58 Uhr
Kurz zurück zum eigentlichen Thema: Erstaunlicherweise (oder auch nicht, wie frau / mann das so einschätzt ...) hat sich jetzt eine der anderen Fraktionen des bürgerlichen Blockes im Giessener Stadtparlament mit einer gut begründeten Stellungnahme zur Praxis der momentan vorherrschenden Bürgerbeteiligung (speziell Baugenehmigungen etc. ....) in der Giessener Teppichetage des Rathauses geäußert.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/zurueck-zu-geordneten-verfahren_14941734.htm

Ich persönlich habe da so meine Zweifel, dass diese Fraktion - wenn sie aktuell "am Gulaschtopf sitzen" würde - es Anders gemacht hätte, aber das ist mir egal. Wieder eine Stimme gegen den Versuch den Giessener Mitbürgern "Sand in die Augen zu streuen".
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.01.2015 um 11:12 Uhr
Sobald man(Partei) in der Opposition ist, wird man klüger? Ist schon irgendwie komisch ;-)
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 25.01.2015 um 13:42 Uhr
Ich kann die Bedenken von Frau Barthel nachvollziehen. Eine mögliche Regierung der PDL, wie die bisherigen Beteiligungen der Partei zeigen und auch in Thüringen immer deutlicher zeigen werden, ändert so gut wie nichts am Systhem.
Über eine Regierung von Kommunisten in unserem Land zu spekulieren, ist völlig unsinnig. Erstens müssen die Massen hinter einer linken Regierung stehen. Eine derartige Regierung, die durch Kämpfe der Arbeiter, also der Lohnbhängigen, der Frauen und der Jugend gestützt und überhaupt an die Macht gebracht würde, müsste sich strändig legitimieren. Auch meine Partei, in ensprechender Stärke, dürfte nicht eine Lsite aufstellen und nach erfolgreicher Wahl, die Regierung bilden. Das geht sowieso nur im Bündnis.
Wie in Kuba sollten Kandidaten in Betrieben und Wohnvierteln nominiert, aufgestellt und gewählt werden. Dazu kommen kommen knadidaten aus gesellschaftlich relevanten Bevölkerungsschichten wie Frauien, Bauern,Jugend..
Die Angeordneten sind verprflichtet, regelmäßig Rechenschaft abzulegen und können jederzeit abgewählt werden. Auch Raul Castro muss sich dieser Wahl an der Basis stellen.
Die kommunistische Partei betreibt keine Wahlpropaganda für ihre Mitglieder, die aufgestellt werden.
In der derzeitigen Verfassung dürfte keine linke Partei die Macht übernehmen. Dazu ist die Zeit nicht reif und auch keine linke Partei.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.01.2015 um 19:44 Uhr
Ich hätte nie Gedacht, dass ich mal fast in Allem aber auch nur fast mit Ihnen übereinstimme Herr Beltz.
Sie Glauben doch nicht ernstlich, dass es sich bei der Basiswahl von Castro um eine normale Wahl handelt....
Ansonsten stimme ich Ihnen zu.
Frau Barthel stimme ich auch zu. Sehr gut beschrieben. (das mit der Geschichte/Jahunderte)
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.01.2015 um 19:38 Uhr
Ist doch schön, wenn es mal Übereinstimmungen gibt. Ich will nicht weiter antworten, da wir ansonsten vom Thema abkommmen.
Für Kuba und/oder den Sozialismus werde ich weiterhin werben und erwarte dann wieder Ihre kritischen Worte.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 27.01.2015 um 20:32 Uhr
Gerne Herr Beltz, es wird für so viel Unsinniges geworben das keiner braucht da kommt es auf den Sozialismus nicht an. Aber ich werde es gerne wenn ich Lust und Zeit habe kritisch begleiten.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 28.01.2015 um 17:28 Uhr
Können wir uns denn auf Amateurfußball im Sozialimus verständigen?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Michael Beltz
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