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US-Regisseur Stone: Westen schickte Killer zum Maidan

von Frauke Weberam 04.01.20151483 mal gelesen4 Kommentare
Gießen | US-Filmregisseur Oliver Stone veröffentlichte am 30. Dezember 2014 auf seiner Facebook-Seite folgenden Text zum Ukraine-Konflikt:

Ich interviewte Viktor Janukowitsch vier Stunden lang in Moskau für eine neue Dokumentation in englisch, die von Ukrainern produziert wird. Er war der legitime Präsident der Ukraine, bis er es am 22. Februar dieses Jahres plötzlich nicht mehr war. Details dazu folgen in dem Dokumentarfilm, klar scheint aber zu sein, dass die sogenannten »Schützen«, die 14 Polizisten töteten, etwa 85 verwundeten und 45 protestierende Zivilisten umbrachten, Provokateure einer dritten Partei von außerhalb waren. Viele Zeugen, Janukowitsch und Polizeibeamte eingeschlossen, glauben, dass diese ausländischen Elemente von prowestlichen Fraktionen eingeschleust wurden.

Erinnern Sie sich an den »Regime Change«-Putsch gegen Hugo Chávez 2002, als er zeitweise von der Macht verdrängt war, nachdem von mysteriösen Schützen in Behördengebäuden auf Pro- und Anti-Chávez-Demonstranten geschossen worden war. Ähnlich sah die Technik in Venezuela aus, als früher in diesem Jahr Maduros rechtmäßig gewählte Regierung
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fast durch die Gewalt gekippt wurde, die sich gegen Anti-Maduro-Protestierende richtete. Schaff genug Chaos, so wie es die CIA 1953 im Iran, 1973 in Chile und bei ungezählten anderen Staatsstreichen tat, und die rechtmäßige Regierung kann gekippt werden – das ist Amerikas sanfte Machttechnik, bekannt als »Regime Change 101«.

In diesem Fall wurde das »Maidan-Massaker« in westlichen Medien als Produkt des instabilen, brutalen prorussischen Janukowitsch-Regimes dargestellt. Sie mögen sich entsinnen, dass Janukowitsch beim Abkommen mit den Oppositionsparteien und drei EU-Außenministern vom 21. Februar mitging, mit dem man ihn loswerden wollte und das vorgezogene Neuwahlen vorsah. Am nächsten Tag war das Abkommen bedeutungslos, als gut bewaffnete, neonazistische Radikale Janukowitsch mit wiederholten Mordversuchen dazu zwangen, aus dem Land zu fliehen. Am folgenden Tag wurde eine neue prowestliche Regierung eingesetzt und unverzüglich von den USA anerkannt (wie beim Staatsstreich gegen Chávez 2002).

Eine durch und durch dreckige Geschichte, aber in der tragischen Folgezeit behielt der Westen die vorherrschende Erzählung von »Russland auf der Krim«, während die wahre Erzählunge »USA in der Ukraine« heißt. Die Wahrheit wird im Westen nicht gesendet. Es ist eine surreale Verdrehung der Geschichte, die einmal mehr vor sich geht, so wie in George W. Bushs »Massenvernichtungswaffen«-Kampagne vor dem Irak-Krieg. Ich glaube aber daran, dass die Wahrheit im Westen letztlich herauskommen wird, ich hoffe bald, um weiteren Irrsinn zu stoppen.

Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
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Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.01.2015 um 15:54 Uhr
Es gibt eine Zeitung die mit dem Slogan wirbt: Sie lügen wie gedruckt - wir drucken wie sie lügen.
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Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 04.01.2015 um 22:17 Uhr
Ich empfehle Telepolis, die Nachdenkseiten, die deutschen Wirtschaftsnachrichten, den Freitag, die Blätter für deutsche und internationale Politik, manchmal die FAZ, auch die NZZ kann man gerne mitlesen.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Auf viele Medien in Deutschland kann man sich (leider) nicht mehr verlassen - die berichten entweder entsprechend politisch vorgeprägt oder überhaupt nicht.
Wolfgang Seibt
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Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 06.01.2015 um 09:49 Uhr
Früher hatte ich einen Spruch: Vorsicht, lesen schadet der Dummheit.
Heute kann ich sagen: Das Lesen der Qualitätsmedien fördert die Dummheit.
Stimmt Michael, diese Zeitung lese ich auch.
Christian Momberger
11.270
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.09.2015 um 22:39 Uhr
Ja, diese Zeitung ist durchaus gut, Michael.
Hallo Lieber Leser
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