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Ausbildung, Stromhilfe und Großübung an der Lahn. Landrätin ehrt Katastrophenschützer – Rückblick zum Jahresabschluss

Landrätin Anita Schneider und Kreisbrandinspektor Mario Binsch ehren langjährige Katastrophenschützer (ab 3.v.l.): Markus Göbel, Ralph Bingmann, Tobias Schwalm, Marc Thilo Pirr und Jan Arne Pfeiffer.
Landrätin Anita Schneider und Kreisbrandinspektor Mario Binsch ehren langjährige Katastrophenschützer (ab 3.v.l.): Markus Göbel, Ralph Bingmann, Tobias Schwalm, Marc Thilo Pirr und Jan Arne Pfeiffer.
Gießen | „Im Katastrophenschutz ist gerade das Ehrenamt von einer besonderen Bedeutung. Dieses sichert durch professionelle Aus- und Fortbildung schnelle Hilfe der in Not geratenen Menschen im Landkreis Gießen“, sagte Landrätin Schneider in ihrem Grußwort zu einem ungewöhnlichen Jahresabschlusstreffen. Bereits zum vierten Mal treffen sich alle am Katastrophenschutz beteiligten Hilfsorganisationen, diesmal im Feuerwehrhaus in Großen-Buseck.

„Dieser Abend bietet mir die Gelegenheit, mich für das ehrenamtlich erbrachte Engagement im zurückliegenden Jahr zu bedanken und auf das ein oder andere Ereignis des vergangenen Jahres zurückzublicken“, sagte die Landrätin weiter. Dass im Katastrophenschutz viele Hilfsorganisationen zusammenarbeiten und dies professionell und herzlich, das zeigte auch die Katastrophenschutzübung ‚Hochwasser‘ im Sommer diesen Jahres. Freiwillige Feuerwehren, DRK, Johanniter, THW, die Bundeswehr und Polizei – sie alle gehören und wirken in der „großen Familie Katastrophenschutz“.

Zuvor hatte Busecks Bürgermeister Erhard Reinl die 80 Männer und Frauen begrüßt. Diese setzen sich in ihren Organisationen für den Katastrophenschutz ein: vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfallhilfe, dem Technischen Hilfswerk, der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr Gießen, der DLRG, der Bundeswehr oder auch der Polizei waren gekommen. Im gemütlichen Rahmen blickten die Gäste auf die geleistete Arbeit zurück und tauschten sich vor, während und nach einem gemeinsamen Abendessen aus. Zubereitet worden war es vom DRK-Versorgungszug.

„Im Einsatzfall kann die Arbeit im Katastrophenschutz auch damit verbunden sein, dass die ehrenamtlichen Aktiven ihre Gesundheit für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Gießen aufs Spiel setzen“, betonte Anita Schneider bei der Verleihung der Katastrophenschutz-Medaille. „Das verdient Anerkennung und Respekt.“

Mit der Bronzenen Katastrophenschutz-Medaille für eine
zehnjährige aktive Dienstzeit ehrte die Landrätin: Ralph Bingmann (GABC-Zug), Nico Gerth (DRK Fachb. Sanität und Betreuung), Markus Göbel (Zugführer LZ Rabenau), Jan Arne Pfeiffer (DRK 2. Betreuungszug Gießen), Marc Thilo Pirr (DRK 1. Sanitätszug Gießen) Tobias Schwalm (DRK 1. Betreuungszug Gießen) und Holger Statt (GABC-Zug). „Die staatliche Katastrophenschutz-Medaille macht den Respekt und die gesellschaftliche Anerkennung für diese Leistung sichtbar“, sagte die oberste Katastrophenschützerin im Landkreis.

Um im Ernstfall auch tatsächlich einsatzbereit zu sein, sind kontinuierliche Fort- und Weiterbildung die Voraussetzung. „Im Katastrophenschutz wirken unterschiedliche Fachdisziplinen zusammen, vom Mediziner über Gefahrstoffspezialisten, Techniker, Brandschützer bis Verwalter“, sagte Mario Binsch, zuständig für den Katastrophenschutz im Landkreis und der Stadt Gießen. Wenn es darauf ankommt, müssen alle Kräfte wie die Teile eines Motors funktionieren.

Der Kreisbrandinspektor berichtete in seinem Rückblick von Übungen, Einsätzen und Neuanschaffungen im ablaufenden Jahr. So gab es zehn Ausbildungsveranstaltungen mit 512 Teilnehmern. Zeitlich heißt das: 3.116 Stunden lang – also fast 130 Tage nonstop – wurden Ehrenamtliche auf Kreisebene für ihre Arbeit ausgebildet. Die Fachabteilungen sind dabei nicht einmal eingerechnet. Höhepunkt des Ausbildungsjahres war eine Großübung im Juni an und auf der Lahn in Ruttershausen.

Dazu kamen weitere Übungen, unter anderem erstmals eine Strahlenschutzübung des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie. Ernst wurde es unter anderem Anfang Februar bei einem Bombenfund auf dem früheren Poppe-Gelände in Gießen und bei einem Gefahrgutunfall in Grünberg, einem Brand im Gießener Erstaufnahmelager in der Rödgener Straße im März. Wegen der hohen Anzahl von Flüchtlingen stellte das DRK mit seinen Helferinnen und Helfern im September am selben Ort Zelte auf, um diese vorübergehend unterbringen zu können.

Ein Eissturm, spiegelglatte Straßen, umgeknickte Strommasten und großflächigem Stromausfall hatte einen ungewöhnlichen Einsatz ausgelöst, allerdings nicht im Landkreis Gießen: die winterliche Lage in Slowenien war dramatisch. Sieben Ehrenamtliche aus dem heimischen Landkreis waren mit Notstromaggregaten des Katastrophenschutzes unterwegs und leisteten Hilfe. Mario Binsch berichtete unter anderem von dem jüngst durch den Kreistag verabschiedeten Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landkreises sowie von den Planungen für ein gemeinsam genutztes Gefahrenabwehrzentrum von Landkreis und Stadt Gießen.

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