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Sozialarbeit an Schulen: Grünberger sind begeistert vom „Neuen“

Florian Wietschorke (erste Reihe Mitte) ist bei Kindern und dem Lehrerkollegium gleichermaßen beliebt. Die Bäumchen, die die Kinder halten, sind Teil eines Sozialtrainings, das der Sozialarbeiter mit den ersten Klassen durchgeführt hat.
Florian Wietschorke (erste Reihe Mitte) ist bei Kindern und dem Lehrerkollegium gleichermaßen beliebt. Die Bäumchen, die die Kinder halten, sind Teil eines Sozialtrainings, das der Sozialarbeiter mit den ersten Klassen durchgeführt hat.
Gießen | Florian Wietschorke war der erste Jahrespraktikant im Rahmen des Modellprojekts Sozialarbeit an Schulen (SaS) im Landkreis Gießen. Seit diesem Schuljahr arbeitet der junge Mann als „richtiger“ Sozialarbeiter in der Grundschule am Diebsturm in Grünberg und – als neues Angebot seit diesem Schuljahr – in der Grundschule Sonnenberg Stangenrod. Alle Seiten sind glücklich mit dieser Besetzung, wie Erster Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald beim Besuch in Grünberg erfuhr. Gemeinsam mit der Koordinatorin für die Sozialarbeit an Schulen im Landkreis Gießen, Nicole Kohl-Massey, sucht er stetig das Gespräch mit den Beteiligten, um die Sozialarbeit an Schulen weiter zu verbessern und zu etablieren.

In Grünberg nun ernteten die Besucher der Kreisverwaltung viel Beifall: Florian Wietschorke selbst schwärmt von seinem Job, die Schuleiterinnen Anja Peppler und Hildegard Haarhoff sind froh über die tatkräftige Hilfe an den Schulen, die Kinder mögen ihn und auch Eltern vertrauen ihm und suchen das Gespräch. „Alle Kollegen sind mir vom ersten Tag an auf Augenhöhe begegnet. Zuerst habe ich mit den ersten Klassen ein Sozialtraining gemacht. Mittlerweile habe ich mich auch im Elternbeirat vorgestellt und vielen Kindern bei Problemen Hilfestellung gegeben. Ich weiß schon fast gar nicht mehr, wie ich das alles schaffen soll. Denn es waren auch schon einige Eltern bei mir, die in unterschiedlichen Angelegenheiten sozialpädagogische Beratung suchen“, erklärte Florian Wietschorke einige seiner Aufgaben.

Er erzählte zudem von seinem Vorhaben, ein Anti-Aggressionstraining in Zusammenarbeit mit speziell dafür ausgebildeten Trainern auf die Beine zu stellen sowie den Ausbau der Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Grünberg. Von dem Jahrespraktikum, das er an der Burgschule in Großen-Linden sowie der Wiesengrundschule in Leihgestern absolviert hatte, habe er viel mitnehmen können. Auch Sozialdezernent Oßwald unterstrich, wie wichtig Erfahrungen im Bereich Sozialarbeit an Schulen sind. „Ich freue mich, dass es in der Praxis so gut läuft und fast alle Sozialarbeiter schnell wichtige Partner der Lehrerschaft werden“ sagte er, „das zeigt, dass unser System mit der Koordination durch Frau Kohl-Massey und den Trägern, wie in diesem Fall dem Internationalem Bund, gut funktioniert.“

Florian Wietschorke ist beim Internationalen Bund (IB) angestellt und an vier Tagen in der Schule am Diebsturm zu erreichen. Eineinhalb Tage in der Woche unterstützt er Schüler und Lehrer in der Grundschule Stangenrod – mit großem Erfolg, wie Hildegard Haarhoff bescheinigt. Während die Grundschule am Diebsturm schon seit 2012 eine Sozialarbeiterin im Umfang einer halben Stelle hatte, ist deren Nachfolger Wietschorke jetzt mit einer vollen Stelle beschäftigt und für beide Schulen im Tandem zuständig. Der Landkreis hat Sozialarbeit an Grundschulen von 2012 bis 2014 modellhaft an acht Standorten getestet und seit Sommer als Regelangebot festgeschrieben und weiter ausgebaut, „weil frühestmögliche Prävention der beste Schutz vor späteren Problemen darstellt“, wie Oßwald klarmachte.

Der neue Sozialarbeiter sei ein großer Gewinn und eine Bereicherung für die Schule, berichtete Hildegard Haarhoff. Auch ihre Kollegin Anja Peppler spricht nur positiv vom neuen Mitglied der Schulgemeinschaft. Die Verzahnung zwischen dem Unterricht am Vormittag und der Nachmittagsbetreuung funktioniere nun besser. Auch Ralf Finthammer vom IB ist froh, mit dem jungen Mann nun einen Sozialarbeiter gefunden zu haben, der hoffentlich lange an den Grünberger Schulen bleiben wird. Beide Vorgängerinnen waren nach recht kurzer Zeit aus persönlichen Gründen ausgeschieden.

Koordiniert wird die Sozialarbeit an Schulen im Landkreis Gießen von Nicole Kohl-Massey, Telefon: 0641 9390-9392, E-Mail: nicole.kohl-massey@lkgi.de.

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Julia Schmidt
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