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Ein Zeichen der Wertschätzung: 274 Engagierte erhalten Ehrenamtscard im Kloster Arnsburg

Gießen | „Es geht heute darum, Danke dafür zu sagen, dass Sie über lange Zeiträume hinweg und mit einem Einsatz von mindestens fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig sind“, sagte Landrätin Anita Schneider während ihrer Rede zur zehnten Verleihung der Ehrenamtscard. Hierzu waren 274 Bürgerinnen und Bürger in den Mönchssaal des Klosters Arnsburg gekommen. Diese von der Kreisvolkshochschule organisierte Veranstaltung sei gelebte Anerkennungskultur. Damit werde die Wertschätzung gegenüber jedem Einzelnen ausgedrückt, „der sich für seine Mitmenschen und damit für die Gesellschaft engagiert“.

Diese Wertschätzung spiegelte sich in den anwesenden Bürgermeistern der Städte und Gemeinden. „Wir alle haben berufliche und private Verpflichtungen“, sagte Bernd Wieczorek (Lollar) im Namen aller. Die investierte Zeit sei nicht selbstverständlich. „Wenn jeder nur Dienst nach Vorschrift leisten würde, unsere Gesellschaft könnte nicht mehr funktionieren.“ Pfarrer Bernd Apel, Beauftragter für Ökumene der Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den Themen Toleranz und Respekt aus religiöser Sicht.

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Landrätin Anita Schneider richtete ihren Blick auf den adventlichen Moment als „eine Zeit, in der wir uns auch mal eine Pause vom hektischen Alltag gönnen sollten, so wie heute Abend“. Die Aktiven hätten viel geleistet und könnten zufrieden sein mit ihrem Engagement und dem, was sie der Gesellschaft gegeben haben. In ihrer Dankesrede hob sie aus aktuellem Anlass die ehrenamtliche Unterstützung in der Flüchtlingshilfe hervor. „Krieg, Verfolgung und unmenschliche Zustände zwingen derzeit viele Menschen zur Flucht“, erklärte sie.

Und einige der rund 110.000 Menschen, die in Deutschland einen Asylantrag stellen, kämen auch in Stadt und Landkreis Gießen an. „Und wieder ist es die Zivilgesellschaft, das ehrenamtliche Engagement, die das umsetzt, was Politik in Sonntagsreden fordert: Ein glaubwürdiges Willkommen.“ Es müsse das Anliegen aller sein, dass Willkommenskultur nicht zum Modewort ohne Inhalt werde. Vielmehr handele es sich um eine Einstellung, Vielfalt in der Mitte der Gesellschaft verankern zu wollen.

„Ein solches Ziel wird und muss auch durch die Politik begleitet werden.“ Letztlich kommt es aber jeden Einzelnen an. Das vermittelten derzeit 200 ehrenamtlich Tätige in den derzeit betrieben 15 Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber des Landkreises Gießen. „Sie begleiten die Menschen beim Einkaufen, zum Arzt, zu Behörden, helfen bei den Hausaufgaben oder beim Lernen der deutschen Sprache“, führte Anita Schneider aus. Aber auch Vereine engagierten sich.

So trainierten Asylbewerber mit im heimischen Fußballclub. In Stangenrod werde gemeinsam ein Theaterstück eingeübt, ein heimischer Künstler biete Malkurse an oder es werden gemeinsame Feste gefeiert. „Das ist gelebte Anerkennungs- und Willkommenskultur. Es sind Sie, die auch hier eine Vorreiterrolle übernehmen.“

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