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„Ein Mann, mit dem man sich immer gut streiten konnte“ hört auf

Gießen | Nach 24 Jahren gibt Dieter Heller sein Amt als Vertrauensmann der Schwerbehinderten auf.

Landkreis Gießen. Er hat seit 1986 in der Schwerbehindertenvertretung der Kreisverwaltung mitgewirkt, war über 24 Jahr als Vertrauensmann an dessen Spitze: Dieter Heller – „ein Mann, mit dem man sich immer gut streiten konnte“, sagen die Kollegen voller Anerkennung. Nun gibt er wegen des bevorstehenden Ruhestands sein Amt auf. Weggefährten und Vertreter der Verwaltungsspitze haben den Vertrauensmann feierlich verabschiedet und ihn wissen lassen, wie sehr sie seine Leistung schätzen – auch wenn er bisweilen unbequem war.

Erster Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald bescheinigte Dieter Heller im Namen der gesamten Verwaltungsleitung, dass die Zusammenarbeit mit ihm nicht immer einfach, aber stets konstruktiv und in den allermeisten Fällen zielführend war. Als größtes Projekt in der gemeinsamen Zeit nannte Oßwald den Umzug der Kreisverwaltung an den Riversplatz, bei dem Dieter Heller unnachgiebig für den Abbau von Barrieren für Schwerbehinderte eintrat und auch erfolgreich umsetzte.

Die langjährigen Kollegen bestätigten dies
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und dankten mit persönlichen Worten. Personalratsvorsitzende Monika Ziemer würdigte seine Lust am konstruktiven Streit ohne dabei nachtragend zu sein. „Du warst stets mit ganzem Herzen engagiert“, sagte sie. Dieter Heller selbst entgegnete: „Ja, ich erinnere mich an rasante Zeiten, in denen ich wutschnaubend eine Sitzung verlassen habe.“

„Dieter hatte mit seinem unverrückbaren Standpunkt oft Recht“, gab Claudia Schmidt, Mitglied der Schwerbehindertenvertretung, rückblickend zu, „auch wenn einige das erst beim zweiten Nachdenken verstanden haben.“ Sie hatte anlässlich der Verabschiedung in den Akten geblättert und das Berufungsschreiben des damaligen Landrats Rüdiger Veit vom 18. Dezember 1990 gefunden, in dem es heißt: „Ich wünsche Ihnen stets gutes Gelingen und das notwendige Quentchen Fortüne, das zur Ausübung Ihres Aufgabengebiets notwendig ist.“

Über das „notwendige Quentchen Fortüne“ hatte Dieter Heller während seiner Amtszeit stets verfügt. Er war ein Freund des „kurzen Dienstwegs“, ein echter Kämpfer für seine Klienten, der viel mit seinem Einsatz erreicht hat. „Dieter hat immer den jeweiligen Menschen gesehen, in seiner gesamten Person“, erläuterte Claudia Schmidt sein Selbstverständnis. Das Vertrauensverhältnis, das die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort mit ihm hatten, bestätigt dies. „Ich habe viele persönliche Gespräche geführt und viele Kollegen haben Hilfe gesucht. Das hat immer Spaß gemacht, ist aber auch anstrengend“, sagte Dieter Heller über seine Arbeit.

Seit 1996 war Dieter Heller mit einer halben Stelle freigestellt, um sich um die Aufgaben als Vertrauensmann kümmern zu können. Nun gibt er sein Amt ab. Als Nachfolger haben die wahlberechtigten Schwerbehinderten Gerhard Greilich gewählt, der nun für alle Kreisverwaltungsmitarbeiterinnern und -mitarbeiter mit Behinderung der Ansprechpartner ist. Die Amtszeit beginnt für ihn und seine gewählten Stellvertreter ab dem 1. Dezember 2014.

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