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„Der Kuss der Spinnenfrau“: Ein unvergessliches Musical mit aktuellen Themen

Valentin (Thomas Christ) (l.) und Molina (Andrea M. Pagani) (r.) in einer Szene.
Valentin (Thomas Christ) (l.) und Molina (Andrea M. Pagani) (r.) in einer Szene.
Gießen | Im dunklen Theater leuchtet ein riesiges blaues Spinnennetz auf der Bühne. Das ist der Anfang des spannenden Musicals „Der Kuss der Spinnenfrau“ von John Kander und Fred Ebb im Stadttheater Gießen, das in der Inszenierung von Intendantin Cathérine Miville, unter der Musikalischen Leitung von Andreas Kowalewitz, mit Bühnenbildern von Lukas Noll, Kostümen von José-Manuel Vázquez sowie Choreografien von Tarek Assam und Anthony Taylor das Publikum fesselt. Die Theatergänger können sich auf die Interpretation der drei Hauptrollen durch Andrea M. Pagani als Molina, Thomas Christ als Valentin und Sophie Berner als Aurora bzw. Spinnenfrau freuen.
Die zwei Männer sind Häftlinge in einem Gefängnis eines totalitären Staates und teilen sich die Zelle. Valentin ist ein linker Aktivist, Molina ein homosexueller Schaufensterdekorateur. Folter, Demütigung, Schläge müssen die Gefangenen täglich ertragen. Molina hat aber einen Ausweg aus der Verzweiflung gefunden: Er denkt an seine Lieblingsfilme mit der Diva Aurora, die er als Kind liebte, und vergisst sich in dieser pracht- und phantasievollen Welt. Langsam gelingt es ihm, auch Valentin in seine phantastischen Erzählungen mitzunehmen.
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Theater (410)Stadttheater Gießen (233)Musical (121)Der Kuss der Spinnenfrau (1)
Die Zuschauer werden ebenfalls vom harten Gefängnisleben in die Musikfilm-Welt mitgenommen. Die Gitter der Gefängniszellen gehen in den Schauplatz für Musicalchoreografien mit glitzernden Kostümen und Filmszenen über, die in der grauen Stimmung des Gefängnisses wieder verschwinden. Dank Bühnenbilder, Schauspiel, Gesang und Tänze erlebt das Publikum die unmenschliche Behandlung der Häftlinge und die Flucht aus diesen schrecklichen Bedingungen mit.
Aber in diesen Phantasien erscheint nicht nur die Diva Aurora mit ihren abenteuerlichen Liebesgeschichten und leichten Atmosphären, sondern immer wieder auch die bedrohliche Figur der Spinnenfrau mit ihren tödlichen Küssen, die von einem genauso beunruhigenden musikalischen Motiv und dunklen, spinnennetzartigen Hintergründen begleitet wird.
Die Interpretation der Schauspieler, des Chors des Stadttheaters Gießen, der Tanzcompagnie Gießen und des Philharmonischen Orchesters Gießen trägt zu einer unvergesslichen Musicalerfahrung bei. „Der Kuss der Spinnenfrau“ soll aber nicht nur eine Aufführung auf dem höchsten künstlerischen Niveau sein. Die Themen, die auf der Bühne dargestellt werden, sind ernst und sehr aktuell. Vor der tragischen Geschichte von Valentin und Molina wird das Publikum über Menschenrechte, totalitäre Regimes, Folter und unmenschliche Lebensbedingungen im Gefängnis, Diskriminierung und Homosexualität nachdenken.
Der lang applaudierten und mit Bravo-Rufen bejubelten Premiere am 7. Dezember folgen in diesem Jahr noch zwei Vorstellungen am 13. und 18. Dezember sowie weitere Termine bis Ende der Saison im Juli 2015 (http://www.stadttheater-giessen.de/kalender/veranstaltungsansicht/event/2321/getdate/66600/view/event/type/tx_cal_phpicalendar/lastview/view-list).

Valentin (Thomas Christ) (l.) und Molina (Andrea M. Pagani) (r.) in einer Szene.
Valentin (Thomas Christ)... 
Flucht in die Filmwelt mit Diva Aurora (Sophie Berner).
Flucht in die Filmwelt... 
Eine Szene im Gefängnis mit Valentin/Christ (Mitte vorne), Molina/Pagani (Mitte hinten), dem Opernchor und der Tanzcompagnie.
Eine Szene im Gefängnis... 
Sophie Berner als bedrohliche Spinnenfrau.
Sophie Berner als... 

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Kommentare zum Beitrag

361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 12.12.2014 um 11:35 Uhr
Beeindruckend in seiner genialen Schlichtheit. An vielen Orten müsste man sich Karten auf dem Schwarzmarkt besorgen. In Gießen ist morgen noch Platz genug...
361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 22.12.2014 um 10:54 Uhr
Endlich: Die Qualität scheint sich rumzusprechen... gut so!
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von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
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