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Teilnehmer-Rekord bei Fortbildung der Notfallretter

Gießen | „Die Aus- und Fortbildung stellt sicher, dass wir im Landkreis Gießen im Bereich Rettungsdienst auch weiterhin eine hohe Versorgungsqualität garantieren können“, lobte Gießens Landrätin Anita Schneider. Als Träger des Rettungsdienstes hat der Landkreis Gießen erneut seine Notfallretter geschult, diesmal in den Räumen der Johanniter-Unfall-Hilfe in Linden.

Dabei wurde mit 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein neuer Teilnehmer-Rekord erzielt, darunter Notärzte, Leitende Notärzte, Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Landkreises Gießen und der Nachbarkreise, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter sowie Rettungshelfer der Johanniter und des Roten Kreuzes, Mitarbeiter der Zentralen Leitstelle des Landkreises Gießen sowie der Berufsfeuerwehr Gießen.

Neben der Vorstellung der Handhabung von Kohlenstoffmonoxid-Warngeräten im Rettungsdienst und einem Erfahrungsbericht zur erfolgten Einführung der Software IVENA, dem Interdisziplinären Versorgungsnachweis zur Patientenzuweisung, war ein weiterer Schwerpunkt die Dynamische Patientensimulation bei einem „Massenanfall von Verletzten“ (MANV). Wesentliche Lernziele dabei waren unter anderem die Strukturierung der Einsatzstelle.

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Simon Little (1)Rettungsdienst (41)Landkreis Gießen (1826)Anita Schneider (535)
Dazu zählten frühzeitige Lagemeldung, Absicherung der Einsatzstelle und Erkennen besonderer Gefahren, Vorsichtung, Ordnung des Raumes, Aufgaben der kommissarischen Einsatzleitung Rettungsdienst, Zusammenarbeit mit der tatsächlichen Einsatzleitung Rettungsdienst / dem Leitungsdienst, sowie die Krankenhaus-Patientenzuweisung unter Einbeziehung des Ticketsystems.

„Massenanfälle von Verletzten sind zwar nicht die Regel im Rettungsdienstalltag, stellen aber immer eine große organisatorische Herausforderung für die beteiligten Retter dar“, sagte Marco Schulte-Lünzum, Rettungsdienstleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Mittelhessen.

„Daher ist es zwingend notwendig, dies immer wieder so realistisch wie möglich zu trainieren, damit die Helferinnen und Helfer gut vorbereitet sind auf solch schwierig zu überblickende Situationen“, erläutert der ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises Gießen, Dr. Simon G. Little.

Als Trainingssystem kam die „Dynamische Patientensimulation“ (DPS) der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) zur Anwendung. Mittels dieser wurde auf spielerische Art und Weise die Einsatzstelle in die Schulungshalle geholt und dabei die Bewältigung eines Einsatzes mit bis zu 50 Betroffenen oder Verletzten trainiert. Das Erkennen, Aushalten und Bewältigen einer „vermeintlich unüberschaubaren Mangelsituation“ in Bezug auf Personal und Material - unter Beibehaltung einer möglichst individualmedizinischen Versorgung - war ein weiteres Lernziel.

Das vom Landkreis erarbeitete Konzept fand großen Anklang und wurde sogar als Wiederholungsseminar für Leitende Notärzte von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Leitende Notärzte müssen alle drei Jahre ein entsprechendes Wiederholungsseminar zur Erhaltung Ihrer Qualifikation, in der Regel bei der Landesärztekammer, absolvieren.

Landrätin Anita Schneider zeigte sich erfreut über die große Resonanz und dankte den Organisatoren und Referenten der Fortbildung, Dr. Simon Little, Horst Jeckel (beide Landkreis Gießen), Dirk Rausch, Jens Dörr, Marco Schulte-Lünzum (Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.), Alexander Hejny und Heinz-Georg Jäger (DRK Rettungsdienst Mittelhessen).

Gleichzeitig bedankte sie sich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe für die Zurverfügungstellung der Veranstaltungsräume.
„Für unsere Notfallfachleute, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche in Bereitschaft stehen, sind solche Fortbildungen zur Vorbereitung auf Extremsituationen wichtige Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Schließlich müssen sie sich ständig damit auseinandersetzen, dass die Wissenschaft für Innovationen und Veränderungen in der Notfallmedizin sorgt.

Die stetige Fortbildung ist daher unbedingt notwendig, damit jeder von uns in einer Notfallsituation optimal versorgt wird“, sagte Anita Schneider und dankte allen im Rettungsdienst Tätigen für Ihre besondere Einsatzbereitschaft.

Die nächste Fortbildung für die Notallretter findet im Rahmen des 14. Mittelhessischen Rettungsdienstsymposium in Großen-Buseck am 16. und 17. Januar statt.

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