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Das Leiden der Gänse: Kotzen nach dem Weihnachtsbraten und „Gans“ ganz üble Albträume unter der Daunendecke

Wer sich schon einmal selbst ein Bart- oder Haupthaar ausgerissen hat, kann erahnen, welche entsetzlichen Schmerzen die Tiere beim „Lebendrupf“ erdulden müssen. Dieses Foto wurde heimlich in China aufgenommen.
Wer sich schon einmal selbst ein Bart- oder Haupthaar ausgerissen hat, kann erahnen, welche entsetzlichen Schmerzen die Tiere beim „Lebendrupf“ erdulden müssen. Dieses Foto wurde heimlich in China aufgenommen.
Gießen | Wer sein müdes Haupt in ein Daunenkissen gräbt, sollte auf schlimmste Albträume gefasst sein. Solche, die dem Schlaf Suchenden selbigen rauben, die ihm den Angstschweiß auf die Stirn treiben und in denen das Grauen riesengroß Gestalt annimmt. In diesen Horrorszenarien spielen Gänse eine entscheidende Rolle. Gänse, die jämmerlich schreien, denen die Federn bei lebendigem Leib ausgerissen werden, deren nackte Körper mit blutigen Striemen und Wunden übersäht sind. Gänse, denen die Flügel gebrochen und herausgerissene Fleischfetzen eben mal ohne Betäubung wieder angenäht werden, damit sie noch ein paar Wochen durch halten. Und dann beginnt die Tortur von vorne. Das Schreckliche daran: Das ist gar kein (Alb-)Traum, sondern bittere Wirklichkeit. Eine, vor der wir gerne die Augen verschließen, wie es jener zu tun versucht, dem angesichts der schockierenden Bilder der selige Schummer hoffentlich versagt bleibt.
Aus Gänsedaunen hergestellte bzw. mit solchen gefütterte Produkte, seien es nun Kissen, Decken, Schlafsäcke oder Jacken/Mäntel, mögen ja besonders warm und vielleicht auch angenehm-flauschig sein, aber ihre gepeinigten
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Vorbesitzer zahlen einen verdammt hohen Preis dafür. Dafür, dass wir nicht frieren müssen. Und dafür, dass wir unsere Revuekörper in modisch-funktionalen Chic kleiden. Sie lassen ihre Federn für einen zweifelhaften Komfort, zu dem es längst adäquate synthetische und pflanzliche Alternativen gibt: PrimaLoft, Thinsulate oder Thermolite beispielsweise. Die aus Palmen gewonnene Pflanzenfaser Kapok, die so genannte „Pflanzendaune“, eignet sich hervorragend als Ersatz.

„Pusztarupf“: Die Ungarn haben das Perverse System perfektioniert

Man nennt dieses in der EU eigentlich verbotene Verfahren zur Gewinnung von Daunen „Harvesting“ oder auch "Lebendrupf". Nomen est omen! Und dabei unterscheiden Täter und Abnehmer zwischen Erst-, Zweit-, Dritt- und Mutterrupf usw. Das ist auch eine Spezialität vor allem unserer ungarischen Partner, die dieses System unter der Bezeichnung "Pusztarupf" massen-industriell perfektioniert haben und es Jahr für Jahr an 300.000 Tieren praxisnah erproben. Aber auch die Polen (und die Russen) sind da wenig zimperlich, die Chinesen sowieso nicht.
Wer sich eigenhändig schon mal selbst ein Bart- oder Kopfhaar ausgerissen hat, bekommt eine vage Vorstellung davon, was das gepeinigte Federvieh dabei
Und so sehen die Tiere aus, wenn die „Federbrigaden“ ihre Arbeit getan haben. Immerhin können sie sich glücklich schätzen, die Tortur überlebt zu haben.
Und so sehen die Tiere aus, wenn die „Federbrigaden“ ihre Arbeit getan haben. Immerhin können sie sich glücklich schätzen, die Tortur überlebt zu haben.
durchmacht. Zwischen acht und 20 Euro erzielen die Produzenten auf dem Markt derzeit für das Kilo Daunen; eine Gans bringt pro Rupf etwa 150 Gramm. Leute, die mathematisch nicht völlig mit dem nassen Handtuch gesalbt worden sind, können sich ausrechnen, wie viele Tiere für ihr (sicherlich teuer erkauftes) Wams ihre Federn haben lassen müssen. Mehrmaliges Rupfen steigert da natürlich den Profit ungemein, zumal Schlachtware durch den Einsatz von Maschinen eher beschädigt und mühsamer zu verarbeiten ist.
"Geerntet" wird im Akkordverfahren. Sogenannte "Federbrigaden" fallen über die Gänse her und agieren dabei ziemlich effektiv - und rigoros. Die Aktivisten klemmen sich die Tiere häufig einfach kopfüber zwischen die Knie und reißen ihnen büschelweise das Federkleid aus. Wobei, siehe oben, den in Panik geratenen Wesen nicht selten die Schwingen gebrochen oder Hautlappen herausgerissen werden, die, man weiß sich ja zu helfen, anschließend mit Nadel und Faden und ohne Betäubung wieder angenäht werden. Oder man überlässt die völlig verängstigten Tiere mit offenen Wunden ihrem Schicksal. Die personalsparende Variante ist der sogenannte "Maschinenrupf". Dabei wird eine (lebende) Gans an eine schnell rotierende Metallscheibe gehalten, die ihr die Federn aus der Haut reißt.
Etwas Schwund ist immer drin. Dieses Tier hat es hinter sich und starb seinem Peiniger unter der Hand weg. Ändert aber nix am weiteren Verwertungskreislauf. Die Daunen in die Jacke, das Fleisch in die Röhre.
Etwas Schwund ist immer drin. Dieses Tier hat es hinter sich und starb seinem Peiniger unter der Hand weg. Ändert aber nix am weiteren Verwertungskreislauf. Die Daunen in die Jacke, das Fleisch in die Röhre.
Und, machen wir uns nichts vor, auf deutschen Geflügel- bzw. Gänsefarmen ist solches zwar nicht gleich die Regel, aber die geflissentlich tolerierte Ausnahme. Und die Vorteile liegen auf der Gänseleber: Die Tiere können auf diese Weise, bevor sie endgültig erlöst werden, in ihrem kurzen Leben mehrmals gemolken, nee, pardon, gerupft werden. Zwischen vier- und sechsmal werden sie in Folge auf diese Weise "entkleidet", bevor der Schlächter dem Martyrium ein Ende setzt. Wenn sie dann als leckerer Braten auf unserer weihnachtlichen Festtafel landen, haben sie das Schlimmste überstanden und hinter sich. Mit diesem Wissen schmeckt die Keule doch gleich viel bessere. Guten Appetit!

Und plötzlich haben alle die Mauser

Dieses Verfahren an lebenden Tieren ist in Deutschland zwar verboten, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Außerdem hat die EU den "Produzenten" ein Schlupfloch gelassen, schönfärberisch "Mauserraufe" genannt. Haben die Gänse die Mauser, was dann kurioserweise meist und plötzlich bei allen Tieren eines Bestandes auf einmal der Fall ist, dürfen ihnen die Daunen schonend "abgekämmt“ bzw. „ausgestrichen“ werden. Haha! Der „Ertrag“ bei dieser Methode ist im Vergleich zum Radikalrupfen
Gänse sind liebenswerte, stolze und intelligente Tiere. Aber der Mensch tut ihnen entsetzliche Grausamkeiten an.
Gänse sind liebenswerte, stolze und intelligente Tiere. Aber der Mensch tut ihnen entsetzliche Grausamkeiten an.
verschwindend klein. Warum sich mit dem Spatz begnügen, wenn es auch die Taube gibt? Kontrolliert wird das meist sowieso nicht. Dabei sind Gänse nicht nur äußerst liebenswerte, sondern auch kluge Tiere. Und haben sie einst nicht das Kapitol in Rom vor den anstürmenden Kelten gerettet? Das ist jetzt der Dank dafür.
Die Bilder und Videos, wie sie auch bei Youtube kursieren, sind aufwühlend und dokumentieren unfassbares Leiden. Vielleicht sollte man sich das vor der nächsten Shoppingtour mal anschauen. Könnte die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen: http://www.youtube.com/watch?v=Bx8rCAQf04c Zugabe gefällig? http://www.youtube.com/watch?v=aam7dFk85Ig
Der einschlägige Handel wird zwar nicht müde zu beteuern, dass seine Produkte nur unter Verwendung von Daunen bereits toter Tiere hergestellt sind ("Totrupf"), doch bleibt er den Beweis dafür schuldig. Alle einschlägigen (Fantasie-)Siegel, die dieses bezeugen und belegen sollen, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Trübe Quellen, dunkle Vergangenheit

Untersuchungen der Stiftung Warentest haben keinen einzigen Fall zutage
Guten Appetit! Vielleicht sollten wir unseren weihnachtlichen Speiseplan doch noch einmal überdenken. Zum Kotzen!!! Die Vorstellung, was diese Gans in ihrem Leben möglicherweise hat erdulden müssen, müsste eigentlich zwingend Brechreiz hervorrufen.
Guten Appetit! Vielleicht sollten wir unseren weihnachtlichen Speiseplan doch noch einmal überdenken. Zum Kotzen!!! Die Vorstellung, was diese Gans in ihrem Leben möglicherweise hat erdulden müssen, müsste eigentlich zwingend Brechreiz hervorrufen.
gefördert, bei dem sich die Verwertungskette lückenlos bis zum Erzeuger zurückverfolgen ließe. Irgendwann verliert sich die Spur im Trüben. Und der einschlägige Handel ist nicht bereit, seine Quellen offen zu legen und zu verifizieren. Und so lange muss der Verbraucher davon ausgehen, dass das Produkt, das er erwirbt, eine dunkle Vergangenheit hat. Eine solche hat es so oder so, auch oder erst Recht dann, wenn es "nur" als Gänsebraten "made in France", Bulgarien, Ungarn oder Spanien daherkommt. Hat das Schicksal der Kreatur die undankbare Rolle einer Mast. bzw. Stopfgans zugedacht, leidet sie doppelt und dreifach. Aber das ist wieder ein ganz anderes, nicht minder entsetzliches Kapitel, das zeigt, zu welch unsäglicher Grausamkeit der sich als "Krone der Schöpfung" wähnende Mensch gegenüber seinen Mitgeschöpfen fähig ist.

Es gibt bessere und günstigere Alternativprodukte

Tierschutzorganisationen wie PETA, Vier Pfoten oder IFAW (International Fund for Animal Welfare) und andere laufen seit Jahren Sturm gegen die Praxis des "Lebendrupfs". Immerhin ist eine Wende zum Guten dahingehend zu erkennen, dass immer mehr Verbraucher die zweifelhaften, vorgestrigen Daunenwaren links liegen lassen und zunehmend auf Alternativprodukte
Die Heilige Gänseliesel sei mein Zeuge: Ich möchte so etwas nie mehr auf meinem Teller sehen!
Die Heilige Gänseliesel sei mein Zeuge: Ich möchte so etwas nie mehr auf meinem Teller sehen!
zurückgreifen. Diese, so Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA Deutschland, seien in Punkto Verträglichkeit Pflege, Ökologie und Preis sowieso besser: „Moderne pflanzliche und synthetische Füllmaterialien sind wärmend, leicht, atmungsaktiv und vor allem unschlagbar preiswert". Wer unter Hausstauballergie leide, sei mit einer synthetischen Hohlfaserfüllung am besten beraten, denn diese Bettwäsche lasse sich am einfachsten regelmäßig waschen und trocknen.
Also besteht eigentlich keine Notwendigkeit, auf Daunenprodukte zu setzen. Es sei denn, man/frau betrachtet das unter Status-Gesichtspunkten. So etwas soll es ja auch geben, und das ist ja noch viel kranker und perverser. Tiere nur deshalb zu opfern, weil ein Dödel/Dödelin meint, er müsse etwas darstellen. In China ist diese Einstellung weit verbreitet. Dort ist eine teure Daunenjacke auch irgendwie ein Statussymbol. Bei uns teilweise auch (noch)….
Möge der Gänsebraten, der ja bei vielen traditionell zu Weihnachten (und nicht nur dann) auf den festlich gedeckten Tisch kommt, den Freizeit-Gourmets im Halse stecken bleiben. Und all jene, die ihre Revuekörper unter flauschigen Daunendecken räkeln bzw. mit solchen gefütterte Jacken und Mäntel spazieren tragen, wünsche ich aus pädagogischen Gründen Pickel an den A… - und gleichzeitig so kurze Arme, dass sie sich dort nicht kratzen können.

Wer sich schon einmal selbst ein Bart- oder Haupthaar ausgerissen hat, kann erahnen, welche entsetzlichen Schmerzen die Tiere beim „Lebendrupf“ erdulden müssen. Dieses Foto wurde heimlich in China aufgenommen.
Wer sich schon einmal... 
Und so sehen die Tiere aus, wenn die „Federbrigaden“ ihre Arbeit getan haben. Immerhin können sie sich glücklich schätzen, die Tortur überlebt zu haben.
Und so sehen die Tiere... 
Etwas Schwund ist immer drin. Dieses Tier hat es hinter sich und starb seinem Peiniger unter der Hand weg. Ändert aber nix am weiteren Verwertungskreislauf. Die Daunen in die Jacke, das Fleisch in die Röhre.
Etwas Schwund ist immer... 
Gänse sind liebenswerte, stolze und intelligente Tiere. Aber der Mensch tut ihnen entsetzliche Grausamkeiten an.
Gänse sind liebenswerte,... 
Guten Appetit! Vielleicht sollten wir unseren weihnachtlichen Speiseplan doch noch einmal überdenken. Zum Kotzen!!! Die Vorstellung, was diese Gans in ihrem Leben möglicherweise hat erdulden müssen, müsste eigentlich zwingend Brechreiz hervorrufen.
Guten Appetit!... 
Die Heilige Gänseliesel sei mein Zeuge: Ich möchte so etwas nie mehr auf meinem Teller sehen!
Die Heilige Gänseliesel... 

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 06.12.2014 um 22:19 Uhr
Sehr guter Beitrag !!!
Ich habe in diesem Winter in einem Bettenfachgeschäft (!) eine warme Decke für den Winter gekauft - Daunen wurde mir angepriesen, denn in deren Decken ( made in germany ) befänden sich keine Daunen aus Lebendrupf. " Sie distanzieren sich davon " hörte ich den Verkäufer reden. Ich entschied mich für Hohlfaserfüllung - wir besitzen aber auch noch Daunendecken ( ich Dödelin ) , aber vor 5 Jahren war das nicht so bekannt.
Deshalb Danke für Ihren Beitag - Aufklärung tut Not !
Jürgen Heimann
2.591
Jürgen Heimann aus Gießen schrieb am 06.12.2014 um 22:41 Uhr
Ich kann nicht ausschließen, dass sich in meinem „Dödel“-Haushalt auch noch so ein Zeugs befindet. Aber wie Sie schon darlegen, bei früheren Käufen war unsereins noch nicht so sensibilisiert und verfügte nicht über die entsprechenden Hintergrundinformationen. Aber Sie bringen mich da auf eine Idee. Man sollte mal eine kleine Tour durch entsprechende „Fach-Geschäfte unternehmen, sich einfach dumm und naiv stellen und mal nachfragen, was es denn mit diesen Horrormeldungen auf sich hat. So ein bisschen „Wallraffen“. Auf die Antworten des Personals bzw. des „Chefes“ bin ich gespannt….
Nicole Freeman
10.759
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 07.12.2014 um 08:57 Uhr
Tun sie das ! Ausklaerung tut Not ! Viele Verkaeufer bekommen die Schulungen nur von den Firmen selbst und da wird jemand der Daune verkauft immer nur Daune schoen reden. Die Hohlfaser ist nicht nur leichter und waermer sondern auch einfacher zu reinigen.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 07.12.2014 um 18:50 Uhr
Solche Art Aufklärung - auch wenn schon oft drauf hingewiesen - tut immer wieder not.
Andrea Mey
10.947
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 07.12.2014 um 21:25 Uhr
Sehr guter Beitrag!
Auch ich zähle zu den "Dödelins", die aus Unwissenheit noch Daunendecken haben. Beim Kauf einer neuen Decke werde ich unbedingt darauf achten. Daunenjacke habe ich zum Glück keine.
Weihnachtsgans kommt bei uns nicht auf den Tisch.
361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 15.12.2014 um 12:24 Uhr
Es geht auch ohne Gans. Meine Hohlraumfaserdecke ist kuschelig und mein Käseschnitzel kommt ohne Gänsekeule aus.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Heimann

von:  Jürgen Heimann

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Jürgen Heimann
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