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"Kollateralschäden": Giftweizen lässt nicht nur Mäuse, sondern auch viele andere Wildtiere qualvoll verrecken

Klein, drollig und verhasst. Weil der Mensch auch ihren natürlichen Feinden das Leben schwer macht, haben sich Mäuse mancherorts stark vermehren können und lassen es sich auf den Feldern der Landwirte gutgehen.
Klein, drollig und verhasst. Weil der Mensch auch ihren natürlichen Feinden das Leben schwer macht, haben sich Mäuse mancherorts stark vermehren können und lassen es sich auf den Feldern der Landwirte gutgehen.
Gießen | Keiner lässt sich gerne die Butter vom Brot nehmen, auch unsere Bauern nicht. Die suchen im aktuellen Fall aber weniger nach einer Frau, denn nach Zinkphosphid. Ein perfides Zeug, das in erster Linie dazu dient "schädliche Nagetierpopulationen zu verringern". Das ist ein Euphemismus, eine beschönigende, verharmlosende Umschreibung für die Massenvernichtung von Mäusen auf breiter Front.
Die kleinen gefräßigen Kerlchen hätten, so die Klage, bedingt durch den milden Winter 2013/14 rapide zugenommen und seien für erhebliche Ernteausfälle verantwortlich. Die Angaben über entsprechende Verluste schwanken zwischen 10 und 20 Prozent. Und deshalb wird jetzt, in regional unterschiedlicher Ausprägung, die chemische Keule aus dem Giftschrank geholt. Vertreter der agrarökonomischen Fraktion pflegen selbige mal sachkundig und strikt nach Vorgabe, aber auch schon mal unkontrolliert und fahrlässig zu schwingen. Die Folge sind "Kollateralschäden" in nicht unerheblichem Ausmaße. Motto: Etwas Schwund ist immer drin.
So befällt denn auch schon mal den streng geschützten Feldhamster, Greifvögel, Feldhasen, Saatgänse, Rebhühner,
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Mäuse (12)Massenvernichtung (1)Gifteinsatz (1)
Kraniche oder Hunde von Spaziergängern, so sie von den unbekömmlichen Ködern genascht haben, zunächst eine gewisse Form von Unwohlsein, was dann für die Betroffenen meist mit dem qualvollen Einzug in die ewigen Jagdgründe endet. Wie immer die probaten Mittelchen, die es unter zig verschiedenen Namen im Handel gibt und im Volksmund auch als "Giftweizen" oder "Gifterbsen" bekannt sind, auch heißen, sie alle enthalten den Zinkphosphid-Wirkstoff. Das ist ein starkes Stoffwechsel- und Nervengift, das auch für Wasserorganismen und den Menschen sehr gefährlich ist. Der Tod tritt durch Atemlähmung, Lungenödem oder –kollaps ein. Tilt, game over!
Deshalb gibt es strenge gesetzliche Nutzungsauflagen, auch was das Ausbringen dieses Teufelszeugs anbelangt. Die Appetithappen müssen "verdeckt" ausgebracht, tief vergraben und unzugänglich für andere Lebewesen in den Nagetiergängen versenkt werden, beispielsweise unter Verwendung einer sogenannten "Legeflinte". Grundsätzlich dürfen keine Köder an der Oberfläche zurückbleiben. So weit zur Theorie. Reden wir auch nicht davon, dass es auf diese Art und Weise nicht nur die gemeine Feldmaus trifft, sondern auch die gefährdete und geschützte Feldspitzmaus, die oft dieselben Gänge nutzt wie ihre im Fadenkreuz stehenden Vettern und auch auf die gleichen Nahrungsquellen wie diese zurück greift. Da werden doch alle Sonntagsreden von biologsicher Vielfalt, Artenschutz, Biodiversität und europäischer Verantwortung als Sprücheklopferei entlarvt.
Bio-Waffe: Für den Steinkauz sind Mäuse ein Leckerbissen.
Bio-Waffe: Für den Steinkauz sind Mäuse ein Leckerbissen.
Das Regierungspräsidium in Gießen beispielsweise empfiehlt Hundebesitzern in diesem Zusammenhang, ihre Wuffis in der Feldflur grundsätzlich an der Leine zu führen, da die Ackerflächen Eigentum der Landwirte seien und nicht der Allgemeinheit gehörten. Zum Schutz der angebauten Kulturpflanzen könne der Landwirt "Maßnahmen" ergreifen. Das Graben von Hunden auf landwirtschaftlichen Flächen in Mäuselöchern sei insofern nicht zulässig. Erfolge es trotzdem, sei der Landwirt für daraus resultierende negative Folgen nicht verantwortlich. So einfach ist das. Dieser Logik folgend trägt die Brauerei die Verantwortung, wenn ein Betrunkener nachts in eine ungesicherte Baugrube stürzt, und nicht der Eigentümer, auf dessen Grundstück sich das Loch befand.
Außerdem, so der RP, würden sich Mäuse, so sie den Giftköder gefressen hätten, in ihr unterirdisches Gangsystem zurückziehen, um dort zu sterben. Wie beruhigend - weniger aus der Perspektive der Mäuse freilich. Dadurch werde das Risiko minimiert, dass andere Wildtiere oder auch Hunde mit dem Gift bzw. den vergifteten Opfern in Berührung kämen. Genau das ist aber erst unlängst in Nordhessen passiert. Die Hessenschau berichtete über mehrere solcher Fälle.

Die klassische Mausefalle stellt im Vergleich zum Gifteinsatz noch eine relativ „humane“ Tötungsart dar. Naschen die Tiere aber von mit Zinkphosphid angereicherten Ködern, verenden sie erst nach einem qualvollen, langen Todeskampf.
Die klassische Mausefalle stellt im Vergleich zum Gifteinsatz noch eine relativ „humane“ Tötungsart dar. Naschen die Tiere aber von mit Zinkphosphid angereicherten Ködern, verenden sie erst nach einem qualvollen, langen Todeskampf.
Klassische Konfliktlinie zwischen Ökonomie und Ökologie

Und solches kann auch künftig nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Verstreuen von Gift, so es den Vorgaben entsprechend erfolgt, ist auf landwirtschaftlich, gärtnerisch und forstwirtschaftlich genutzten Flächen legitim und seit vielen Jahrzehnten Praxis. Allerdings müssen jene, die mit solchen gefährlichen Mitteln hantieren, eine Art „Befähigungsnachweis“ führen. Diesen gibt es beispielsweise nach Besuch eines Pflanzenschutzlehrganges, wie ihn die Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises regelmäßig anbietet. Eine Wiederholung ist gemäß Pflanzenschutzgesetz in dreijährigem Turnus Pflicht.
Nebenbei bemerkt: Ein ganzer, von seiner Lobbyarbeit her exzellent aufgestellter und vernetzter Industriezweig lebt ja (auch) von dem Giftensatz, und das nicht einmal schlecht. Auf der anderen Seite fordern Naturschutzverbände nicht erst seit gestern einen Verzicht bzw. ein Verbot solchen Gifteinsatzes ein. An diesem Punkt wird die klassische Konfliktlinie zwischen
Auch Reiher sind geschickte Mäusejäger, aber beim Menschen nicht sonderlich beliebt, weil sie sich ab und an in dessen Fischgründen bedienen.
Auch Reiher sind geschickte Mäusejäger, aber beim Menschen nicht sonderlich beliebt, weil sie sich ab und an in dessen Fischgründen bedienen.
Ökonomie und Ökologie deutlich. Wirtschaftliche Interessen haben da aber schon immer mehr gewogen. Das Beispiel zeigt jedoch auch deutlich, dass es immer dann, wenn der Mensch in den Naturhaushalt eingreift und natürliche Abläufe beeinflusst, in die Hose geht.

Ein Fuchs vertilgt 20 Mäuse pro Tag

Der moderne, überwiegend materialistisch orientierte, aber eigentlich auch zu logischem Denken befähigte Homo Sapiens hat ja die natürlichen Feinde der Mäuse, deren Überhandnehmen er jetzt lauthals bejammert, rigoros dezimiert. Ein Fuchs beispielsweise vertilgt pro Tag bis zu 20 Mäuse, ein Bussard derer zehn. Seit 2009 starben Hessenweit 203.980 Reinekes durch Jägerhand. Und auch 23.367 Dachse. Greifvögel, ob Bussarde, Habichte, Eulen, oder Turmfalken, werden, indem man ihnen die natürlichen Lebensgrundlagen entzieht, verdrängt. Ebenso Mauswiesel und Neuntöter, auf deren Speiseplan die Nager auch ziemlich weit oben rangieren. Wichtige Lebensräume für Mäuse fressende Tierarten sind auch Hecken und Feldgehölze, naturbelassene Ackerrandstreifen und Böschungen, aber die werden gerodet, gemäht bzw. in die Anbauflächen integriert.

Die Natur macht den besseren Job

Möglich, dass der Giftknüppel kurzfristig das wirkungsvollere,
Auch die kleinen Nager sind Teil der Schöpfung, werden aber fast ausschließlich als Schädlinge wahrgenommen.
Auch die kleinen Nager sind Teil der Schöpfung, werden aber fast ausschließlich als Schädlinge wahrgenommen.
effektivere Instrument darstellt. Aber das ist zu kurz gedacht. Man könnte vermehrt Nisthilfen für Schleiereulen oder Turmfalken errichten, für Bussard und Co. auf Feldern und Wiesen Sitzkrücken aufzustellen, von denen aus sie ihrer huschenden Beute auflauern. Und auch mal grundsätzlich darüber nachdenken, ob es sein muss, Füchsen unter meist fadenscheinigen Vorwänden so rigoros nachzustellen. Vielleicht ist auch der Plan des Nordrhein-Westfälischen Umweltministers, Tiere wie Luchse oder Greifvögel generell aus dem Katalog der jagdbaren Arten zu streichen, ein (kleiner) Schritt in die richtige Richtung. Und dann kann die Natur ihren Job machen. Davon versteht sie was und kann das besser als der Mensch. Das hat sie in Millionen von Jahren bis zu dessen Auftauchen ja bewiesen…
Übrigens: Giftweizen im handlichen 1-kg-Eimer gibt es bei Amazon rezeptfrei schon für 11,99 Euronen. Je nach Kundenstatus sogar versandkostenfrei. Damit lässt sich Tausenden von Mäusen und anderem unnützen, schädlichen Kroppszeugs der Garaus machen. Bequemer geht's doch eigentlich nicht ….

Klein, drollig und verhasst. Weil der Mensch auch ihren natürlichen Feinden das Leben schwer macht, haben sich Mäuse mancherorts stark vermehren können und lassen es sich auf den Feldern der Landwirte gutgehen.
Klein, drollig und... 
Bio-Waffe: Für den Steinkauz sind Mäuse ein Leckerbissen.
Bio-Waffe: Für den... 
Die klassische Mausefalle stellt im Vergleich zum Gifteinsatz noch eine relativ „humane“ Tötungsart dar. Naschen die Tiere aber von mit Zinkphosphid angereicherten Ködern, verenden sie erst nach einem qualvollen, langen Todeskampf.
Die klassische... 
Auch Reiher sind geschickte Mäusejäger, aber beim Menschen nicht sonderlich beliebt, weil sie sich ab und an in dessen Fischgründen bedienen. 1
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.12.2014 um 10:14 Uhr
Eine Frage. Kann es dem Menschen über das Grundwasser gefährlich werden?
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.12.2014 um 10:15 Uhr
... oder über sonstige Wege?
Wolfgang Heuser
8.435
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 04.12.2014 um 13:13 Uhr
Gut darüber geschrieben, aber wie kommt man dem Naturschädlichen Treiben bei?
Jürgen Heimann
2.591
Jürgen Heimann aus Gießen schrieb am 04.12.2014 um 18:25 Uhr
@Peter Herold: Natürlich, wenn das Zeug, auf welchen (verschlungenen) Wegen auch immer, ins Grund- oder Trinkwasser gelangt, kann es auch dem Menschen schaden. Ich will mir lieber nicht vorstellen, was das für Auswirkungen haben könnte.
@Wolfgang Heuser: Nur schwer. Das Ausbringen von Gift ist ja unter Auflagen vom Gesetzgeber legitimiert. Und nach Standpunkt des RP ist ja beispielsweise der Hundehalter, dessen Hund einen solchen Giftköder aufnimmt, selbst dran schuld - und nicht der Landwirt. Als Betroffener würde ich jedoch Strafanzeige stellen. Ebenso dann, wenn der Hauch einer Chance besteht, nachweisen zu können, dass beispielsweise ein Wildtier an den Folgen des Giftes verendet ist. Ist ja nicht gesagt, dass ich den Prozess gewinne. Aber somit wäre diese fragwürdige Praxis wenigstens mal juristisch thematisiert.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.12.2014 um 00:35 Uhr
Guter Beitrag Jürgen! Ja klar, da wo Profit gemacht werden kann - hier die Industrie, die dieses Zeugs produziert und verkauft - da wird der Natur- und Tierschutz kaum ein Argument sein können... richtig, die Lobbyarbeit funktioniert auch hier reibungslos "passt auf eure Hunde auf...", wir - die Politik - passen drauf auf, dass die Industrie auch reichlich Gewinne macht...

Klagen? Hm, ich bin da immer etwas pessimistisch wenn man auf die rein "juristische Karte" setzt, Öffentlichkeitsarbeit und breiter Protest bewirken da oft wesentlich mehr...
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.12.2014 um 09:28 Uhr
Da verstehe ich was nicht. Wenn es über das Grundwasser dem Menschen gefährlich werden kann, warum darf es dann in den Boden vergraben, eingebracht werden?
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 05.12.2014 um 18:10 Uhr
Ich kann dem letzten Satz von Stefan nur beipflichten: dagegen hilft nur öffentlicher Protest und Aufklärung. Ist schon zynisch, was der RP da von sich gibt. Es ist immer wieder erstaunlich, was Landwirte in der Landschaft ausbringen dürfen, der Profitmaximierung wegen. Dass Mais in Gülle ertränkt wird, so dass er nur verkrüppelt wächst, Seen aufgrund Nitratanreicherung kippen und mittlerweile über 90% aller Ackerwildkräuter in Deutschland verschwunden sind, ist bittere Realität. Wir alle könnten daran was ändern: z.B. über die Bereitschaft mehr ökologisch produzierte Lebensmittel zu konsumieren. Ohne Druck/Einsicht der Konsumenten wird sich nichts ändern.
H. Peter Herold
29.029
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.12.2014 um 09:29 Uhr
Hallo Dietmar. Nicht vergessen, dass durch die Erzeugung von Biogas die Versalzung der Böden in Deutschland besorgniserregende Konzentrationen erreicht hat. Unter dem Siegel von BIO darf einiges gemacht werden.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.12.2014 um 13:03 Uhr
Was hat der Landwirt von verkrüppelten Mais...wo ist das die Gewinnmaximierung? Das verstehe ich nicht.
Ist BIO wirklich besser oder nur eine zusätzliche Gewinnsparte um den Konsumenten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit einem schlechten Gewissen lässt sich doch auch ganz gut Geld verdienen.
Die meisten kaufen nach dem Prinzip ein...Hauptsache billig.
Der ökologische Anbau wird nicht reichen den Tisch zu decken.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.12.2014 um 21:21 Uhr
Es geht weniger um den Landwirt Herr Büttel, es geht u.a. um die Düngemittelindustrie ( und andere ) von denen der Landwirt völlig abhängig ist. Bio? Das hat Herr Herold doch gerade geschrieben, dass dies keineswegs immer mit "umweltfreundlich" gleichzusetzen ist. Ja, Bio ist zwischenzeitlich auch ein Geschäft geworden, "Greenwashing" eine Modeerscheinung ( die der Umwelt rein gar nichts bringt )... die Diskussion "wer kauft warum was, warum u.a. auch billig usw. usw.", die wurde hier in der GZ schon genauso oft geführt wie die illusionäre Vorstellung, dass allein die Konsumenten ( ohne den Umweltzerstörern das Handwerk zu legen ) die Umwelt retten könnten... das will ich zumindest nicht alles schon wieder wiederholen...
Ob ein ökologischer Anbau nicht reichen könnte um den Tisch zu decken? Sie behaupten hier einfach etwas Herr Büttel und verkaufen dies als "Fakt", wie kommen Sie denn darauf? Ganz Afrika konnte sich schonmal selbst(!) ernähren, überwiegend dadurch, dass jegliche Monokultur verboten war... inwieweit heute noch ( aufgrund weitaus fortgeschrittener Wissenschaft ) noch die Chemiekeule notwendig ist, das wage ich zumindest stark zu bezweifeln... aber so lange dies "billiger" ist, so lange wird sich nichts ändern....
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.12.2014 um 21:52 Uhr
Sie haben natürlich Recht, ich wollte es eigentlich auch mehr als Frage stellen. Die Informationen sagen aus dass man auch mit Bio die Weltbevölkerung ernähren kann. Es gibt aber auch Gegenteilige Aussagen. Deshalb was es eigentlich mehr als Frage gedacht. Kann der ökologische Anbau reichen um den Tisch zu decken? Sie haben es ja in Ihrem Kommentar schon als Frage formuliert. Ich weiß es nämlich nicht und traue den Ökoprofiteuren genau so wenig.
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 09.12.2014 um 14:12 Uhr
Der Einfluss der Konsumenten ist nicht zu unterschätzen. Ich weiß nicht, Stefan, warum Du diesen immer wieder 'klein redest'. Du wirst Deine Gründe haben. Wo habe ich gesagt, der Konsument allein? Selektive Wahrnehmung hilft auch nicht weiter. Das Greening der EU ist eine absolute Mogelpackung, da gebe ich dir Recht. Bald kommt noch Fracking hinzu, die Schreckensliste wird eher länger als kürzer. Frei nach dem Motto: immer lustig und vergnügt, bis der Arsch im Sarge liegt. Und weil dem so ist, hauen wir lieber Milliarden raus um einigen wenigen die Reise auf den Mond/Mars oder sonst wohin zu ermöglichen. Natürlich alles zum Wohle der Menschheit - sorry, musste ich mal los werden.

Die Herstellung/der Verzehr von nach originär festgelegten Standards produzierten Lebensmitteln schont definitiv die Umwelt. Dass in diesem Bereich viele Standards aufgeweicht wurden/werden, spricht für die 'gute Arbeit' der Lobbyisten. Die Umweltschäden, die durch die Agrarindustrie hervorgerufen werden, fließen ja nicht in die Produktionskosten ein. Es ist wie immer: die Profite werden privatisiert, die Schäden/(Folge-)Kosten der Allgemeinheit auf's Auge gedrückt.

@ Herr Büttel: der verkrüppelte Mais ist das Ergebnis einer übermäßigen Fleischproduktion. Die dabei anfallende Gülle wird einfach auf's Feld verbracht. Und zwar in solchen Mengen, dass selbst eine nitrophile Pflanze wie der Mais geschädigt wird. Mal abgesehen von der Nitratbelastung des Grundwassers, dem Leiden der Tiere etc.

Für mich klingt Ihre Stigmatisierung der 'Ökoprofiteure' wie eine Alibi-Diskussion: warum sollte ich was ändern: die 'Anderen' sind ja auch nicht besser.

Stefan hat es schon gesagt: ja es gibt diese Profiteure, daher muss man genau hinsehen. Auch die 'saubere' Windenergie hat ihre Schattenseiten. Heißt aber im Umkehrschluss nicht: zurück zur Kohle oder zur Atomenergie.
Stefan Walther
4.852
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.12.2014 um 20:26 Uhr
Alles klar Herr Büttel!

Dietmar, was habe ich geschrieben? = "...die illusionäre Vorstellung, dass allein die Konsumenten ( ohne den Umweltzerstörern das Handwerk zu legen ) die Umwelt retten könnten... ". Rede ich da den Einfluss der Konsumenten klein, oder spreche ich mich etwa dagegen aus, dass man auch das eigene (Konsum-)Verhalten kritisch überprüfen sollte? Keineswegs, auch das ist wichtig! Aber es wird nicht ausreichen, heute stellt sich die existenzielle Frage = weiter so mit der umwelt- feindlichen und -zerstörerischen Profitwirtschaft, den unverbindlichen "Lippenbekenntnissen"... - und dadurch drohender Untergang der gesamten Menschheit - oder: legt den Profiteuren das Handwerk bevor es zu spät ist.

Nein, natürlich nicht zurück zur Kohle und Atomkraft, Umstellung auf erneuerbare Energie sofort und zu 100 Prozent! Und - und das ist nicht unbedeutend - dadurch Ersatzarbeitsplätze z.B. für die Kumpels.
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 11.12.2014 um 21:14 Uhr
Ich fürchte, nur wenige Kumpels werden davon profitieren. Obwohl, den Opelanern dürfte es egal sein, ob sie nun KFZs oder WEAs zusammenschrauben. Hauptsache, sie hätten eine Perspektive und ein geregeltes Einkommen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Jürgen Heimann

von:  Jürgen Heimann

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