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Kosmetik und Drogerieprodukte ohne Tierleid

von Sylvie Bunzam 02.12.20141046 mal gelesenkein Kommentar
Foto: (c) frei / pixabay
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Gießen | Wann kann der Konsument sicher sein, dass er ein Produkt kauft, das ohne Tierleid hergestellt wurde? Reicht die Kennzeichnung „vegan“ hierfür aus? Dürfen Tierversuche überhaupt noch für solche Produkte durchgeführt werden? PETA50Plus klärt auf!

Das Thema ist komplex und die Antwort ist umfangreich. Damit der Käufer wirklich sicher sein kann, dass kein Tier leiden musste, sollte auf Marken zurückgegriffen werden, die durch PETA zertifiziert sind. Am besten, man druckt sich PETAs Liste tierversuchsfreier Kosmetikhersteller aus und nimmt sie zum Einkaufen mit. Mittlerweile haben 166 Firmen PETA Deutschland e.V. schriftlich versichert, dass für keinen Inhaltsstoff und kein Produkt Tiere leiden mussten. Darunter zum Beispiel Unternehmen wie „Sante“, „Logona“ und „Dr. Hauschka“, die auch in Drogeriemärkten zu finden sind. Die internationale Liste von PETA USA verfügt über mehr als 1500 zertifizierte Unternehmen.

Die großen deutschen Drogerieketten wurden schon mehrfach durch PETA kontaktiert, um ihre Haus-Eigenmarken zertifizieren zu lassen. Doch es scheint daran kein Interesse zu geben, was sehr wahrscheinlich Gründe hat.

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Denn: Die Frage ist, ob diese tatsächlich tierversuchsfrei sind! Auch das „Vegan-Siegel“ ist keine Garantie.
PETA50Plus erläutert die Hintergründe

Tierversuche für Kosmetika sind in Europa zwar seit März 2013 Jahres endgültig verboten, jedoch bezieht sich das nur auf die Endprodukte selber und auf deren als „kosmetische Inhaltsstoffe“ deklarierte Bestandteile. Die meisten Inhaltsstoffe sind jedoch „Chemikalien“ – wie beispielsweise Farb- oder Duftstoffe – und fallen somit unter das europäische Chemikaliengesetz „REACH“, das Tierversuche für diese Stoffe vorschreibt! . Das bedeutet: Die meisten in Deutschland erwerblichen Kosmetikprodukte sind NICHT tierversuchsfrei. Davon abgesehen dürfen Produkte, die VOR dem 11. März 2013 bereits in Europa auf dem Markt waren, auch weiterhin verkauft werden – egal ob tierversuchsfrei oder nicht.
Drogerieketten und ihre Eigenmarken

Jeder kennt sie, die Eigenmarken der großen Drogerien. Viele tragen das “vegan” Siegel, sie vermitteln einen bewussten Umgang mit Natur und Ressourcen. Der Käufer soll ein gutes Gefühl haben, wenn er sich für diese Produkte entscheidet, zudem sind sie attraktiv im Preis. Aber ist das ausreichend? Sind diese Produkte wirklich frei von Tierleid?

Um die Komplexität der Problematik aufzuzeigen, stellt PETA50Plus im Folgenden exemplarisch einen Fall dar.

Eine große Drogeriekette schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Kein Produkt der dm-Marken und somit auch von alverde wird oder wurde an Tieren getestet. Dies trifft sowohl für die Produkte als auch für deren Entwicklung und die eingesetzten Rohstoffe zu.
Bei alverde NATURKOSMETIK bestätigt das NaTrue-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik, dass bei allen Produkten keine Tierversuche durchgeführt wurden.“
Aber Achtung! Das Unternehmen verwendet bewusst das Wort „Rohstoffe“ und nicht „Inhaltsstoffe“ – d.h. die enthaltenen Duftstoffe bspw. und ähnliches wurden vielleicht auch an Tieren getestet. Fast alle Kosmetikkonzerne verwenden solche trickreichen Formulierungen, um den Schein zu wahren, obwohl sie in Wirklichkeit nicht tierversuchsfrei sind.

Ein Auszug aus einer Mail, die von dm an PETA gesandt wurde, verdeutlicht die Problematik. Die Firma verweist lediglich auf die Gesetze und darauf, dass sie alle Richtlinien einhalten. Aber die Gesetzte alleine schützen nicht vor Tierquälerei.

Was zudem stutzig macht ist folgender Satz: „(…) Ein großer Teil der dm-Marken stammt aus Deutschland beziehungsweise Europa (…)“.

Offensichtlich wird also der andere Teil der Produkte im außereuropäischen Ausland produziert und dann importiert – dort gelten meist wesentlich weniger strenge Tierschutzrichtlinien wie hier. Dadurch gelangen Tierleidprodukte in den Handel – ohne das Wissen der Konsumenten.
Der Konsument sollte bei der Produktwahl genau hinschauen

PETA50Plus macht darauf aufmerksam, dass u.a. auch bekannte Marken wie Shiseido, LaRoche Posay oder La Mer nicht tierversuchsfrei sind. Selbst ein von der Firma selbst aufgedrucktes „engagiert sich gegen Tierversuche“ – wie beispielweise bei CD-Deodorants von Lornamead (Marken wie Handsan, Lanosan u.a.) der Fall – garantiert leider nicht, dass der Konzern keine Tierversuche in Auftrag gibt oder die von Zulieferern billigend in Kauf nimmt.
Darüber hinaus ist es so, dass sich zahlreiche andere Marken – die es auch im Bioladen und Reformhaus zu kaufen gibt - als „naturnah“ präsentieren. Sie sind dadurch NICHT per se tierversuchsfrei. Einige davon vermarkten Produkte in China, wo Tierversuche zwingend vorgeschrieben sind, bevor ein Produkt auf dem chinesischen Markt vertrieben werden darf. Aufgrund dieser rechtlichen Situation haben sich ethisch verantwortungsvolle Unternehmen wie z.B. die LOGOCOS AG (Logona) vom lukrativen, chinesischen Markt zurückgezogen.

Die Unternehmen, die auf PETAs Liste tierversuchsfreier Kosmetikhersteller stehen haben es verdient durch die Konsumenten und ihre bewussten Kaufentscheidungen unterstützt zu werden. Sie zeichnen sich durch Engagement und eine tierfreundliche Firmenpolitik aus.
Mehr Informationen

www.Kosmetik.peta.de/

www.PETA50plus.de/vegane-kosmetik-einfach-schoen/

www.PETA50plus.de/keine-tierversuche-mehr-fuer-kosmetik-in-indien/

www.Features.peta.org/cruelty-free-company-search/index.aspx

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