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Gesellschafter stärken Zaug-Recycling mit Kapitalzuführung den Rücken

Kräftig gewachsen: Die Zaug-Recycling in Buseck hat inzwischen knapp 180 Mitarbeiter und einen Umsatz von 19 Millionen Euro. Ihre drei Gesellschafter stärken jetzt die Kapitalbasis, um das Wachstum der vergangenen Jahre und die Zukunftspläne abzusichern.
Kräftig gewachsen: Die Zaug-Recycling in Buseck hat inzwischen knapp 180 Mitarbeiter und einen Umsatz von 19 Millionen Euro. Ihre drei Gesellschafter stärken jetzt die Kapitalbasis, um das Wachstum der vergangenen Jahre und die Zukunftspläne abzusichern.
Gießen | Die Busecker Zaug-Recycling GmbH (ZR) soll in den kommenden Monaten durch ihre drei Eigentümer eine Rückenstärkung in Form einer deutlichen Kapitalzuführung durch die Gesellschafter erhalten. Die Gesellschafter Landkreis Gießen (57,4% Anteil)), der bundesweite Recycling-Marktführer Remondis aus Mannheim (25,1%) und Geschäftsführer Klaus Müller aus Fernwald (17,5%) wollen dem aufstrebenden Entsorgungsunternehmen im nächsten Jahr mit bis zu 1 Million Euro die für das weitere Wachstum notwendige Kapitalbasis bereitstellen.
In Abstimmung mit den Hausbanken, der Kommunalaufsicht des Landkreises beim Regierungspräsidium und nach erfolgter positiver Prüfung des EU-Beihilferechts hat der Kreisausschuss des Landkreises dazu in seiner Sitzung am Montag am Riversplatz die ersten Weichen gestellt, wie Landrätin Schneider und Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald jetzt berichteten. Für den Landkreis als Hauptgesellschafter wird der Kreistag in seiner Sitzung am 15. Dezember endgültig über die Kapitalzuführung befinden. Die Gesellschafterversammlung der ZR wird dann zwei Tage später – am 17. Dezember – den formalen Schritt zur Umsetzung beschließen. Im Zuge der Kapitalzuführung will man zudem angesichts der erreichten Unternehmensgröße im Laufe des Jahres 2015 einen Aufsichtsrat einrichten.
Die ZR GmbH hat ihren Hauptsitz im Busecker Gewerbegebiet Ost, wo die Firmenzentrale, ein Wertstoffhof, der Logistikstandort und vor allem das überregional bedeutende Kühlschrankrecycling angesiedelt sind. Hier verwertet ZR – einst Pionier der Kühlgeräte-Wiederaufarbeitung in Deutschland – inzwischen über 250.000 Geräte pro Jahr und gehört zu den fünf größten Anbietern bundesweit. An der weiteren Betriebstätte in der Gießener Lahnstraße betreibt ZR im Auftrag des Kreises das Abfallwirtschaftszentrum und unterhält dort eigene Zerlegungseinheiten für verschiedene Elektronikschrottgruppen, etwa Flachbildschirme, sowie einen Altholzrecycling- und -verarbeitungsbereich, den man seit Jahren erfolgreich mit der 100%igen Tochter ZR-Holzrecycling betreibt. Diese unterhält zudem in Fernwald-Albach einen Grünschnitt-Umschlagplatz, auf dem vor allem aus Baum- und Heckenschnitt wertvolle Biomasse-Brennstoffe für heimische Kleinkraftwerke produziert werden.

„Die ZR ist in den vergangenen zehn Jahren in einem äußerst schwierigen Marktumfeld stark und erfolgreich gewachsen und hat ihren Gesellschaftern über mehrere Jahre auch Gewinnausschüttungen beschert. Die Mitarbeiterzahl ist von 41 im Jahr 2001 auf aktuell knapp 180 gestiegen und der Umsatz von 2,5 Mio. € auf inzwischen 19 Mio. Euro angestiegen“, machte der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Müller deutlich. „ZR ist zum Marktführer bei Kühlgeräten im mitteldeutschen Raum geworden und hat sich mit inzwischen über 40 Fahrzeugen auch im heimischen Raum als führendes Logistikunternehmen in der Abfallbranche weiterentwickelt“, ergänzte Siegfried Rehberger, Geschäftsführer Südwest von Remondis und Vertreter des Konzerns im Busecker Unternehmen.
Weil das Wachstum der jüngeren Vergangenheit ebenso wie die geplante Entwicklung der Zukunft Kapital erfordern und das wirtschaftliche Marktumfeld der letzten beiden Jahre 2012 und 2013 branchenbedingt höchst schwierig waren, wollen die drei Eigentümer ihre Gesellschaft jetzt mit der Zuführung von Kapital die notwendige Unterstützung zukommen lassen, erläutert Dezernent Oßwald, der den Landkreis als Hautgesellschafter vertritt. Landrätin Schneider ergänzte die Bedeutung des Unternehmens für den Landkreis und seine Bürger, „denn die ordnungsgemäße Entsorgung und Verwertung von Abfällen ist ein elementarer Bestandteil der täglichen Daseinsvorsorge. Dies sollten wir nicht allein Privaten überlassen.“ Beide Kreisvertreter hatten dem Kreisausschuss am Montag zudem erläutert, dass man aufsichtsrechtliche wie EU-beihilferechtliche Fragestellungen zuvor eingehend geprüft und positiv beantwortet habe - ebenso wie die extern attestierte Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und ihres innovativen Geschäftsmodells.

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