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Zuhören, diskutieren und vortragen: Prof. Michael Schratz besucht einen Tag lang das vhs-Haus in Lich

Nach dem Seminarbesuch und Diskussionsrunde folgt der Vortrag: Der österreichische Erziehungswissenschaftler Prof. Michael Schratz referiert vor 60 Gästen im vhs-Haus des Landkreises in Lich. Bild: Landkreis Gießen
Nach dem Seminarbesuch und Diskussionsrunde folgt der Vortrag: Der österreichische Erziehungswissenschaftler Prof. Michael Schratz referiert vor 60 Gästen im vhs-Haus des Landkreises in Lich. Bild: Landkreis Gießen
Gießen | Mit Prof. Dr. Michael Schratz war ein renommierter Erziehungswissenschaftler zu Gast im vhs-Haus in Lich. Der österreichische Schulpädagoge und Dekan der School of Education an der Leopold Franzens Universität Innsbruck besuchte einen Tag lang die Volkshochschule des Landkreises Gießen.

Vormittags nahm er an dem bundesweit einmaligen Seminar „Deutsch als Unterrichtssprache“ teil, diskutierte danach mit Schulleitungen aus ganz Hessen und hielt nach der Mittagpause einen Vortrag mit dem thematischen roten Faden: „Schule und Ausbildung europäisch denken“. Eingeladen worden ist Michael Schratz vom Landesschulamt (LSA) Hessen, Prüfungsstelle Gießen.

„Mein Thema lautet: Wie kommt das Neue ins System?“, sagte der Erziehungswissenschaftler eingangs in seinem 75-minütigen Vortrag. Zuvor hatten die kvhs-Leiterin Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Heidelies Bierbach-Müller vom Landesschulamt und Initiatorin des Seminars „Deutsch als Fremdsprache“ sowie Ursula Bouffier als Seminar-Patin und Gattin des Ministerpräsidentin die 60 Gäste begrüßt. Darunter waren neben der ehemaligen Kultusministerin Karin Wolff weitere Landtagsabgeordnete, hochrangige Vertreter aus den Landesbehörden, Staatlichen Schulämtern und im EU-Kontext arbeitenden Institutionen.

„Es gibt ungemein viele Pädagogen, die viele und tolle Ideen haben. Leider verpuffen die häufig“, führte Michael Schratz aus. Seine Forschungsgebiete sind Schul- und Lernforschung, vor allem Konzeptionen, wie Führungspersonen im Bildungsbereich und die Entwicklung von Schule und Unterricht professionalisiert werden können. Wenn es darum geht, wie die Qualitätsentwicklung von Bildungssystemen sowie die Reform der Bildung von Lehrkräften gestaltet werden kann, ist er im deutschsprachigen Raum ein Wissenschaftler mit großer Expertise.

Im Verlauf des Referats stellte er sich und dem Publikum die Frage, wie Lernbedingungen zu schaffen sind, „die darauf ausgerichtet sind, die Denkmuster zu beeinflussen, wie Führungspersonen im Bildungssystem über ihre Organisationen nach- beziehungsweise vordenken“. In diesem Zusammenhang stellte er „ENTEP - European Network on Teacher Education Policies“ vor. Dabei handelt es sich um eine Gruppe ausgewählter, hochrangiger europäischer Bildungsexperten vor. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Qualitätssteigerung in der Lehrerbildung zu leisten.

Hierzu
Gruppenbild am Ende eines spannenden Besuchs im vhs-Haus des Landkreises in Lich zusammen mit dem österreichischen Erziehungswissenschaftlers Prof. Michael Schratz. Bild: Landkreis Gießen
Gruppenbild am Ende eines spannenden Besuchs im vhs-Haus des Landkreises in Lich zusammen mit dem österreichischen Erziehungswissenschaftlers Prof. Michael Schratz. Bild: Landkreis Gießen
beitragen soll die Entwicklung einer europäischen Dimension der Bildung, die Verbesserung des öffentlichen Rufs des Lehrerstandes, des gegenseitigen Vertrauens in die Lehrerqualifikation der EU-Mitgliedstaaten und der Lehrermobilität in der EU zu leisten. Das erste gemeinsame europäische Projekt heißt EDITE und steht für „European Doctorate in Teacher Education“. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Forschungsinitiativen in der Verbindung von Theorie und Praxis. Ziel ist es, den aktuellen Herausforderungen im Unterricht gerecht werden.

Hintergrund:
Seminar „Deutsch als Unterrichtssprache“
Das Seminar „Deutsch als Unterrichtssprache“ wendet sich an Lehrkräfte aus EU- und Nicht-EU-Ländern, die an einer hessischen Schule unterrichten möchten. Dazu benötigen sie eine Prüfung zum Nachweis der Deutschkenntnisse auf Stufe C1/C2 des Europäischen Referenzrahmens (GER). Das Seminar bereitet die Lehrkräfte auf diese Prüfung vor. Es wird seit 2010 in enger Kooperation zwischen dem Landesschulamt Hessen und der vhs des Landkreises Gießen fünf Mal jährlich im vhs-Haus Lich realisiert.

Die Seminare wurden bislang mit rund 43.000 Euro aus Mitteln des XENOS-Projektes finanziert. Ansprechpartner im vhs-Haus Lich ist Werner Leipold, Tel. 0641 9390-5723.

Nach dem Seminarbesuch und Diskussionsrunde folgt der Vortrag: Der österreichische Erziehungswissenschaftler Prof. Michael Schratz referiert vor 60 Gästen im vhs-Haus des Landkreises in Lich. Bild: Landkreis Gießen
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Gruppenbild am Ende eines spannenden Besuchs im vhs-Haus des Landkreises in Lich zusammen mit dem österreichischen Erziehungswissenschaftlers Prof. Michael Schratz. Bild: Landkreis Gießen
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