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Jahresbilanz des Gesundheitsamts: Mediziner und Aufseher haben viel zu tun

Gießen | „Es sind sehr viele nüchterne Zahlen und viel Statistik. Aber der Jahresbericht macht deutlich, wie viele Aufgaben das Gesundheitsamt tatsächlich tagtäglich wahrnimmt“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald über die Jahresauswertung des Fachbereichs Gesundheit, den er gemeinsam mit dem Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Jörg Bremer, besprochen und analysiert hat.

Der Bericht ist in Sachgebiete gegliedert und dokumentiert Aufgaben aus den Bereichen Medizinalaufsicht, amtsärztliche Begutachtungen, sportmedizinische Untersuchungen, Infektionsschutz und Hygieneaufsicht, AIDS-Beratung, reisemedizinische Beratung, Sozialpsychiatrischer Dienst, jugend- und -zahnärztlicher Dienst sowie der Betreuungsbehörde. Auch Aufgaben aus dem Bereich Prävention und Gesundheitsvorsorge sind an das Gesundheitsamt angegliedert. Dazu gehören auch Netzwerke wie das MRE-Netz, das Familienhebammenprogramm „Runde Sache“ und Gesundheitskonferenzen in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Schwerpunkten.

Die Zahlen aus dem Bereich Medizinalaufsicht zeigen, dass es zum Jahresende 2013 mehr niedergelassene Allgemeinmediziner im Landkreis Gießen gab als noch 2012: Immerhin 26 sind dazugekommen, die Zahl ist auf 227 gestiegen. Ebenso Hebammen: Waren es 2012 noch 39, weist die Statistik vom vergangenen Jahr 60 angestellte Hebammen aus.

„Das sind erfreuliche Entwicklungen, aber die Statistik zeigt an anderen Stellen auch, dass unsere gesundheitspolitischen Bemühungen nicht nachlassen dürfen. Die Versorgung des ländlichen Raums bleibt eine unserer größten Aufgaben“, benennt Oßwald seine Ziele.

1780 Mal haben die Ärzte am Gesundheitsamt im Jahr 2013 Patienten begutachtet – sei es im Auftrag anderer Fachdienste der Kreisverwaltung (Jugendamt, Ausländerbehörde, Personal, u.a.) oder für Gerichte und Privatpersonen. Die Mitarbeiter im Bereich Gesundheitlicher Umweltschutz hatten ebenfalls viel zu tun: Sie haben 151 Trinkwasserhausinstallationen und 28 Wasserschutzgebiete besichtigt, darüber hinaus 90 Stellungnahmen zu Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen verfasst, ebenso 6 Stellungnahmen zu Umbauvorhaben in Kindergärten, Schulen oder Altenheimen.

Auch im Auftrag der Hygieneaufsicht waren Mitarbeiter des Gesundheitsamts in Kindergärten, Schulen und Gemeinschaftsunterkünften unterwegs. 25 Mal haben sie die Hygiene-Situation unter die Lupe genommen, was zur Verlängerung der Betriebserlaubnis regelmäßig vorgeschrieben ist.

Meldepflichtige Erkrankungen wie entzündliche Durchfallerkrankungen, Scharlach oder Kopfläuse wurden 890 Mal registriert. 44 umweltmedizinische Beratungen sind dokumentiert, dazu gehören Verdacht auf Innenraumschadstoffe genauso wie Schimmel, Ungeziefer und Brandrückstände.

Der Sozialpsychiatrische Dienst meldet 721 Hausbesuche durch Psychologen und Sozialarbeiter sowie weitere 88 Beratungen in der Dienststelle. Die Hilfe war an Klienten mit Psychosen, Neurosen, Suchtproblemen und anderen Störungen gerichtet. „Zu den Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienstes gehören auch Besprechungen mit anderen Institutionen“, erläutert Gesundheitsdezernent Oßwald das breite Aufgabenspektrum und beziffert über 500 Kontakte.

Die Betreuungsbehörde hat 232 Sozialberichte abgegeben, das sind 33 mehr als noch 2012. Gestiegen ist auch die Häufigkeit der Betreuersuche: von 152 auf 173 im Jahr 2013. Gleich geblieben ist dagegen die Zahl der geleisteten Beratungen, die bei 5 bis 6 pro Tag liegt, wie Jörg Bremer aus dem Bericht abliest.

Ein weiteres Aufgabenfeld für die Gesundheitspolitik zeigt die Bilanz des jugendärztlichen Dienstes. „Unser Ziel muss es sein, dass alle Kinder gesund aufwachsen können“, sagt Dirk Oßwald, „denn wir wissen, dass gesunde Kinder auch als Erwachsene weniger Probleme mit Krankheiten haben.“

Erschreckend sei daher, dass bei den Schuleingangsuntersuchungen der Anteil übergewichtiger Kinder gestiegen sei. 2040 Mädchen und Jungen haben die Ärzte des Gesundheitsamts im vergangenen Jahr anlässlich des Schulbeginns untersucht. In den Mund haben sie bei 8005 Schülern geschaut. Dabei haben sie festgestellt, dass 1895 Kinder einer zahnärztlichen Behandlung bedürfen.

„Mit der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt bin ich sehr zufrieden. Sie übernehmen immer mehr Aufgaben und sind täglich im Einsatz, um die Gesundheit im Landkreis zu verbessern und den Bürgerinnen und Bürgern den Rat zu geben, den sie brauchen“, sagt Dirk Oßwald abschließend. 41 Beschäftigte listet der Jahresbericht auf, darunter 9 Ärzte und Ärztinnen, 8 Arzthelferinnen und 4 Sozialarbeiterinnen und -arbeiter.

Daneben sorgen Krankenschwestern, Ingenieure, Psychologen, Biologen, Verwaltungsangestellte und andere Kräfte dafür, dass das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen so schlagkräftig ist.

Fragen zum Gesundheitsamt des Landkreises Gießen beantwortet Dr. Jörg Bremer, Telefon: 0641 9390-1417, E-Mail: joerg.bremer@lkgi.de.

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