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Krimistunde statt Kaffeeklatsch

Finja Schaake (links) für Marburg und Svenja Greunke (Rhein-Main) waren mit je 14 Zählern die erfolgreichsten Punktesammlerinnen der Partie. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Finja Schaake (links) für Marburg und Svenja Greunke (Rhein-Main) waren mit je 14 Zählern die erfolgreichsten Punktesammlerinnen der Partie. (Foto: M. Schneider / belichtbar.net)
Gießen | 1. Damen Basketball Bundesliga: Rhein-Main Baskets – BC Pharmaserv Marburg 48:50.

Nach vier Niederlagen am Stück haben die Marburgerinnen wieder ein Ligaspiel gewonnen. Im Hessenderby setzte sich das Pharmaserv-Team in einer spannenden Schlussphase knapp durch.

Damit steht der BC nach dem neunten Spieltag auf Platz neun, mit einem Sieg Vorsprung auf Rhein-Main und Chemnitz, und einem weiteren auf Bad Aibling.

Zur besten Kaffeezeit am Sonntagnachmittag bekamen gut 450 Zuschauer einen Krimi geboten. Die Gäste lagen fast die gesamte Spielzeit in Führung, mit bis zu acht Punkten. Doch dann mussten die Lahnstädterinnen und der zahlreich vertretene Anhang doch noch zittern.

Noch 2:30 Minuten. 48:45 für die Baskets. Lisa Koop mit fünf Fouls raus. Julia Köppl mit deren vier kurz vor dem Ausschluss. Birte Thimm trifft für zwei Zähler. In den folgenden zwei Minuten bleiben die Angriffe auf beiden Seiten ungenutzt. Tonisha Baker trifft für Marburg nur einen Freiwurf. Immerhin der Ausgleich. Noch 27,1 Sekunden. Auszeit Rhein-Main.

Die Zuschauer hält es schon lange nicht mehr auf den Sitzen. Einwurf Vorfeld für die Baskets. EINS – Passwege – ZWEI – zu – DREI – keine – VIER – Anspielstation – FÜNF Sekunden vorbei. Der Schiedsrichter pfeift: Ballbesitz Marburg.

Alissa Pierce, selbst jahrelang in Diensten der Baskets, dribbelt die Uhr herunter. Bodenpass zu Finja Schaake unter den Korb. Rückwärtshakenwurf. Brett. Drin. Sirene. Riesenjubel. Doch halt! Das war nur das Signal der Wurfuhr. Es sind noch 2,5 Sekunden zu spielen.

Wie gut, dass die Gastgeberinnen eine Auszeit fordern... Wer weiß, ob die BC-Spielerinnen es aus der Jubeltraube vor der eigenen Bank noch rechtzeitig in die Verteidigung geschafft hätten? So aber mussten die 50 mitgereisten BC-Anhänger nur noch einmal kurz die Luft anhalten. Doch der letzte Verzweiflungswurf ging weit daneben.

Es war eine defensiv dominierte Partie mit wenig freien Würfen. Durch gute Reboundarbeit lag das Pharmaserv-Team schnell vorne (10:5, 5. Minute). Doch die Gastgeberinnen glichen bis zur ersten Pause aus (15:15). Marburg ging mit 26:21 in die Kabinen. Die Führung hätte höher ausfallen müssen. „Wir lassen vorn viel zu viel liegen. Ich weiß auch nicht, woran das liegt“, sagte Patrick Unger.

Beim 31:23 (23.) sah es ziemlich gut aus für Marburg. Doch die Baskets kämpften sich zurück (33:38 zur Viertelpause) und holten sich – nach dem 12:10 – ihre erst zweite Führung. Francis Pieczynski traf zum 41:40 (34.). Im Duett mit Svenja Greunke machte die 25-Jährige der BC-Abwehr das Leben richtig schwer.

Mit der Defensive war der BC-Trainer allerdings zufrieden. Vor allem Laura Masek und Julia Köppl sorgten für große Entlastung von der Bank. Tonisha Baker war in der Verteidigung erneut eine unbequeme Gegnerin. „Aber dafür braucht sie ihre Pausen“, sagte Unger. Daher sei auch die Entscheidung zur Neuverpflichtung einer Aufbauspielerin gefallen und nicht auf eine Centerin.

Neben Topscorerin und Siegschützin Schaake („Ich weiß auch nicht, wie der reingegangen ist“) setzten Alissa Pierce und Birte Thimm im Marburger Angriff die Akzente. Debütantin Brittany Wilson kam nur zu Kurzeinsätzen. „Es ist ganz normal, dass es noch Abstimmungsprobleme gibt. Schließlich haben wir erst ein paarmal zusammen trainiert“, sagte Unger. „Aber man hat schon gesehen, dass sie unser Spiel belebt und Verantwortung übernimmt.“ Wie bei ihrem ersten Wurf im BC-Dress, den sie kurz nach ihrer Einwechslung eiskalt versenkte. Der erhoffte Rückhalt waren die mitgereisten BC-Fans. „Die haben für eine fantastische Stimmung gesorgt“, freute sich Unger.

Am kommenden Samstag reisen die Marburgerinnen zum nächsten Kellerduell nach Chemnitz.

Fun Fact: Seit dem Wiederaufstieg vor 22 Jahren haben die Marburgerinnen alle sechs Partien in der Langener Georg-Sehring-Halle gewonnen.

Fail Fact: Die Nahdistanzquote: 7/36 = 19 Prozent (1. Halbzeit: 3/21 = 14 Prozent).

Statistik:
Viertel: 15:15, 6:11, 12:12, 15:12.
Rhein-Main: Delp (n.e.), N.Dietrich 3/1 Punkte, P.Dietrich 6/2 Dreier (3 Assists), S.Greunke 14/1 (8 Reb.), Pieczynski 11 (13 Reb.), Ranger 6 (8 Reb.), Redmon 3/1 (4 Ass.), Rexroth 5 (3 Ass.). Feldwürfe 28 Prozent (16/57), Freiw. 75 Prozent (12/16), Rebounds 50 (def. 37), Turnover 19, Ass. 13, St. 0, Blocks 5, Fouls 16.
Marburg: Baker 8/1, Crowder, Köppl 2 (7 Reb.), Koop 3, Masek, Pierce 11 (9 Reb., 3 Steals), Rodefeld, Schaake 14/1, Thimm 10/2 (10 Reb.), Wilson 2, Winterhoff. Feldw. 25 Prozent (18/72), Freiw. 67 Prozent (10/15), Reb. 48 (d. 30), TO 12, Ass. 5, St. 7, Bl. 6, Fo. 18.
SR: Klaverveld, Wipfler. Z: 450.

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von:  Marcus Richter

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