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Sterbehilfe. Darf ein Mensch den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen?

Gießen | Darf es eine legale Sterbehilfe geben. Das war heute eine Frage im Bundestag. Darf es zulässig sein, einem Menschen den Tod nach eigenem Ermessen zu ermöglichen. Reicht es vielleicht auch aus ihn im Sterben zu begleiten. Seine Schmerzen zu lindern und zu warten.
Was ist eigentlich die „Würde des Menschen“ schließt diese es ein nur noch von Maschinen am Leben und von Schmerzmitteln ruhig gehalten zu werden. Was spricht dagegen, einem Menschen der Sterben will dieses zu gewähren. Der Fall einer 29 Jährigen Studentin hat zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. Sie beendete auf eigenen Wunsch ihr leben, nach dem sie an einem unheilbaren Hirntumor erkrankte.
Ihr Arzt stellte ihr Medikamente bereit, die sie selbstständig einnahm. Sie tötete sich selbst aber mit ärztlicher Unterstützung. Würde das eventuell Menschen auch davor bewahren sich vor eine Lok zu werfen oder sich in den Kopf zu schießen?
Vorausgehend einer umfangreichen Beratung und unter dem Gesichtspunkt das Heilung ausgeschlossen ist, was spräche dennoch gegen eine Sterbehilfe oder assistierte Sterbehilfe?
Was zählt mehr, das Recht auf Leben oder das Recht sein Leben selbstbestimmt in letzter Konsequenz auch zu beenden?

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Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
10.946
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 13.11.2014 um 20:58 Uhr
Wenn ein Mensch unheilbar krank ist, sollte er das Recht haben, seinem Leben ein selbstbestimmtes Ende zu setzen.
Ein Tier wird von seinem Leiden erlöst, ein Mensch muß oft Wochen oder Monate lang leiden, bis er schliesslich -
nicht immer friedlich und still sondern oft unter großen Schmerzen, Angst und Atemnot -
für immer einschläft.
Das sollte man einem Menschen ersparen und ihm eine Erlösung von seinem Leid in Aussicht stellen.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.11.2014 um 21:06 Uhr
danke andrea. dieser meinung bin ich auch. warum muss sich der mensch unsagbar quaelen lassen ? Manche sehen wirklich nur den ausweg des selbstmordes mit hilfe von unfreiwilligen, Lokfuehrer und co. Diesen Menschen kann ein solcher selbstmord das eigene leben unertraeglich machen. Selbstmoerder sind oft verzweifelte menschen die sich dann keine gedanken um die Menschen machen durch die sie von ihrem leben erloesst weden. Ich denke das viele selbstmorde mit der angst vor dem grausamen leidenstot , angebunden am bett mit ernaehrungssonde und windel ihre begruendung haben. Warum darf der mensch nicht so friedlich einschlafen wie unsere geliebten haustiere ?
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 13.11.2014 um 21:20 Uhr
Danke schonmal für Ihre Meinung. Ich werde mich auch noch positionieren will aber zunächst neutral bleiben.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 13.11.2014 um 21:59 Uhr
Aus meinen langem Berufsleben mit sehr viel schwerstkranken Menschen wurde ich schon früh ein Befürworter der Sterbehilfe. Dieses Leid, das häufig einem Menschen in seinen letzten Lebensabschnitt zugemutet wird ist häufig selbst für aussenstehnde unerträglich. Wenn keinerlei Chance auf Genesung oder ein lebenswertes Leben im Rahmen der Selbsbestimmung besteht, sollte man das Recht haben zu Sterben.
Jutta Skroch
13.688
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 13.11.2014 um 22:42 Uhr
Ich habe diese Debatte heute abend in den Nachrichten auch aufmerksam verfolgt. Ich bin auch dafür, dass ein Mensch, der unheilbar krank ist und große Schmerzen erdulden muss, das Recht haben soll, seinem Leben ein Ende zu setzen. Gerade das Thema Angst war ein sehr relevanter Punkt. In der Zwickmühle stecken ja vor allem die Ärzte und Angehörigen, die dem Kranken u. U. ja die Möglichkeit bieten müssen, dass er selbstbestimmt sterben kann.
Ich selbst habe das jahrelange Sterben des Bruders meines verstorbenen Exmannes miterlebt. Er hatte ALS. Das wünsche ich wirklich niemanden. Er wäre ab einem bestimmten Zeitpunkt sicher dankbar gewesen, sterben zu dürfen. Zum Schluss konnte er nur noch die Augen bewegen und das bei voller geistiger Gesundheit.
In einem anderen Fall fuhr eine Familie (die Frau hatte Krebs ohne Heilungschancen) in die Schweiz und hat die Entscheidung mitgetragen.
Ich hoffe nur, dass ich nie einer solchen Situation ausgesetzt bin.

Ich denke aber, das die Zahl der Selbstmörder, die aus Krankheitsgründen sich das Leben nehmen, eher in der Minderheit sind, denn oftmals sind sie ja gar nicht mehr in der Lage, sowas zu tun, weil die Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist.
H. Peter Herold
29.017
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 09:48 Uhr
In meiner Patientenverfügung steht zumindest, dass ich keine lebensverlängernden Maßnahme wünsche, keine künstliche Ernährung und wenn auf absehbare Zeit keine Besserung meines Zustandes erreicht werden kann, dann nur noch Schmerzfreiheit. Ansonsten soll man mich am Gehen nicht auf- oder abhalten.
Dagmar Simons
145
Dagmar Simons aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 15:40 Uhr
Mein Bruder war schwer an Krebs erkrankt und ist nach sieben Jahren teilweise extremen Leidens an Pfingsten im Hospiz gestorben. Er hat nie den Wunsch geäußert zu sterben, obwohl jeder von uns Verständnis dafür gehabt hätte. Solange ein Mensch selbst darüber bestimmen kann, ob er weiter leben will oder nicht, muss ihm dieser Wunsch gewährt werden. Und ich will das für mich selbst auch bestimmen können. Eine Patientenverfügung, Herr Herold, hilft da übrigens nur wenig, da sie - sehr vereinfacht ausgedrückt - erst dann gilt, wenn keinerlei Hoffnung mehr auf Heilung besteht. Die zahlreichen Operationen, die mein Bruder erdulden musste, hätten keine Patientenverfügung der Welt, wie auch immer sie formuliert gewesen wäre, verhindert. Ich habe meinen Bruder sehr bewundert, dass er trotz seiner Erkrankung, starker Schmerzen, und zahlreicher Beeinträchtigungen bis zu seinem Tod den Wunsch zu leben hatte. Auch das muss man respektieren. Nicht jeder schwer Erkrankte will nicht mehr leben. Das ist ein extrem schwieriges Thema.
H. Peter Herold
29.017
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 16:41 Uhr
Ich nehme doch stark an, dass dies Verfügung mit 2 Ärzten besprochen und vom Notar ausgefertigt und beglaubig, dazu in einem Zentralregister abgelegt, im Fall des Falles von den Ärzten im KH befolgt wird. Es stell schließlich meinen letzten Willen dar und ich rede darin nicht von Sterbehilfe. Ich möchte nur nicht der Apparatemedizin zum Opfer fallen. Ich habe auch meine Einwilligung zur Organentnahme schon seit längerem widerrufen. Ich möchte nicht als quasi am Leben gehaltenes Ersatzteillager dienen. Wenn meine Zeit gekommen ist, dann soll man mich sterben lassen. Dies mit Würde und wenn es geht schmerzfrei.
Es hat zum Teil bei meiner Frau etwas genutzt, obwohl sie nach 2 Wochen im künstlichen Koma lag, es also noch die Hoffnung auf Genesung gab.
Marion Wallenfels
2.050
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 18:14 Uhr
Hallo Herr Herold, ich glaube schon, dass Ihre Verfügung eingehalten wird, wenn sie entsprechend genau verfasst ist. Man kann ja nicht wissen welche Krankheitssituation auf den Menschen zukommt und daher ist es unmöglich, dass auf alle Eventualitäten eingegangen werden kann. Eine Vorsorgevollmacht muss daher auf jeden Fall noch zusätzlich gemacht werden, für eine Person, die mich sehr gut kennt und weiß, was ich gewollt hätte, wenn ich mich nicht mehr mitteilen kann.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Ärzte sehr genau an die Patientenverfügung gehalten haben und ich, da ich eben eine Vorsorgevollmacht habe, immer über jede Therapie informiert und gefragt wurde und die weitere Vorgehensweise sehr ausführlich mit mir besprochen wurde.
Mein Leben gehört mir, also kann ich auch bestimmen was geschehen soll, wenn es endet.
Sterbehilfeorganisationen bzw. Geschäfte mit der Sterbehilfe, sollten allerdings nicht erlaubt werden, dass wäre fatal.
Hermann Menger
2.370
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 22:43 Uhr
Bis jetzt scheinen ja die meisten der Kommentare für aktive Sterbehilfe zu sprechen. Ich bin allerdings dagegen und bin für eine bessere Sterbebegleitung und den weiteren Ausbau der Palliativmedizin. Wenn die Sterbehilfe legalisiert werden sollte, wäre das wie ein Dammbruch und es wäre kaum noch möglich, einen Missbrauch derselben zu verhindern. Wo liegt dann die Grenze zwischen geplanter Tötung und Mord?
Natürlich ist es ganz schwer, einen Menschen leiden zu sehen und ihm nicht helfen zu können. Aber genauso wie ich Selbstmord ablehne, lehne ich es auch ab, selbst über das Ende meines Lebens entscheiden zu können.
Wir haben auch eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht notariell festgelegt und sind auch gegen künstliche lebensverlängernden Maßnahmen für den Fall der Fälle. Aber das Leben wurde uns geschenkt und wir haben nicht das Recht, es eigenmächtig zu beenden.
Frau Wallenfels, ich stimme ihrem letzten Satz vorbehaltlos zu!
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 14.11.2014 um 23:40 Uhr
Aber ich kann doch ein Geschenk auch zurück geben. Dem Missbrauch kann man gut vorbeugen. Zum Beispiel in dem man eine todbringende Diagnose durch 2 unabhängige Ärzte bestätigt. Der Mensch sollte mit seinem Leben machen können was er will. Wer in ein Auto einsteigt sollte sich auch immer bewusst sein, aus diesem nicht mehr alleine auszusteigen.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 21:40 Uhr
... und schon, Herr Schmidt, ergreifen Sie Partei. Nämlich dann, wenn Ihrer Meinung widersprochen wird.
Ein Geschenk zurück geben - das ist so eine Sache. Das Geschenk "Leben" wurde einem Menschen, bei dem Sie über Sterbehilfe nachdenken - mindest schon einige Jahre "gegeben". Nach so langer Zeit und nach "intensivem" Gebrauch - geben Sie da Geschenke zurück? Einfach so? Meiner Meinung hat das auch wieder mal was mit Anstand zu tun - was Sie sicherlich wieder mal nicht hören oder auch verstehen wollen.
Ein Zweites noch: Wer ist auf dieser Welt schon unabhängig - ob voneinander oder von einem Dritten? Dass Sie, Herr Schmidt, so gutgläubig sind, hätte ich nicht erwartet.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.11.2014 um 22:12 Uhr
Anstand? Ja, ich habe so ein "anständig" bis zum Schluss gelittenes Leben gesehen. Das war nicht schön. Das war sehr schwer zu ertragen. Ich weiß nicht, was ich von einem Geschenk halten soll, das einem solche Qualen bringt.
Und ja, es gibt unabhängige Ärzte, eine wichtige Sache. Das kann man auch sicher stellen.
Erklären sie mir mal bitte wo der Faktor "Anstand" zum tragen kommt. Finden sie es richtig einem Menschen noch Tage, Wochen oder Monate mit Morphium ruhig zu stellen? Den Menschen noch ein paar mal am Tag zu wenden, damit er sich nicht Wund liegt. Ist das anständiger als dem Menschen zu helfen sein Leid zu beenden?
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 22:19 Uhr
... na da ist sie ja - Ihre Meinung. Diese wollte ich ja nur lesen. Danke.

Nur nochmal zu Ihrer Aussage "...Das kann man auch sicher stellen." Hier bleibe ich dabei: In meinen Augen sind Sie hier sehr gutgläubig.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.11.2014 um 22:30 Uhr
Wieso gutgläubig? Gutgläubig ist es vielleicht an ein Leben nach dem Tod, die Schöpfung oder einen Gott zu glauben. Märcgen und Geschichten die keinerlei Belege aufweisen. Wieso soll es keine unabhängigen Ärzte geben. Viele Ärzte sind sogar gegen die Sterbehilfe und hätten keine Motivation eine positive Bescheidung zu geben. Was ist daran gutgläubig? Verraten sie es mir.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 22:44 Uhr
Warum greifen Sie mich an? Nur weil ich ein gläubiger Christ bin oder weil ich Sie für gutgläubig halte?
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.11.2014 um 22:51 Uhr
Ich greife sie nicht an. Aber ich frage mich warum es gerade die Christen sind, die gegen die Sterbehilfe sind. Die angeblichen Erfinder der Menschenwürde. Ich habe jemanden gesehen der in wenigen Wochen unter großen Schmerzen und mit viel Leid langsam und grausam gestorben ist. Wenn ich mich in diese Situation rein versetze macht es mich nachendklich wer darüber bestimmen will ob man in einem solchen Fall nicht einen schnellen Tod herbeiführen darf. Dieses Recht sollte ein Mensch haben. Wenn es das Recht gibt auf ein körperliche unversertheit im Leben, dann doch bitte auch das Recht auf einen humanen Tod.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 23:04 Uhr
Aber ein ungeborenes Kind hat nach Ihrer Meinung kein Recht auf eine körperliche Unversehrtheit im Leben? Oder sind Sie der Meinung, dass ein ungeborenes Kind noch nicht lebt?
Wie kommen Sie darauf, dass die Christen die Erfinder der Menschenwürde sind? Menschenwürde hat meiner Meinung nach nicht ausschließlich den Ursprung im Christentum - sie wird dort nur intensiv gelebt. Sie wurde zum Beispiel im dritten Reich auch von Ärzten mit den Füßen getreten.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 23:04 Uhr
Aber ein ungeborenes Kind hat nach Ihrer Meinung kein Recht auf eine körperliche Unversehrtheit im Leben? Oder sind Sie der Meinung, dass ein ungeborenes Kind noch nicht lebt?
Wie kommen Sie darauf, dass die Christen die Erfinder der Menschenwürde sind? Menschenwürde hat meiner Meinung nach nicht ausschließlich den Ursprung im Christentum - sie wird dort nur intensiv gelebt. Sie wurde zum Beispiel im dritten Reich auch von Ärzten mit den Füßen getreten.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.11.2014 um 23:13 Uhr
Im dritten Reich haben die Kirchen gute Geschäfte gemacht und auch gerne mal das Ärmchen gehoben. Heute noch finanzieren sich dir Kirchen durch ihre mauschelein mit dem GröFaZ.
Ich habe nie gesagt, ein ungeborenes Kind hätte kein Recht auf Leben. Aber es gibt gute Gründe die für eine Abtreibung sprechen könnten. Genetische Faktoren der Eltern zum Beispiel die eine schwere körperliche Behinderung oder potenzielle Erberkrankung des Kindes wahrscheinlich machen. Gefahr für die Mutter, durch psychische oder physische Erkrankungen und nicht zu letzt eine Situation die es unzumutbar macht. Beispielsweise eine Vergewaltigung.
Die Kirchenvertreter und auch Politiker geben das Christentum fast wie einen Reflex als Ursprung der Menschenwürde an. Manche sprechen nicht gläubigen diese sogar ab.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 15.11.2014 um 23:19 Uhr
Hatte ich mir doch gedacht, dass Sie auf einen "Nebenkriegsschauplatz" ausweichen und Sie mich von einer anderen Seite angreifen. Na, Sie sehen wieder mal: Unsere Meinungen könnten verschiedener nicht sein.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.11.2014 um 23:25 Uhr
Sie haben meine Frage ja selbst nicht beantwortet. Was bedeutet "Anstand" sein Leben nur mit größtem Leid bis zum Ende zu leben? Ich warte noch auf eine Antwort.
Andreas Läufer
621
Andreas Läufer aus Wettenberg schrieb am 16.11.2014 um 08:54 Uhr
Um diese Frage geht es mir doch gar nicht. Auch wenn Sie es wahrscheinlich nicht glauben, hier stimme ich Ihnen zur: Leidvolle Sterben hat nichts mit Anstand zu tun. Es geht mir u.a. um die Mißbrauchsmöglichkeit, die Sie ja ausschließen. Die Geschichte hat uns aber was anderes gezeigt. Aber da gehen unsere Meinungen ja bekanntlich weit auseinander.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 16.11.2014 um 10:18 Uhr
Herr Laeufer ,ich kann jetzt nicht so Nachvollziehen was das ungeborene Kind mit der Sterbehilfe zu tun haben soll. Keiner wird es sich einfach machen sich selbst zu toeten. Wenn es sein darf das man seinem eigenen Leben ein Ende setzen darf um nicht zu leiden sehe ich keinen Missbrauch. Voraussetzung sollte immer die Unheilbare Krankheit sein und der ,,Eigene Wille,, . Zum Jetzigen Zeitpunkt kann ich nur soviel wie lasst mich verhungern in eine Patientenverfuegung schreiben lassen. Warum sollte da nicht auch di Moeglichkeit bestehen im Rahmen dieser Verfuehgung auch den Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen fuer ein selbstbestimmtes Sterben in Wuerde zu verankern. Verhungern kann nicht schmerzfrei sein und dauert mehrere Tage. Warum sollte sich der Patient der sich im Notfall fuer Verhungern entscheidet nicht auch fuer ein friedliches Einschlafen im Kreise der Familie entscheiden duerfen !
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 16.11.2014 um 11:21 Uhr
Wie sollte es denn Missbraucht werden? Können sie es mir erklären.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.11.2014 um 12:31 Uhr
Mit zwei neutralen ärztlichen Gutachten, einer eigenen niedergelegten Willensbekundung und evtl. noch einer eingesetzten vertrauten Person ist der Missbrauch fast ausgeschlossen. Ich bin ganz klar für eine aktive Sterbehilfe.
Da diejenigen um im Redegebrauch zu bleiben die mir das Leben geschenkt haben, zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich wenn alles normal Läuft nicht mehr das sind bin ich nur mir verantwortlich.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.11.2014 um 15:39 Uhr
Mich würden noch immer die Missbrauchsrisiken interessieren.
Hermann Menger
2.370
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 17.11.2014 um 16:41 Uhr
Missbrauch wäre z.B.
- Wenn schwerkranke Menschen (vielleicht sogar von ihren Angehörigen) unter Druck gesetzt werden, sich vom Arzt eine tödliche Dosis verschreiben zu lassen
- Wenn Menschen, die keine Angehörigen mehr haben, von irgendeinem ihnen zugewiesenen "Betreuer" geraten bekommen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen
- Wenn "Sterbehilfevereine" (Claudia Roth) aktiv werden und ihr Vereinsziel ist, Menschen zum Sterben zu verhelfen

Ich hoffe, dass die Politiker sich ihrer ethischen Verantwortung in dieser Frage bewußt sind. Gut ist, dass hier kein Fraktionszwang besteht.

Eine gute Sendung zu diesem Thema kam am Sonntag bei Peter Hahne. Man kann sie in der ZDF-Mediathek finden.
Hermann Menger
2.370
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 17.11.2014 um 16:59 Uhr
Hier der link zu Peter Hahne:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2282752/Sterbehilfe
Eine knappe halbe Stunde, sehr ausgewogen! Die Palliativ-Medizinerin hat sehr gute Argumente.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.11.2014 um 17:22 Uhr
Sterbehilfe Vereine sind erstmal per se nix schlimmes, nur weil sie ein heißes Eisen anfassen.
Das man jemanden zur Sterbehilfe drängen kann halte ich für ausschliessbar. Wieso sollte ein Betreuer daran interesse haben, ne tote Kuh kann man nicht mehr melken. Auch das Erbe könnte man wiederum einer dritten Stelle zu Verwaltung geben.
Das isn so "hätte, könnte, vielleicht" Konstruktionen. Wer seinen Verwandten los werden will zieht den Stecker oder drückt das Kissen aufs Gesicht.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.11.2014 um 17:24 Uhr
Peter Hahne ist ja auch nun alles andere als neutral.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.11.2014 um 17:31 Uhr
Das sehe ich so wie Herr Schmidt. Es gibt genügend Mechanismen die man zur Sicherheit festlegen kann.
Ich möchte es für mich entscheiden können. Wer hat das sonst zu bestimmen.
Christine Weber
7.489
Christine Weber aus Mücke schrieb am 17.11.2014 um 17:40 Uhr
Ich habe meinen sterbenden Vater bis kurz vor seinem Tod gepflegt (Lungenkrebs). Die letzten Tage kam er ins Krankenhaus. Er wurde am Bett festgebunden und mit Morphium ruhig gestellt. Was ist daran menschenwürdig? Meine Schwiegermutter hatte Alzheimer. An ihrem letzten Lebenstag sollte sie noch in die Klinik verlegt und an Maschinen angeschlossen werden. Warum? Wo bleibt da die Menschenwürde. Sie war seit über 2 Jahren nur noch eine lebende Hülle und hat nichts mehr wahrgenommen. Muss so ein Leben noch um Tage verlängert werden? Sie ist zu Hause im Kreise ihrer Kinder gestorben.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.11.2014 um 19:02 Uhr
Sie schreiben Herr Menger: "Ich hoffe, dass die Politiker sich ihrer ethischen Verantwortung in dieser Frage bewusst sind. Gut ist, dass hier kein Fraktionszwang besteht."
Das mit dem Fraktionszwang finde ich auch gut.
Ich erhoffe mir aufrichtige sich nicht der Kirche oder Pharmalobbyisten unterordneten Politiker. Sondern solche die mit ihrem Gewissen und ihrem gesunden Menschenverstand abstimmen. Dem Grundgesetz verpflichtet. Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.11.2014 um 11:06 Uhr
Ich verstehe auch nicht, was an einem Verein schlecht sein soll, der Menschen zum Thema Sterbehilfe berät. Wenn es Menschen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen und Menschen helfen wollen. Wenn das ein Gemeinnütziger Verein ist und kein Geld dafür nimmt, warum nicht?
Irgendwann muss man auch mal angestaubte Positionen fallen lassen.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 18.11.2014 um 18:39 Uhr
Ich wollte eigentlich nichts schreiben. Aber ich tue es doch. Menschen mit christlichem Glauben können anderer Meinung sein. Aber diese Meinung können sie nicht von anderen Menschen erwarten. Was heißt hier, das Leben wurde uns geschenkt? Von wem? Es wurde gezeugt und geboren.
Die Menschen, die so sehr befürworten, dass ein Mensch bis zum letzten Atemzug leiden muss, der hat nach meiner Auffassung noch keine Menschen sterben sehen, die unsagbar gelitten haben. Ich kann nur jedem raten, eine Patientenverfügung mit einem Notar zu verfassen und diese bei Personen des Vertrauens, z.B. mein Arzt, zu hinterlegen. Die Medizin kann einen Tod beschleunigen oder das Sterben verlängern. Ein Mensch muss das Recht haben, über seinen eigenen Tod zu bestimmen. Das geht niemanden etwas an, am allerwenigsten die Kirche.
Wenn mir ein langer, qualvoller Tod bevorsteht, dann will ich das nicht.
Ich will in ein Dauerkoma gelegt werden und ruhig einschlafen.
Menschen, die auf ihren "natürlichen" Tod warten wollen, denen muss natürlich die Schmerzen genommen werden. Und wer diese Menschen in der letzten Zeit begleiten, auch das ist Sache der Sterbenden.
Ich gehöre nicht zu den Menschen die sagen: Gott hat´s gegeben, Gott hat´s genommen! Mein Leben gehört mir, ich will es nicht "in Gottes" Hand legen, sondern selbst bestimmen, wann es unwürdig wird. Dazu benötige ich keinen Verein, der mich berät. Es ist in meinen Augen eine Anmaßung der Kirche, ihren "Schäfchen" ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, über ihren eigenen Tod zu bestimmen.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.11.2014 um 18:54 Uhr
Für mich kommt zu der Thematik noch dazu, dass das Aushängeschild der Kirche zum Thema Sterbebegleitung ihre Schützlinge brutal hat leiden lassen. Und das finde ich pervers. Ein Leben in Leid ist nichts "göttliches".
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.11.2014 um 19:53 Uhr
Schade, ich hätte mehr kritische Stimmen gewünscht. Hiert tut Diskussion not.
Marion Wallenfels
2.050
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 18.11.2014 um 23:14 Uhr
Die Diskussion ist ja überall vorhanden, allerdings ist es, meiner Meinung, nahezu unmöglich mit Kirchenvertretern auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jeder hat hier seinen Standpunkt, dass ist nicht anders zu erwarten und ich glaube, erst wenn diese Menschen die Erfahrung, einer solchen Sterbebegleitung mit allen bereits erwähnten körperlichen- sowie psychischen Qualen durchlebt haben, dann überdenken sie eventuell ihre bisherige Ansicht.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2014 um 11:40 Uhr
Warum müssen wir mit der Kirche auf einen Nenner kommen?
Gerade die katholische Kirche soll das tun, was nötig ist. Ihr Millionenvermögen nicht für Prunkbauten und Prunkunterkünfte zu verwenden, sondern das Geld für Bedürftige und Kranke zu nehmen anstelle immer wieder andere Menschen zu bevormunden!
Mein Leben gehört mir allein- und ich bestimme wann ich gehen will.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.11.2014 um 14:12 Uhr
Sehr richtig Frau Toth, vorallem sollten Dogmen des Glaubens nicht zu einer allgemeinen Gesetzgebung werden.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2014 um 14:23 Uhr
Das sagen Sie mal den Vertretern der katholischen Kirche Herr Schmidt. Was die frommen Herren predigen ist Gesetz! Die Angst bei den Gläubigen wird geschürt nach dem Motto: wenn Du dieses oder jedes tust oder nicht tust, dann kommst Du nicht in den Himmel und landest im ewigen Fegefeuer!
Mit diesen Sprüchen wird ein sterbender, leidender Mensch seine Schmerzen bis zum Ende ertragen- bis der liebe Gott ihn zu sich heim holt. Ganz nach dem Motto: wen Gott liebt, den züchtigt er.
Ich werde so wütend, denn ich habe in meinem Beruf viele Menschen sterben sehen. Zwar ist das schon lange her, aber schon damals fragte ich mich, wo der Satz: "die Würde des Menschen ist unantastbar" keine Verwendung mehr finden darf. Würdevoll sterben- auch nur eine Redensart?
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.11.2014 um 14:25 Uhr
Aber ich muss ihnen auch widersprechen Frau Toth, es ist gar kein Millionenvermögen. Da sind schon noch ein paar Nullen mehr.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2014 um 14:40 Uhr
Ich akzeptiere Ihren Widerspruch! Minütlich verhungern auf unserer Welt 11 Kinder. Und da rafft eine Kirche Milliarden zusammen! Warum spenden die treuen Schäfchen der Kirche? Für Prunk, Gold, prachvolle Gewänder, Aktien und Co., Luxushäuser für die Kirchenfürsten?
Wie lange nur wollen sich die Menschen noch verdummen lassen?
Solange sich die Kirche nicht um die Lebenden kümmert, solange hat sie schon dreimal nichts über einen selbstbestimmten Tod zu sagen.
Ausströmen um zu missionieren, davon wird niemand satt!
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.11.2014 um 15:06 Uhr
Ich weiß sowieso nicht wie man den Menschen immer wieder erzählt es gäbe ein höheres Wesen und das hat alle Menschen lieb, wenn es gleichzeitig etwas wie Hunger, Krebs oder Ebola auf der Welt gibt.
Aber dann meckern wenn man sich den Konsequenzen, Schmerzen und dem Leid entziehen will.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2014 um 15:28 Uhr
Wie war das noch bei der Schöpfsgeschichte? Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild. Und sagte ihm, dass er über die Erde herschen solle, über die Tiere im Meer, in der Luft und das Vieh. Der Mensch soll sich die Erde untertan machen. Und das hat der Mensch getan, oder?
Christiane Pausch
6.489
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 19.11.2014 um 17:08 Uhr
Also wir haben auch eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Beides bis ins kleinste Detail von einer Notarin, die miterleben mußte wie mit ihrer sterbenden Mutter umgegangen wurde, angefertigt.
Jetzt sind wir beide beruhigt falls etwas passiert wird alles nach unserem Wunsch geschehen - die Ärzte müssen sich daran halten.
Bettina Kunz
1.265
Bettina Kunz aus Lahnau schrieb am 20.11.2014 um 18:15 Uhr
Um nochmal auf die praktizierte Sterbehilfe in den USA zurückzukommen: Man konnte vor einigen Tagen lesen, wieviele "Sterbewillige" sich die tödliche Dosis mit Rezept in der Apotheke abgeholt haben. 2/3 haben es letztendlich aber nur angewendet , die restlichen Medikamente sind einfach in der Versenkung verschwunden und könnten missbräuchlich verwendet werden. Da müsste eine andere Regelung gefunden werden.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 20.11.2014 um 18:51 Uhr
Ja, das könnte in einem Land in dem es ein Recht auf legalen Waffenbesitz gibt natürlich eine Gefahr werden.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Florian Schmidt

von:  Florian Schmidt

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