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Großer Bedarf an professioneller stationärer Hospiz-Arbeit. Landrätin besucht Haus Samaria

Gießen | Wer zum Ende seines Lebens dringend einen Hospizplatz benötigt und schnell in ein Hospiz einziehen kann, hat Glück im Unglück, denn die Plätze sind rar und die Nachfrage übersteigt fast überall das Angebot. So auch in Gießen, wie Landrätin Anita Schneider beim Besuch im Agaplesion Haus Samaria Hospiz kürzlich von Geschäftsführerin Christa Hofmann-Bremer erfuhr. Nach nur acht Monaten hat sich das noch junge Hospiz hervorragend etabliert, die Auslastung liegt aktuell bei rund 95 Prozent. „Auch unsere Kooperationen zu den Kliniken und Palliativstationen im Umkreis sind mittlerweile gefestigt und haben sich gut entwickelt“, sagte Christa Hofmann-Bremer.

Beim Rundgang durch das Hospiz machte sich die Landrätin einen Eindruck von der praktizierten Sterbebegleitung und der professionellen Pflege in den letzten Lebenstagen. Die Strukturqualität des Hauses, dazu gehören räumliche Ausstattung, Pflegehilfsmittel und Pflegepersonen mit hervorragendem Qualifikationsgrad, ermögliche die Umsetzung der konzeptionellen Gedanken. Zu den Zielsetzungen des Hauses gehören unter anderem die Bekämpfung und Linderung der Beschwerdesymptomatik sowie eine gute Zusammenarbeit und Integration der Zugehörigen in das Geschehen. Die Devise lautet: Jeder Gast ist bis zum letzten Augenblick einzigartig und wichtig und soll einen würdigen und friedvollen Tod gehen können. „Dieses Versorgungskonzept kann sich nur in Teamarbeit entfalten, die weder Institutionsgrenzen und noch Berufsegoismen kennt“, erläuterte Christa Hofmann-Bremer.

„Das Haus Samaria hat sich schnell in die Versorgungsstruktur im Landkreis eingefügt und ergänzt bestehende Angebote. Das spricht zum einen für die gute Arbeit, die hier geleistet wird, zum anderen auch für den großen Bedarf an professioneller Sterbebegleitung“, sagte Anita Schneider. Sie erfuhr, dass das Haus Samaria nicht in Konkurrenz zu anderen Hospizeinrichtungen und stationären Altenpflegeeinrichtungen steht, sondern von Mitbewerbern als ergänzendes Angebot wahrgenommen wird.

Christa Hofmann-Bremer konstatierte, dass auch in den Krankenhäusern und stationären Altenpflegeeinrichtungen hospizliche Strukturen weiter ausgebaut werden müssen. Nicht nur die schwerkranken Menschen und deren Zugehörige leiden, wenn der Sterbebegleitung keine angemessene Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, sondern auch die Mitarbeiter, im Besonderen Pflegepersonen und Mediziner. Sie sieht es daher auch als Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass auch außerhalb von Hospizen Pflegepersonen und Mediziner Zeit für Sterbende haben, entsprechen weitergebildet sind, und eine angemessene räumliche Ausstattung vorhanden ist.

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Julia Schmidt
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