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Archäologische Ausgrabungen auf dem Kirchenplatz: Neue Ergebnisse für Gießens Frühgeschichte

Gründungsbalken der gothischen Kirche wurden von den Archäologen mit kleinen Zetteln gekennzeichnet.
Gründungsbalken der gothischen Kirche wurden von den Archäologen mit kleinen Zetteln gekennzeichnet.
Gießen | Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Kirchenplatz sind abgeschlossen und die Ergebnisse sind von großem Interesse für die Stadtgeschichte. Während eines Termins vor Ort am Montag, 3. November 2014, in Anwesenheit von Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Stadträtin Astrid Eibelshäuser und der Leiterin des Kulturamts Simone Maiwald erklärten der stellvertretende Landesarchäologe Dr. Udo Recker und der Grabungsleiter Dr. Dieter Neubauer, was hier gefunden wurde und jetzt dokumentiert werden kann. Bis zu diesen Ausgrabungen basierte sich die Frühgeschichte Gießens auf Plänen aus den Dreißiger Jahren, nun hat es die Möglichkeit gegeben, weitere Informationen herauszufinden.
Die Wasserburg war größer und auch die Kirche erweist eine andere Baugeschichte, als bis heute bekannt. Hier befand sich nicht der älteste Friedhof, da keine Knochen gefunden wurden. Auf dem heutigen Kirchenplatz gab es einen Platz, den in der Pflasterfläche zu erkennen ist. Vor der Bebauung der Kirche gab es die Bebauung am Platz. Durch die Funde kann man das gehobene soziale Niveau der Bewohner dieses Ortes nachweisen: Qualitätsvolle Keramik aus dem Rheinland, Ofenkacheln, Behälter zeugen für eine wohlhabende Gesellschaft. Auch eine Anzahl von spätmittelalterlichen Münzen wurde ausgegraben.
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Für die genauere Datierung der mittelalterlichen Burg- und Kirchenmauer muss man abwarten, bis die Holzfunde dendrochronologisch untersucht werden.
Bedeutungsvoll ist auch ein Fund aus dem Zweiten Krieg: Das Stück einer Bombe, die zur Zerstörung Gießens abgeworfen wurde. Es wird gerade überlegt, wie dieser Fund ausgestellt werden kann.
Weigel-Greilich und Recker erklärten sich sehr zufrieden mit der gut gelungenen Zusammenarbeit zwischen Stadt Gießen und hessenARCHÄOLOGIE. Die Ausgrabungen haben 200.000 Euro gekostet, man sei aber der historischen Verantwortung nachgekommen, so die Bürgermeisterin. Den Umbau des Kirchenplatzes zu verschieben, war die bessere und öffentlichkeitswirksamere Lösung dank des Begleitprogramms zur Landesgartenschau mit Führungen durch die Ausgrabungen und Vorträgen. Das Interesse war groß: Rund 2.800 Personen besichtigten die archäologische Stätte. Jetzt werden keine Führungen mehr stattfinden und der Platz bleibt aus Sicherheitsgründen umzäunt, bis er zugedeckt wird.

Gründungsbalken der gothischen Kirche wurden von den Archäologen mit kleinen Zetteln gekennzeichnet.
Gründungsbalken der... 
Die mittelalterliche Kirchenmauer.
Die mittelalterliche... 
Stv. Landesarchäologe Dr. Udo Recker (1.v.l.) und Grabungsleiter Dr. Dieter Neubauer (2.v.l.) zeigen den Vertretern der Stadt Gießen die Funde.
Stv. Landesarchäologe... 
Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Kirchenplatz.
Die archäologischen... 
Die Pflasterfläche des Platzes.
Die Pflasterfläche des... 
Ausgrabungen.
Ausgrabungen. 
Auch ein Stück einer Bombe, die zur Zerstöring Gießens im 2. Weltkrieg abgeworfen wurde, gehört zu den Funden.
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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 05.11.2014 um 07:32 Uhr
danke frau riva das sie den termin wargenommen haben und berichten.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 05.11.2014 um 07:58 Uhr
ich werde der hessen archaeologie den link senden .
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
1.228
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion aus Gießen schrieb am 05.11.2014 um 17:06 Uhr
Hallo Frau Freeman, kein Problem, es war ein interessanter Termin.
Danke, dass Sie den Link weiterleiten.
Viele Grüße
Alessandra Riva
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
1.228
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