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Ladies´ Team e. V. fordert eine Welt ohne Sexkauf

Gießen | Wir von Ladies´ Team setzen uns beim Thema Prostitution für das nordische Modell ein, genauso, wie Mira Sigel, die unseres Erachtens brillante Bloggerin, deren Artikel wir mit ihrer Erlaubnis veröffentlichen dürfen. Mira Sigel beschreibt das nordische Modell im Folgenden:

Zitat:

"Abolition 2014 – für eine Welt ohne Prostitution

von Mira Sigel

“Abolition 2014 ist ein Zusammenschluss verschiedener Frauen und Männer, die sich dafür einsetzen, dass in Deutschland eine Freierbestrafung nach dem sogenannen “Nordischen Model” eingeführt wird. Das “Nordische Model”, das in Schweden, Norwegen und Island Gesetz ist, verbietet den Sexkauf. Bestraft werden nur die Freier, für die Prostituierten selbst gibt es umfassende Hilfeleistungen, die ihnen beim Ausstieg helfen. In Deutschland hingegen ist Prostitution legal – 2002 wurde das unter der rot-grünen Regierung beschlossen. In allererster Linie bedeutet das aber nur, dass die Einnahmen aus der Prostitution endlich legal wurden. In Deutschland arbeiten rund 400.000 Frauen und rund 80.000 Männer als Prostituierte. 90 Prozent von ihnen stammen aus dem Ausland, die meisten aus Osteuropa. Sie haben keine Krankenversicherung und werden von den Bordellbesitzern ausgenommen. Die Hoffnung, dass Prostituierte eine sozialversicherungspflichtige Anstellung finden, haben sich nicht erfüllt. Dafür gibt es inzwischen eine gesellschaftliche Akzeptanz von Flatrate-Puffs und Gang-Bang-Parties. Prostitution bedeutet für viele Prostituierte eine anhaltende Traumatisierung. Die legale Prostitution ist außerdem der Deckmantel für den Menschenhandel, sie schafft die Nachfrage, die auf “freiwilliger” Basis nicht erreicht werden kann. Viele Frauen üben die Prostitution unter Gewalt oder aus existenziellen Nöten aus, sie sind wehrlos und ausbeutbar. Konkrete Ausstiegshilfen gibt es nur sehr wenige. Viele von ihnen sind bei der Ausübung der Prostitution gleich mehrfach von sexueller Gewalt betroffen. Prostitution ist darüber hinaus nicht vereinbar mit der Menschenwürde und einer gleichberechtigten Gesellschaft. “Abolition 20143 informiert über Hintergründe zur Prostitution, gesetzliche Änderungen, bietet Betroffenen eine Plattform und weist auf die Situation in anderen Ländern hin. Außerdem tritt das Bündnis auch politisch in Aktion, in dem es aktiv darauf hinweist, wenn Politiker und Medien die negativen Begleiterscheinungen von Prostitution verharmlosen. Auf dem Blog finden sich zahlreiche Infos, Studien, Zahlen und weitere Links. Wer wissen möchte, was Prostitution bedeutet, wird dort fündig werden. Abolition 2014 arbeitet darüber hinaus eng mit anderen Bündnissen wie “Frauen sind keine Ware” oder “Stop Sexkauf” zusammen und ist international mit Kritikern der legalen Prostitution vernetzt."

Zitat-Ende

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.10.2014 um 06:51 Uhr
Willkommen in einer Welt mit mehr sexuell motivierten Verbrechen und Vergewaltigungen. Ein Verbot der Prostitution wird die Situation nur verschlechtern. Die Frauen in die illegalität zu treiben wird ihnen mehr Schaden als nutzen. Der Anreiz sich der "Nutten" diskret zu entledigen wird größer und ihre Freiheit wird noch weiter eingeschränkt.
Ein Verbot wird nichts bringen, vielleicht ein bisschen Geld in die Staatskasse. Die Frauen werden noch menr abgeschirmt und der ein oder andere Freier sicher brutaler und Gewaltättig. Wenn das Risiko einer Strafe eh schon gegeben ist, darauf kommt es dann auch nicht an.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 29.10.2014 um 07:40 Uhr
so sehe ich das auch ! desweiteren bekommen die frauen sehr wohl in deutschlands offiziellen bordellen ihre krankenversicherung. der bockschein muss ja schliesslich nachgewiesen werden und zwar bei jeder kontrolle. gegen die inoffiziellen bordelle sollte vorgegangen werden. die hausfrau die sich ihr haushaltsgeld aufbessert indem sie den handwerker mit naturalie sex bezahlt ist nicht so selten wie man denkt. Normale Mietwohnungen in den Wohngebieten die ploetzlich zum Bordell werden sind meist kein offizieller Betrieb. Wenn die Frauen und Maenner die regelmaessige Gesundheitspruefung nicht haben kann der Freier und die Freierin davon ausgehen das die Frau, der Mann nicht gemeldet ist und der illegalen den Ruecken kehren. Man sollte darueber aufklaeren und nicht die ehlichen Arbeiter diess Gewerbes verteufeln. Wer sich wirklich informieren moechte kann das tun indem Mann oder Frau sich mir den Damen und Herren des Gewerbes unterhaelt. Selbst der Stripper verkauft Sex ! Also werden bei diesem Verbot auch die Jungesellen- Jungesellinen Partys in die Verbotene Zone kommen. Warum sollen eigendlich alle Maenner und Frauen dieses Gewerbes nicht freiwillig arbeiten ? Die Pornostars und Sternchen werden auch nicht gezwungen oder ?
Nicht immer alles ueber einen Kamm scheren. Ohne Zweifel gibt es illegale. Warum soll man aber die ehrlichen Bordelle und die darin Beschaeftigten wieder in die Illegalitaetschicken mit all den grossen Nachteilen . Nachteil - eine hohe Gewaltbereitschaft der Freier-Freierin , keine Gesundheitspruefung, erst recht keine Krankenversicherung, Rente usw.
Ja auch die angemeldete Dame oder der Herr des Bordells zahlt in die Rentenkasse.
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.10.2014 um 08:26 Uhr
Sie haben beide Recht. Die Illegalität wird dann das große Problem werden. Es ist ja schon jetzt sehr unübersichtlich und nur die gut geführten Häuser erfüllen die Kriterien.
Das Problem mit den Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter aus Osteuropa ist auch mit einem Verbot nicht zu lösen. Zurzeit kann man sich im Rahmen vom Streetwork noch um diese Menschen kümmern und im Krankheitsfall Hilfe leisten. Dies alles entfällt, wenn es offiziell keine Prostitution mehr gibt. Die entsprechenden Anlaufstellen werden geschlossen und die Situation verschlimmert.
Noch ein Hinweis Frau Freeman, den sogenannten Bockschein gibt seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes(2001) nicht mehr. Das ganze findet jetzt auf freiwilliger Basis statt.
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.10.2014 um 09:01 Uhr
Wieso sollte man eigentlich Freier bestrafen? Ist denn ein Freier wie jeder andere? Was ist mit Menschen die keine Partnerin finden? Es gibt ja auch z. B. spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung. Was ist mit Männern die kein Interesse haben an festen Beziehungen und auch nicht an One Night Stands. Muss man die kriminalisieren. Und wie sieht es umgekehrt aus. Was ist mit den weiblichen Kunden mit den kleinen Callboys. Wen man bestrafen sollte sind die Hintermänner und Menschenhändler. Aber woher soll denn der Freier wissen ob die Prostituierte in einem offen angemeldeten Bordell jetzt gegen ihren Willen arbeitet?
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.10.2014 um 09:05 Uhr
Sie haben das schon sehr gut beschrieben Herr Schmidt. Denken Sie mal an die Frauen und Männer die Aufgrund des mangelden Angebotes, ihre sexuellen Bedürfnisse auf kriminelle Art (Vergewaltigung) stillen. Nicht auszudenken. Diese sogenannte älteste Gewerbe der Welt hat nicht umsonst so lange Bestand in der Gesellschaft.
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 29.10.2014 um 09:24 Uhr
Ich schließe mich den Aussagen von Fr. Freeman, und den Herrn Schmidt und Büttel an!
Ein restriktives Verbot greift zu kurz! Im übrigen sollte man lieber mal diskutieren, warum eigentlich eine hohe Zahl der Prostituierten aus osteuropäischen Ländern in die BRD kommen, die katastrophale Bedingungen und große Armut vorher in ihrer Heimat erlebt bzw. erlitten haben. So wird ein Schuh daraus . . . !
Mit der moralischen Keule gegen Prostituierte und deren Freier drauf zu schlagen, wird dem Problem mitnichten gerecht und riecht eher nach totalem Emanzendogma ala' Alice Schwarzer . . . !
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.10.2014 um 11:09 Uhr
Verbote sind meist nur reiner Aktionismus. Aus den Augen aus dem Sinn. In England hat man vor einigen Jahren ein umfassendes Messerverbot erlassen. Resultat die Gewaltstraftaten mit dem Tatwerkzeug Messer sind sprunghaft angestiegen.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 29.10.2014 um 19:18 Uhr
Im Gegensatz zu meinen Vorrednern unterstütze ich klar das Verbot der Prostitution! Gegen alles was im Zusammenhang mit Ausbeutung steht - und da gehört die sexuelle Ausbeutung mit Sicherheit dazu - gilt es sich dagegen zu engagieren.
Warum solch eine Ausbeutung überhaupt - gesellschaftlich - möglich ist, warum hier ( vor allem ) Frauen zum reinen Objekt degradiert werden können, diese Frage sollte man sich stellen.
Und Mirko, ich habe hier nichts davon gelesen, dass jemand mit der moralischen Keule gegen Prostituierte draufschlägt...
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es hier um feministisches Gequatsche a la Alice Schwarzer geht, sondern um die Rechte ausgebeuteter Frauen!
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.10.2014 um 19:33 Uhr
Verbieten sie es Herr Walther und die Prostituierten werden noch mehr leiden müssen. Zu glauben das ein Verbot die ausbeutung stoppt ist naiv.
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 29.10.2014 um 19:39 Uhr
Das haben Sie Recht Herr Schmidt. Im Streetwork erreichen wir nur die unterdrückten Frauen die im Bereich der erfassten Randlegalität arbeiten.Nur die kann man schützen. Bei einem Verbot ist dem Missbrauch und der Unterdrückung Tür und Tor geöffnet. Das erleben wir jeden Tag.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 29.10.2014 um 20:28 Uhr
Herr Buettel, auch die Freiwilligkeit mit dem Bockschein hat das Resultat das beide, Dienstleister und Kunde eine groessere Sicherheit geniessen. In den gut gefuehrten oeffendlichen Bordellen wird der Bockschein immer noch als Tueroeffner fuer die Dienstleister gesehen. Wer nicht gesund ist steht an der Strassenlaterne und nicht im Bordell. Jetzt ist der Schein sowas wie ein ,, Guetesiegel,, Dieses Dienstleistungsgewerbe hat genauso unter den Schwarzarbeitern zu leiden wie der Maurer. Wenn man die Freier bestraft ist das ein Berufsverbot gleich zu setzen. Ich vergleiche mal mit den Drueckerkollonnen. Mit Sicherheit wurden die Menschen die Zeitungsabos verkaufen muessen einst freiwillig in diese Situation gelockt. Dann kommt das bittere Erwachen. Wenn jetzt Oma Meier ein Abo bestellt ist sie dann fuer das Treiben der Chefs dieser Kollone verantwortlich zu machen ?
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 30.10.2014 um 11:20 Uhr
Herr Walther,
"Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es hier um feministisches Gequatsche a la Alice Schwarzer geht, sondern um die Rechte ausgebeuteter Frauen!"

Ihr Eindruck täuscht.


Zum Artikel:
Prostitution unter Strafe zu stellen ist so ziemlich das Dümmste, was man machen könnte, wollte man wirklich den Prostituierten etwas Gutes tun - statt in Wahrheit nur altbekannten und überholten Täter-Opfer-Klischees aus erzfeministischer Vorzeit zu frönen.
Die organisierte Drogenkriminalität kommt ja auch nicht von den Drogen sondern von deren Illegalität (von der Beschaffungskriminalität aus finanziellen Nöten mal abgesehen, welche sich ja auch erübrigen würde, gäbe es legal günstigen Ersatz. Aber das ist ein anderes Thema.)

"Das “Nordische Model”, das in Schweden, Norwegen und Island Gesetz ist, verbietet den Sexkauf. Bestraft werden nur die Freier, für die Prostituierten selbst gibt es umfassende Hilfeleistungen, die ihnen beim Ausstieg helfen"

Und was stehen die Ex-Prostituierten da alle Schlange für die Hilfeleistungen, selbstredend begeistert „DANKE!“-Plakate schwenkend, singend und jubilierend…äh…

Im Gegenteil, die Prostituierten dort fanden das alles andere als toll. Und Vertreterinnen des Gewerbes in unseren Landen laufen (berechtigterweise zornig) Sturm gegen die alljährlichen Bestrebungen von viktorianisch-prüden oder feministisch-genderkonformen, altbackenen PolitikerInnen und AktivistInnen wie etwa unsere Bundesverdienstkreuz-behangene BILD-Zeitungsnutte* Alice Schwarzgeld, gekauften Sex auch hierzulande eeeeendlich zu kriminalisieren.

Selbstredend wird auch hier wieder in Stereotypen gedacht. Prostitution, das harte Männergeschäft männlicher, brutaler Zuhälter, männlicher, skrupelloser, ausbeutender FreiER und arme, ausgebeutete, hilfsbedürftige Frauen. Zumindest werden im Artikel männliche Prostituierte erwähnt. Na immerhin.

Was ist aber eigentlich mit weiblichen ZuhälterINNEN und MenschenhändlerINNEN? Wo steht, dass das ein reiner Männerzirkel wäre?

Niederlande: Zuhälter sind immer öfter weiblich
"Denn die aus Nigeria stammenden „Hoeren Madams“ sind dabei, die tonangebenden Zuhälter in Amsterdam zu werden. Die „Hoeren Madams“ sind weibliche Zuhälter, die früher oft selbst in der Prostitution tätig waren und nun junge Mädchen für sich arbeiten lassen. „Nigerianische Frauen stehen immer häufiger an der Spitze von kriminellen Organisationen in Amsterdam. Sie organisieren den Menschenhandel und lassen sowohl Frauen als auch Männer für sich arbeiten“, sagt Dina Siegel, Kriminologin an der Freien Universität der niederländischen Hauptstadt."

Schon 2009 konstatierte die UNO
Frauen mischen im Menschenhandel mit
"Ein Verbrechen, das uns alle beschämt", steht in großen Lettern auf dem aktuellen Uno-Bericht zum Menschenhandel. Dessen Inhalt überrascht vor allem in einem Punkt: Häufig sind Frauen die Täterinnen. Sie führen die Statistiken in 30 Prozent der untersuchten Länder an. In Osteuropa und Zentralasien stellen sie sogar über 60 Prozent der verurteilten Täter und Täterinnen.

Aber wir müssen hier natürlich etwas tun. Prostitution verbieten ist das Gebot der Stunde!
Hilft ja auch immer bestens...:
Flatrate-Bordelle geschlossen, Menschenwürde geschützt … Frauen obdachlos.
Glückwunsch… !

Die FreiER bestrafen? Hmm, und was ist eigentlich mit FreierINNEN?
Immer mehr Sextouristinnen auf der Suche nach minderjährigen Jungen
„Was einige Männer in Asien suchen, finden Frauen in Afrika. Weiblicher Sex-Tourismus in afrikanische Länder wird zum neuen Trend in der Reisebranche. Besonders schlimm: Viele Touristinnen wollen Sex mit Minderjährigen.“

Schwarze Krieger für weiße Lady?
Aber DAS ist natürlich was ganz was Anderes! DIESE Frauen „suchen ja nur Liebe“ und betreiben „Entwicklungshilfe“, und unsere Presse tituliert das Ganze dann harmlos verklärt mit „Urlaubsflirt“.
Ach so, na dann…

Sextourismus
Prostitution
Zwangsprostitution
* Zitat Volker Pispers
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.10.2014 um 17:30 Uhr
Herr Herwig, wollen Sie damit sagen, dass man auch Drogen legalisieren sollte? Wer dann Drogen nimmt ( und auch legalisiert würde es ein Geschäft bleiben! ) ist halt selbst schuld, ist ja dann seine Privatangelegenheit..?

Es geht nicht darum was für Prostituierte "besser" gemacht werden könnte, es geht darum sie aus dieser Abhängigkeit, dieser Situation... herauszuholen, sprich die Prostitution zu verbieten. Und erzähle mir doch keiner, dass es der Traum dieser Frauen sei als Prostituierte zu "arbeiten", dass sie sich nichts sehnlicher gewünscht haben... dass es dann nur darum geht "wie" dieser "Beruf" am besten ausgeführt werden kann. Wenn es so wäre, dann würde ich Ihnen und den anderen hier Recht geben, hier geht es aber darum der Ausbeutung das Wasser abzugraben.

Ja, da bin ich überzeugt, dass auch ein Verbot ein Schritt in die richtige Richtung ist ( und dies nicht Naivität bedeutet :-))
Nicole Schmidt
723
Nicole Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 30.10.2014 um 17:52 Uhr
Genau, die Prostitution verbieten und damit alle die in dem ältesten Gewerbe der Welt arbeiten, wieder in die Illegalität treiben.
Die Auswüchse der Prostitution, die Menschenhändler, Zuhälter usw. die sollten viel härter bestraft werden.

Aber mich würde zu Ladies Team e.V. mal etwas ganz anderes Interessieren. Wenn man diesen Verein googelt findet man eigentlich nichts. Wo ist dieser Verein eigentlich eingetragen ? Irgendwie beschleicht mich hier das Gefühl auf den Arm genommen zu werden. Sollte dies nicht so sein, möchte ich mich schon direkt für diese Vermutung entschuldigen.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.10.2014 um 18:02 Uhr
Tja, es gibt halt ne Menge Menschen, die können sich gar nicht vorstellen, dass es auch eine Welt ohne Prostitution geben könnte.... das gab es sogar schon - zugegeben vor sehr langer Zeit - Frau Schmidt.

Ob wir hier auf den Arm genommen werden? Möglich, zumindest haben die Beiträge aber zu einigen guten Diskussionen geführt...
Was mich zu Beginn etwas stutzig machte, das war die wiederholte Aufforderung zur finanziellen Unterstützung... warten wir`s einfach ab, es sollte ja noch ne Antwort kommen.
100
Ladies´ Team aus Gießen schrieb am 30.10.2014 um 18:30 Uhr
Herr Walther,
ich danke Ihnen für Ihren Mut, sich gegen diesen "Sturm der Entrüstung" zu stellen. Dafür finden wir, verdienen Sie mindestens ein riesiges Lob. Große Klasse. Wir werden in Kürze mehr Beiträge zum Thema nordisches Modell hier einstellen. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft, und das sehen wir an den Kommentaren hier ganz deutlich, sich bewusst wird, was mit Prostitution gemeint ist, nämlich dass hier Menschen gekauft sowie verkauft werden. Wie freiwillig kann das sein? Wenn es doch ein Beruf wie jeder andere ist, warum kann man sich dann die eigene Mutter, Tochter und Schwester in diesem Beruf nicht vorstellen? Es ist wichtig, dass man sich bewusst ist, dass es auch die eigene Mutter, Tochter und Schwester sein könnte, die sich aus der Not heraus verkauft oder verkauft wird, weil die Gesellschaft es einfach zulässt. Weil es in Deutschland geht.
Sie haben übrigens sehr recht, Herr Walther, es handelt sich hier keineswegs um das älteste Gewerbe der Welt. Sie scheinen sich damit beschäftigt zu haben. Danke.
Ihr
Ladies´ Team
100
Ladies´ Team aus Gießen schrieb am 30.10.2014 um 18:36 Uhr
Sehr geehrte Frau Schmidt, ich kann Sie beruhigen. Sie werden nicht auf den Arm genommen. Unsere Website wird gerade überarbeitet (eine Spende von einer ganz tollen feministischen Informatikerin). Daher kann es sein, dass Sie diese Seite nicht ansehen können. Hier trotzdem der Link: www.ladies-team.com. Eingetragen sind wir in Gießen. Die Nummer der Eintragung steht auch auf der Website.
Ihr
Ladies´ Team
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 30.10.2014 um 19:40 Uhr
Ich verstehe diese verdrehte Praktik von Verboten nicht. Das ist naiv und wird nichts ändern, jedenfalls nicht zum positiven. Drogen sind auch verboten und es sterben tausende mit der Nadel im Arm. Sie stellen die Frauen nur noch mehr ins Abseits.
Karl-Ludwig Büttel
3.854
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 30.10.2014 um 20:23 Uhr
Es ist ein sehr schwieriges Thema. Meine Erfahrung vom Streework spricht sich gegen ein offizielles Verbot aus. Das heißt nicht, dass man deshalb den Beruf der Sexarbeiterin oder des Sexarbeiters befürwortet. Das Ziel das wir verfolgen und die Absicht die Ladies`Team verfolgt sind sicherlich nahe beieinander.
Das größere Problem ist zum Beispiel die Sexarbeiter der Minderheiten die als Straßenstricher arbeiten. Da ist Verboten und die armen Männer und Jungs sind illegal in Deutschland. Auch die Freier werden hier bestraft, da es sich um Handlungen an Minderjährigen handelt. Durch das Verbot haben wir bzw. die Streetworker in diesem Bereich nur sehr schwer Zugang. Hilfe für die Betroffen ist dadurch kaum möglich. In geregelten Verhältnissen ist dies einfacher. Durch weitere Verbote wird die täglich erlebte Problematik nur verschlimmert.
Ähnliches konnte man vor Jahren beobachten als in Frankfurt die Drogenpolitik geändert wurde.
Herr Walther ich bin was die Ausnutzung/Anhängigkeit...Menschenhandel usw. ganz bei Ihnen. Wissen Sie wie oft wir schon geholfen haben und die Mädchen sind einfach in ein anders Land weiter verschleppt worden.
Theoretische Ansätze sind schnell gemacht. Auch sehe ich hier keine Welle der Entrüstung sondern ganz vernünftige Argumente für das für und wider eines solchen Verbotes. Auch wir haben über Verbote schon mit den verschiedensten Hilfsorganisationen geredet. Die Nordländer wie hier als Beispiel angefügt werden, kann man ersten nicht vergleichen und zweitens empfehle ich mal ein Gespräch mit Sexarbeiterinnen die von dort kommen und hören sich mal deren Erfahrung an.
In den Heimatländer der Betroffen und Ausgebeuteten muss man Ansätzen. Die Menschenhändler muss man bestrafen….den Zuhälter ihre Grundlage entziehen. Das geht nur mit einer legalen Form der Sexarbeit neben der viel größeren und menschlich abscheulichen illegalen Prostitution.
Ein rein persönliche Meinung nach 16 Jahren im Frankfurter Bahnhofsviertel und drum herum.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 30.10.2014 um 21:15 Uhr
Ich verstehe wirklich nicht, was es an der ganzen Sache überhaupt zu diskutieren gibt.
Ladies' Team wirft hier ganz bewusst aus Kalkül zwei unterschiedliche Dinge in einen Topf, nämlich ZWANGSprostitution (Welche bereits längst verboten IST) und legale, freiheitliche, selbstbestimmte Prostitution von Menschen, die diesen Berufszweig ganz bewusst für sich gewählt haben. Und diese Leute GIBT es, auch wenn es der feministischen Ideologie noch so sehr Zahnschmerzen bereitet.
Das Ganze wird dann noch mit misandrischen Schuldzuweisungen an Männer per se und mit der Gleichsetzung selbstbestimmter Prostitution mit Unterdrückung und Machtmissbrauch durch den (männlichen) Freier gewürzt, fertig ist der EMMA-Eintopf...

Welche Motive Prostituierte für ihre Berufswahl hatten oder haben, ist ihnen selbst überlassen. Es steht weder uns noch Feministinnen zu, diese Entscheidung in Zweifel zu ziehen oder (aus persönlichen ideologischen Motiven) zu verteufeln. Wir haben freie Berufswahl in diesem Land und eine solche eines oder einer Prostitutierten muss nicht jedem einleuchten oder ihm gefallen. Ja selbst dem Sexarbeiter oder der Sexarbeiterin muss ihr Job nicht "das Tollste auf der ganzen Welt" sein - aber fragen sie doch mal einen Kanalarbeiter, Fliesenleger oder dergleichen, ob sein Job für ihn das Tollste auf der Welt sei... Manchmal ist ein Job einfach nur ein Job und einfach "zweckmäßig".
Punkt.
100
Ladies´ Team aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 13:39 Uhr
Sehr geehrter Herr Walther, noch einmal ein ganz großes Danke für Ihre Stimme gegen die Prostitution. Sie scheinen sich mit dieser Branche und ihren verheerenden Auswirkungen auf Frauen / Mädchen auseinandergesetzt zu haben. Und für diejenigen, die sich ständig wiederholen mit Sätzen wie "Abber Zwangsprostitution ist doch abber scho´ verbooode", noch einmal: Man kann nicht wissen, ob eine Frau zum Sex gezwungen wird - sie wird nicht reden. Es hilft also nicht viel, dass das ja "scho´ verboode is".
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 13:55 Uhr
Ein generelles Verbot wird aber auch nicht helfen, die situation wird sich nur verschlimmern. Glauben sie denn wirklich ein Verbot würde die Prostitution stoppen? Was passiert denn dann mit den Frauen. Die verschwinden ja nicht aufeinmal. Was werden wohl die Zuhälter mit ihrer "Ware" machen? Diskret entsorgen oder noch größeren Gefahren aussetzen um ihr Kapital zu retten.
Und an der Tatsache das eben ein Verbot von Menschenhandel besteht, sollten sie ersehen können wie sehr ein derartiges Verbot greift.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2014 um 22:13 Uhr
- Herr Schmidt, denken Sie mal Ihre Argumentation konsequent weiter = also Verbote bringen nichts, z.B. tausende Drogen-Tote trotz Verbot... warum sollte man dann überhaupt etwas verbieten, etwas unter Strafe stellen? = täglich gibt es Einbrüche, Raubüberfälle, sogar Morde... und das alles trotz Verboten... also "weg mit den Gesetzen/Verboten, ist doch alles sowieso für die Füsse"!?!
- Herr Herwig, Ihre Gedankengänge kann ich - wie so oft - nicht nachvollziehen: wieder mal "die armen unterdrückten Männer werden schon wieder von den bösen Feministinnen angegriffen...", das kennen wir nun schon zur Genüge, und es wirkt immer wieder nur etwas lächerlich! Neu ist hier jetzt, dass Sie Berufe verunglimpfen wie "Kanalarbeiter, Fliesenleger...", seien Sie sicher, dass viele Menschen ganz bewusst auch Handwerksberufe gewählt haben, mir persönlich zig-fach lieber ( vor allem für die Gesellschaft nützlicher ) als so manch anderer Beruf ( ich nenne jetzt besser keine Beispiele :-)). Ach, und dass Prostituierte diesen "Beruf" aus freien Stücken für sich "gewählt" haben, das glauben Sie doch selbst nicht wirklich. ( Mit "Punkt" oder "Basta" wird eine Aussage auch nicht besser )
- Herr Büttel, schön dass Sie - auch wie so oft! - trotz unterschiedlicher Meinung versuchen auf andere Meinungen und Argumente einzugehen:
"Theoretische Ansätze sind schnell gemacht", so Ihr Vorwurf = nun, wenn ich rein theoretisch an die Sache rangehen würde, dann würde ich sagen = so lange wir ( auch Prostituierte ) in einer Gesellschaft leben die auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht, so lange werden wir auch das Problem der Prostitution nicht lösen können... Das wäre dann tatsächlich ein wenig "billig", so könnte man sich leicht aus der Verantwortung stehlen. Ja, Sie haben einige gute Ansatzmöglichkeiten genannt, z.B. in den Herkunftsländern vieler Prostituierter tätig zu werden, vor allem auch zu hinterfragen was sind die sozialen Grundlagen, die viele in die Prostitution treiben. Trotzdem widerspreche ich vehement, dass eine "Legalisierung" der Prostitution etwas an der sexuellen Ausbeutung ändern wird/würde, damit wird/würde lediglich die Ausbeutung gesellschaftlich hoffähig gemacht statt sie zu bekämpfen.
Und dann doch "rein theoretisch" = erst wenn dieses Gesellschaftssystem überwunden ist, erst dann wird man ( auch )dieses Problem Prostitution endgültig lösen können!
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 22:24 Uhr
Herr Walther, es geht hier nicht um Mord. Es geht um eine Geschäft das 2 Menschen miteinander abschliessen. Und dieses Geschäft kommt in vielen Fällen im gemeinsamen Einverständnis zu stande. Ich weiß um das Problem der Zwangsprostituierten. Aber ich glaube eben nicht das ein Verbot HIER der richtige Weg ist. Wenn das Risiko für Freier höher wird, dann evtl auch bei vielen die Ansprüche. Es gibt heute schon die Möglichkeit Prostituierte zu kaufen und mit ihnen zu machen was man will. Misshandlungen und und und. Das lässt sich durch Verbote nicht verhindern. Ich bin ja nicht für Menschenhandel. Aber ich bin gegen das Tabuisieren. Das würde ein Verbot erreichen. Daraus ein Tabu zu machen und ob es angestrebt ist oder nicht, die Frauen wären Vogelfrei.
Dazu bin ich auch gegen dieses dämonisieren der Freier. Ich will mir nicht vorstellen, alle Freier wären herzlose Monster. Außerdem können Prostituierte gewissen sexuelle Wünsche erfüllen die in einer Partnerschaft nicht ausgelebt werden können. Und nich nur zum missfallen der Prostituierten. Es ist beschämend ALLE Prostituierten zu Opfern zu machen. Auch das wäre eine Folge solch einen Gesetzes.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2014 um 22:48 Uhr
Genau Herr Schmidt, das ist konkret der Punkt bei dem wir beide völlig unterschiedlicher Meinung sind = für mich ist das keineswegs ein Geschäft, das 2 Menschen - gleichberechtigt - miteinander abschliessen. Dies entspricht nicht der Realität: Prostituierte sind lediglich eine Ware, ein Objekt, das zum Verkauf auf dem "Markt" angeboten wird... da spielt es eher eine untergeordnete Rolle "wie" Prostituierte in diese Lage gekommen sind, "Zwang" ist auch ein Begriff, der augenscheinlich auch einer Definition bedarf. Ist der Begriff "Zwang" nur dann zutreffend wenn es um Menschenhandel usw. geht, oder muss man nicht generell von Zwang reden wenn Menschen ( ich sage jetzt extra mal nicht "nur Frauen" ) keinen anderen Ausweg mehr sehen als sich durch Prostitution ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Generell sollten wir immer über das grundsätzliche Problem sprechen, nicht über Ausnahmen ( die gibt es immer, so sicher auch Menschen denen dieser "Beruf" gefällt ), die verfälschen sonst immer das grundsätzliche Bild.
Ich denke auch nicht, dass hier die Freier als Monster angesehen werden. Man muss es ganz nüchtern betrachten = sie sind ein - wesentlicher - Teil der an der Ausbeutung der Prostituierten beteiligt ist, nicht mehr und nicht weniger.
Lassen wir mal den "Mord" aussen vor. Auch wenn der Vergleich sicher auch wieder etwas hinkt = was ist schlimmer ( und das steht alles unter Strafandrohung ), Opfer eines Betruges, Diebstahls... zu werden oder sexuell ausgebeutet zu werden?
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 22:54 Uhr
Aber sie werden nicht bestreiten das es Frauen und Männer gibt die das ganze aus freien Stücken machen. Und dann ist eben doch ein Geschäft wie jedes andere. Zu behaupten alle Prostituierten Männlich/Weiblich wären gezwungen ist einfach eine Lüge. Und da liegt das Problem. Zwangsprostitution muss gestoppt werden, aber ein generelles Verbot ist eben nicht der richtige Weg.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2014 um 22:58 Uhr
Ich mag zwar generell keine Wiederholungen, mache es jetzt trotzdem = lesen Sie einfach nochmal meinen Kommentar Herr Schmidt! Gerade weil es immer wieder Menschen gibt, die - um ihre eigene Ansicht zu untermauern - mit Ausnahmen ( statt mit der grundsätzlichen Seite ) argumentieren, gerade deshalb habe ich darauf hingewiesen.
Als ob ich Ihren Kommentar vorausgeahnt hätte :-))
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 23:00 Uhr
Sie sprechen Frauen und Männern ab diesen Beruf freiwillig zu machen. Das ist einfach nicht zutreffend.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2014 um 23:02 Uhr
Es bringt nichts mehr Herr Schmidt, Sie machen sich etwas vor was mit der Realität nichts zu tun hat...
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.10.2014 um 23:07 Uhr
Nein, ich finde es arrogant Frauen und Männern abzusprechen sich bewusst dafür zu entscheiden. Aber das passt wohl mit dem Weltbild nicht zusamenn. Ich verneine nicht das es viele Prostituierte in Zwangslagen gibt. Aber das schliesst nicht alle Frauen mit ein. Es gibt auch Prostituierte die sich dagegen aussprechen. Vielleicht sollte man deswegen mit ihnen und nicht nur über sie reden.
100
Ladies´ Team aus Gießen schrieb am 01.11.2014 um 10:59 Uhr
Herr Walther, Sie sind unser Held hier und es ist so angenehm, eine menschliche Stimme wie die Ihrige zu lesen. Das Argument mit den Drogen finde ich noch etwas eindringlicher, als mein Argument mit Organe verkaufen. Wenn ich gaaanz freiwillig mein Organ verkaufen will, dann wird mir das doch auch nicht erlaubt. Das geht einfach nicht. Und die Länder, in denen die Prostitution verboten ist, gehen die Menschenhändler einfach nicht hin - das beweisen ganz viele abgehörte Gespräche. Die schlechtesten Pflaster für Menschenhändler sind Norwegen und Schweden. Das ist doch an sich schon ein Grund für das nordische Modell. Herr Walther - danke für Ihre Menschlichkeit und Ihr Engagement.
Stefan Walther
4.846
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.11.2014 um 12:10 Uhr
Held? Nee, nee, damit habe ich nix am Hut...

Was treibt mich hier an zu kommentieren? Die - teilweise - Naivität, die mir hier unterstellt wird, die bringt mich ( nicht nur beim Thema Prostitution ) etwas auf die Palme. Ausbeutung bleibt Ausbeutung, darum geht es... und natürlich um Menschenrechte. Ich bin aber kein reiner Humanist, für mich sind immer die gesellschaftlichen Bedingungen entscheidend, die die Ausbeutung zulassen und mitunter sogar fördern. Wenn man den Ursachen nicht auf den Grund geht ( stattdessen nur die Wirkung beurteilt ), dann kommt man immer zu falschen Schlüssen und auch falschen Forderungen. Sei es nun beim Thema Prostitution, Drogen... oder auch bei Themen wie Ausbeutung von Lohnarbeitern, Hartz IV - Beziehern, Rentnern usw. usw.
Wer profitiert, und wer wird ausgebeutet / unterdrückt, so oder so ähnlich sollte man sich zu Beginn einer Analyse immer die Frage stellen.
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 01.11.2014 um 12:24 Uhr
Norwegen und Schweden. Liebes Ladie´s Team vergleichen sie dochmal die Größe und Bevölkerungsdichte dieser beiden Länder zu Deutschland. Das sind ganz andere Strukturen. Das wird sich nicht einfach übertragen lassen.
Torsten Herwig
339
Torsten Herwig aus Langgöns schrieb am 02.11.2014 um 22:09 Uhr
Herr Walther,

Was treibt mich hier an zu kommentieren? Die - teilweise - Naivität, die mir hier unterstellt wird, die bringt mich ( nicht nur beim Thema Prostitution ) etwas auf die Palme. Ausbeutung bleibt Ausbeutung, darum geht es... und natürlich um Menschenrechte.

Ich muss Sie leider korrigieren, weder geht es Ladies‘ Team um die Menschenrechte von Prostituierten noch der Politik, die solchen Parolen aufsitzt.

Herr Büttel hat bereits zu dem Thema sehr eingängig seine persönlichen Eindrücke aus dem Arbeitsalltag geschildert und dargelegt, WO der Hebel wirklich angesetzt werden müsste, wollte man tatsächlich Zwangsprostituierten und Ausgenutzten helfen. (ganz herzlichen Dank dafür Herr Büttel!)

Wenn Ladies‘ Team und die Alice Schwarzgeld Fraktion wirklich an den Interessen von Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen liegen würde, warum nur wollen gerade Sexarbeiter von solch feministischem Quark nichts wissen?! Natürlich weiß Alices Gesinnungsgenossenschaft das – deswegen reden sie ja auch nur ÜBER Prostituierte und nicht MIT ihnen.

Der Bundesverband deutscher Sexarbeiter wirft Alice Schwarzer Diskriminierung vor:
„Prostitution ist keine Sklaverei. Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung. Das ist auch dann ein Straftatbestand, wenn dabei Geld den Besitzer wechselt.

Prostitution ist nicht gleich Menschenhandel. Nicht nur deutsche Frauen, sondern auch Migrant_innen sind überwiegend freiwillig und selbstbestimmt in der Sexarbeit tätig. Prostituierte, egal welcher Herkunft, pauschal zu Opfern zu erklären, ist ein Akt der Diskriminierung.
Eine Kriminalisierung der Kund_innen, die erotische Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ist zur Lösung dieser Probleme ungeeignet. Das sogenannte "Schwedische Modell" hat zwar die sichtbare Straßenprostitution verdrängt, aber weder die Prostitution an sich, noch den Menschenhandel nachweislich reduziert. Die Arbeitsbedingungen haben sich indes extrem verschlechtert. Dänemark und Schottland lehnen die Einführung des "Schwedischen Modells" bereits ab.“


Der Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten Doña Carmen e.V. positioniert sich ebenso ablehnend zur geplanten Neuregelung der Prostitutionsgesetzgebung der Großen Koalition und benennt klar die eigentlichen Motive hinter den angeblichen „Hilfen“.

Überhaupt sind Prostituierte schlecht auf ihre doch ach so engagierte „Retterin“ Alice Schwarzer zu sprechen. Schwarzers „Appell gegen Prostitution“ – Eine Entgegnung von Doña Carmen e.V. Warum nur?
Etwa, weil das, was die Schwarzer-Fraktion bisher von sich gegeben hat, weitestgehend Lügen sind?
Lügen, Märchen, Vorurteile eine Sammlung entlarvender Fakten zu den Behauptungen feministischer ProstitutionsgegnerInnen.

Welch geradezu irrwitziger Diskriminierung Prostituierte in diesem Land ausgesetzt sind, zeigt dieses Beispiel zur Sonderbesteuerung von Prostituierten. Internationaler Frauentag: Stellen Sie sich mal vor…

Sie sehen, es würde viel helfen, wenn man mehr MIT den Leuten reden würde als ausschließlich ÜBER sie.

Geradezu aberwitzig wird es dann, wenn Alice in einer Podiumsdiskussion zur Vorstellung ihres Buches zu Prostitution anwesende wütende Prostituierte, die ihr vehement widersprechen, aus dem Saal werfen lässt:

FAZ: Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern?
„Da oben sitzen also mit Alice Schwarzer, welche, klar, die Diskussion moderiert, vier Menschen, die Schwarzers Meinung sind, nämlich die Mitautorin des Buches, eine Sozialarbeiterin, die einen Prostituiertentreff leitet, eine ehemalige Prostituierte und ein Kriminalhauptkommissar - allesamt von Schwarzer rekrutiert, um Schwarzer ihre Meinung zu sagen, was genauso voraussehbar wie unglaublich ist, weil im Publikum so viele Menschen sitzen, die ganz anderer Meinung sind, die aber nicht gehört werden dürfen, weil sich die Buchvorstellerin eben absolut sicher ist, was die richtige Meinung ist.
Während, äh, diskutiert wird, das heißt, während man sich auf der Bühne gegenseitig versichert, rufen einige im Publikum dazwischen, ein paar Frauen versuchen, indem sie ein Banner vor sich her tragen, auf welchem „Mein Beruf gehört mir“ geschrieben steht, auf sich aufmerksam zu machen, aber sie werden sofort von Ordnern abtransportiert, weil sie anderer Meinung sind und das Einerlei da oben nicht stören sollen. [..]
Später laufen etwa zwanzig Menschen, überwiegend Frauen, auf der Suche nach einer Bar durch die Straßen Schönebergs. Viele von ihnen nennen sich Sexarbeiter und sind ziemlich sauer. Eine von ihnen heißt Paulita Pappel und redet so schnell und klug und kraftvoll, dass man sich wünscht, sie hätte auf dem Podium gesessen und diskutiert. Sie ist die Frau, welche vorhin ihren Po gezeigt hat. Ihre Mutter ist eine Alice-Schwarzer-Feministin, Paulita kommt aus Spanien und ist 25 Jahre alt. Gerade beendet sie ihr literaturwissenschaftliches Studium. „Als ich 17 Jahre alt war, habe ich auch so gedacht! Ich war gegen Prostitution. Jetzt verdiene ich mein Geld als Prostituierte und spiele in Pornos mit. Ich arbeite vier Tage und kann davon drei Monate leben. Das ist doch super! Ich musste vorhin auf die Bühne gehen und meinen Po zeigen, weil die Diskussion so dumm und einseitig ist. Prostitution ist nicht das Problem. Das Problem ist Sexismus, Rassismus und Armut! Darüber muss man reden!“
Eine andere junge Frau, von der man denkt, dass sie bestimmt Räucherstäbchen und indische Figuren zu Hause stehen hat, erzählt: „Ich massiere lieber einem Mann mit Hingabe den Schwanz, als an der Kasse zu sitzen.“ An der Kasse sitzen, putzen, Leuten irgendwelchen Mist andrehen, bei Douglas oder so, auf stupideste Weise dieses menschenfeindliche kapitalistische Drecksrad am Laufen halten - ist das nicht auch total schädlich für den Kopf? Macht das irgendwer echt freiwillig?“


Das erinnert mich an die Aussage eines Kollegen/Bekannten meiner Frau, bekennender Schwuler, der sich in der Freizeit was dazu verdiente. Angesprochen auf seinen Job und seinen Freizeiterwerb, bekannte er: „Ich verdien‘ mit meinem Arsch an einem Wochenende mehr als hier in einer Woche!“ Der muss bestimmt auch „gerettet“ werden…

Auch das Schwulenblog Gay West sagt eindeutig: „Prostitution ist ein Menschenrecht!“

Punkt.
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Ladies´ Team aus Gießen schrieb am 03.11.2014 um 21:36 Uhr
Sehr geehrter Herr Walther, wie recht Sie haben mit Ihrer Aussage " Ausbeutung bleibt Ausbeutung, darum geht es... und natürlich um Menschenrechte" können Sie in diesen abgehörten Gesprächen von Menschenhändlern lesen - sehr menschenverachtend: http://abolition2014.blogspot.nl/2014/07/ich-speib-mich-an.html
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 03.11.2014 um 22:13 Uhr
Wie sie das nordische Modell denn nun auf die völlig anderen Strukturen in Deutschland übertragen wollen beantwortet das aber nicht.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Ladies´ Team

von:  Ladies´ Team

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