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„Es ist schön, wenn man etwas zurückgeben kann“

Gießen | Vor kurzem hatten die Bewohner des Pflege- und Förderzentrums St. Anna in der Hermann-Levi-Straße Besuch.
Mitarbeiter der ALI (Arbeitsloseninitiative Gießen e.V.) überbrachten von ihnen handgefertigte Spiele wie ein „Mensch ärgere dich nicht“ oder ein „Ratz Fatz“ Spiel, aber auch Mobiles für die Bettlägerigen.
Bei den Bewohnern, die der Übergabe beiwohnten, war die Freude entsprechend groß und es wurde gleich eine „Proberunde“ Ratz Fatz zusammen gespielt.
Jedes Spielelement ist ein Unikum und wurde von den Erwerbslosen des Projektes „Begegnung und Netzwerke“ mit großer Liebe zum Detail gefertigt.
Genau diese Detailtreue begeisterte nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch die Betreuungsassistenten rund um Britta Christ, der Leitung des Sozialdienstes.

So meinte etwa auch Amir Motearefi, pädagogischer Mitarbeiter:
„Schön war zu erleben, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre handwerklichen Kenntnisse einbrachten und ihre Ideen kreativ umsetzen, so dass die Anleitung richtig Spaß gemacht hat. Ich habe mich gefreut, dass die Spiele so gut ankamen – dass sie nicht nur bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, sondern auch bei den Betreuerinnen und Betreuern auf großes Interesse stießen.“

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Dass die Teilnehmer des Projektes ebenfalls ihre Arbeit als sinnvoll und nützlich empfinden, haben sowohl Claudia H. als auch Haiko M. auf den Punkt gebracht.

Claudia H., die gelernte Bürokauffrau ist, sagte dazu:
„Ich finde es gut, dass wir dazu beitragen können, dass die alten Menschen mit Hilfe unserer Materialien geistig und motorisch mobil bleiben. Es ist schön, wenn man etwas zurückgeben kann und die Leute sich freuen.“

Haiko M´s Meinung:
„Das Projekt und die Arbeit in der Arbeitsloseninitiative machen mir Spaß und geben mir endlich einmal wieder Anerkennung. Ich lerne viel dazu, und es freut mich, dass wir etwas Sinnvolles auch für andere bedürftige Menschen tun können und ihnen damit eine Freude machen.“

Die Kooperation zwischen ALI und dem Pflege- und Förderzentrum besteht nun schon einige Zeit und beide Seiten empfinden diese als große Bereicherung.

Martina Bodenmüller, Dipl. Pädagogin
Im Beschäftigungsprojekt Begegnung und Netzwerke können bis zu 14 Erwerbslose mitarbeiten. Wir bieten unterschiedliche Tätigkeitsfelder an, in denen Menschen ihre Kenntnisse einbringen und Neues dazu lernen können. Ganz wichtig ist für uns dabei die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie dem St. Anna. Denn hier können Erwerbslose Kontakt und Netzwerke knüpfen und erleben, dass ihre Fähigkeiten auch außerhalb der Arbeitsloseninitiative wertgeschätzt und gebraucht werden.“

Das nächste Projekt, das zusammen angegangen wird, ist die Mitwirkung von ALI beim Adventsmarkt der Pflegeeinrichtung am Freitag, den 05. Dezember.

 
 

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.10.2014 um 17:34 Uhr
Auch wenn ich mich der Gefahr aussetze hier in der Online-Ausgabe als ewiger Nörgler heraus gestellt zu werden, so erlaube ich mir doch die eine Aussage der Arbeitslose C. h. zu kritisieren:

"(...) Es ist schön, wenn man etwas zurückgeben kann .... (...)"

Arbeitslose sind keine Almosenempfänger sondern sie beziehen Leistungen aus einer Versicherung auf Gegenseitigkeit. So lange du Arbeit hast zahlst du ein - hast du keine Arbeit dann bekommst du Geld aus dem Solidarfond.

Das ist ein sehr nüchterne Angelegenheit und ich verstehe da nicht, wie da so etwas wie Dankbarkeit (das lese ich nämlich aus dem zitierten Satz raus) ins Spiel kommt.

Ich habe die ALI Giessen bisher als politisch denkende und auch handelnde Organsiation verstanden. Scheinbar hat sich der Verein aber geändert, denn so ein Satz kann ich mir eigentlich nur bei caritativen Vereinen vorstellen.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 21.10.2014 um 21:04 Uhr
Ich glaube es ist ein gutes Zeichen, sich wieder seine Wertes bewusst zu werden. Den verliert man als Arbeitsloser schnell aus den Augen. Aber was ein, ich sage mal 59 Jähriger Arbeitsloser mit 40+ Arbeitsjahren der Gesellschaft schuldet will mir auch nicht in den Sinn.
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von:  Britta Christ

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