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Ziel: Mehr Adoptionen durch Kooperation mit Stadt und Wetteraukreis

Sie stellen die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle vor (v.l.): Helmut Betschel-Pflügel, Birgit Schlathölter (Abteilungsleiterin im Jugendamt der Stadt Gießen), Dirk Oßwald, Yvonne Messinger, Gerda Weigel-Greilich und Claudia Warnat.
Sie stellen die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle vor (v.l.): Helmut Betschel-Pflügel, Birgit Schlathölter (Abteilungsleiterin im Jugendamt der Stadt Gießen), Dirk Oßwald, Yvonne Messinger, Gerda Weigel-Greilich und Claudia Warnat.
Gießen | Nach mehr als einer einjährigen Vorbereitung ist der Kooperationsvertrag unterschrieben: Der Landkreis Gießen betreibt zusammen mit der Stadt Gießen und dem Wetteraukreis eine gemeinsame Stelle für Adoptionsvermittlungen. Diese Möglichkeit besteht laut Adoptionsvermittlungsgesetz und wird in Hessen nun auch von den genannten Gebietskörperschaften genutzt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Pflegekinderdienste zu verbessern und dadurch steigende Zahlen bei den Adoptionen zu erreichen. Sitz der gemeinsamen Stelle mit drei Mitarbeiterinnen ist das Neue Rathaus am Berliner Platz in Gießen.

„Mit der Einrichtung der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Dirk Oßwald, Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent des Landkreises Gießen. Diese werde seit vielen Jahren in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe mit der Stadt Gießen praktiziert. „Dadurch können wir sinnvolle Synergieeffekte erzielen.“ Dazu zähle neben eingesparten Personalkosten vor allem ein regional vernetztes Angebot, ergänzt Claudia Warnat, Jugendamtsleiterin des Landkreises Gießen.

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„Wir erreichen durch die gemeinsame Stelle eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Pflegekinderdienste“, sagt Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Bislang hatten der Landkreis Gießen und Wetteraukreis den Caritasverband Gießen mit der Betreuung einer Adoptionsberatung und -vermittlung beauftragt. „Wir haben uns für eine gemeinsame Stelle in kommunaler Trägerschaft entschieden, nicht weil wir unzufrieden mit der Leistung waren“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises, Helmut Betschel-Pflügel. Die Wahrnehmung der Aufgabe erziele Synergieeffekte, durch die landkreis- bzw. stadtübergreifend adoptionswillige Familien gemeinsam unterstützt, betreut und angeworben werden könnten.

Das Motiv der drei Verwaltungen für eine Kooperation ist klar gesetzt: „Wir hoffen durch die engere Zusammenarbeit auf steigende Zahlen bei den Adoptionen.“ Denn in den vergangenen Jahren stagnierten erfolgreiche Vermittlungen. 2012 etwa gab es in Stadt und Landkreis Gießen zusammen mit dem Wetteraukreis 12 erfolgreiche Adoptionsvermittlungen (Landkreis GI: 6/ Stadt GI: 4/ Wetterau: 2). Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren dies 8 Vermittlungen (LK GI: 5/2/1), gefolgt von 11 im Jahr 2011 (6/4/1).
Dies ist zwar eine leichte Steigerung, sie zeigt aber auch: „Es ist schwer, interessierte Paare zu finden, die dann auch noch die rechtlichen Anforderungen erfüllen und letztlich bereit für eine Adoption sind“, sagt Gabi Keiner, stellvertretende Jugendamtsleiterin der Stadt Gießen. Auf der anderen Seite sei der gesellschaftliche Bedarf vorhanden.

Gemeinsame Entscheidungen im Team sichern die Qualität in der Adoptionsvermittlung. Der fachliche Austausch und die Qualifikation der Fachkräfte untereinander gewährleisteten das Niveau auch langfristig. „Es geht darum, das Wohlergehen des Kindes und der Entwicklung einer Lebensperspektive für das Kind sicherzustellen“, sagt Helmut Betschel-Pflügel, „jedes Kind hat das Recht auf eine Familie.“ Dafür sei eine verantwortungs- und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den abgebenden Eltern, den aufnehmenden Eltern und dem adoptierten Kind grundlegend. „Die gemeinsame Wahrnehmung und die Teamarbeit fördert bei allen drei Seiten die Beratung und Entscheidung der Fachkräfte“, ergänzt die Wetterauer Jugendamtsleiterin Yvonne Messinger.

Die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle nimmt viele Aufgaben wahr: Sie berät und begleitet abgebende Eltern, berät Adoptionsbewerberinnen und -bewerber, bereitet sie vor und überprüft die Eignung, vermittelt Kinder in geeignete Adoptivfamilien, berät und betreut die Familien während der Adoptionspflege. Damit nicht genug. Sie verfasst Stellungnahmen unter anderem zu Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, berät und unterstützt Adoptierte bei der Suche nach leiblichen Verwandten und vieles mehr.

Die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle von Stadt und Landkreis Gießen und dem Wetteraukreis ist im Neuen Rathaus (Berliner Platz 1, 35390 Gießen) angesiedelt. Interessierte können Kontakt aufnehmen: Telefon 0641 306-2363 (Bianca Cinka) und Telefon 0641 306-2242 (Gabi Bandze) oder per E-Mail an bianca.cinka@giessen.de und gabi.bandze@giessen.de.

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