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„Tote“ im Seltersweg

Gießen | Aufregung im Gießener Seltersweg: Am Samstagmittag sackte in der Fußgängerpassage ein Mann auf den Boden. Zwei Passanten, die das in der Menge unmittelbar beobachtet hatten, wollten zu Hilfe kommen. Doch zwei andere kamen bereits mit einer Plane herbeigeeilt und deckten den Mann damit zu. Nacheinander fielen daraufhin weitere junge Frauen und Männer in der Mitte der Fußgängerzone zu Boden und blieben dort liegen, woraufhin sie ebenfalls mit Planen zugedeckt wurden.

Viele Fußgänger blieben stehen, beobachteten, was vor sich ging und waren betroffen. Was war passiert? Ein Passant kommentierte schließlich treffend: „Ah, das ist eine Aktion“. Am Ende lagen über zehn „Leichen“ im Seltersweg.

Im Vorfeld des Tags der Armutsbekämpfung, der weltweit am 17. Oktober begangen wird, wurde so die Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ in die Gießener Innenstadt getragen. Die Aktivisten zogen mit dieser Kunstaktion die Aufmerksamkeit der Fußgänger im Seltersweg auf sich.

„Alle vier Minuten stirbt in Bangladesch ein Kind an den Folgen von Armut“, lautete die Botschaft der Beteiligten, die diese im Anschluss an die Aktion auf Flyern verteilen. Eine Passantin meinte dazu: „das ist schlimm, aber ich kann ja nichts dagegen machen“. Doch das Gegenteil sei der Fall, so die Botschaft der Kampagnenunterstützer. Jeder Könne etwas tun. Ein Aktivist sagte dazu nach der Aktion: „Was zum Beispiel in Bangladesch passiert, nehmen wir oft nicht wahr, weil wir es nicht sehen können. Doch jeder hat die Möglichkeit, sich gegen Armut und Hunger zu engagieren, egal von wo aus.“ Und dass es noch viel zu tun gebe, darin stimmten die Aktivisten am Ende der Aktion überein.

An der Kampagne beteiligten sich Studenten, Anhänger des Freeschool-Netzwerks Gießen und Aktive der Entwicklungsorganisation NETZ Bangladesch aus Wetzlar.

 
 
 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Iris Reuter - GZ Team
1.966
Iris Reuter - GZ Team aus Gießen schrieb am 13.10.2014 um 13:37 Uhr
Auch ich wurde Zeuge dieser ungewöhnlichen Aktion.
Leider konnten die Passanten nur wenig damit anfangen, zumal die, an der Aktion beteiligten Personen vorbeigehende Personen einfach umrannten oder anrempelten.
Fokus waren in meinen Augen nicht die Leichen, sondern möglichst viele tolle, spektakuläre Fotos der Aktion zu schießen ohne Rücksicht auf Passanten, die teilweise strauchelten und hinfielen.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2014 um 17:25 Uhr
Spektakulär, auch nachhaltig?
Stefan Walther
4.850
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.10.2014 um 18:23 Uhr
Die Frage "was tun?" wird auch im Beitrag ( auch bei der Aktion? ) nicht beantwortet.
Etwas Mitleid erregen mit den "armen Menschen"?
"Fairtrade" als Lösung?
.....
Oder: "Den Verursachern, vor allem den Konzernen, das Handwerk legen?"

Ich war zwar nicht dort... nur, der Beitrag und auch der Kommentar von Frau Reuter scheinen für mich eher ein Beleg zu sein für = spektakuläre Aktion mit wenig inhaltlicher Aussage!?
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2014 um 18:36 Uhr
Darum auch mein so gehaltener Kommentar, denn ich hatte den gleichen Eindruck.
361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 18.12.2014 um 10:02 Uhr
...ich mag eigentlich solche Flashmobaktionen. Allerdings sollten sie auch aufgelöst und erklärt und mit nachvollziehbarem Inhalt gefüllt werden... nur dann werden Passanten aufmerksam und verständnisvoll und nachdenklich...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Florian Albrecht

von:  Florian Albrecht

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Interessensgebiet: Gießen
Florian Albrecht
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