Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Vorhang gefallen für die LGS: Erste Bilanz in Zahlen und Eindrücken

V.l.: M. Bassemir (Büro LGS Gießen), Bürgermeisterin G. Weigel-Greilich, D. Wierzbitzki (GF LGS Gießen 2014 GmbH), L. Wiemer (GF LGS Gießen 2014 GmbH), T. Röhmel (Amtsleiter Gartenamt Stadt Gießen), B. Bauer (Öffentlichkeitsarbeit LGS Gießen 2014 GmbH).
V.l.: M. Bassemir (Büro LGS Gießen), Bürgermeisterin G. Weigel-Greilich, D. Wierzbitzki (GF LGS Gießen 2014 GmbH), L. Wiemer (GF LGS Gießen 2014 GmbH), T. Röhmel (Amtsleiter Gartenamt Stadt Gießen), B. Bauer (Öffentlichkeitsarbeit LGS Gießen 2014 GmbH).
Gießen | Mit der abwechslungsreichen Abschlussveranstaltung am Sonntag, 5. Oktober, ist der Vorhang für die 5. Hessische Landesgartenschau in Gießen gefallen. Es ist jetzt Zeit, die Bilanz zu ziehen. Wie Bürgermeisterin und Vorsitzende des Aufsichtsrates der LGS GmbH Gerda Weigel-Greilich und die Geschäftsführer der Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH, Detleff Wierzbitzki und Ludwig Wiemer, der Öffentlichkeit erklärten, handele es sich im Moment nur noch um eine vorläufige Betrachtung, weil die genauen Zahlen zum Haushalt erst Anfang 2015 genannt werden können.
Obwohl die Besucherzahl niedriger war, als erwartet, sind die Organisatoren mit den 504.458 Besuchen auf dem kostenpflichtigen Wieseckaue-Gelände sehr zufrieden. Jeder zehnte LGS-Gast war auch auf der Lahnaue und den Korridoren unterwegs und über 45.600 Fahrgäste fuhren mit der „Bimmelbahn“. Auch das Elektroboot „Lahnperle“ des Marinenvereins war in der Regel ausgelastet.
Schon zur Halbzeit der Landesgartenschau wurde es klar, dass die vorab geschätzten rund 700.000 Besuche nicht erreicht würden, und Sparmaßnahmen wie die Kassenschließungen und sparsame Haushaltsplanungen
Mehr über...
wurden getroffen. „Durch die Reduzierung der Ausgaben gehe ich davon aus, dass wir mit dem städtischen Zuschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro auskommen“, betonte Weigel-Greilich. Das ständig durchwachsene Wetter mit 109 regnerischen Tagen von den 163 Veranstaltungstagen hat natürlich nicht mitgespielt.
Trotzdem war die Landesgartenschau ein gelungenes fünfmonatiges Gartenfest für Groß und Klein, das auch Reisegruppen aus Berlin, Augsburg, Heilbronn und Aschersleben in Sachsen-Anhalt sowie aus dem Ausland wie Dänemark, der Schweiz und Ungarn besuchten. Die Events haben nicht nur Gärtner und Blumenfans angezogen, sondern auch zahlreiche Studenten, Schüler, junge Menschen und Familien waren auf den LGS-Geländen zu treffen.
Blumenkenner konnten die schönen Blumenschauen und die Beeten die Wege entlang, die Molekulargärten und die Wissenschaftsachse besonders schätzen und im Gärtnertreff sich beraten lassen. Aber auch unerfahrenen Besuchern gefielen die bunten Pflanzen und die Entspannung eines Rundgangs durch das Gelände. Vor allem an Werktagen und gegen Abend, wenn es auf der Wieseckaue ruhiger war, haben junge Pärchen die Romantik des Ortes genossen und nicht selten ruhten sich Gäste auf den Liegenstühlen im Park oder auf den „Crazy Chairs“ beim Klanggarten mit einem guten Buch aus. Wenn die Spaziergänger ganz still waren, konnten sie auch Eichhörnchen, Kaninchen und Vögel erblicken und mit ein bisschen Glück fotografieren. Die Verwandlung der Natur durch die Jahreszeiten und die herbstlichen Farben eroberten die Gäste auch in den letzten LGS-Wochen.
Das vielfältige Programm fand großen Anklang. Zu den besucherstärksten Veranstaltungen zählen die zwei Konzerte vom Deutschrock-Sänger Bosse, der Auftritt des Comedian Kaya Yanar und das Konzert der drei Stimmen. Weitere Konzerte, Sportveranstaltungen, Open-Air-Filmvorführungen, die faszinierenden Abende „Lichtzauber im Park“ waren zum Beispiel Termine für die unterschiedlichsten Besuchergruppen und die ganze Familie.
Sehr erfolgreich waren ebenfalls die Initiativen für Kinder im Vor- und Grundschulalter. An den 365 Unterrichtseinheiten im „Grünen Klassenzimmer“ nahmen insgesamt 7.634 Schüler teil, 27 Kinderführungen wurden gebucht. Auch am Weltkinderwochenende wurden zahlreiche Tätigkeiten und Aufführungen speziell für die Kleinen angeboten. Und während eines Spaziergangs auf dem Gelände konnte man jederzeit sehen, wie die Spielplätze beliebt waren.
Für Gießen war die Landesgartenschau Anlass für viele städtebauliche Maßnahmen, die die Stadt wesentlich verbessert haben. Es geht nicht nur um die Sanierung des 35 Hektar großen Wieseckaue-Geländes mit vielen bleibenden Werten wie den neuen Brücken, der umgestalteten Ufer des Schwanenteichs, der Skate-Anlage, dem Quellgarten und der Wissenschaftsachse. Der Bahnhofsvorplatz, der neue Christoph-Rübsamen-Steg, das umgestaltete Gebiet von „An der Mühle“ mit der Seniorenresidenz, der Spielplatz an der Lahn, das Lahnfenster sind weitere attraktive Stellen, die in Gießen auch in der Zukunft geschätzt und genossen werden können. Viele Besucher in der Lahnstadt waren während der Landesgartenschau von der Pflege und dem Leben in der Stadt beeindruckt, die sie seit einiger Zeit vermisst hatten. Die Bekanntheit Gießens dürfte durch die LGS gestiegen sein. Das zeigt auch das Interesse für das Pavillon der Regionen auf der Wieseckaue und die verdoppelte Besucherzahl im Gießkannenmuseum. Die Idee der Landesgartenschau als Mittel, um für Gießen zu werben, hat sich als erfolgreich bewiesen.
Im Moment laufen die gut geregelten Ab- und Umbauarbeiten auf Hochtouren, damit der Park auf der Wieseckaue bis Ende des Jahres wieder geöffnet werden kann. Die mobilen Pavillons, die Zelte und die Lichtkirche werden entfernt und die Gärtnervereine sind ebenfalls damit beschäftigt, auch die Molekulargärten abzubauen. Durch die Rückbaumaßnahmen werden der Tennisplatz und das Fußballfeld wieder gebaut, außerdem wird ein neuer Spiel- und Sportplatz entstehen, wo die Blumenschauhalle stand. Das beliebte Bistro am Neuen Teich wird auch abgebaut, weil es nicht winterfest ist. Bürgermeisterin Weigel-Greilich kündigte an, dass die Stadt eine neue Ausschreibung macht, da „Polster“ es nicht weiter betreiben möchte, und Interessenten sich schon jetzt bewerben können.
Auch in der Stadt werden die Spuren der großen Blumenschau langsam verschwinden. Thomas Röhmel, Amtsleiter des Gartenamts der Universitätsstadt Gießen, erklärte, dass die insgesamt 154 Paletten und Kübel abgeräumt werden; sie können auch für 20 Euro zuzüglich Transportkosten erworben werden. Auch die Plakate werden entfernt. Die Beeten in der Sudetenlandstraße werden auch nicht bleiben, weil die Paten sich nicht bereit erklärt haben, sie weiter zu pflegen. Dort wird wieder ein Rasen gelegt, wie er vorher war.

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.10.2014 um 15:52 Uhr
Naja, einer muss ja den Anfang machen.

Ich kann mir vorstellen, dass die Kommentarkolonne zu diesem Artikel dreistellig wird. Zu vieles in dem Artikel ist doch rosa eingefärbt.

Was herausgreifen? Was ansprechen? Besteht die Gefahr, dass dann der einzelne Punkt zu stark Beachtung findet?

Ich versuche es mal mit einem anderen Fazit, als das Fazit der Artikeleinstellerin von der Redaktion: "Die Bekanntheit Gießens dürfte durch die LGS gestiegen sein."

Meine Variante: Giessen ist über die Grenzen von Hessen hinaus, als die Stadt bekannt geworden, welche sich obwohl faktisch in der Pleite sich befindend eine sauteure LaGa ge"leistet" hat.
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 10.10.2014 um 19:37 Uhr
"Ach!" spricht er, "die größte Freud Ist doch die Zufriedenheit!" (W. Busch, Max & Moritz)
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 10.10.2014 um 20:06 Uhr
Dieser Beitrag, wie auch der in der Giessener Tageszeitung, wecken doch ganz erhebliche Zweifel in mir :
Kaum ist diese Blümchenschau ( oder besser gesagt Eventschau ) beendet, schon gibt es Zahlen einer guten Bilanz .
Ein Unding !
Diese rosaroten Phrasen ist Volksverdummung, nicht lesenswert !
Ja, dann das in Deutschland so unbeständige Wetter , diese Auslegung wurden lääääängst voraus gesagt.
(zumal ich mich nur an einen schlechten August erinnere )

( @ Frau Riva : bitte nicht persönlich nehmen )
H. Peter Herold
29.018
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2014 um 21:20 Uhr
Da wurde frisiert was das Zeug hält. Das Beste un d es war von vor herein so bekannt, das Bistro am Teich wird eingepackt. Schilda lässt grüßen. Wenn sich doch einer findet der es bertreiben will, wir es wiede aufgestellt. Solche Ideen kann nur eine haben. Die BM. Sie muss das Ganze ja nicht bezahlen.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 10.10.2014 um 23:57 Uhr
Ich erinnere mich noch gut an einen Bericht im Gießener Anzeiger v. 26.1.2013:
Dort hieß es u.a.
Allerdings teilte die Grünen-Politikerin bereits mit, dass das Pachtverhältnis „mindestens 20 Jahre“ bestehen solle. Eine von dem potenziellen Investor vorgenommene „Markterkundung“ habe zumindest ergeben, dass sich ein solches Café auch nach der Landesgartenschau 2014 tragen und somit dauerhaft ein attraktiver Anziehungspunkt sein würde.
http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/pachtverhaeltnis-fuer-palmencafe-soll-mindestens-20-jahre-bestehen_12779732.htm

Der dort angesprochene Event-Gastronom, mit dem man in Endverhandlungen stehe, hat schon in anderen LaGa-Orten wie z.B. Bad Nauheim >verbrannte Erde< hinterlassen und auch der Vorwurf, dass dieser seine Service-Kräfte mit Dumping-Löhnen entlohnt, ist bis zum heutigen Tage nicht ausgeräumt.
Schon bei der Präsentation der Halbzeitbilanz im parl. Ausschuss hatte der Geschäftsführer der LGS-GmbH, Wierzbitzki, eine Aufklärung zugesichert.
338
Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 11.10.2014 um 06:05 Uhr
Danke, Herr Kraft, für den link - ein schönes Beispiel für die Schönrednerei, die im obigen Artikel betrieben wird.
Da überschlägt man sich ja von 'Erfolg zu Erfolg' - alles war sooooo toll und so unproblematisch.
Und sooooo viele Menschen aus anderen Städten sind gekommen, sogar aus dem Ausland - nur schade, daß vergessen wurde, zu erwähnen, daß die Mehrheit der Gießener Bürger bei einer Umfrage erwähnt hatte, daß sie selbst die Veranstaltung boykottieren. Das muß wohl (Achtung Ironie) 'vergessen' worden sein.
Natürlich wurde auch nicht erwähnt, wie viele Bäume der LGS zum Opfer gefallen sind, daß die Eintrittspreise zu hoch waren, daß das Gelände als Naherholungsfläche dem Gießener Bürger nicht zur Verfügung stand, daß die wasserbaulichen Veränderungen der Wieseckaue problematisch sein könnten etc. - sicher alles Petitessen in den Augen unserer Bürgermeister. (Man könnte sicher noch anderes finden).
Der Artikel unterschlägt alles, was als negativ angesehen wurde, und beschränkt sich auf Schönrednerei. Ausgewogener Journalismus sieht in meinen Augen anders aus.
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 11.10.2014 um 10:06 Uhr
Ich vermute einmal das Frau Riva diesen Artikel nur eingestellt hat.
Mit Sicherheit ist das nur eine Presseinformation von Bürgermeisterin und Vorsitzende des Aufsichtsrates der LGS GmbH Gerda Weigel-Greilich und die Geschäftsführer der Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH damit wir auch alle ,, bescheid,, wissen das die Veranstaltung doch ein ,, Erfolg,, war.

Ich glaube nicht das Frau Riva uns nur die schoenen Seiten der Medallie zeigen wollte sondern, das sie diesen Text mit bitte um Veroeffendlichung entgegen genommen hat.
338
Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 11.10.2014 um 23:59 Uhr
Dann hätte aber m.M. der Hinweis dazu gehört, daß dies eine Presseinformation der Bürgermeisterin ist - liest man den Artikel, könnte man sonst denken, dies wäre eine eigene unabhängige journalistische Arbeit.
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
1.228
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion aus Gießen schrieb am 12.10.2014 um 00:13 Uhr
Guten Abend!
Ich war auf einer Pressekonferenz mit den Vertretern der LGS GmbH, aus der ich die meisten Daten und Zahlen bekommen habe.
Viele Grüße!
Alessandra Riva
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.10.2014 um 15:24 Uhr
danke fuer die aufklaerung frau riva. in dem fall fehlen mir dann auch die kritischen punke wie finanzlage und opfer in der natur ( Teichhuhn-Brutgebiet- Baumbestand- Wasserfuehrung- ) . Eventuell noch die vermutliche Pachtvertrag pleite und die vermutliche nicht einhaltung von Vertraegen durch den Paechter. hier wurde bis heute noch nicht kontrolliert was versprochen wurde. na ja jetzt ist es ja rum und wir duerfen dafuer zahlen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

offline
Interessensgebiet: Gießen
Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
1.228
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
V.l.: Landrätin Anita Schneider, OB Dietlind Grabe-Bolz, Simone Sterr, Ministerin Angela Dorn.
Gießener Stadttheater freut sich auf neue Intendantin Simone Sterr ab Spielzeit 2022/23
Nach 20 Jahren Intendanz wird Cathérine Miville das Stadttheater...
Ministerpräsident Volker Bouffier (l.) hat DLRG-Vorsitzendem Alexander Sack (r.) einen Förderbescheid über 200.000 Euro überrreicht.
Stadt und Land unterstützen Wiederaufbau des DLRG-Vereinsheims bei Grundsteinlegung
Drei Jahre nach dem Brand, der das Vereinsheim der DLRG Kreisgruppe...

Weitere Beiträge aus der Region

Bartagame BART
Bart wurde mitten im Ort vor der Kirche auf der Straße aufgefunden....
Löwenköpfchen-Mix LENNART
Lennart wurde auf einer Wiese aufgefunden und wurde bisher nicht...
Lebhafte MORA
Mora ist eine lebhafte kleine Hündin, die aus einem befreundeten...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.