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Tuberkulose-Verdacht und Schweinepest-Anzeichen:Tierseuchenbekämpfung blickt auf 2013 zurück

Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz hat die Tiergesundheit im Blick und muss mitunter strenge Sperren erteilen, um einen Seuchenausbruch zu verhindern. Im vergangenen Jahr bleib es glücklicherweise bei Verdachtsfällen. Foto: Fotolia
Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz hat die Tiergesundheit im Blick und muss mitunter strenge Sperren erteilen, um einen Seuchenausbruch zu verhindern. Im vergangenen Jahr bleib es glücklicherweise bei Verdachtsfällen. Foto: Fotolia
Gießen | 2013 war ein turbulentes Jahr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Tierseuchenbekämpfung, das aber zum Glück nur Verdachtsfälle und keine Ausbrüche verzeichnet hat. So umreißt der Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landkreis Gießen, Dirk Oßwald, den Tätigkeitsbericht des Fachdienstes aus dem vergangenen Jahr.

Zu den Schwerpunkten gehört zweifelsohne die Untersuchung auf Tuberkulose in einigen Rinderhaltungsbetrieben. Sie sorgte nicht nur bei den Landkreis-Veterinären für Aufregung, sondern versetzte auch einige Landwirte in Sorge. Dr. Stefanie Graff erklärt als zuständige Amtstierärztin: „Im Zuge des deutschlandweiten Tuberkulose-Monitorings in Rinderhaltungsbetrieben wurden im Landkreis Gießen elf Betriebe untersucht. In zwei Betrieben kam es tatsächlich bei einem beziehungsweise mehreren Tieren zu zunächst zweifelhaften Ergebnissen. Zum Glück zeigten die weitergehenden Untersuchungen aber, dass kein Ausbruch der Tuberkulose vorlag.“ Dennoch: Die Untersuchungen und die vorrübergehend notwendigen Sperrmaßnahmen waren für die betroffenen Landwirte sehr belastend. Dirk Oßwald dankt daher für die aufgebrachte Geduld und das Verständnis der Landwirte.

Auch ein Schweinehaltungsbetrieb wurde im vergangenen Jahr durch die Veterinäre des Landkreises vorübergehend gesperrt, weil der Verdacht eines Schweinepestausbruches nahe lag. „Wir mussten vorsorglich sperren, bis der Verdacht vollständig ausgeräumt werden konnte“, erläutert Stefanie Graff die drastische Maßnahme. Zum Glück handelte es sich aber nur um Kreuzreaktionen, die aber dem Schweinepestvirus so ähnlich waren, dass selbst das Referenzlabor mehr Zeit als gewöhnlich für die Abklärungsuntersuchungen benötigte. Ein Ausbruch der Europäischen Schweinepest hätte massive Konsequenzen für die Schweinehaltungen der Region, so dass konsequente Verbringungssperren seitens des Veterinäramtes notwendig waren.

Dass auch Wildtiere die Amtstierärzte beschäftigen, zeigt ein Vorfall, bei dem bei einer Fledermaus Tollwut festgestellt wurde. „Im Mai hatte eine sachkundige Person ein Gießen eine tollwütige Fledermaus entdeckt“, berichtet die Tierärztin, „tollwutkranke Fledermäuse zeigen abnormales Verhalten. Sie attackieren zum Beispiel naheliegender Gegenstände, haben Orientierungsschwierigkeiten und Lähmungserscheinungen und sind dadurch flugunfähig.“ Alle Fledermäuse, die am Tage aufgefunden werden und diese abnorme Verhalten zeigen, sollten nicht angefasst werden. Die Gefährdung für den Menschen, durch eine europäische Fledermaus mit Tollwut infiziert zu werden, wird als gering eingestuft. Es empfiehlt sich trotzdem, sich nach einem Fledermausbiss gegen Tollwut impfen zu lassen.

Alles in allem blicken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tierseuchenbekämpfung auf ein arbeitsreiches Jahr zurück, in dem es einige kritische Verdachtsfälle gab, denen intensiv nachgegangen werden musste. Allerdings blieb es zumeist bei Befürchtungen und ein Seuchen-Ausbruch konnte durch umsichtige Vorsorge und Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden. „Ich hoffe, dass die Landwirte und Tierhalter im Landkreis sowie die Mitarbeiter des Veterinäramts auch weiterhin von ansteckenden Tierkrankheiten verschont bleiben und verständnisvoll zusammenarbeiten“, sagte Dirk Oßwald.

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