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ROBIN WOOD: Bürgermeister Scholz muss Hamburger Hafen für Atomtransporte sperren

Gießen | Im Hamburger Hafen hat heute früh erneut ein Atomtransport-Schiff angelegt. Die aus St. Petersburg kommende VASILIY SHUKSHIN hat 21 Container mit Urankonzentrat geladen, das für die Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke bestimmt ist. Solche Atomtransporte sind gefährlich und ermöglichen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken. ROBIN WOOD protestiert dagegen, dass der Hamburger Hafen der Atomindustrie als Drehkreuz dient und fordert von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz dafür zu sorgen, dass der Hafen für Atomtransporte gesperrt wird. ROBIN WOOD-AktivistInnen wollen heute Nachmittag am Kamerunweg beim Umladen der Container auf die Bahn mit einem Anti-Atom-Banner protestieren.

Die Transporte stellen eine unnötige Gefährdung der Bevölkerung dar. Jeder Container mit Urankonzentrat hat eine Aktivität von ca. 360 Giga-Becquerel. Bei einem Aufprallunfall kann radioaktiver Staub frei werden, der - eingeatmet -Lungenkrebs verursacht.

Wegen der Gefahren hat Bremen seine Häfen bereits für den Transport von Kernbrennstoffen gesperrt. Die regierende Hamburger SPD aber lehnte noch im Mai dieses Jahres einen
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Antrag der Linken in der Bürgerschaft ab, Atomtransporte durch den Hamburger Hafen zu verbieten. Bei einer Bürgerfragestunde am 23. September in Hamburg reagierte Bürgermeister Olaf Scholz ausweichend auf Fragen zu Atomtransporten, rechtfertigte die lückenhaften Kontrollen mit Verweis auf jährlich zehn Millionen umgeschlagene Container und verwirrte die Zuhörer durch Hinweise auf radioaktiven Krankenhausmüll.

„Bürgermeister Scholz steht in der Verantwortung, die Hamburger offen über die Gefahren der Atomtransporte zu informieren und sie davor zu schützen. Er muss dafür sorgen, dass der Hafen für Atomtransporte gesperrt wird“, fordert ROBIN WOOD-Energiereferent Tobias Darge. „Wer den Atomausstieg will, muss auch Atomtransporte unterbinden.“

Der Bürgermeister kann sehr genau wissen, wann welche Atomtransporte durch Hamburg laufen. Atomtransporte sind genehmigungspflichtig und müssen vorher angemeldet werden. In Hamburg gibt es die Gefahrengut-Datenbank GEGIS, in der alle Transporte erfasst werden. Die Bevölkerung wird hingegen nicht darüber informiert, welche radioaktive Gefahr an ihrer Haustür vorbeirollt.

Das Urankonzentrat auf der VASILIY SHUKSHIN stammt aus Usbekistan oder Kasachstan. Es wird zur Herstellung von Brennelementen verwendet. Die Produktion ist kompliziert und erfolgt in weltweit verstreut liegenden Spezialfabriken, so dass regelmäßig Transporte über weite Strecken erfolgen. Eine der Spezialfabriken ist die Urankonversions-Anlage im französischen Malvési, in die das heute verladene Urankonzentrat transportiert wird.

Das aus St. Petersburg kommende Schiff hatte heute früh gegen sechs Uhr am Süd-West Terminal beim Umschlagbetrieb C. Steinweg angelegt. Die inzwischen entladenen Container werden dort voraussichtlich am Nachmittag auf Eisenbahnwaggons gehoben und am Abend über den Güterbahnhof Hamburg-Süd nach Hamburg-Maschen gefahren. In der Regel gehen die Transporte dann kurz nach Mitternacht weiter über Buchholz/Nordheide-Bremen-Osnabrück-Münster nach Köln, wo ein Lokwechsel erfolgt und anschließend von dort aus nach Frankreich.

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von:  Antje Amstein

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