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Kurz Kommentiert: Von Menschen, Müll und kurzen Wegen.

Gießen | Ich möchte mich mit einem großen Applaus an die Gießener Trinker Szene sowie die Schüler einer nahegelegenen Bildungsanstalt wenden. Jetzt habt ihr es geschafft. Jetzt ist der komplett vermüllte kleine Durchgang zwischen der Ringallee und dem Rewe Markt Marbuger Straße gesperrt. Großartige Leistung. Ich frage mich ehrlich welcher Kinderstube so manches Gezücht unserer Zeit entstammt. Leere und zerbrochene Flaschen, Bier- und andere Getränkedosen, Zeitungen die man vorher aus den Briefkästen klaute, leere Papiertüten mit dem köstlichen Aroma entseelten und gegrillten Federviehs (nahezu perfekter Lockstoff für Ratten), manches Mal auch getragene Unterwäsche und allmöglicher Verpackungsmüll stapelten sich dort. Es ist ja nun auch nicht so, dass es keine Mülleimer gegeben hätte. Ganz im Gegenteil, erfuhren diese sogar regelmäßige Leerung. Allerdings nicht durch beauftragtes Personal, sondern durch Fußtritte welche die Ausrichtung von Vertikal in Horizontal änderten. Eine Umzäunung die wahrscheinlich Futter suchende Bären aufhalten sollte wurde schon wenige Tage nach dem Aufstellen niedergerissen. Auch bot der Durchgang
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Keine Satire (1)
viele Möglichkeiten für den Konsum des kleinen Kasten Bier am Vormittag und des Schnäpschens vor dem Mittagsläuten. Begleiterscheinung dessen waren die kleinen Rinnsale von Pisse die frech von der Fassade tropften. Einige dachten sich wahrscheinlich, wo die Hose schon auf Halbmast hängt könnte man doch auch Freund Darm seiner Ladung entledigt werden. So ward manch Häufchen Anlass bewussten Schrittes den Weg zu beschreiten. Konnten das versprühen von Urin und das ab äpfeln von Kot die Magenwirrungen nicht kontrollieren kam auch noch Freund Kotze um den olfaktorischen Eindruck rund zu machen.
Was für Schüler und Säufer wahrscheinlich den Eindruck einer weiter zu bestückenden Müllhalde machte, ist für viele Bewohner der schnellste und bequemste Weg gewesen ihre Einkäufe zu erledigen. Gerade auch von vielen älteren Menschen die somit ihre Einkäufe fast vor die Haustür schieben konnten. Reife Leistung, wirklich. Einen kleinen Gang von nicht einmal 50m in einen Slum zu verwandeln. Nur weil man beim Mülleimer das Loch nicht trifft, obschon es groß genug ist. Wenn es unter den angesprochenen noch Exemplare gibt die so etwas wie Testikel mit sich rum tragen sollte mal der Hut rum gehen für einen Bund blaue Säcke und 4-5 Müllzangen. Auch im Hinblick auf die Anwohner die euch den Dreck seit Jahren schon hinterher weg machen.

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.741
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.10.2014 um 14:06 Uhr
Herr Schmidt ihre starke Abneigung von alkoholisierten Mitbürgern teile ich voll umfänglich.

Aber eine missliche Situation - wie sie es mit unverwechselbarer offener Sprache immer wieder hin bekommen - ist sicher die erste Sache, aber danach sollte meines wissens mehr kommen.

Wie wäre es zum Beispiel mit der öffentlichen Brandmarkung von in der Öffentlichkeit getätigten Alkoholkonsum?

Und da denke ich nicht nur an die Alkoholsüchtigen aus den Bevölkerungskreisen mit wenig Monatseinkommen, sondern auch an den öffentlichen Konsum von Reichen.

Mit schaudern, denke ich z.B. an den Suff am 11.11. ab 11.11 Uhr vor der Rathaus oder auf dem Seltersweg (bei der Eröffnung der so genannten 5. Saison). Gut die Reichen kotzen und urinieren dann nicht in die Gegend, aber Abfall und schlechtes Beispiel ist dort auch anzufinden.
Florian Schmidt
4.964
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 06.10.2014 um 14:38 Uhr
Man müsste nur einfach härter durchgreifen. Schnellere Platzverweise erteilen zum Beispiel. Ich habe nichts gegen suchtkranke Menschen, aber sie sollten keine Narrenfreiheit genießen. Es kann nicht sein die öffentliche Ordnung zu stören, die Gegend voll zu strullen und überall den Müll zu hinterlassen.
Wenn ich mir da Bilder vom Oktoberfest ansehe, buäääää
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 06.10.2014 um 19:37 Uhr
Hier wären zunächst die Ursachen des ungebremsten Alkoholkonsums zu bekämpfen.
Schüler sollten, sofern intelligent genug, Aufräumarbeiten unter Anleitung eines Seelsorgers leisten.
Jutta Skroch
13.743
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 06.10.2014 um 20:19 Uhr
Wenn man sieht, dass in der Stadt der Mülleimer in greifbarer Nähe ist, also fast in Armeslänge, und der Abfall liegt dann doch daneben, dann verstehe ich die Welt manchmal auch nicht mehr.
Am Marktplatz gibt es mehr Blumenkübel, als Papierkörbe und irgendwie scheint man auch zu verwechseln, was ein Papierkorb und was ein Blumenkübel ist, zumindest findet man da mehr Abfall, als vielleicht im Papierkorb. Solange da niemand kontrolliert (wer soll es bezahlen?), wird sich auch nichts ändern. Das ist nicht nur ein Gießener Problem, damit kämpfen andere Städte auch.
Solange Alkohol gesellschaftlich toleriert wird, wird sich nichts ändern.
Den Verursachern die Greifzange in die Hand drücken und ihren Müll aufsammeln lassen, leider nur Wunschgedanke. Das wäre sicher wirkungsvoller, als eine Geldstrafe wegen unerlaubter Abfallentsorgung.
Schlimm ist, dass die Allgemeinheit wegen ein paar unsozialen Hanseln bestraft wird.
@Michael, warum Seelsorger?
Florian Schmidt
4.964
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 06.10.2014 um 21:19 Uhr
Wenn es ein kirchlicher Seelsorger ist, Schwarz wird nicht so schnell schmutzig.
Nicole Freeman
11.056
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 07.10.2014 um 08:04 Uhr
alkohol ist nun mal deutschland droge nummer eins ! Solange Alkohol nicht als eine Droge behandelt wird , solange wird sich nichts mit dem Saufen in der oeffendlichkeit aendern. Ist das Trinken von Alkohol in der oeffendlichkeit verboten wird man auch bei uns die papiertuete um die bierflasche haben. Alkohol sollte im gleichen mass wie zigaretten besteuert werden und schon haetten wir weniger junge Alkoholiker ! um die gastro nicht zu sehr zu ,,bedrohen,, koennte man fuer biere und schnaps geringere preise in der gastro aber eben schankzeiten wie in skandinavien einfuehren. schaut man sich mal an wie viele menschen durch alkohol ihre gesundheit und ihr geregeltes arbeits-und familienleben verliehren im vergleich zu mariuana wird einem schlecht. da wird etwas verteufelt das wenig verursacht und etwas anderes was zur volksdroge wird verharmlost. warum nur ? Ist es weil wir mit Sekt noch immer unsere Kriegsmariene unterstuetzen und die feine gesellschaft sich ihre blubberbrause aus frankreich nicht vermiesen lassen wollen ? Hat man angst vor den vielen brauereien die immer noch ungehindert ihre werbung ueberall haengen duerfen . ist ja doch gesund so ein bierchen nach dem wandern und so ein schnaps nach dem essen hilft doch den magen auf zu raeumen. was ein quatsch wenn man darueber nachdenkt. zigarettenwerbung gibt es nicht mehr weil so viele vom rauchen krank werden. sind nicht mehr menschen vom regelmaessigen alkoholkonsum betroffen ? gegen schmutzfinke hilft eine alkohlsteuer nicht. die werden weiter zeitungen , und und und auf den wegen fallen lassen und den muelleimer nicht treffen. man sollte sie wirklich aufraeumen lassen unter aufsicht .
Martin Wagner
2.741
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.10.2014 um 11:25 Uhr
Michael B. wirst du als Stadtverordneter eigentlich auch zu diesem Faschingshumbug am 11. 11. eingeladen?

Falls ja, dann gehe doch einmal hin und frage ganz offen einmal nach, ob denn die Damen und Herren für ihren öffentlichen Sekt und/oder Champusausschank vor dem Rathaus auch brav bei der Stadt eine Genehmigung sich geholt haben.

Ich erinnere nur daran, dass in den letzten Jahren auf dem Vorplatz des Uni-Hauptgebäudes - dieses Jahr scheint es ja kein Problem zu sein - den dort abends sich spontan treffenden überwiegend jungen Menschen die Erlaubnis öffentlichen Alkoholkonsum abgesprochen wurde.

Mich kotzt diese Doppelmoral völlig an: die Reichen dürfen sich vieles erlauben was den Armen (hier zu recht) vorgeworfen wird.
Dieter Petersen
1.448
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 07.10.2014 um 14:38 Uhr
Den vielen guten Argumenten habe ich nichts hinzuzufügen, auuußßßer. Als Sicherheitsmensch bitte ich mal die Worte: "Öffentliche" "Ordnung" wörtlich zu nehmen. Die Freiheit der Menschen hört da auf, wo der Lebensraum des jeweils anderen beginnt. Erstens dürfen Passanten nicht von solch alkoholbedingten "Selbstsicheren" Zeitgenossen angepöppelt werden und es ist auch nicht tragbar, dass man im Zickzack zwischen den verteilten Hinterlassenschaften durchhüpfen muss. Die Ordnung ist nämlich öffentlich und nicht Verfügungsraum einzelner Personen. Das so ja genannte "Ordnungsamt" muss personell aufgestockt werden, um in der Lage zu sein, häufiger Fußstreifen in bekannten Gebieten zu unternehmen. Da fallen mir doch glatt wieder die Couchgarnituren im Feld und an der Autobahn und die abgelegten Autoreifen ein. Die ängstigen zwar nicht die Bevölkerung aber tun der Umwelt und den Augen weh.
Selbst auf die Gefahr, dass ich wieder mit dem Spruch: Rechts vor links betitelt werde, erinnere ich an die Tatsache, dass zwar ein Engagement in der ganzen Welt oder hier, für die ganze Welt wichtig ist, es aber auch vor unserer Türe viel Arbeit gibt. Das Geld dafür ist nicht da. Für "Alles andere" schon. Nicht nur die "Neuen", sondern auch wir wollen uns hier wohl und sicher fühlen.
Martin Wagner
2.741
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.10.2014 um 15:51 Uhr
Michael B. schrieb:

"Hier wären zunächst die Ursachen des ungebremsten Alkoholkonsums zu bekämpfen."

Einmal davon abgesehen, dass mir das Wort "ungebremst" nicht gefällt (Alles ist zu "bremsen" - mann / frau muss es nur wollen) so hat er völlig recht.

(.... es sei mir erlaubt es verkürzt zu beschreiben ....)

Die Armen saufen,weil sie von der Gesellschaft "ausgemustert werden" und keine Zukunftsperspektive haben und die Reichen saufen, weil sie im Beruf unendlich viel Stress haben und diesen nur noch im Suff ertragen können.

Wer säuft (noch) nicht? Das sind die immer kleiner werdende Bevölkerungsgruppe, welche sich trotz misslicher Lebenssituation die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht rauben läßt.

Also egal, welche Bevölkerungsgruppe du dir anschaust. Suff ist keine Lösung. Die Armen sollten sich organisieren und für andere gesellschaftlichen Verhältnisse kämpfen und die Reichen sollten mal schauen, ob es nicht Arbeitszeitmodelle gibt die sie nicht kaputt machen.

Egal ob Suff Krankheit ist oder "nur" individuelles Fehlverhalten. Dieses Massenphänomen des legalen Drogenkonsum kann nicht nur individuell gelöst werden. Es braucht dafür "größere Entwürfe".
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Florian Schmidt
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