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Das Gießener Tinko-Theater startet mit Premieren und Workshops in die neue Spielzeit

Aldona Watolla vom Tinko-Theater im Gespräch mit der GIEßENER ZEITUNG.
Aldona Watolla vom Tinko-Theater im Gespräch mit der GIEßENER ZEITUNG.
Gießen | Seit Wochen freuen sich zahlreiche Kinder in und um Gießen, ihre geliebten Märchenfiguren wie Dornröschen oder den Froschkönig auf der Kleinen Bühne des Tinko Kindertheaters wiederzusehen. Am vergangenen Wochenende eröffnete endlich das beliebte Schauspielhaus die neue Spielzeit. Junge Besucher dürfen sich mitunter auf eine Premiere freuen. Bereits am kommenden Freitag, 3. Oktober, gibt es eine besondere Überraschung.
Die Aufführungen auf der KleinKunstBühne des Tinko sind bei Erwachsenen ebenso beliebt. Auch für große Besucher wird es Premieren geben. Mit entsprechend großen Erwartungen startet Aldona Watolla in die neue Schauspiel-Saison. In einem
exklusiven Interview sprach die GIEßENER ZEITUNG mit der Schauspielerin und Sängerin über neue Ideen, kreative Improvisationen und geheime Weihnachtswünsche.

GZ: Frau Watolla, Ihr Theater hat in der vergangenen Spielzeit viele Kinder und Erwachsene mit tollen Inszenierungen begeistert. Die neue Spielzeit läuft gerade an. Worauf dürfen sich Ihre Besucher in den kommenden Monaten freuen?

Aldona Watolla: Die vergangenen Monate waren für uns eine Zeit mit vielen
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Höhepunkten. Sowohl die Kleine Bühne als auch die Erwachsenenstücke erfreuen sich anhaltender Beliebtheit beim Publikum. Das ist ein großer Ansporn für alle Schauspieler, nicht nur weiterzumachen, sondern sich fortlaufend zu verbessern. Sowohl kleine als auch große Besucher werden in der neuen Spielzeit neue Aufführungen erleben. Zum einen präsentieren wir das Märchen „Rumpelstilzchen“ für Kinder. Für Erwachsene wird ab November das Theaterstück „Willkommen zu Hause: Minidramen des Alltags“ aufgeführt. Auf der ältesten englischsprachigen Bühne Deutschlands, dem Keller Theatre, feiern gleich zwei Inszenierungen Premiere: „know­ing: not knowing“ am 17. Oktober und „The Importance of Being Earnest“ am 28. November. Ich bin davon überzeugt, dass wir, in Kombination mit den bereits bekannten Aufführungen, Zuschauer jeden Alters mit sehenswerten Inszenierungen begeistern werden. Tickets für die Aufführungen des Tinko Theaters können unter tickets@kleine-buehne-giessen.de reserviert werden.

GZ: Die klassischen Märchen werden zunehmend von modernen Produktionen für Kinder verdrängt. Das Tinko Theater hält dagegen an den Märchenerzählungen fest. Am 18. Oktober feiert „Rumpelstilzchen“ Premiere. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Das Tinko-Theater mit einer Freiluftvorstellung von „Dornröschen“.
Das Tinko-Theater mit einer Freiluftvorstellung von „Dornröschen“.
Watolla: Die Idee der Kleinen Bühne stammt von unserem Gründer, Leiter und wunderbaren Schauspieler Achim Weimer. Er und wir, die Tinko-Schauspieler, glauben an die Werte, die Kindern von Märchen vermittelt werden. Wenn Kinder Märchen hören oder ein Theaterstück wie unseren Dauerbrenner „Froschkönig“ auf der Bühne erleben, sind sie fasziniert von der Magie und der Botschaft der Geschichte. In unserem Theater herrscht zudem eine besondere Atmosphäre. Die Kinder sind dem Geschehen auf der Bühne ganz nah und finden sich zeitweise mittendrin wieder. Sie erleben die Märchen aus nächster Nähe. Dabei bleiben sie von der Handlung nicht unberührt. Im Gegenteil: Sie beteiligen sich aktiv mit Gesten und Sprache. Es kommt sogar vor, dass die jungen Zuschauer mit spitzfindigen Einfällen das Bühnengeschehen beeinflussen!

GZ: Das neue Stück auf der KleinKunstBühne trägt den Titel „Willkommen zu Hause: Minidramen des Alltags“. Was erwartet die Besucher bei der Premiere am 14. November?
Watolla: Das ist ein ganz besonderes Theaterstück, für mich, aber auch für die beteiligten Schauspieler. Das Stück ist aus der Improvisation entstanden, daher ist es sehr lebendig, ehrlich, witzig und berührend zugleich. Die Zuschauer erleben Momentaufnahmen „normaler Menschen“. Man könnte die Figuren als „Durchschnittsneurotiker“ bezeichnen. Spielort ist ein Möbelhaus, in dem die Protagonisten ganz fremdartige Situationen verarbeiten, die sie aus der alltäglichen Bahn werfen und sie mit unerwarteten Problemen konfrontieren. Das Bühnenarrangement vermittelt dem Zuschauer eine beinahe häusliche Atmosphäre. Das Stück bewegt sich aber auch mitten im Zuschauerraum, wodurch das Publikum in das Bühnengeschehen einbezogen wird. Die Zuschauer müssen aber nicht aktiv mitspielen [lacht]. Bald fühlen sich die Zuschauer, die ja auf einem Stuhl sitzen, selbst wie in diesem Möbelhaus – sie lachen, erkennen sich in den Figuren wieder, reflektieren ihre eigenen Handlungen. Es ist eine Abhandlung aus der Realität, in der sich jeder Zuschauer wiederfinden wird.

GZ: Sie sprechen viel davon, dass man als Zuschauer in das Theatergeschehen einbezogen wird. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich auch mal aktiv am Bühnengeschehen beteiligen würden. Was können Sie ihnen anbieten?
Watolla: Das Tinko-Theater bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, seinen Wunsch als Schauspieler auf der Bühne zu stehen, zu verwirklichen. Wir bieten jeden Montag von 20 bis 22 Uhr einen offenen Schauspielworkshop an. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, beim Workshop mitzumachen! Unsere Teilnehmer sind begeistert von der Möglichkeit, eigene Barrieren zu durchbrechen und ihren Traum vom eigenen Schauspiel mit Gleichgesinnten zu erleben. Hier probieren sich 65-Jährige gemeinsam mit 19-Jährigen auf der Bühne. Für mich stellt der Workshop einen altersübergreifenden Austausch dar, spielerisch, auf der Bühne, immer wieder mit neuen Teilnehmern. Diese Gelegenheit ist einmalig in Gießen!

GZ: Gibt es das Angebot auch für Kinder?

Watolla: Ja, unbedingt! Gerade im Kindesalter sind die Grenzen der Selbstdarstellung und Fantasie nahezu endlos. Erste
Schauspielversuche können Kinder von acht bis zwölf Jahren im Kinderworkshop an jedem Montag von 15.30 bis 17 Uhr unternehmen. Für Kinder ab sechs Jahren bieten wir ab Januar einen speziellen Workshop an, bei dem kleine, einfache Improvisationen die Teilnehmer dazu verleiten sollen, sich selbst auf der Bühne zu inszenieren. Wer Lust hat, kann bereits am kommenden Freitag, 3. Oktober, bei uns reinschnuppern. Das Tinko-Kindertheater öffnet allen neugierigen Besuchern von 14 bis 16 Uhr die Türen und gewährt einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Dabei können kleine Besucher erste Gehversuche auf der Bühne unternehmen und haben die Gelegenheit, gemeinsam zu singen und zu spielen.

GZ: Mit Ihrem Theater sind Sie und Ihre Schauspielkollegen auch viel unterwegs. Welche Erfahrungen können Sie von Ihren Gastauftritten berichten?

Watolla: Unsere Aufführungen an Schulen und Kindergärten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Speziell für Grundschulkinder führen wir derzeit das Präventionsstück „Ponys fressen keine Burger“ auf. Zum Schulanfang wurde es mitunter bei einer Schultütenaktion in einem Supermarkt aufgeführt. Es eignet sich aber auch bestens für Projektwochen zum Thema Ernährung oder als Begleitung zum gemeinsamen Frühstück an Kindergärten. Unsere Märchen kann man buchen, das machen viele Grundschulen und Kindergärten bereits. Alle Infos finden Sie dazu unter www.kleine-buehne-giessen.de oder telefonisch unter: 0641-97288480.

GZ: Die Schauspieler am Tinko-Theater arbeiten weitgehend gemeinnützig. Wie finanzieren Sie die Auftritte?
Watolla: Wie in den vergangenen Jahren sind wir auf Spenden sowie Zuschüsse der Stadt angewiesen. Das meiste Equipment für die Bühnengestaltung und Kostüme erwerben wir gebraucht oder bekommen es geschenkt. Da die städtische Unterstützung weiter sinkt, sind wir auf Beihilfen aus der Bevölkerung und von ansässigen Unternehmen angewiesen. Aus diesem Grund haben wir einen Förderverein gegründet, dem jeder beitreten kann und mit 25 Euro jährlich das Bestehen des Tinko-Theaters sichern kann. Informationen zum Verein erhalten Interessenten per Telefon unter: 0641-97288480. Natürlich freuen wir uns über jede einmalige Spende oder weiterführende Kooperationen wie mit der GIEßENER ZEITUNG! Gerade aufgrund derartiger Partnerschaften gelingt es uns, immer mehr Menschen mit unserem Angebot anzusprechen und unsere Ideen zu verwirklichen. Für die tolle Partnerschaft bedanke ich mich bei der GIEßENER ZEITUNG im Namen des gesamten Teams des Tinko-Theaters.

GZ: Gibt es etwas, das Sie sich vor der Weihnachtszeit wünschen?

Watolla: Für die neue Spielzeit wünsche ich mir allen voran
begeisterte Zuschauer! Ich spreche im Namen meiner Kollegen: Wir wünschen uns, dass das Tinko-Theater Menschen einen Ort zum Fantasieren, Nachdenken und Mitmachen bietet. Um unseren Zuschauern den Besuch des Tinko-Theaters möglichst angenehm zu bereiten, benötigen wir dringend neue Matten und Kissen für unsere kleinen Besucher. Diese dürfen gerne mit dem Namen der Spenderorganisation versehen sein. Ein weiterer „Weihnachtswunsch“ ist eine professionelle Lichtanlage für das mobile Theater. Wir hoffen, dass wir auf diesem Weg einen Spender für die dringend benötigte Ausrüstung finden und bedanken uns bereits im Voraus für die großzügige Gabe! Melden kann man sich bei uns unter a.watolla@tinko-theater.de oder unter 0641-97288480.

GZ: Ich bedanke mich für das Gespräch.

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von:  Michael Nudelmann

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Michael Nudelmann
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