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GV Teutonia Nordeck bereichert Gottesdienst in St. Thomas Morus musikalisch

GV Teutonia Nordeck in St. Thomas Morus
GV Teutonia Nordeck in St. Thomas Morus
Gießen | Am vergangenen Sonntag, den 25. Sonntag im Jahreskreis nach liturgischer Zählung, gastierte der Chor des Gesangsverein Teutonia Nordeck zum Hochamt um 10:30 Uhr in der St.-Thomas-Morus-Kirche. 25 Sängerinnen und Sänger um Chorleiter Torsten Schön füllten die beeindruckende Akustik des Domes in der Grünberger Straße 80. Celebrant Pater George Chittilappilly begrüßte den Chor im Namen der Gemeinde und wies bereits zu Beginn daraufhin, dass dies heute ein ganz besonderer Gottesdienst sei, getreu dem Wahlspruch des berühmten Kirchenlehrers Augustinus „Quis cantat, bis orat“ - „Wer singt, betet doppelt.“
Zur Einstimmung auf die Messe erklang das zeitgenössische Werk „Muusika“ des estnischen Komponisten Pärt Uusberg (*1986). In dessen Vertonung eines traditionellen estnischen Gedichts heißt es:

„Irgendwo muß es einen Anfang für die Melodie geben, irgendwo in Gottes freier Natur, in seiner Schöpfung; (...) Wie sonst hätte der Mensch den Klang der Schöpfung, die Musik, in sich finden können?“

Getragen wurde das Stück von aufeinander aufbauenden, in sich schlüssigen Akkordfolgen in Sept- und Nonharmonik mit mancher überraschenden Modulation, und vermittelte einen ruhigen, getragenen Eindruck, wobei es dem Chor gelang der dominanten Akustik des Kirchbaus mit gekonnter Agogik und einer differenzierten Dynamik minimale Akzente zu setzen.

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Ubi caritas (1)Torsten Schön (4)St. Thomas Morus (109)Pfarrei (5)Nordeck (77)Kirche (820)Gottesdienst (134)Förderverein St. Thomas Morus (27)Eva Schlotter (1)Duruflé (1)Chor (464)
Die seit dem 8. Jahrhundert überlieferte, eigentlich der Gründonnerstagsliturgie zugehörige Antiphon „Ubi caritas et amor deus ibi est“ (dt.: „Wo die Güte und Liebe ist, da ist auch Gott“) - ist vorallem durch die Taizé-Bewegung bekannt geworden. Eine moderne Fassung des Norwegers Ola Gjeilo (*1978) präsentierte der Chor zur Gabenbereitung, die von großer Ruhe und Erhabenheit getragen war.

Zum „Vater Unser“ trug die Sopranistin Eva Schlotter, begleitet an der Orgel von Kirchenmusiker Jakob Handrack, das bekannte „Notre Père“ von Maurice Duruflé (1902-1986) solistisch mit sonorer Stimme vor, ehe der Chor in der Wiederholung „con tutto“ einsetzte.

Während der Kommunion, der Austeilung des eucharistischen Leibs an die Gemeinde, versetzte Kirchenmusiker Jakob Handrack die Orgel in Schwingung und improvisierte gewagt jenseits aller vertrauten Harmonien und bekannter Tonalitäten im freien und atonalen Raum. Durch die Verwendung von chromatischen (Halbton-)Verschiebungen und dem Einsatz bewusster Dissonanzen entstand ein Spiel sich verschiebender, sphärischer Klangkreationen, die durch den rhythmischen Pedaleinsatz in 16‘-Lage durchbrochen wurde. Die Reaktionen des Publikums waren geteilt und stießen beim überwiegend konservativ geprägten Publikum indes auf „taube Ohren“. Die Kommentare reichten von „Quälend“ und „Unzumutbar“ über „erhöhtes Tinnitusrisiko!“ bis zur besorgten Frage, ob die Orgel denn schon wieder kaputt sei.

Versöhnlich stimmte darauf der Chor zum klanggewaltigen Finale „Frohlocket, ihr Völker auf Erden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) an. Das von Mendelsssohn-Bartholdy eigentlich dem Weihnachtszyklus zugeschriebene Werk bot als kleines Schmankerl quasi einen Ausblick auf das kommende Weihnachtliche Chorkonzert in der St.-Thomas-Morus-Kirche am Sonntag, den 11. Januar 2015 um 16 Uhr, bei dem neben dem GV Teutonia Nordeck auch die Chorifeen Watzenborn-Steinberg unter der Chor Kaleidoskop der VHS Gießen zu Gast sein werden.

Der anschließende Applaus bestätigte im Sinne einer acclamatio dei die Fähigkeit der Musik nämlich gloria soli deo - Gott allein zur Ehre - die Herzen ihrer Hörer zu berühren, was den Sängerinnen und Sängern des Nordecker Gesangvereines auf das Vorzüglichste gelungen war.

Auf Einladung des Fördervereins der Pfarrei St. Thomas Morus strömten im Anschluss die verbleibenden Besucher - dem anhaltenden Regen geschuldet - in das Pastorale Gemeindezentrum GS80, um bei einer herzhaften Leberkäs‘-Semmel und einem alkoholfreien Bier gemeinsam mit den Gästen aus Nordeck zusammenzufinden.


Weitere Informationen:
http://musik-in.gs80.de/

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von:  Jakob Handrack

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