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„Zwölf Seniorenbeiräte sind eine sehr erfreuliche Entwicklung“

Vier neue Vertretungen haben sich in letzten Monaten gegründet – Kreis-Sozialdezernent Oßwald begrüßt die Entwicklung und sagt Unterstützung von Kreisseite zu. Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de
Vier neue Vertretungen haben sich in letzten Monaten gegründet – Kreis-Sozialdezernent Oßwald begrüßt die Entwicklung und sagt Unterstützung von Kreisseite zu. Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de
Gießen | Was haben Grünberg, Reiskirchen, Laubach und Rabenau gemein? Alle vier haben in jüngster Zeit einen Seniorenbeirat eingerichtet. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagt der im Landkreis für die Seniorenpolitik verantwortliche Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald. Immer mehr Kommunen erkennen, dass die aktive Beteiligung von Senioren an politischen Prozessen in Form der Beiräte eine Bereicherung ist. „Hier entstehen viele Impulse, die das Leben nicht nur für die ältere Generation am Ende in den Städten und Gemeinden bereichern“, bilanziert auch Ruth Hoffmann, die Altenhilfeplanerin des Kreises.

„Der Anteil der älteren Bevölkerung nimmt zu“, sagt Dirk Oßwald. „Eine Beteiligung an Entscheidungen, die Seniorinnen und Senioren betreffen, ist dringend geboten, um ihren Belangen gerecht zu werden.“ Deshalb empfiehlt auch die Landesseniorenvertretung sowie der seit 2011 existierende Seniorenbeirat des Landkreises Gießen in allen Städten und Gemeinden Seniorenbeiräte einzurichten. Die Teilhabe der älteren Bevölkerung zu stärken, das war auch ein Ergebnis aus der „Bestands- und Bedarfserhebung im Rahmen der Altenhilfeplanung im Landkreise Gießen“ vor fast vier Jahren.

Darin heißt es wörtlich: „Der demografische Wandel wird in vielen Orten des Landkreises erhebliche Veränderung in der Bevölkerungsstruktur haben. Schon heute gibt es in manchen Orten keinen Einzelhandel mehr.“ Um dieser Herausforderung zu begegnen, sei es erforderlich, die Bevölkerung in den einzelnen Orts- und Stadtteilen bei der Entwicklung von Ideen, Perspektiven und konkreten Maßnahmen mit einzubeziehen. Das Dorferneuerungsprogramm habe gezeigt, dass Bürgerbeteiligung eine Entwicklung nachhaltig beeinflussen sowie soziale und infrastrukturelle Impulse geben kann, etwa wenn Dorfläden wiederbelebt oder Fahrdienste eingerichtet werden.

Die damalige Seniorenkommission des Kreises, die nicht öffentlich tagte und kein Antragsrecht gegenüber den Kreisgremien hatte, nahm den „Ball auf“ und empfahl die Gründung eines Kreisseniorenbeirates. Der Kreisseniorenbeirat konstituierte sich im Frühjahr 2012 und sieht es seitdem als eine wichtige Aufgabe an, die Gründung von weiteren Seniorenbeiräten in den Städten und Gemeinden zu fördern.

„Wir stehen mit Rat und Tat zur Verfügung“, sagt Klaus Döring als Vorsitzender des Kreisseniorenbeirats. Das gilt sowohl bei der Erarbeitung einer Satzung wie der Gründungsphase und der eigentlichen Arbeit von örtlichen Beiräten. Der Kreisseniorenbeirat hofft, dass auch die Städte und Gemeinden, die noch keine direkte Vertretung der Senioren haben, also Allendorf/Lumda, Biebertal, Heuchelheim, Linden, Staufenberg und Wettenberg, die Seniorenarbeit als Gremium zu etablieren.

Einer, der schon aktiv ist, ist der Seniorenbeirat in Pohlheim. Dessen kommissarischer Vorsitzender Karl Martin Sames sagt zur Funktion von Seniorenbeiräten: „Es sollte weniger über Senioren gesprochen werden als mit ihnen.“

Gefördert wird die Gründung neuer Seniorenbeiräte auch durch die Netzwerke, die der Kreis im Rahmen der Altenhilfeplanung in allen vier Teilräumen etabliert hat. In den vier Teilraumkonferenzen zur Altenhilfe, die zweimal pro Jahr zusammen kommen, tauschen sich Seniorenvertreter von Beiräten, Kirchen, Vereinen und Freien Trägern mit Betreibern von professionellen Diensten aus der eigenen und Nachbarkommunen aus, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie bestehende Lücken im Angebot schnell und unkompliziert geschlossen werden können.

Ansprechpartnerin für Seniorenarbeit im Landkreis Gießen ist Ruth Hoffmann (Telefon: 0641 9390-9703, E-Mail: ruth.hoffmann@lkgi.de).

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Julia Schmidt
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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 18:57 Uhr
Im Artikel steht: "(...) Der Kreisseniorenbeirat hofft, dass auch die Städte und Gemeinden, die noch keine direkte Vertretung der Senioren haben, also Allendorf/Lumda, Biebertal, Heuchelheim, Linden, Staufenberg und Wettenberg, die Seniorenarbeit als Gremium zu etablieren. (...)"

Also alle Bürgerreporter aus den aufgelisteten Städten bzw. Gemeinden können ja einmal überlegen, ob sie nicht aktive Senioren kennen, welche da sich einbringen könnten bzw. wollen.
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