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Bislang 531 neue Kita-Plätze und 247 in Kindertagespflege. Dirk Oßwald: Wir müssen trotzdem weiter dranbleiben

Förderbescheidübergabe in Lehnheim: Sozialdezernent Dirk Oßwald (hinten, 4.v.l.) hat insgesamt über 5. Mio. Euro Fördergelder für den Ausbau von u3-Betreuungsplätzen übergeben. Mit einer Quote von über 42 �teht der Landkreis vergleichsweise gut dar.
Förderbescheidübergabe in Lehnheim: Sozialdezernent Dirk Oßwald (hinten, 4.v.l.) hat insgesamt über 5. Mio. Euro Fördergelder für den Ausbau von u3-Betreuungsplätzen übergeben. Mit einer Quote von über 42 teht der Landkreis vergleichsweise gut dar.
Gießen | Seit Jahren schaffen Kommunen im Rahmen des Investitionsprogramms Kinderbetreuungsfinanzierung in Hessen zusätzliche Kita-Plätze und bilden neue Tagesmütter aus, um dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gerecht werden zu können. Mit Erfolg. Denn laut Sozialminister Stefan Grüttner gibt es in den hessischen Städten und Gemeinden durchschnittlich für 38,4 Prozent der Kleinkinder einen u3-Betreuungsplatz. Mit einer Versorgungsquote von über 42 Prozent steht der Landkreis Gießen daher vergleichsweise gut dar, unterstreicht Sozialdezernent Dirk Oßwald.

Seit gut einem Jahr nun haben Eltern Anspruch auf einen Betreuungsplatz. In dieser Zeit ist es im Landkreis Gießen noch kein einziges Mal zu einem Klageverfahren gekommen, weiß Gabriele Arnold, Fachberaterin Kindertagesbetreuung. Dies spreche zum einen für den guten Ausbau, zum anderen erkenne man daran die gut funktionierende Kooperation aller Beteiligten im Sinne der Familien, unterstreicht Dirk Oßwald.

Der Erste Kreisbeigeordnete nennt weitere Zahlen für den heimischen Landkreis: Über 5 Mio. Euro flossen aus dem Investitionsprogramm in die Kitas der Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen. Insgesamt 531 neue u3-Plätze wurden in Kindertagesstätten geschaffen, weitere 247 Plätze in Kindertagespflege.

„Allerdings ist eine gute Ausbauquote und die zugehörige Statistik nur die halbe Miete. Denn vollkommen zufrieden sein dürfen wir und die Politiker vor Ort meines Erachtens erst, wenn die Eltern ihr Wunsch- und Wahlrecht auch tatsächlich wahrnehmen können“, sagt Dirk Oßwald. Laut Gesetz müssen Eltern nämlich selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind vor dem dritten Lebensjahr lieber von einer Kindertagespflegeperson (Tagesmutter, -vater) oder in der Kita betreuen lassen möchten. In den meisten Orten im Landkreis Gießen gibt es diese Wahlmöglichkeit aber derzeit praktisch nicht. Für Alternativen müssen die Eltern bisweilen weite Wege und erhöhte Beiträge in Kauf nehmen.

Im Landkreis Gießen setzt man grundsätzlich auf Tagespflege als gleichrangiges Angebot zur Betreuung in einer Kita und bildet entsprechend aus. Im vergangenen Jahr hat das Team Kindertagesbetreuung der Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Tagespflege 23 Personen für ihre Aufgabe als Tagemutter oder -vater vorbereitet, derzeit sind 14 in Ausbildung. Zudem konnten die Tagespflegepersonen, genau wie Kommunen, Fördergeld für die Schaffung von zusätzlichen u3-Betreuungsplätzen beantragen. Dies floss dann beispielsweise in Ausstattungsgegenstände oder Möbel, die Kleinkindern gerecht werden.

Die örtliche Verteilung dieser Tagespflegestellen ist jedoch sehr verschieden. Und auch der Anteil der Plätze bei Tagesmüttern in der Gesamtstatistik ist in den Städten und Gemeinden im Landkreis Gießen sehr unterschiedlich. „Wir müssen die Kommunen jeweils einzeln betrachten, wenn wir über Kinderbetreuungsmöglichkeiten sprechen“, warnt Dirk Oßwald vor Verallgemeinerung, „die Situation in den Kommunen lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Denn allein die Versorgungsquote schwankt örtlich von 27 bis 59 Prozent. Von den Kita-Gebühren ganz zu schweigen.“

Obwohl schon Kindertagesstätten erweitert wurden, ist der Ausbau der u3-Betreuungsplätze noch nicht abgeschlossen. Derzeit werden noch drei Maßnahmen umgesetzt, die bereits eine Förderzusage erhalten haben. So werden aktuell in Hungen und Fernwald jeweils 12 zusätzliche Plätze geschaffen, in Alten-Buseck werden im nächsten Jahr 16 weitere Plätze zur Verfügung stehen.

Damit alle neu geschaffenen Betreuungsplätze auch langfristig bestehen bleiben, brauchen die Kommunen Geld. Denn die Unterhaltung der Kindertagesstätten ist eine kostspielige Aufgabe. Dass der Bund den dauerhaften Betrieb der neu geschaffenen Kitaplätze ab 2015 mit zusätzlichen Finanzhilfen unterstützen will und die Kommunen mit diesem langfristigen und wegweisenden Auftrag nicht allein lässt, begrüßt der Erste Kreisbeigeordnete daher ausdrücklich.

Informationen zur Kindertagesbetreuung gibt es in der Kreisverwaltung Gießen bei Gabriele Arnold, Telefon: 0641 9390-9663, E-Mail: gabriele.arnold@lkgi.de

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