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10 Jahre Montagsdemo gegen Hartz IV in Gießen

September 2004: erster Protest gegen Harz IV auf dem Kirchenplatz
September 2004: erster Protest gegen Harz IV auf dem Kirchenplatz
Gießen | Vor genau zehn Jahren, im September 2004, begannen in Gießen – wie in anderen Städten auch, die Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV.

Sie richteten sich gegen die „Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe“, das heißt gegen die faktische Abschaffung des Arbeitslosengeldes für Langzeitarbeitslose.

Am 1. Januar 2005 traten wider alle Proteste die Gesetze in Kraft; leider haben auch die Gewerkschaften zugestimmt. Wer nun längere Zeit arbeitslos war, wurde mit mit einem Regelsatz abgespeist, der vollkommen unzureichend ist: Hartz IV. Geld gab es aber nur, wenn der Lebenspartner zu wenig verdient, um den anderen mit ernähren zu können und nur wenn alle Ersparnisse bis auf ein lächerliches „Schonvermögen“ aufgebraucht waren. Zusätzlich wurden die Hartz-IV-Empfänger dazu verdonnert, für 1 Euro die Stunde jede „zumutbare“ Arbeit anzunehmen und jeder vom Job-Center angeordneten Maßnahme Folge zu leisten. Bei Verstößen werden die Regelsätze rigoros gekürzt und ganz gestrichen – bis zum Verhungern.

Begleitet wird diese Unmenschlichkeit durch ein ausgeklügeltes System der Bespitzelung, Diskriminierung und Unterdrückung, mit dem die Betroffenen psychisch und physisch kaputt gemacht werden und kaum noch in der Lage sind, sich gegen ihre miserablen Lebensbedingungen zu wehren. Bis heute.
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Der monatliche Regelsatz beträgt derzeit 391 Euro bzw. 353 Euro für den Lebenspartner (plus „angemessener“ Miete). Es ist wissenschaftlich bewiesen, daß man sich damit nicht richtig ernähren kann, es bedeutet Mangelernährung, von einer Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben ganz zu schweigen. Für Kinder ist der Betrag gestaffelt und beträgt für Babys bis zum fünften Jahr 229 Euro im Monat, das sind 7 Euro am Tag!

Die Montagsdemonstranten sind weniger geworden; aber noch immer treffen sich jeden Montag von 18 bis 19 Uhr Menschen bei den drei Schwätzern im Seltersweg. Ihre Forderung: Weg mit Hartz IV! Eine Arbeitslosenversicherung, finanziert zu gleichen Teilen von Unternehmern und Beschäftigten und Zahlung eines angemessenen Arbeitslosengeldes für die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit!

Da im Kapitalismus die Menschen darauf angewiesen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, sollten die Unternehmer auch für die von ihnen verursachte Arbeitslosigkeit bezahlen. Aber da dieser Staat ein Staat der Unternehmer ist, wird im Gegenteil an einer „Reform“ von Hartz IV gearbeitet, die weitere Verschlechterung erwarten läßt – dazu demnächst mehr.
Erika Beltz

September 2004: erster Protest gegen Harz IV auf dem Kirchenplatz
ab da regelmäßig montags von 18 bis 19 Uhr bei den 3 Schwätzern
mit Transparenten...
auch auf der Demo des DGB am !. Mai
immer präsent
Aktion vor dem Job-Center in der Nordanlage
ein ziemlich altes Foto. 2006?
Hartz-IV-Demonstranten auf dem Weg zum Brandplatz am 1. Mai
jungendliche Passanten sind solidarisch
Kontinuierliche Berichterstattung im "Gießener Echo"

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Die kleinen und großen Schikanen des Jobcenters sind Dauerthema....

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 02.09.2014 um 17:21 Uhr
Ob wir noch weitere 10 Jahre immer montags gegen Hartz-IV (und solche Grausamkeiten) demonstrieren müssen oder ob es uns gelingt die "Speichellecker" des Kapitals in Parlamenten und Verwaltungen zu vertreiben?
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 02.09.2014 um 17:40 Uhr
Übrigens "vor genau 10 Jahren" soll heissen "am 6.9.2004 zum Ersten mal". War damals noch nicht dabei, aber von mehreren Seiten wurde das Datum mir bestätigt.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.09.2014 um 13:01 Uhr
Leider kommen nicht mehr alle. Viele haben resigniert, manche sind verzogen und einige wenige haben eine Arbeit gefunden - das ist ihnen zu gönnen.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.09.2014 um 08:42 Uhr
Mich wundert, dass so wenige an der Demo teilnehmen. Wo sind denn all die anderen die mit dem ALG II auskommen müssen?
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.09.2014 um 17:49 Uhr
Peter deine sehr berechtigte Frage ist sehr schwer mit zwei oder drei Sätzen zu beantworten (und mehr wird erfahrungsgemäß hier in der Kommentarkolonne der Onlineausgabe nicht gelesen ...).

Diese Frage stellen wir uns natürlich ständig. Jeder von uns (mehr oder weniger regelmäßiger) Teilnehmer hat so sein Favorit bei der Antwort.
Meine Hauptantwort (ohne damit gleich zu sagen, dass andere Antworten nicht auch richtig sind ...... ):

Der Mensch ist ein Gewohnheits"tier". Auch wenn es (fast) jeden Betroffenen "hart trifft" - wenn es über Jahre geht (am 1.1.2015 dann 10 Jahre) "gewöhnt" sie/er sich dann irgendwann doch an die "Abschiebung in das gesellschaftliche Aus". Irgendeinmal wird sie/er sich dann nicht mehr daran erinnern, dass es einmal andere Zeiten gab.

Dieser (zugegeben eher psychologische und nicht politische) Ansatz für eine Erklärung macht eben die Organsiation der Betroffenen recht schwer.

Aber die "letzten tapferen Kämpfer" (Ausdruck mit Smiley dahinter) werden weiter am Montag zwischen 18 bis 19 Uhr bei den 3 Schwätzern demonstrieren. Das wird auch wahrscheinlich weiter so sein. Zumindest, wenn es uns gelingt neue Ideen umzusetzen. (Wie arbeiten daran ... !)
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 08:30 Uhr
Ich werde ab und an bei Euch sein. Ich hatte in meinem Arbeitsleben soviel Glück. Immer in Arbeit, obwohl auch einmal wegen Aufgabe einer Geschäftsstelle gekündigt.
Aber ich habe einige Zeit meine Tochter als Langzeitarbeitslose gecoacht. Bis zum Sozialgericht gegen die hiesige GIAG. Mit Erfolg. Sie mussten zahlen, wenn auch nur 3,50 im Monat. Aber da ging es einfach ums Prinzip. Jeder soll das bekommen was ihm zusteht.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 16:14 Uhr
Wenn man im TROCKENEN sitzt, kann man gut über die im NASSEN schreiben.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 16:33 Uhr
Und! Waren Sie schon mal Arbeitslos? Ach ja, geht nicht. Sie studieren ja. Aber überall mitreden!
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 17:17 Uhr
Mit Ihren Kommentaren werden Sie dem Beitrag nicht gerecht
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 18:11 Uhr
Herr Müller aus Wettenberg schrieb:

".... nach 10 Jahren Dauerdemo hat sich die Aktion einfach verrannt?"

Das sehe ich anders; wir kämpfen bis zum Sieg!

"Wie Sie mit einer handvoll Leute (die auch scheinbar immer weniger werden) die "Speichellecker" des Kapitals vertreiben wollen, bleibt Ihr Geheimnis."

Herr Müller ich habe nicht gesagt, dass "wir handvoll Leute" das jetzt sofort schaffen werden, aber ich gehe davon aus, dass "die Grausamkeiten des kapitalistischen Systems erst angefangen haben". Noch sind wir in Giessen 10, demnächst 100 und bei 1000 werden die Söldlingen des Kapitals langsam nervös ......!

"Soll jetzt jeder Beamte aus der Stadt gejagt werden weil Menschen arbeitslos sind und eine Regierung einmal eine Reform des ALG beantragt hat?"

Herr Müller Arbeitslosigkeit ist eine Systemfrage und nicht eine Frage, ob irgendwelche Beamte - egal ob im Jobcenter oder Rathaus - aus der Stadt gejagt werden. Die sich verschärfende Krisen des Kapitalismus produzieren immer mehr Arbeitslose. Nur wenn es uns gelingt den Kapitalismus zu beseitigen werden wir in Zukunft in ener Welt ohne Arbeitslosigkeit leben. Wenn auch noch bei weitem nicht genug Menschen auf der Straße gegen den Wahnsinn demonstrieren, die Umfragen in den letzten Jahren zeigen deutlich, das immer größere Bevölkerungsteile gegen das System sind. Da bin ich ganz optimistisch. Das wird schon ... wir brauchen nur einen langen Atem.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 18:13 Uhr
Herr Müller, es geht uns darum, auf das Probleme Hartz IV und damit Armut aufmerksam zu machen. Sensibilität und Solidarität erwachsen nicht durch stille Gebete.
Jeden Beamten aus der Stadt zu jagen, würde dem Problem nicht gerecht und löst das Problem armer Menschen nicht.
(Ich bin oder war selbst Beamter - wer will sich selbst vertreiben?)
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 05.09.2014 um 18:19 Uhr
Ja Martin, wir brauchen einen langen Atem, den hat nicht jeder.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.09.2014 um 07:59 Uhr
Wer aufgibt hat schon verloren und das gilt hier ganz besonders.
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.09.2014 um 09:14 Uhr
Frau Back, das mag ihre Einstellung zum politischen Kampf sein. Ich versuche diesen zu respektieren.

Ich selber finde an der ganzen Geschichte absolut Nichts lächerlich und außerdem stehen wir da nicht rum, sondern versuchen zu informieren und für Passanten ansprechbar zu sein.

Frau Back, bevor sie danach fragen. Ja, ich kann mir mich auch die 1 1/2 Stunden pro Woche andersweitig sinnvoll beschäftigen.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 06.09.2014 um 17:47 Uhr
Es taucht nun öfter die Frage auf: was hat das alles gebracht?
- Wir kämpfen seit Jahrzehnten gegen Kriege. "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus" oder auch "kein Blut für ÖL". Was hat es gebracht?
- Wir kämpfen seit Jahrzehnten gegen Hunger in der Welt. Was hat es gebracht?

Es gibt mehr Kriege in der Welt und demzufolge mehr Hunger und Elend. Und dennoch sehe ich keinen Grund, sich mit einem Glas Rotwein und einer kubanischen Zigarre zurückzulehnen und zu rufen: wir sind aber ganz schön links.
Stefan Walther
4.191
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.09.2014 um 22:12 Uhr
Glückwunsch zur Ausdauer und Hartnäckigkeit - und zum Jubiläum!

Und trotzdem! = man sollte sich schon auch den hier kritischen Fragen und Anmerkungen stellen und nicht ausweichend antworten!?

Was hat der Protest ( ich beziehe mich da jetzt weniger auf Gießen, eher auf die "Bundesweite Montagsdemo" ) gebracht? Richtig, Hartz IV gibt es - leider - immer noch. Nur, könnte es nicht sein, dass die Lage der Hartz IV - Bezieher ( und Arbeitslosen ) nicht evt. noch schlechter wäre wenn es diesen langjährigen Protest nicht geben würde. Nicht zu beweisen, ich weiss... schaut man sich jedoch die auch von der deutschen Regierung beschlossenen Maßnahmen in einigen anderen Ländern der EU an, dann kann man schon sagen = es kann noch wesentlich schlimmer kommen.
Ich mache jetzt nicht ( schon wieder ) Vorschläge, ich stelle auch nicht ( schon wieder ) den Link zur "Bundesweiten Montagsdemo" hier ein - interessiert ja anscheinend kaum jemand - aber fest steht für mich = die Montagsdemo ist grundsätzlich eine richtige und wichtige Form des Widerstands und des Protests... und sie kann sehr wohl eine Form des politischen Kampfs sein, dafür gibt es zahlreiche Beispiele....
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.09.2014 um 08:13 Uhr
Eventuell lieber Stefan ist die jetzt wieder angedachte Erhöhung um 8 €uro ! Ein Erfolg des andauernden Aufbegehrens. Ja ich finde es gut und werde versuchen, auch als Nichtbetroffener, mal wieder dort zu stehen. Nennt sich liebe Frau Back sich solidarisch zeigen mit Menschen denen es nicht so gut geht wie den meisten Menschen in der BRD. Ich finde daran nichts schlechtes, oder etwas was nicht sein könnte, ja sollte. Und Sprichwörter haben immer einen tieferen Sinn. Man/frau muss ihn nur begreifen.
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.09.2014 um 10:30 Uhr
Frau Back sie haben ihre Einstellung. Ich habe eine Andere. Ich bin für politische Auseinandersetzung mit dem politischen Andersdenkenden / Gegner. Aber wenn es so offensichtlich ist, dass die Einstellungen so diamentral entgegen stehen, halte ich es für wenig sinnvoll (nachdem dieser Fakt klar geworden ist) "ewig darauf rumzureiten". Dann soll und muss das eben so unvermittelt neben einander stehen bleiben. Sicher irgendwo schade, aber es ist nun einmal so.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 07.09.2014 um 10:35 Uhr
Ich würde durchaus für ein neues Konzept eintreten, Frau Back. Wenn Sie einen Vorschlag machen und uns unterstützen, wäre ich Ihnen dankbar. Genau daran mangelts.
Wie bei der Friedensbewegung - da ist zu hören, wo bleibt denn die Friedensbewegung. Um Erfolge zu erkämpfen müssen Hunderttausende auf die Straße.
Stefan Walther
4.191
Stefan Walther aus Linden schrieb am 07.09.2014 um 12:14 Uhr
Nun gut, jetzt habe ich mich eingeschaltet obwohl ich schon überlegt hatte ob das Sinn macht...
Sind das nun die Antworten auf die kritischen Fragen und Anmerkungen? Ich behaupte nein. "Machen Sie doch einen Vorschlag...." oder auch "ich habe halt eine andere Einstellung....", das ist für mich kein selbstkritischer Umgang mit ( berechtigter ) Kritik.
Es gibt keine Vorschläge, die man umsetzen könnte? Es liegt einfach nur daran, dass viele resigniert haben, manche verzogen sind und manche Arbeit gefunden haben? Sicher mag das in dem ein oder anderen Fall zurtreffen, das ist aber für mich keine Erklärung dafür, dass die MoDe kein Anziehungspunkt für "Betroffene" und auch kein Anziehungspunkt für andere Gruppen und Initiativen ist, die sich auch für die Interessen derer einsetzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Von anderen wichtigen Themen ( bei denen es um den gleichen Gegner geht ) ganz zu schweigen, wie z.B. auch der Kampf für den Frieden...
Und wo bleibt die Friedensbewegung als Antwort und Vergleich?
Es waren immerhin ( auch ) in Gießen und Marburg bei den Aktionen der Friedensaktivisten etliche mehr Menschen als bei der MoDe, aber das nur am Rande, weltweit protestierten Hunderttausende gegen imperialistische Kriege und Faschismus... und ich behaupte auch, dass der Kampf für den Frieden schon einige Erfolge feiern konnte, z.B. war die weltweite Friedensbewegung nicht unerheblich daran beteiligt, dass ein Einmarsch der USA in Syrien nicht stattgefunden hat.

Dann doch mal nur ein einziges Beispiel wie andere Montagsdemos teilweise agieren, das ist auch für mich keine Frage der Kräfte ( wir sind dafür zu wenige ), es ist lediglich eine Frage wie man zur MoDe steht...

"Berlin (pm). Seit zehn Jahren sind wir als bundesweite Bewegung Montag fiir Montag gegen die volksfeindlichen Hartz-Gesetze und die ,Agenda 2010‘ aktiv. Das ist einmalig! Die iiberparteiliche Montagsdemobewegung ist aus Deutschland nicht mehr wegzudenken! In vielen Stadten sind wir das soziale Gewissen und haben dafiir gesorgt, dass die Kritik und der Widerstand gegenber dieser unsozialen Politik nie aus der Oentlichkeit verschwunden ist! Darauf sind wir stolz!
Wéihrend Monopole und Grobanken entlastet werden, haben Familien von Arbeitern und Angestellten immer weniger Geld in der Tasche. Ieder Vierte arbeitet heute
im Niedriglohnsektor — bei Frauen sind es sogar 65%. Urlaub oder groere Anschaffungen sind fiir viele nicht mehr drin — der Weg in die Altersarmut aber vorprograrnmiert. Und trotzdem sind weitere Verscharfungen bei Hartz IV geplant. Auch wenn die Merkel/Gabriel-Regierung bemiiht ist, sich ein soziales Image zu geben — kann das nur schlecht dariiber hinwegtéiuschen: Ihre Politik tragt massiv zur Verscharfung der Urnweltlcrise bei, mit der Anschaffung von Drohnen und aggressiven Tonen von Gauck verschéirft sie ihre Auenpolitik, ihr Geheimdienst ist tief in den Sumpf um das NSU-Mordtrio verstrickt. Mindestlohn und ,Rente mit 63‘ werden Zwar hoch gefeiert - entpuppen sich aber bei genauerem Hinsehen als Mogelpackung.
Wlr versprechen: mit unserem Widerstand habt ihr zu rechnen! Weg mit den Hartz-Gesetzen — Montag ist Tag des Widerstands!
Wir konnen auf keinen Ausbildungs- und Arbeitsplatz verzichten! Wir unterstiitzen aktiv den Kampf gegen Werksschlieungen und Arbeitsplatzabbau — fiir die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich! Fiir ein vollstéindiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!

Fukushima, Fracking, Feinstaubbelastung, unwetterkatastrophen — die Umweltkrise verscharft sich drarnatisch. Umweltschutzmanahmen werden gleichzeitig zuriickgefahren. Mit dem Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA sollen die ohnehin schon minimalen Umweltstandards aufgehoben werden. Wir werden aktive
Umweltkampfer gegen diese Politik und fiir eine Zukunft kiinftiger Generationen auf der Erde!
Angesichts der Situation in der Ukraine und im Nahen Osten sorgen wir uns um den Weltfrieden. Wir fordern den sofortigen Stopp der Aggressionen gegen die palastinensische, syrische und irakische Bevolkerung! Keine deutschen Truppen ins Ausland! Keinen Fubreit den Faschisten! Hoch die internationale Solidaritat!
Wir rufen alle kéimpferischen Arbeiter und Arbeitslosen, rebellischen Iugendlichen, couragierten Frauen, Umweltkiimpfer, Antifaschisten und friedensbewegte Men-
schen auf: Beteiligt euch an der 11. Herbstdemonstration gegen die Regierung am 13. September 2014, um 11 Uhr in Berlin!
Unterzeichnet diesen Aufruf als Unterstiitzer und Mitveranstalter!

Weitere Informationen unter:
www.bundesweite-montagsdemo.de"
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.09.2014 um 18:53 Uhr
Okay - ich bin doch nicht grenzdebil - ich habe dein Anliegen (schon länger) verstanden. Inhaltlich gebe ich dir doch voll recht, aber die momentane MoDe hat doch die Situation erkannt und jede/r Einzelne versucht sich mit guten Ideen bei einem (neudeutsch) Neustart einzubringen.

Gut, das wird schon einige Monate versucht und ich habe deswegen durchaus Verständnis dafür, dass Beobachter zu dem Gedanken kommen: Kommen die endlich einmal zu einem vorzeigbaren Ergebnis / zu Potte?

Aber wie es heisst es zutreffend: Kommt Zeit - kommt Rat - kommt .......
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 08.09.2014 um 09:40 Uhr
Frau Back, Sie haben - vielleicht unbewusst - einen Gedanken aufgegriffen, der mich schon lange umtreibt: "..wo man sich dann irgendwann so ins Stadtbild....."
Proteste, wenn sie einer Minderheit vorbehalten bleiben und keine neuen Mitstreiter finden, werden oftmals integriert. Das ist die sozialdemokratische Variante zur Erhaltung des kapitalistischen Systems. Ich kenne das noch aus der 68er Bewegung. Wenn ein Protest laut wird, setzt sich die SPD an die Spitze, führt Scheinkämpfe mit der konservativen CDU (und ähnlichen Org).
Beispiel (eins von hunderten) : Friedensbewegung! Die Sozialdemokraten waren bei allen großen Demonstrationen dabei wie Rheinwiesen in Düsseldorf. Was macht die SPD heute? Heute werden wiederum Kriegskredite bewilligt, Waffen geliefert und mit dem ehemaligen Kriegsminister Struck Kriege zur "Verteidigung der Freiheit, also deutscher Interessen" geführt. (Von der Grünen Kriegspartei muss hier nichts zugefügt werden)

Dieser o.g. Gefahr bewusst, werden Martin Wagner und ich (und andere) weitermachen
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.09.2014 um 11:14 Uhr
.. und das ist gut so Michael. IOmmer wenn ich daran denke und Zeit habe, steh ich bei euch. Heute 18 Uhr?
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 09:57 Uhr
Danke Peter, dass du gestern Abend der Giessener MoDe einen Besuch abgestattet hst. Die Gespräche mit dir waren (wie immer) sehr informativ. Die MoDe lebt nun mal davon, dass sie ständig Rückmeldung bekommt. Nicht nur was die aktuellen Fragestellungen "rund um Hartz-IV" betrifft, sondern auch wie die MoDe sich in Zukunft attraktiver (inhaltlich und in der Selbstdarstellung) bei den 3 Schwätzern präsentieren kann.

Ich bitte um etwas Geduld. Wir sind etwas langsam, aber wir arbeiten daran.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 10:25 Uhr
zu den ANDEREN dort habe ich Stefan angeschrieben. Will mich mal mit ihm austauschen, meine Empfindungen offenlegen. Dir eine gute Woche.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 17:35 Uhr
Ich helfe ihm dabei, so steht er nicht allein. IOm übrigen stehen und sitzen da auch noch andere. Kommen Sie doch einfach mal vorbei. Erkennen kann man Sie ja nicht.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 17:47 Uhr
So beantworten Sie eine freundliche Einladung. Na, etwas anderes wäre ja ungewöhnlich, nicht glaubhaft gewesen. Am Besten, Sie nehmen mich einfach nicht mehr zu Kenntnis. Wäre für beide Teile nur von Vorteil.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 17:58 Uhr
Frau Back, schön, dass Sie wieder da sind. Ich hatte schon befürchtet, dass Sie und Leif Müller durch die Redaktion aussortiert seien.
Zum Inhalt: Ich stehe nicht nur im Seltersweg herum, vielmehr bin ich noch inanderen Bereichen politisch aktiv. Aber auch bei den Schwätzern gibt es immer mal wieder interessante Gespräche und Hinweise, manchmal kann einer von uns einen Tipp geben. AmMontag war eine Frau da, die bei REAL Lollar gearbeitet hat und nun arbeitslos ist. Ein kleiner Tipp war möglich.
Ein anderer Mann wie auf die MAZ hin, wo der Begriff
Berufspraktikanten zu lesen war. Er war darüber verunsichert. -
Ein Mensch riet uns, wir sollten nichts mehr einkaufen (außer dem Nötigsgten) um damit den Kapitalismus zu überwinden. An diesem Gespräch hatte ich weniger Interesse.
Ob ich noch 10 weitere Jahre da stehe, weiß ich nicht. Sie müssten mir dann den Rollator schieben helfen.
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 18:05 Uhr
Danke Peter - ich denke Stefan wird dir sicher sehr konstruktiv antworten. Musst aber damit rechnen, dass es etwas dauert er ist zuzeit politisch andersweitig sehr eingespannt.
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.09.2014 um 18:35 Uhr
Frau Back, auch ich habe den Eindruck, dass sie und ich unter dem Begriff "Kampf" etwas anderes meinen. Lassen sie mich eine Begriffsdefinition wagen.

Der Begriff "politscher Kampf" setzt sich dadurch von dem Begriff "politische Auseinandersetzung" ab, dass es beim "Kampf" (im Gegensatz zu "Auseinandersetzung") nur die Situation "Verlierer und Gewinner" (und nicht eine für alle Seiten tragbarer Kompromiss) geben kann.

Ich denke ich brauche das bei der hier hinlänglich oft und auch gründlich in der Sache geführten Diskussion nicht näher zu erläutern, dass es so etwas wie "sozial gerechte Harz-IV-Regelung" nicht geben kann.

((Heute bin ich "plakativ" drauf!))

Hartz-IV muss weg!
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2014 um 08:49 Uhr
Mit hier schreiben in der Anonymität das hilft keinem in Hartz IV weiter. In diesem Sinn, kommen Sie zur Demo, bringen neue Ideen ein, das könnte helfen.
Aber bitte machen Sie nicht alles nieder was ich hier schreibe. Das hilft keinem, nicht mal Ihnen.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2014 um 14:45 Uhr
Warum beschäftigen Sie sich dann dauernd mit meinen Beiträgen und Kommentaren? Inkonsequent würde ich dieses Verhalten nennen.
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 10.09.2014 um 17:11 Uhr
Wer ist hier inkontinent? Und Frau Back, heißt das nicht Insolvenzerklärung?
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.09.2014 um 09:10 Uhr
"Sozial gerechte Hartz-IV Regelung kann es nicht geben." Da muss ich Martin Wagner recht geben.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.09.2014 um 12:25 Uhr
Ich lasse Dinge bleiben, die nichts bringen und helfe lieber anderweitig.
Große Worte, allein mir fehlt der Glaube daran, dass entsprechendes auch stattfindet.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.09.2014 um 15:03 Uhr
Liebste Sie irren gewaltig, aber ich zitiere nur, keine eigenen Worte und Meinung., Auch ein Irrer ist ein Mensch.
So behaupten einfach irgendwas ins blaue hinein und blasen sich dabei mächtig auf. Was haben oder studierenSie eigentlich? Mathematik nicht, sonst würden Sie nicht nur von einmal schreiben.
Aber lassen wir es einfach. Sie haben Recht und ich meine Ruhe;.))
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.09.2014 um 09:28 Uhr
Da fällt mir nur ein: Getroffene Hunde bellen;-) Und schönes WE
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 14.09.2014 um 09:18 Uhr
Nicht wie bisher angenommen am 6.9.2004 gab es in Giessen die erste MoDe, sondern wohl schon 3 Wochen vorher, also Mitte August. Mir wurde dankenswerterweise ein Artikel dazu zugesandt. (Gießener Anzeiger vom 31.08.2004)
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 14.09.2014 um 10:15 Uhr
Die Unterhaltung ist recht lustig, dennoch hat Martin Wagner mal zum Thema zurückgefunden. Richtig, die Montagsdemo begann schon früher.
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 16.09.2014 um 11:59 Uhr
Am kommenden Freitag (19.9.) veranstaltet die Montagsdemonstration (mit Unterstützung des DGB Region Mittelhessen) eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Inge Hannemann zum Thema:

"10 Jahre Hartz IV aus der Innenansicht einer Jobcentermitarbeiterin"

18 Uhr im Dachsaal (7. St.) des Gewerkschaftshaus, Walltorstr. 17, Giessen

((Werde versuchen noch einen kurzen Extrabeitrag hier in die Onlineausgabe einzustellen.))
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.09.2014 um 13:05 Uhr
Habe Besuch, wäre gerne gekommen;-(
Martin Wagner
2.309
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 16.09.2014 um 13:32 Uhr
Danke Peter für die Rückmeldung - viel Spass mit dem Besuch.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.09.2014 um 17:05 Uhr
Hat vier Beine und ist braun;-)
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.09.2014 um 09:40 Uhr
Ein schizophrener Nazi?
Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.09.2014 um 19:07 Uhr
Humor ist, wenn....(Wilhelm Busch)
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Interessensgebiet: Gießen
Michael Beltz
6.899
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