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Diskriminierung bei Transplantationen muss gestoppt werden!

Gießen | Anlässlich der Weigerung des Universitätsklinikums Gießen-Marburg bezüglich der Transplantation eines Herzens bei einem Jungen erklärt das Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen, dass diese Haltung und das Vorgehen klar gegen die UN-Behindertenrechtskonvention und gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstoße.
In der Konvention heißt es dazu: „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderung auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ohne Diskriminierung aufgrund von Behinderung.“ Aufgrund dieses Grundsatzes darf eine Behinderung nicht zum Ausschluss aus einer gesundheitlichen Behandlung führen.
Das ZsL Gießen e.V. fordert die Verantwortlichen auf, die UN-Behindertenrechtskonvention anzuwenden und entgegen der Meinung der in der Presse zitierten Einrichtungen das betroffene Kind doch zu behandeln und die Transplantation vorzubereiten.
Selbst wenn die aktuelle bundesstaatliche Rechtslage den Ausschluss rechtfertige, sei das Grundrecht aus Artikel 3 Grundgesetz „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ ausschlaggebend für die Rechtsposition des Zentrums.
Weiterhin wird das ZsL Gießen e.V. die Diskriminierung des kleinen Jungens an die zuständigen Stellen, wie etwa die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Beauftragte für Menschen mit Behinderung und an die Monitoringstelle zur UN-Behindertenrechtskonvention weiterleiten und um Stellungnahme bitten.

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Kommentare zum Beitrag

Karl-Ludwig Büttel
3.711
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.08.2014 um 12:23 Uhr
Die Uni Klinik handelt in meinen Augen sehr verantwortungsbewusst in dieser Situation. Hier geht es auch nicht nur um das Versagen einer Herztransplantation bei einem behinderten Kind. Hier geht es um ein schwer Hirngeschädigtes Kind dessen Lebensbefähigung zumindest fachlich anzuzweifeln ist. Ist die Tragödie menschlich auch noch so schwer, muss in diesem Fall fachlich sinnvoll gehandelt werden. Spenderherzen sind selten. Man sollte sie nur da anwenden wo auch Aussicht auf Erfolg besteht. Ein gesundes Herz in einen organisch kranken Körper zu transplantieren halte ich für nicht angemessen. Es geht hier nicht um eine Behinderung. Im Falle von Patienten mit Behinderungen sehe ich, dass wie Sie geschrieben haben. In diesem Fall des Kindes ist der Fall anders gelagert. Wenn man sich nur vorstellt, dass das Herz einem gesunden bzw. lebensfähigen Kind vorenthalten wird. Das vielleicht durch dieses Transplantation zwei Kinder sterben müssen anstatt eines, halte ich das Beispiel für nicht angemessen. Auch Rechtlich ist der UNI bei dieser Handlungsweise nichts vorzuwerfen. Die Handlung und der Wunsch aus Sicht der Eltern auf diese OP zu bestehen kann ich als Vater nachvollziehen. An das Kind wird in dieser Situation wohl am wenigsten Gedacht. Ich möchte hier keine Ethikdiskussion anheizen aber ist es tatsächlich erstrebenswert aus reiner Prinzipienreiterei heraus dem Kind das antun zu wollen?
H. Peter Herold
27.853
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.08.2014 um 16:42 Uhr
dem ist nur noch hinzu zu fügen, dass dort vor Ort sich Eltern und sonstige Personen sehr stark in den Kliniksalltag/Ablauf einmischen und die Leute anscheinend massiv bedrohen und von deren Arbeit abhalten.
2.365
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.08.2014 um 09:59 Uhr
Für mich bleiben da noch einige Fragen offen. Z.B.Welcher Art ist
die Hirnschädigung des Kindes?Handelt es sich um mehr als eine
intellektuelle Beeinträchtigung? Oder sind tatsächlich lebenswichtige Funktionen betroffen?
So etwas kann natürlich nicht öffentlich diskutiert werden, ohne das Arztgeheimnis zu verletzen. Aber gibt es für solche und ähnliche Fälle kein Schiedsgericht, dessen Entscheidung,
verständlich vermittelt, dann alle akzeptieren sollten?
Außerdem wird immer auf Richtlinien verwiesen, die mir aber unbekannt sind, und die wohl kaum jemand wirklich kennt.
Kennen die Behindertenverbände diese Richtlinien? Sie scheinen zu befürchten, dass hier einem Menschen mit geistiger Behinderung nur ein eingeschränktes Lebensrecht zugestanden wird.
Eine sachliche Diskussion müsste sich vor Allem auf diese Richtlinien beziehen.
H. Peter Herold
27.853
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.08.2014 um 10:21 Uhr
Geistige Behinderung? Sind nicht lebenswichtige Funktionen des Gehirns,
die Funktionen des Herzens steuern betroffen? Auch ich bin nur ein Laie, denke aber, dass die Entscheidung die hier in Gießen getroffen wurde und anscheinend auch im großen Umfang abgestimmt ist, richtig sein könnte. Das Leben ist manchmal hart und grausam.
2.365
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.08.2014 um 14:51 Uhr
Das könnte durchaus so sein. Etwas mehr Offenheit würde Mißverständnissen entgegenwirken.
Karl-Ludwig Büttel
3.711
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.08.2014 um 12:07 Uhr
Verehrte Frau Barthel, die Offenheit war in meinen Augen genügend. Es gilt ja auch den Erkrankten und seine Angehörigen zu schützen. Wenn die Eltern die Entscheidung der Fachleute und der Ethik -Kommission nicht sofort öffentlich gemacht hätten und so dem ganzen einen negativen Eindruck gegeben hätten, würden viele (nicht Alle) anders urteilen. Sie dürfen ja auch nicht Diagnosen und Prognosen einfach so an die Presse geben. Ihr Schlusssatz mit den Richtlinien und der sachlichen Diskussion ist genau der richtige Weg.
In meinen Augen wird hier das Selbstbestimmungsrecht bei einer Behinderung mit einer irreversiblen Erkrankung verwechselt. Aber ähnlich schreiben Sie es ja auch. Es gehört meines Erachtens als Erkrankung nicht als Behinderung zu werden. Eine Behinderung ist keine Erkrankung.
2.365
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 24.08.2014 um 19:08 Uhr
Ich habe mir die Stellungnahme der Klinik und die rechtlichen
Bestimmungen der Transplantationsmedizin jetzt genau durchgelesen. Danke für die Information.
Ich denke, der Konflikt hat sich daraus entwickelt, dass als
Grund für die Ablehnung ein irreversibler Gehirnschaden genannt wurde. So stand es jedenfalls in der Tagespresse, und in der
Regel wird vom Leser dann an eine geistige Behinderung gedacht. Von Komplikationen durch eine mögliche Immunsuppression war da nicht die Rede, und so entstand der
Eindruck, dass hier einem behinderten Menschen ein Recht vorenthalten werden sollte. Ist die Stellungnahme des UKGM
auch in den Tageszeitungen veröffentlicht worden?
Dass den betroffenen Eltern eine solche Entscheidung nur schwer zu vermitteln sein wird, ist klar. Ich glaube, das müßte
eine speziell für solche Fälle geschulte Person machen,und
man müßte mißverständliche Erklärungen vermeiden, wie,dass
eine Hirnschädigung Grund für die Ablehnung ist. Da sind in diesem Fall vielleicht Fehler gemacht worden.
Den ganzen Vorgang muß man aber auch vor dem Hintergrund
des Mißtrauens sehen, das durch wiederholte Meldungen von Manipulationen bei der Organvergabe an renommierten Kliniken entstanden ist.
Nicole Freeman
9.958
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 07.09.2014 um 10:47 Uhr
Manche Eltern wollen es einfach nicht akzeptieren das ihr kind sterben muss. es ist sehr schwer fuer die betroffenen eine entscheidung zu faellen. niemand macht sich so etwas leicht ! Von der uni kann ich sagen das sie den Eltern wege zeigen wie man am besten mit der situation umgeht. man hat meiner schwester damals genau erklaert was man noch alles versuchen kann, ihr aber auch klar gemacht was alles als Folge kommen kann. Welches leid ihr baby haben kann und welche ueberlebenschancen eine op ueberhaupt darstellt. die Aerzte waren sehr einfuehlsam und gaben den eltern die zeit die sie brauchten um sich von ihrem kind zu verabschieden. die frage ist doch wirklich, wieviel leid muss ein menschenkind ertragen bis es sterben darf ! In diesem Fall scheint ja von allen pruefkommisionen klar gemacht worden zu sein das der junge bald sterben wird. mit oder ohne transplantation. dazu kommt noch das eine solche op nicht einfach ist fuer den patienten. die eltern sollten die situation wirklich ueberdenken und fuer ihr kind die verbleibende zeit so angenehm wie moeglich machen. es ist nicht leicht sich auf den tod des eigenen kindes vorzubereiten. man hat aber in diesem fall die moeglichkeit sich zu verabschieden und das kind in wuerde gehen zu lassen !
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