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„Netzwerk Seniorenforum Süd“: Vernetzung in der Seniorenarbeit schreitet voran

Das nächste Treffen des „Netzwerks Seniorenforum Süd“ wird am Dienstag, dem 18. November in Linden stattfinden.
Das nächste Treffen des „Netzwerks Seniorenforum Süd“ wird am Dienstag, dem 18. November in Linden stattfinden.
Gießen | Was gibt es Neues im Bereich Seniorenarbeit in den Gemeinden Fernwald, Linden, Langgöns und Pohlheim? Beim jüngsten Treffen des „Netzwerks Seniorenforum Süd“ im Pohlheimer Rathaus wurde deutlich, dass in der Region einige Angebote für Senioren hinzugekommen sind, andere eingeschlafen sind oder nur wenig Interesse wecken. „Die regelmäßigen Konferenzen der Akteure sollen dazu dienen, den spezifischen Bedarf vor Ort zu erkennen und Angebote entsprechend zuzuschneiden und zu entwickeln“, machte Dirk Oßwald, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent im Landkreis Gießen, deutlich, „dabei wachsen auch Netzwerke zwischen den Anbietern, Organisatoren und Betroffenen über die Ortsgrenzen hinweg.“

Er vertrat Bürgermeister Horst Röhrig, der sich aus terminlichen Gründen entschuldigen ließ. Die Konferenz tagte zum zweiten Mal. Neben Akteuren aus den Südkreis-Kommunen nahmen auch Mitglieder der örtlichen und des Kreisseniorenbeirates teil sowie Gisela Forchheim von der BeKo und die Altenhilfeplanerin des Landkreises, Ruth Hoffmann.

Sie berichteten über Veränderungen: In Fernwald gibt es seit Mai zweimal wöchentlich einen Fahrdienst für Einkäufe. Ein Seniorenwegweiser ist in Planung.

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In Linden beginnt demnächst der vierte Ausbildungsblock ehrenamtlicher Seniorenbegleiter, wie Martina Stöhr als Mitarbeiterin der Generationenbrücke erläuterte. Das Angebot ist für Helfende und Hilfesuchende kostenlos. Derzeit nehmen die Pflegeeinrichtungen einen steigenden Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen wahr, führte Harald Brückmann vom Seniorenzentrum Linden aus.

In Langgöns baut ein privater Investor in der Nähe des AWO Sozialzentrums barrierearme Wohnungen, teilte Hans Ulrich Theiss mit. Weniger erfreulich: Das Bündnis Zukunft Langgöns (BZL) ist derzeit ohne Leitung, weil der Vertrag mit der Koordinatorin nicht verlängert wurde. Das BZL hat sich unter anderem für die Interessen der Seniorinnen und Senioren eingesetzt, das Fortbestehen dieser Unterstützung ist nun unsicher. Am 6. September findet eine Seniorenmesse in der Seniorenwerkstatt Langgöns statt, dort können sich soziale Träger vorstellen.

Aus Pohlheim gab es lediglich zu berichten, dass der Einkaufsfahrdienst eingestellt wurde, weil nicht genug Menschen Interesse daran hatten.

„Außerdem wurde ein Ruf nach professioneller Unterstützung laut. Denn alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig darin, dass die ehrenamtliche Hilfe und die Nachbarschaftshilfe zwar in den Dörfern, also vor Ort im Kleinen, „gelebt“ wird. Allerdings müsse die Koordination und Betreuung des ehrenamtlichen Engagements professionell erfolgen. Das Beispiel der Generationenbrücke in Linden macht deutlich, was mit professioneller Unterstützung möglich ist“, sagte Ruth Hoffmann.

Sie berichtete aus den anderen Teilraumkonferenzen des Landkreises, die sich mittlerweile etabliert haben. Favorisiert werden fast überall die Themen „Altersgerechtes Wohnen“ und „Mobilität im Alter“. Damit dieses Thema weiterhin behandelt werden kann, sollen in allen Teilräumen verschiedene Einrichtungen und Projekte zum Thema „Wohnen im Alter“ vorgestellt werden.

In Pohlheim hat Alois Wilhelm aus Marburg über die Tätigkeiten von „Wohnen für Generationen e.V.“ (WoGe) referiert. Er ist Mitgründer des Vereins und Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Marburg. Seit 1993 ist WoGe aktiv, 2002 wurde der Neubau an der Lahn von mehreren Familien bezogen. Das Grundstück hat die Stadt Marburg an die Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHS) verkauft, mit der Auflage das Projekt „Wohnen für Generationen“ zu verwirklichen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gerberei entstanden zwölf Wohneinheiten in drei Gebäuden. Zurzeit leben 15 Erwachsene und 4 Kinder dort. Die Bewohner sind Mieter, jeder hat einen separaten Mietvertrag mit der NHS. Da die Wohnungen gefördert sind, wird ein Wohnberechtigungsschein benötigt, die Mieten liegen zwischen 5 und 6 Euro pro Quadratmeter.

Bei der anschließenden Diskussion in der Seniorenkonferenz fand dieser Projekttyp großen Anklang, weil er auch Menschen mit geringerem Einkommen ermöglicht, eine solche Wohnform zu wählen. In Gießen sucht die Lokale Agenda 21-Gruppe „Wohnen für Generationen Gießen 21“ schon längere Zeit ein Grundstück. Alois Wilhelm berichtete, dass auch in Marburg die Umsetzung erst einige Jahre nach Planergreifung erfolgt ist.

Das nächste Treffen des „Netzwerks Seniorenforum Süd“ wird am Dienstag, dem 18. November in Linden stattfinden. Für Fragen zur Seniorenarbeit im Landkreis Gießen steht Ruth Hoffmann zur Verfügung, Telefon: 0641 9390-9703, E-Mail: ruth.hoffmann@lkgi.de

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Julia Schmidt
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