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Premiere im Landkreis: Vier Pavillons aus Holz für Kirschbergschule in Reiskirchen

Gießen | Wenn es an einer Schule um eine Zwischenlösung geht – sei es ein Umbau oder eine zeitlich begrenzte Erweiterung – lautete die Lösung bislang: Container. Zwischen einem Neubau und einem provisorischen Übergang gibt es eine Alternative. An der Kirschbergschule in Reiskirchen stehen künftig vier Pavillons aus Holz. Dabei handelt es sich für den verantwortlichen Landkreis Gießen um eine Premiere. Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl war bei den Aufbauarbeiten dabei.

Viel mehr Anmeldungen als erwartet und eine frisch etablierte Schülerbetreuung sind die zwei Gründe für die akute Raumnot. „Wir haben mit 80 Kindern gerechnet, für das kommende Schuljahr sind aber 130 angemeldet“, berichtete Kreisschuldezernentin Dr. Christiane Schmahl. Was tun? Ein festes Gebäude ist erstens sehr teuer und steht zweitens leer, wenn die Schülerzahlen in den kommenden Jahren wieder abnehmen sollten. „Stahlcontainer kamen hier als wenigstens mittelfristige Lösung nicht in Frage“, ergänzt sie.

Die Antwort lautet: „Mobi-Sku:l“-System aus Holz. „Die neuen Klassenräume haben ein normales Raumklima und sind auch von der Akustik besser als ein Container“, sagt Christiane Schmahl. Das Modul-Bausystem ist im Südhessischen – vor allem in und um Darmstadt – zigfach bewährt. Es ist gerade für den mehrfachen Auf- und Abbau gedacht und wird in kurzer Zeit fix und gebrauchsfertig montiert.

Der Architekt und „Mobi-Sku:l“-Entwickler Erhard Botta erläuterte in Anwesenheit von Schulleiterin Stefanie Levenig die Funktionsweise. Die aus vorgefertigten Holztafelbauelementen bestehenden Pavillons können nach dem Legoprinzip bis zu dreigeschossig aufeinandergestellt werden. Zusammengesetzt werden sie aus vier Außenwandelementen, drei Elementen für den Boden sowie drei Elementen für eine Akustikdecke und das Dach. Bis zu 32 Schüler finden darin problemlos Platz.

Der Begriff Fertighaus wird hier bis ins Detail gelebt. Fenster, Linoleumboden, Dämmung, Heizung, eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Sonnenschutz: Alles ist mit dem Aufbau der vorgefertigten Module da. Die vier jeweils 54 Quadratmeter großen Pavillons an der Kirschbergschule werden im Erdgeschoss für die Ganztagsbetreuung genutzt und im Obergeschoss als zwei Klassenräume. Dazwischen entsteht ein Flur. Wasser, Heizungs- und Stromversorgung kommt von den Gebäuden auf dem Schulgelände.

Nach dem eigentlichen Aufbau der Module wird in den Sommerferien der Innenausbau und das Verlegen der Versorgungsleitungen über die Bühne gehen, damit zum Schuljahresbeginn Anfang September die neuen Räume bezogen werden können. Für den Fall, dass sie in ein paar Jahren nicht mehr gebraucht würden, können die Pavillons an der Kirschbergschule ab- und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden.

 
Der Architekt Erhard Botta erläutert Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl und an dem Bauprojekt Beteiligten die Vorgehensweise beim Aufbau der vier Pavillons an der Kirschbergschule in Reiskirchen. Bild: Landkreis Gießen
Der Architekt Erhard... 

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