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Hasserfüllte Parolen und Hitler-Vergleiche auf „Friedensdemonstration“ in Gießen

von Jochen Wurzam 28.07.20142395 mal gelesen7 Kommentare
Gießen | Wie in vielen anderen Städten gab es am gestrigen Samstag auch in Gießen eine Demonstration unter dem Motto „Free Palestine“. Erklärtes Ziel der Veranstalter war es, „friedlich für die Menschen in Palästina“ zu demonstrieren und auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.
Als sich die rund Tausend Demonstrantinnen und Demonstranten gegen 15.30 Uhr am Berliner Platz auf den Weg durch die Gießener Innenstadt machten, bot sich den Bürgerinnen und Bürgern allerdings ein ganz anderes Bild: Auf Transparenten und Plakaten waren betont einseitige und zumeist hasserfüllte Parolen zu lesen. „Frauenmörder Israel“ und „Kindermörder Israel“ wurde von der Menge skandiert. Obwohl Vanessa Eschweiler im Namen der Veranstalter im Vorfeld der Demonstration im Internet darauf aufmerksam gemacht hatte, dass man unabhängig von religiösen Bekenntnissen demonstrieren wolle, rief die übergroße Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig im Chor „Allahu Akbar“ (Gott ist groß). Auch an das ebenfalls im Vorfeld von den Veranstaltern verkündete Gebot, auf Vergleiche mit dem Nationalsozialismus und ähnliches zu verzichten,
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hielt man sich nicht. Gleich auf mehreren Plakaten war beispielsweise „Stop Doing what Hitler did to you“ zu lesen. Die Demonstrationsleitung sah darin offenbar kein Problem. Kritische Stimmen zur islamistischen Organisation Hamas, die seit Jahren Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Territorium abfeuert und damit bewusst den Tod von Zivilisten einkalkuliert, waren gänzlich Fehlanzeige. Stattdessen war man bemüht, die palästinensische Zivilbevölkerung als alleiniges Opfer der Auseinandersetzungen darzustellen. Dabei gingen einige sogar so weit, ihre anwesenden Kleinkinder mit Hilfe von roter Farbe, die Blut symbolisieren soll, und Verbandsmaterial bewusst als Opfer zu inszenieren. Wer die eigenen Kinder auf solche Weise für politische Propagandazwecke einsetzt, so darf wohl geschlussfolgert werden, dem fehlt ganz sicher die kritische Distanz zu einer islamistischen Terrororganisation wie der Hamas. Denn zu deren Strategie gehört bekanntlich, ihre Raketen in räumlicher Nähe zu Schulen und Krankenhäusern abzufeuern, um bei israelischen Verteidigungsmaßnahmen möglichst viele zivile Opfer auf palästinensischer Seite zu provozieren.

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.505
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 28.07.2014 um 01:43 Uhr
Ich finde es gut, so errinert man sich des Führers nicht nur im Zorn.
753
D. Theiß aus Lich schrieb am 28.07.2014 um 13:21 Uhr
Ich bin einfach der Meinung das beiden Parteien, den Hamas sowie den Israelis der Sinn für eine Friedfertige Lösung abhanden gekommen ist.
Es kann und darf nicht sein das beide, Krankenhäuser und Schulen mit Raketen beschießen, so was ist Krank und verwerflich.
Die Führungsspitzen beider Seiten gehören meiner Meinung nach in ein Krankenhaus für geistige Abnormalitäten untergebracht.
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 28.07.2014 um 15:23 Uhr
Nicht die Israelis machen Krieg! Die Israelische Regierung und die Hamas tun dies ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten!
Stefan Walther
4.349
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.07.2014 um 21:51 Uhr
Richtig Antje! Und wer sich gegen den Völkermord an den Palästinensern wendet, der ist deshalb noch lange kein Antisemit. Und wer sich für ein freies und selbstbestimmtes Palästina einsetzt, der ist deshalb auch noch lange kein Islamist.
Und dass selbst vor der Ermordung von Zivilisten ( Frauen und Kindern ) nicht Halt gemacht wird, das wollen sie doch nicht ernsthaft leugnen Herr Wurz. Gaza ist ein großes Gefängnis, ein von einer Besatzungsmacht kontrolliertes Gebiet, also nicht Ursache mit Wirkung verwechseln.
Klar muss man sich von islamistischen Kräften distanzieren, genauso wie von Leuten, die derzeit einen Krieg gegen das palästinensische Volk führen. Und Krieg ist nunmal so wie er ist, da sterben zahlreiche Kinder, da bluten dann natürlich auch Kinder, Sie mögen das nicht Herr Wurz wenn das so auch verdeutlicht wird? Was ich nicht mag, das ist Völkermord, und was ich auch nicht ausstehen kann, das ist wenn die Kritik daran mit Antisemitismus verwechselt und / oder gleichgesetzt wird.
2.289
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 29.07.2014 um 08:39 Uhr
Warum beschießt die Hamas einen so überlegenen Gegner wie
Israel, ohne die geringste Aussicht, militärisch etwas zu erreichen,
und nimmt dabei so große Opfer in der Bevölkerung in Kauf?
Doch nur, weil es ihr politisch nutzt! Kein Land kann einen dauerhaften Beschuß seines Gebietes einfach hinnehmen. Das Kalkül der Hamas ist es, durch dauerhafte Provokation Israel zu extremen Gegenmaßnahmen zu bringen, um es dann international zu brandmarken und intern die eigene Bevölkerung
emotional zu solidarisieren.
Natürlich spielt sie damit auch den Radikalen in Israel in die Hände, was ihr nur recht ist, denn auch dadurch wird die eigene Position gestärkt.
Das palästinensische Volk ist bei diesem Spiel nur Geisel und Manipulationsobjekt. Und auch Israel wird immer mehr zum Opfer radikaler Gruppierungen, je weiter an der Gewaltspirale gedreht wird.
Florian Schmidt
4.505
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.07.2014 um 13:00 Uhr
Naja Frau Barthel, da ist Israel nicht unschuldig dran. Da haben beide Partein mehr als genug dreck am Stecken. Aber Israel ist weit weg von "Selbstverteidigung".
Stefan Walther
4.349
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.07.2014 um 16:56 Uhr
Sie machen das Gleiche wie der Beitragseinsteller Frau Barthel = würde es kein Gefängnis Gaza geben, dann würde es auch keine Hamas geben, die von diesem Gefängnis aus israelisches Gebiet beschiesst. Also nicht Ursache mit Wirkung verwechseln!
Dass sowohl Islamisten auf der einen als auch Zionisten auf der anderen Seite erstarken, das ist nur die eine Seite der Sache. Es gibt immer größere Ablehnung und auch Widerstand gegen diesen Krieg, auch auf israelischer Seite, etliche Reservisten haben sich schon geweigert für diesen Krieg gegen die Palästinenser die Waffe in die Hand zu nehmen ( die Washington Post hat den Aufruf veröffentlicht ). Richtig Herr Schmidt, mit "Selbstverteidigung" hat das überhaupt nichts zu tun.
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